Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Neuer Job oder durchhalten?

R

R.W.

Gast
Hallo,

ich wende mich an euch, weil ich leider niemanden habe, mit dem ich darüber sprechen kann bzw. möchte.

Ich bin nun 2 1/4 Jahre bei einem IT Dienstleister angestellt. Meine Hauptaufgabe besteht darin, Schulungen für IT Tools zu geben.

Wir werden hauptsächlich von zwei großen Firmen beauftragt und schulen dann deren Mitarbeiter.

Die Schulung für Firma 1 mache ich, seit ich beim IT Dienstleister angestellt bin. Das Training für Firma 2 kam erst im Januar diesen Jahres neu dazu.

Ansprechpartner von Firma 1 ist ein mich wahnsinnig machender Mann, der immer alles besser weiß. Wenn ich nur an ihn denke, bekomme ich Aggressionen und schlechte Laune. Wenn er Termine einstellt, sind diese grundsätzlich ab 17 Uhr. Ich fange allerdings schon um 7 Uhr an...
Ist zwar nicht so toll, weil ich um diese Uhrzeit eigentlich gerne Feierabend machen möchte, aber die Termine sind zum Glück nicht allzu oft.

Durch Corona wurden die Trainings von Präsenz- dann auf Onlineschulungen umgestellt. Leider komme ich entgegen meiner Erwartungen überhaupt nicht damit klar - und damit meine ich allerdings nicht die Technik.
Ich habe einen Raum eingerichtet bekommen mit genügend Bildschirmen, Licht, Lautsprecher und Kamera. Das passt soweit alles. Allerdings schaffe ich es langsam psychisch nicht mehr, ständig nur in die Linse der Kamera zu sprechen ohne Rückmeldung der Teilnehmer. Klar kann ich fragen, aber die meisten sind in dieser Pflichtschulung nur, weil es der Chef ihnen aufgetragen hat. Also sagt jeder eh nur "ja ja, passt alles, alles verstanden". Alle sind froh, wenn die drei Trainingstage(!) endlich vorbei sind (inklusive mir).

Durch die neue Schulung der Firma 2 bin ich seit Januar noch mehr in unserem Onlineschulungsraum. Wir sind hier zwei Trainer, die sich die angefragten Termine einigermaßen aufteilen. Zukünftig möchte auch Firma 1 und Firma 3 diese Schulung angeboten bekommen. Auch wenn es noch einen zweiten Trainer gibt, wird das meiste an mir hängen bleiben, sodass ich in mein "normales" Büro mit meinen Kollegen kaum noch kommen werde.
Und das macht mich nur noch mehr fertig. Ich komme mir vor, wie in einem Käfig, aus dem ich nicht raus komme. Ich weiß nicht, ob man meine Situation nachvollziehen kann.

Nun wollte ich mich vorerst in der Firma umhören, ob ich nicht in eine andere Abteilung wechseln könnte. Allerdings wird's es wohl niemanden geben, der meine Schulungen freiwillig übernehmen wollen würde.
Auf der anderen Seite steht dann evtl. ein kompletter Firmenwechsel an, wenn dies nicht möglich ist.
Ich muss dazu sagen, ich habe Soziologie studiert und nie geplant, in den Bereich Schulungen einzusteigen. Das ergab sich aus einem Alternativangebot des IT Dienstleisters, nachdem er mir die beworbene Stelle nicht geben konnte (aufgrund Firma 4, die mich für diesen Auftrag nicht wollte) und nichts weiteres in Aussicht stand.

Auf der ganz anderen Gegenseite von Jobwechsel/Firmenwechsel steht das Durchhalten. Ich bin jetzt 28,5 Jahre und wir sind bei der Familienplanung angekommen. Keiner kann allerdings voraussehen, wie schnell das klappt, wann ich schwanger werde, wann ich in Mutterschutz gehe usw.

Ich bin wirklich hin und her gerissen.
Soll ich mir nun die Mühe machen und mir einen anderen Job/einen anderen Arbeitgeber (trotz Corona) suchen auf die Gefahr hin, dass ich doch schneller schwanger werde als gedacht? Was passiert, wenn ich in der Probezeit schwanger werde? Wie wird der (aktuelle Arbeitgeber) reagieren, wenn ich mich in ein neues Thema einarbeite und plötzlich doch auch hier nun komplett wegfalle?
Oder soll ich lieber die Pobacken zusammenkneifen und weiter durchhalten und Tag für Tag meine Schulungen durchführen und langsam aber sicher psychisch immer labiler werden?
Soll ich damit zu einem Arzt gehen und mir attestieren lassen, dass meine psychische Gesundheit in Gefahr ist? Zu welchem Arzt müsste ich hier? Und auch hier - wie wird der Arbeitgeber reagieren?
 

Anzeige(7)

Geißblatt67

Aktives Mitglied
Es hört sich an, als wärst du da wirklich unglücklich. Was spricht dagegen, dich nachveinem anderen Job umzuschauen? Wenn du wirklich etwas findest, das du super findest, würde ich wechseln.

Allerdings würde ich dann die Familienplanung etwas aufschieben und mich in der neuen Firma erst einarbeiten. Mit 28 läuft dir ja nichts weg.
 

lilKerry

Mitglied
Hi.

Klingt nach ner schwierigen Situation. Du schreibst auch davon, dass du psychisch immer labiler wirst. Was genau meinst du damit? Panik-Attacken? Burnout?
Wenn du das Gefühl hast, dass deine Gesundheit in Gefahr ist, musst du auf jeden Fall mal zum Hausarzt gehen. Er kann dich dann ja weitervermitteln.
Vl. brauchst du einfach mal eine Auszeit.
 

F.A.N.T.

Mitglied
Hallo,

ich wende mich an euch, weil ich leider niemanden habe, mit dem ich darüber sprechen kann bzw. möchte.

Ich bin nun 2 1/4 Jahre bei einem IT Dienstleister angestellt. Meine Hauptaufgabe besteht darin, Schulungen für IT Tools zu geben.

Wir werden hauptsächlich von zwei großen Firmen beauftragt und schulen dann deren Mitarbeiter.

Die Schulung für Firma 1 mache ich, seit ich beim IT Dienstleister angestellt bin. Das Training für Firma 2 kam erst im Januar diesen Jahres neu dazu.

Ansprechpartner von Firma 1 ist ein mich wahnsinnig machender Mann, der immer alles besser weiß. Wenn ich nur an ihn denke, bekomme ich Aggressionen und schlechte Laune. Wenn er Termine einstellt, sind diese grundsätzlich ab 17 Uhr. Ich fange allerdings schon um 7 Uhr an...
Ist zwar nicht so toll, weil ich um diese Uhrzeit eigentlich gerne Feierabend machen möchte, aber die Termine sind zum Glück nicht allzu oft.

Durch Corona wurden die Trainings von Präsenz- dann auf Onlineschulungen umgestellt. Leider komme ich entgegen meiner Erwartungen überhaupt nicht damit klar - und damit meine ich allerdings nicht die Technik.
Ich habe einen Raum eingerichtet bekommen mit genügend Bildschirmen, Licht, Lautsprecher und Kamera. Das passt soweit alles. Allerdings schaffe ich es langsam psychisch nicht mehr, ständig nur in die Linse der Kamera zu sprechen ohne Rückmeldung der Teilnehmer. Klar kann ich fragen, aber die meisten sind in dieser Pflichtschulung nur, weil es der Chef ihnen aufgetragen hat. Also sagt jeder eh nur "ja ja, passt alles, alles verstanden". Alle sind froh, wenn die drei Trainingstage(!) endlich vorbei sind (inklusive mir).

Durch die neue Schulung der Firma 2 bin ich seit Januar noch mehr in unserem Onlineschulungsraum. Wir sind hier zwei Trainer, die sich die angefragten Termine einigermaßen aufteilen. Zukünftig möchte auch Firma 1 und Firma 3 diese Schulung angeboten bekommen. Auch wenn es noch einen zweiten Trainer gibt, wird das meiste an mir hängen bleiben, sodass ich in mein "normales" Büro mit meinen Kollegen kaum noch kommen werde.
Und das macht mich nur noch mehr fertig. Ich komme mir vor, wie in einem Käfig, aus dem ich nicht raus komme. Ich weiß nicht, ob man meine Situation nachvollziehen kann.

Nun wollte ich mich vorerst in der Firma umhören, ob ich nicht in eine andere Abteilung wechseln könnte. Allerdings wird's es wohl niemanden geben, der meine Schulungen freiwillig übernehmen wollen würde.
Auf der anderen Seite steht dann evtl. ein kompletter Firmenwechsel an, wenn dies nicht möglich ist.
Ich muss dazu sagen, ich habe Soziologie studiert und nie geplant, in den Bereich Schulungen einzusteigen. Das ergab sich aus einem Alternativangebot des IT Dienstleisters, nachdem er mir die beworbene Stelle nicht geben konnte (aufgrund Firma 4, die mich für diesen Auftrag nicht wollte) und nichts weiteres in Aussicht stand.

Auf der ganz anderen Gegenseite von Jobwechsel/Firmenwechsel steht das Durchhalten. Ich bin jetzt 28,5 Jahre und wir sind bei der Familienplanung angekommen. Keiner kann allerdings voraussehen, wie schnell das klappt, wann ich schwanger werde, wann ich in Mutterschutz gehe usw.

Ich bin wirklich hin und her gerissen.
Soll ich mir nun die Mühe machen und mir einen anderen Job/einen anderen Arbeitgeber (trotz Corona) suchen auf die Gefahr hin, dass ich doch schneller schwanger werde als gedacht? Was passiert, wenn ich in der Probezeit schwanger werde? Wie wird der (aktuelle Arbeitgeber) reagieren, wenn ich mich in ein neues Thema einarbeite und plötzlich doch auch hier nun komplett wegfalle?
Oder soll ich lieber die Pobacken zusammenkneifen und weiter durchhalten und Tag für Tag meine Schulungen durchführen und langsam aber sicher psychisch immer labiler werden?
Soll ich damit zu einem Arzt gehen und mir attestieren lassen, dass meine psychische Gesundheit in Gefahr ist? Zu welchem Arzt müsste ich hier? Und auch hier - wie wird der Arbeitgeber reagieren?

Hallo R.W.,

ich verstehe das nur zu gut. Man sitzt isoliert in seinem Käfig mit einer erdrückenden Anzahl an Bildschirmen und Linsen, wie in einem SiFi Horrorfilm. ...isoliert alleine und quatscht mit einem physisch nicht anwesenden und psychisch teilweise anwesenden (imaginären) Personenkreis, der froh ist, wenn Feierabend wird.

Aber Du hast Dir Deine Antwort selber schon gegeben...
Bleib bei der Firma, versuche ohne Druck schwanger zu werden und wenn Du wieder ins Berufsleben einsteigst, dann schaut die Welt (hoffentlich) schon anders aus.

Es gibt keine heiligere Aufgabe als Mutter zu sein.

Alles Gute, fühl Dich gedrückt.

der F.A.N.T.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer
  • Im Moment ist niemand im Chat.
  • Chat Bot:
    Raumnachrichten wurden entfernt!
  • Chat Bot:
    Peter1968 hat den Raum verlassen.

    Anzeige (2)

    Oben