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neuer job schrecklich, aber kündigung würde meinen partner enttäuschen..

  • Starter*in Starter*in Leonie27_Gast
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Leonie27_Gast

Gast
hallo zusammen!

ich habe nach langer arbeitslosigkeit (1 jahr ca.) endlich wieder einen job gefunden und anfangs war ich auch total happy und motiviert. leider schlug das sehr schnell um, da die zustände in der firma einfach nur katastrophal sind. obwohl ich ein eine ausbildung zur fachkraft für lager und logistik absolviert habe, werde ich dort nun in der firmenhalle für die einfachsten hilfstätigkeiten eingesetzt und mache im prinzip dasselbe wie unsere ferienjobber, nämlich stupide akkordarbeit, nur für mich eben ohne akkordzuschläge, da meine arbeit ja eigentlich eine andere sein müsste, die nicht im entferntesten was mit akkord zu tun hat. zudem sind die pausen sehr knapp bemessen, ich arbeite 10 stunden täglich und habe nur einmal 20 minuten pause. in der zeit kann man natürlich auch nichts sinnvolles anfangen wie z.b. was vernünftiges essen gehen.
so schleppe ich mich dann tag für tag durch den arbeitsalltag und versuche, nicht wahnsinnig zu werden oder zusammenzuklappen, da mir einfach die kraft fehlt. ich fange um 5:30 uhr früh an, da reicht es auch nicht für ein stärkendes frühstück und zwischendurch essen ist absolut unmöglich.

ich habe schon mit meinem vorgesetzten gesprochen, der nur so abfällig meinte, was ich denn glauben würde, wo man mich als frau sonst einsetzt.. es gibt kaum verschnaufpausen, bzw. was heißt "kaum", eigentlich gar nicht. die ganze situation und die enttäuschung darüber, dass mein neuer, herbeigesehnter job so ein derber reinfall ist, macht mich enorm fertig, auch vom psychischen aspekt her. vom körperlichen ganz zu schweigen, denn ich muss fast 10 stunden am stück in ein und derselben position verharren, ohne irgendwie mal die möglichkeit zu haben, mich hinsetzen zu können.

das schlimmste aber ist, dass mein partner, mit dem ich auch zusammenlebe, sich total für mich gefreut hatte, dass ich endlich wieder arbeit habe. er verdient selber nicht die welt in seinem job und es war mir sehr unangenehm, dass er mich teilweise mitfinanziert hat. ich würde echt gerne da weg, weil es für mich kaum aushaltbar ist, aber ich weiß, dass ich meinen partner damit maßlos enttäuschen würde. es hat so lang gedauert, bis ich endlich arbeit hatte und jetzt sowas..
aber ich sehe keine andere lösung für mich, als dort aufzuhören, weil ich mich einfach nur gnadenlos ausgenutzt fühle.

und dann ist da eben dieser druck von außen (partner, familie, freunde), die das alles nicht verstehen können und mir immer einreden, man müsse eben einfach stark sein, "es durchziehen" und "so schlimm wie du tust wird's schon nicht sein!" dann fühle ich mich wie der letzte versager, da bei allen anderen ja offenbar immer alles toll läuft und diese auch immer alles durchzuziehen scheinen. ich weiß nicht mehr weiter. 🙁
 
Ich kann Dich sehr gut verstehen. Bin zur Zeit auch in einer verzwickten Situation. Stehe kurz davor einen Job zu bekommen nach fast zweijähriger Arbeitslosigkeit. War mittlerweile schon beim Probe arbeiten und ich habe seitdem enorme Selbstzweifel. Bevor ich überhaupt schon da richtig angefangen habe macht sich bei mir Panik breit, um nicht so ein Reinfall wie Du zu erleben. Letztes Jahr hatte ich nämlich einen totalen Fehlgriff und war nervlich am Ende. Zum Glück wurde ich wegen Sparmaßnahmen nach zwei Monaten wieder gekündigt. Man hatte mich nur für einen Großauftrag gebraucht, also nur ausgenutzt. Kenne daher sehr gut dieses Gefühl. Man will sich selbst und die anderen nicht enttäuschen. Habe meiner Familie die freudige Nachricht vermittelt, das ich ein Vorstellungsgespräch usw. habe. Nun stehe ich blöd da, jeder fragt wie es gelaufen ist, ob sie sich schon entschieden haben. Ich fühle mich so schlecht dabei, wenn ich den Job sausen lasse und meine Angehörigen anlüge und sage, das ich den Job nicht bekommen habe. Noch ist nichts entschieden, aber bei einer Zusage bin ich stark am überlegen, ob ich der Chefin die Wahrheit sage und den Job ablehne, weil ich es mir nicht zutraue.
Leider kann ich Dir keinen Lösungsvorschlag geben... Einzige Lösung ist einen neuen Job finden...
 
obwohl ich ein eine ausbildung zur fachkraft für lager und logistik absolviert habe, werde ich dort nun in der firmenhalle für die einfachsten hilfstätigkeiten eingesetzt und mache im prinzip dasselbe wie unsere ferienjobber, nämlich stupide akkordarbeit, nur für mich eben ohne akkordzuschläge, da meine arbeit ja eigentlich eine andere sein müsste, die nicht im entferntesten was mit akkord zu tun hat. zudem sind die pausen sehr knapp bemessen, ich arbeite 10 stunden täglich und habe nur einmal 20 minuten pause. in der zeit kann man natürlich auch nichts sinnvolles anfangen wie z.b. was vernünftiges essen gehen.

Die Pausenzeit ist nicht zulässig und du darfst nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die nicht in deinem Arbeitsvertrag erfasst sind ohne entsprechende Klausel. Wenn du Akkordarbeit machst, müssen auch die Zuschläge bezahlt werden.

Habt ihr einen BR, an den du dich wenden kannst? Ansonsten würde ich solche widrigen Arbeitsverhältnisse nicht unterstützen und dort kündigen.

so schleppe ich mich dann tag für tag durch den arbeitsalltag und versuche, nicht wahnsinnig zu werden oder zusammenzuklappen, da mir einfach die kraft fehlt. ich fange um 5:30 uhr früh an, da reicht es auch nicht für ein stärkendes frühstück und zwischendurch essen ist absolut unmöglich.

Auch hier wieder. Für die Zeit vor 6 Uhr bekommst du normalerweise Nachtzuschlag. Es kann ja auch nicht sein, dass du nichts trinken etc. darfst, solange du nicht z.B. mit gefährlichen Stoffen arbeitest. Pausen sind vorgeschrieben und müssen eingehalten werden, schon wegen der Arbeitssicherheit.

ich habe schon mit meinem vorgesetzten gesprochen, der nur so abfällig meinte, was ich denn glauben würde, wo man mich als frau sonst einsetzt.. es gibt kaum verschnaufpausen, bzw. was heißt "kaum", eigentlich gar nicht.

Blödes Männergequatsche. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz kommt zuerst.


die ganze situation und die enttäuschung darüber, dass mein neuer, herbeigesehnter job so ein derber reinfall ist, macht mich enorm fertig, auch vom psychischen aspekt her. vom körperlichen ganz zu schweigen, denn ich muss fast 10 stunden am stück in ein und derselben position verharren, ohne irgendwie mal die möglichkeit zu haben, mich hinsetzen zu können.

Eventuell kannst du dir selbst einen kleinen Klapphocker mitbringen oder habt ihr einen Betriebsarzt, den du ansprechen kannst? Es gibt Vorgaben, wie ein Arbeitsplatz zu gestalten ist, alles andere ist nicht zulässig.

das schlimmste aber ist, dass mein partner, mit dem ich auch zusammenlebe, sich total für mich gefreut hatte, dass ich endlich wieder arbeit habe. er verdient selber nicht die welt in seinem job und es war mir sehr unangenehm, dass er mich teilweise mitfinanziert hat. ich würde echt gerne da weg, weil es für mich kaum aushaltbar ist, aber ich weiß, dass ich meinen partner damit maßlos enttäuschen würde. es hat so lang gedauert, bis ich endlich arbeit hatte und jetzt sowas.

Das ist verständlich und nachvollziehbar, aber hier herrscht Ausnutzung einer Notlage, dass ollte nicht unterstützt werden.

aber ich sehe keine andere lösung für mich, als dort aufzuhören, weil ich mich einfach nur gnadenlos ausgenutzt fühle.

Sehe ich genauso. Eventuell kannst du mit dem Arbeitsamt mal darüber sprechen.

und dann ist da eben dieser druck von außen (partner, familie, freunde), die das alles nicht verstehen können und mir immer einreden, man müsse eben einfach stark sein, "es durchziehen" und "so schlimm wie du tust wird's schon nicht sein!" dann fühle ich mich wie der letzte versager, da bei allen anderen ja offenbar immer alles toll läuft und diese auch immer alles durchzuziehen scheinen. ich weiß nicht mehr weiter. 🙁

Du hörst dich nicht an wie jemand, der es nicht probiert hat und gleich jammert. Die anderen haben den Job nicht gemacht und wissen nicht, wie es ist. Also lass dich davon nicht unterkriegen. Und übrigens: Bei anderen (mich eingeschlossen) läuft im Job auch nicht immer alles toll. Sagen kann man viel.

Pack es an und suche dir eine Arbeit, mit der du glücklich wirst.
 
Ich kann es jetzt nicht mit Paragraphen belegen, aber es klingt sehr danach, als sei dort einiges nicht so ganz in Ordnung, um es mal flapsig auszudrücken.

Wissen denn Deine Familie und Dein Partner, wie die Umstände dort sind? Ich kenne das selbst, daß man gern hört "sei froh, daß Du was hast". Ich habe irgendwann in so einer Situation erzählt, unter welchen Umständen ich da arbeite, daß diese mich krank machen, und daß ich gern unter besseren Umständen arbeiten möchte. So konnten sie mich verstehen.

Du könntest z. B. mit Deinem Arzt sprechen, oder auch mit der Handelskammer (bzw. Handwerkskammer), wenn es keinen Betriebsrat gibt.
 

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