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Neue Stelle finden mit 55

Simmi

Neues Mitglied
Hallo,
ich bin seit gut 6 Monaten in einer Stelle (kaufmännischer/Dispositions-Bereich) gefangen, die mir zunehmend die Energie raubt. Es liegt nicht an der Arbeit selbst, welche mir liegt und die ich auch gern mache. Es liegt am Umfeld. Anfangs erlag ich der Illusion, in einem guten Team gelandet zu sein, was sich zunehmend als falsch herausstellt. Bei Einstellung wurde mir gesagt, dass ich aufgrund der Komplexität der internen Abläufe usw. mindestens ein halbes Jahr zur Einarbeitung brauchen würde, das wäre nicht schlimm, normal und bei allen so gewesen. Alle waren nett und hilfsbereit. Das kippte vor ungefähr 3 Monaten, als sich herausstellte, dass ich doch recht schnell sattelfester war als gedacht und dies, zu meinem Pech, einmal ein Vorgesetzter erwähnte. Seitdem werde ich eindeutig despektierlicher, teilweise ignorant und schikanös behandelt und zwar phasenweise. An Tagen geht es, dann wieder ganz schlimm, vergleichbar mit launischem Wetter. Jedoch zuverlässig wiederkehrend von den zwei Personen, die bereits am längsten dabei sind und eine davon sich inoffiziell für die Chefin hält. Obwohl das Team aufgrund der Aufgaben so konzipiert ist, dass gleichberechtigt jeder für jeden da sein sollte und muss. Nur so funktioniert es gut. Leider bietet dieses Konzept dann auch mehr Möglichkeiten der Unterwanderung/Manipulation, sobald einer nicht wirklich teamfähig ist. Lange Rede kurzer Sinn....ich fühle mich zunehmend unwohler, frustriert und demotiviert. Es ist Vollzeit und ich nahm die Stelle aus finanziellen Gründen an, war vorher nur in anderer Stelle 80%, dort jedoch sehr glücklich. Jetzt bereue ich, aber zu spät....wie jedoch soll ich in meinem Alter was Neues finden?? Ich habe lediglich kaufmännische Ausbildung, keine großartigen Weiterbildungen etc. lediglich arbeite ich mich halt schnell in Neues rein, habe für diese Fähigkeit jedoch kein Zertifikat (hahaha 🙂) War länge Zeit bis 2020 (fast 15 Jahre selbständig... ist jedoch nicht mehr möglich, unter anderem wg. Trennung und Krankenversicherung, die ich privat nie mehr stemmen könnte). Brauche die sv-pflichtige Anstellung. Gibt es hier Leute, die auch in diesem Alter noch neue Stelle fanden. Ohne Vitamin B...womit ich leider auch nicht dienen kann...bin für alle Meinungen/Tipps dankbar.
Bin oft auch mal sehr wütend und denke, dass ich mir sowas armseliges wie diese Leute in meinem Alter echt nicht mehr geben muss, aber das liebe Geld halt. Kann mir spontane Kündigung nicht leisten. Am liebsten tät ich mal ausrasten und schreien: Tut mir echt leid für euch, dass ich nicht so blöd bin, wie ihr gerne hättet! Aber auf das Niveau...neee. Ihr Verhalten sagt ja nur viel über sie selbst aus, nicht über mich als Person oder meine Fähigkeiten .....aber die Frage der Fragen: WIE komme ich da weg?? Einige Absagen hab ich schon 🙁

Viele Grüße und danke fürs Lesen
Simmi
 
Hallo Simmi,
leider kenne ich das auch – in dieser Alterklasse braucht man sich eigentlich gar nicht mehr bewerben; es sei denn, man hat etwas ganz Spezielles gelernt oder irgendwelche sonstigen exklusiven Vorteile, die der AG braucht. Ein Bekannter von mir ist wirklich hochqualifiziert für verschiedene Jobs, dazu sozial kompetent und beliebt – trotzdem will ihn niemand, weil er zu alt sei (auch Ü55).

Ich kann deinen Fluchtreflex verstehen. Der ist naheliegend. Aber trotzdem rate ich dir, bewusst zu bleiben und dich zu behaupten, zu verteidigen oder auch mal die Beziehungsebene und das potentielle Drama zu ignorieren und einfach deine Arbeit zu tun, also im Sinne von "Ich tausche Lebenszeit gegen Geld für meinen Lebensunterhalt".

Und parallel, ohne Zeitdruck, trotzdem die Augen offenhalten, ob du eine Alternative findest – vielleicht ja auch doch eine selbständige Tätigkeit, die dir soviel Einkommen bringt, dass das deinen Bedarf deckt. Meines Wissens kannst du übrigens bei der gesetzlichen KV als freiwillig Versicherter bleiben, wenn du wieder in die Selbständigkeit gehen würdest.

Was du an menschlichen Qualitäten, Freundlichkeit etc. suchst, findest du vielleicht eher außerhalb der Arbeit. Das würde ich dort nicht erwarten, weil das nur zu Enttäuschungen führt.

Alles Gute!
 
Hallo,
ich bin seit gut 6 Monaten in einer Stelle (kaufmännischer/Dispositions-Bereich) gefangen, die mir zunehmend die Energie raubt. Es liegt nicht an der Arbeit selbst, welche mir liegt und die ich auch gern mache. Es liegt am Umfeld. Anfangs erlag ich der Illusion, in einem guten Team gelandet zu sein, was sich zunehmend als falsch herausstellt. Bei Einstellung wurde mir gesagt, dass ich aufgrund der Komplexität der internen Abläufe usw. mindestens ein halbes Jahr zur Einarbeitung brauchen würde, das wäre nicht schlimm, normal und bei allen so gewesen. Alle waren nett und hilfsbereit. Das kippte vor ungefähr 3 Monaten, als sich herausstellte, dass ich doch recht schnell sattelfester war als gedacht und dies, zu meinem Pech, einmal ein Vorgesetzter erwähnte. Seitdem werde ich eindeutig despektierlicher, teilweise ignorant und schikanös behandelt und zwar phasenweise. An Tagen geht es, dann wieder ganz schlimm, vergleichbar mit launischem Wetter. Jedoch zuverlässig wiederkehrend von den zwei Personen, die bereits am längsten dabei sind und eine davon sich inoffiziell für die Chefin hält. Obwohl das Team aufgrund der Aufgaben so konzipiert ist, dass gleichberechtigt jeder für jeden da sein sollte und muss. Nur so funktioniert es gut. Leider bietet dieses Konzept dann auch mehr Möglichkeiten der Unterwanderung/Manipulation, sobald einer nicht wirklich teamfähig ist. Lange Rede kurzer Sinn....ich fühle mich zunehmend unwohler, frustriert und demotiviert. Es ist Vollzeit und ich nahm die Stelle aus finanziellen Gründen an, war vorher nur in anderer Stelle 80%, dort jedoch sehr glücklich. Jetzt bereue ich, aber zu spät....wie jedoch soll ich in meinem Alter was Neues finden?? Ich habe lediglich kaufmännische Ausbildung, keine großartigen Weiterbildungen etc. lediglich arbeite ich mich halt schnell in Neues rein, habe für diese Fähigkeit jedoch kein Zertifikat (hahaha 🙂) War länge Zeit bis 2020 (fast 15 Jahre selbständig... ist jedoch nicht mehr möglich, unter anderem wg. Trennung und Krankenversicherung, die ich privat nie mehr stemmen könnte). Brauche die sv-pflichtige Anstellung. Gibt es hier Leute, die auch in diesem Alter noch neue Stelle fanden. Ohne Vitamin B...womit ich leider auch nicht dienen kann...bin für alle Meinungen/Tipps dankbar.
Bin oft auch mal sehr wütend und denke, dass ich mir sowas armseliges wie diese Leute in meinem Alter echt nicht mehr geben muss, aber das liebe Geld halt. Kann mir spontane Kündigung nicht leisten. Am liebsten tät ich mal ausrasten und schreien: Tut mir echt leid für euch, dass ich nicht so blöd bin, wie ihr gerne hättet! Aber auf das Niveau...neee. Ihr Verhalten sagt ja nur viel über sie selbst aus, nicht über mich als Person oder meine Fähigkeiten .....aber die Frage der Fragen: WIE komme ich da weg?? Einige Absagen hab ich schon 🙁

Viele Grüße und danke fürs Lesen
Simmi
Bewirb Dich doch einfach woanders. Vielleicht klappt es ja.
 
Huhu,

Du hast doch vor 6 Monaten diese Stelle bekommen - in deinem Alter oder verstehe ich da etwas nicht? Wenn Du dich jetzt wegbewirbst, dann wirkt das wie ein Jobhopper.

Ziehe das eine Jahr durch. Dann hast du 12 Monate Anspruch auf ALG1. Die 120 Tage schaffst Du - abzüglich Urlaub und Feiertage.
Und aus einer Festanstellung mit bestandener Probezeit kannst Du dich besser bewerben als ein Kunde vom Arbeitsamt.

Viel Glück.
 
Zuletzt bearbeitet:
Magst du ein bisschen mehr erzählen, wie dich die beiden Kolleginnen trietzen? Vielleicht können wir ja Strategien überlegen, mit denen du damit besser klar kommst oder die Schikanen sogar abstellen kannst?
 
Mit 55 doch schon was anderes als mit 35
Mit 55 Jahren ist man reifer und hat mehr Berufserfahrung. Ausserdem steht sie dem Unternehmen noch 17 Jahre zur Verfügung.
@Simmi
weitermachen, durchhalten und bewerben.
Es kann sich noch vieles ändern: Kollegen gehen, neue kommen, oder Du rotierst firmenintern. 6 Monate sind noch nicht so lange. Lass Dich (positiv) überraschen.

Ich habe mich übrigens mit 60 Jahren beworben. Ich bin ganz happy mit meiner Stelle, aber diese hat mich regelrecht gestalkt, dass ich mich einfach mal beworben habe. Wir stellen in unserer Abteilung gerne berufserfahrene Kollegen (Mitte 50) ein. Wir machen gute Erfahrungen

Konzentrieren Dich auf Deine Arbeit, sei freundlich, sowieso die beste Waffe, und wie gesagt, es ist kein Umstand, der ewig so anhält

Kolya
 
Danke für eure mutmachenden und konstruktiven Denkanstöße. Ich gehe auch mit vielen eurer Meinungen konform. Ja ich hätte idealerweise zu dem 80% Job einfach Nebenjob annehmen sollen. Heute sehe ich das auch so. Die Bewerbung hab ich damals sehr spontan online kurz und knapp im Affekt abgeschickt, gar nicht mit Zusage gerechnet. Dann ging aber alles irgendwie sehr fix. Der Personaler ist selbst sehr spontan und hat mich vermutlich aufgrund spezieller Branchenerfahrung eingestellt. Zudem ist/war dort die Fluktuation sehr hoch...was ich jetzt erst mitbekam. Die brauchen ständig Neue.
Kurz beschrieben läuft die Schikane so ab. Entscheidungen, die sehr zeitnah und variabel getroffen werden müssen sind nicht "in Stein gemeißelt" bzw. fest reglementiert, sondern oft individuelle Ermessenssache. Sage ich also A, sagt sie B, obwohl sie in gleicher Situation auch schon A sagte...so in der Art. Dann das Übliche wie Informationen vorenthalten, nicht absprechen, bei Fragen nicht kooperativ/zugänglich, da heißt es nur lapidar: DEINE Entscheidung. Der zweite neben ihr (eingeschworenes Team die zwei, sid selbst so um die 50, er 40, beide lange dort) geht auch mal unter die Gürtellinie. Einige Aussprüche von ihm O-Ton:
Snipping Tool,
bestimmt weißt du gar nicht was das ist (klar weiß und benutze ich es....!)

Da ist jemand fehl am Platz.

Ständiges affektiert herablassendes Fragen, ob ich verstanden habe, was er sagt. Unerträglich präpotentes Gehabe!

Verstehst du wovon ich rede, kannst du mir folgen (einmal verkniff ich mir nicht zu sagen, dass ich ja nicht geistig behindert bin)

Ist das zu kompliziert für dich.
Du musst ans Telefon gehen... bzw. du sollst nicht ständig sofort ans Telefon gehen. Hüh-Hott-Hüh-Hott...
Telefonieren kann jeder Harz-4-Empfänger

Dein Denken ist katastrophal.

Despektierliche Gesten wie Augen verdrehen, aufstöhnen, affektierte Aussprüche und Anreden. Subtil beleidigende Fragen stellen (verstehst du das/was ich sage/ist das zu kompliziert für dich). Anfangs, als alles noch frisch war, erzählte er mir mal, dass er selbst am Anfang krasse Probleme hatte, nachts sogar Albträume bekam, das stressige just-in-time ihn fertigmachte, er nah dran war wieder zu schmeißen. Anfangs, als es noch hieß ich soll mich nicht stressen, weil es mindestens 6 Monate hart werden würde usw....das nur am Rande. Er fragte anfangs auch immer mal nach, ob und warum ich noch keine Albträume habe und dass ich doch gefälligst genauso leiden sollte wie alle Neuen. Was Stress angeht bin ich aber hart im nehmen, scheinbar verkraftet er das nicht.

Ich bleibe fast immer ruhig und sachlich während solcher Attacken aber innerlich kocht halt die Wut. Einmal fragte ich ihn: WAS an meinem Verhalten hat dich eigentlich dazu eingeladen, dich so zu verhalten???
Er war tatsächlich kurz konsterniert, stritt jedoch sofort ab, dass er mich anders behandelt als andere.

Mir kann er mit solchen Mätzchen nicht ans Selbstbewusstsein, da bin ich altersmässig im Vorteil. Ich zweifle wegen all dieser Unverschämtheiten nicht an mir und weiß was ich kann oder nicht kann
Aber es neeervt....

Ja, ich tausche Lebenszeit gegen Geld. Diesen Gedanken hatte ich erst kürzlich als ich den Gehaltszettel bekam. Ah...mein Schmerzensgeld dachte ich.

Seit ich ü50 bin denke ich aber auch oft, wie wertvoll doch die Zeit ist....da ist das Gehalt eher ein Witz, noch dazu unter diesen Umständen. Aber es ist wie es ist und ich werde, wie ihr vorschlagt nichts überstürzen, ruhig, sachlich und freundlich bleiben und meine Arbeit bestmöglich ausführen. Und meine letzten Energien nach Feierabend doch in Bewerbungen stecken und auf Wunder hoffen.
Danke an alle und euch auch alles Gute.
Simmi
 

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