Zum Thema Niedriglöhne: Sooo niedrig sind die nun nicht, es ist eben KEIN Hungerlohn in Deutschland möglich.
Qualitative Unterschiede in der Leistung, Ausbildung und der Tätigkeit der Arbeitnehmer spiegeln sich in unterschiedlichen Gehältern wieder, und der Mindestlohn sichert nach unten ab.
Na, das möchte ich nicht ganz unkommentiert stehen lassen: Die lage der Paketboten bei vielen Anbietern ist desolat! Die Arbeitsbedinungen unterirdisch und die Löhne inakzeptabel.
von Mindestlohn können viele dieser Leute nur träumen. Es ist leider viel zu einfach, diesen zu umgehen.
Sämtliche Arbeitsrechte werden da mit Füßen getreten:Ausgehebelter Mindestlohn duch Scheinselbständigkeit, unbezahlte Überstunden, unzulässig lange Arbeitszeiten, Zeitdruck, schlechte und gefährliche Fahrzeuge, oder sogar Zusteller, die mit eigenen Fahrzeugen fahren müssen (weil "selbständige Subunternehmer), lücken bei Versicherung und Sozialabgaben und und und: All das ist leider Fakt.
Es gibt sogar richtig mafiöse Strukturen in dieser Branche, wo gezielt Arbeiter aus dem Ausland rekrutiert werden:
https://www.sueddeutsche.de/wirtsch...tdienste-ihre-mitarbeiter-ausbeuten-1.3793184
Hier mal einer von unzähligen Artikeln, die man dazu im Netz findet.
Natürlich kann man- wie es ja lieder viele tun- sagen: "Die sind doch selber schuld, wenn sie das mitmachen" oder "Dort wo sie herkommen, geht es ihnen noch schlechter" aber die Frage ist: WOLLEN wir dass sowas in unserem Land gemacht wird oder wollen wir es nicht? Wollen wir, dass sowas möglich ist und wollen wir nicht zuletzt mit unseren Konsumverhalten diese Art moderner Sklavenarbeit fördern?
Wollen wir es oder ist es uns egal? Ja, dann müssen wir aber auch damit leben, dass der Paketzusteller weder deutsch spricht, noch mit irgendeiner Sorgfalt arbeitet: Ein Mensch der hier 16-18 Stunden am Tag malocht und das auch Samstags und dafür 1600 brutto bekommt, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erhält usw, der wird ganz sicher andere Sorgen haben, als Deutsch zu lernen und dem kann man das auch ehrlicherweise nicht verdenken.