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Neid

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Ich bin jedenfalls froh, dass ich der dritten Cousine kürzlich zumindest offen gesagt habe, dass die beiden anderen sich nie von sich aus bei mir melden. Sie erzählt mir nämlich, wenn wir ab und zu mal miteinander telefonieren, des öfteren Neuigkeiten von diesen Cousinen, was mir zeigt, dass diese drei Damen untereinander durchaus Kontakt halten und sich regelmäßig anrufen. Natürlich ärgere ich mich in dem Moment dann schon, denn dadurch wird ja offensichtlich, dass man mich bewusst meidet. Bisher habe ich bei solchen Berichten schweigend zugehört und meinen Ärger und meine Enttäuschung in mich hineingefressen, aber das habe ich dieser Tage nicht mehr eingesehen. Vielleicht hält sich die dritte Cousine mit solchen Erzählungen mir gegenüber dann künftig mal etwas zurück. Ich will die Storys gar nicht hören - wie es mir geht, interessiert die anderen ja auch nicht. Sollen sie sich ruhig gegenseitig in ihrem materialistischen, statusorientierten Weltbild und ihren Vorurteilen bestätigen.

Solche Menschen werden es z.B. nie begreifen, dass Frauen wie ich nicht zum Gymnasium gegangen sind und studiert haben, um sich einen reichen Mann zu angeln und in materiellem Wohlstand zu leben, sondern in erster Linie, weil sie von kleinauf aufgeweckt und wissendurstig waren und einfach Wert auf ein möglichst hohes Bildungsniveau legten. Dass das außerdem die Chancen auf eine gute, gesicherte berufliche Position erhöht, ist eher eine Nebenfolge. Aber wenn das bei mir im Vordergrund stände, würde ich im Berufsleben viel mehr die Ellenbogen ausfahren und strategisch an meiner Karriere feilen. Genau das liegt mir aber nicht. Mein Studium hat sich auch so gelohnt, ich habe dadurch die Fähigkeit erworben, mir eigenständig ganz schnell neue - auch fachfremde - Wissensgebiete zu erschließen, und ich habe im Beruf eine gesicherte Position erreicht. Mit meinem Geld komme ich gut aus. Ich muss nicht jeden Cent umdrehen und kann mir einiges leisten. Aber ich brauche weder einen Porsche noch zwingend ein Eigenheim, noch muss ich jedes Jahr nach Australien oder Malaysia reisen, um anderen zu imponieren. Ich habe festgestellt, dass ich mich an der Nordsee oder im europäischen Ausland auch hervorragend erholen kann. Und da ich hoffnungslos unsportlich bin, könnte man mir mit einem Ski- oder Segelurlaub ohnehin keine Freude machen - dafür interessiere ich mich halt für klassische Musik und habe im Alter von 35 Jahren noch angefangen, Querflöte zu spielen. Außerdem mag ich Tiere, vor allem Hunde, sehr gern. Alles nichts zum Angeben, dafür aber authentisch.

Das Schönste an meinem Lebensstil ist, dass ich finanziell unabhängig bin. Meinen Lebensstandard verdanke ich meiner eigenen Arbeit und nicht einem Ehemann oder Partner. Wenn bei mir eine Beziehung in die Brüche geht, tangiert das meinen Lebensstandard in keiner Weise. Das wissen die oben genannten Personen im Grunde auch und genau das passt ihnen nicht. Bevor man sich aber gegenseitig nur mit Sticheleien traktiert, lässt man sich doch besser in Ruhe. Da umgebe ich mich doch lieber mit Menschen, die ein eher christlich oder ethisch statt materialistisch orientiertes Wertesystem haben und denen ihre Herzensbildung und ihr Gewissen sagen, wann es angebracht ist, sich auch für solche Menschen Zeit zu nehmen, mit denen man nach materialistischen Maßstäben nicht "renommieren" kann.
 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo primavera7,

schau mal hier: Neid. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Respekt. Frauen wie dich gibt's in Deutschland selten. Seeeeeeeehr selten.
 
Bevor man sich aber gegenseitig nur mit Sticheleien traktiert, lässt man sich doch besser in Ruhe. Da umgebe ich mich doch lieber mit Menschen, die ein eher christlich oder ethisch statt materialistisch orientiertes Wertesystem haben und denen ihre Herzensbildung und ihr Gewissen sagen, wann es angebracht ist, sich auch für solche Menschen Zeit zu nehmen, mit denen man nach materialistischen Maßstäben nicht "renommieren" kann.
Ja klar, finde ich auch in Ordnung:blume:, nur ist das, nach meiner unmaßgeblichen Meinung, eine ganz und gar normale Einstellung zum Leben.

FG
 
Laut einer aktuellen Umfrage ist jeder Dritte in Deutschland neidisch auf seine Freunde und die Nachbarschaft!

Fast die Hälfte der Befragten mit Neidgefühlen (47,8 Prozent) gab bei einer Umfrage im Auftrag von vergleichen.de an, auf Geld ihrer Nachbarn und Freunde neidisch zu sein. Danach folgen Neid auf Reisen (32,6 Prozent), ein schickes Haus (30,7 Prozent), beruflicher Erfolg (27,7 Prozent) und ein harmonisches Familienleben (26,9 Prozent).

Quelle: Umfrage: Jeder Dritte ist neidisch auf Freunde und Nachbarn

Und das sind nur diejenigen die das zugeben.
 
Neid ist eine von den typischen Charaktereigenschaften der Deutschen. Merkt man schon daran, daß die Höhe des eigenen Einkommens ein absolutes No-Go in Gesprächen ist, in anderen Ländern, USA beispielsweise, ist man da viel relaxter, da wird jemand, der viel verdient, weniger beneidet als vielmehr bewundert und als Vorbild genommen (vom Tellerwäscher zum Millionär - ein amerikanisches, definitiv kein deutsches Motivationsbild!). Und obwohl in USA das Gefälle zwischen Superreichen und Habenichtsen noch viel deutlicher und schwerwiegender ist als in D. mit seinen ganzen sozialen Sprungtüchern, sind dort die Unarten des Jammerns über das eigene Unglück und das Verbreiten böser Worte über diejenigen, die besser dran sind, viel weniger ausgeprägt. Es sind ganz einfach kulturelle Unterschiede in Sachen Selbstverständnis, die sich seit Jahrhunderten so entwickelt haben. In den USA mit seinem individualistischen Selbstbild als wandernde und erobernde Pioniere ist jeder für sein eigenes Glück oder Unglück selbst verantwortlich, während in D. die seit Jahrhunderten seßhaften, in ihre kulturellen Schichten und Stände regelrecht eingesperrten Individuen sich immer an ihrer eigenen unmittelbaren Umgebung messen mußten und (zumindest früher) kaum jemals eine Chance bekamen, sich daraus zu befreien und zu verbessern. Der Frust der eigenen Unfreiheit erzeugt Neid und Mißgunst auf andere, bis heute...
 
Laut einer aktuellen Umfrage ist jeder Dritte in Deutschland neidisch auf seine Freunde und die Nachbarschaft!



Quelle: Umfrage: Jeder Dritte ist neidisch auf Freunde und Nachbarn

Und das sind nur diejenigen die das zugeben.

Da hast du aber eine tolle Quelle gefunden.... 🙂

Und das sind nur diejenigen die das zugeben.
Und nur die, die gefragt werden...
Und nur die, die überhaupt wissen, was Neid ist?

Der Redakteur weiß es jedenfalls nicht. 🙂

Er schreibt, "Eine Mischung aus..."
Dann stimmt es schon einmal nicht, denn Neid, das wissen nur wenige, ist durchaus auch ein positives Gefühl.
Ich kann aber für eine Bewertung nicht doppelt und dreifach besetzte Worte auf eine Aussage bzw. Eigenschaft, reduzieren.

Man spricht daher besser, wenn man das negativ meint, von Missgunst.
 
Was meinst du mit "das wissen nur wenige"?

Ich meine, das von den meisten Menschen das Word Neid falsch benutzt oder gedeutet wird.

Das Wort ist relativ zu sehen.
Er existiert in einer großen Bandbreite von positiv bis negativ.
So gibt es eben auch keinen "Unneid" oder "Missneid", für die, die nicht neidisch sind.
Wie bezeichnet man denn die Menschen die nicht neidisch sind?

Neid ist ein wichtiger Motor für Fortschritt und Entwicklung des Menschen, das wird leider immer vergessen, weil Neid in der Regel nicht positiv besetzt ist.
Ohne Neid würde es keinen Fortschritt und keinen Menschen von heute geben.


Also ist Neid doch, wenn man es nur als negatives Synonym betrachtet, das niedere und missgünstige neiden und doch nicht der auslösende Wunsch, wenn der Nachbar ein neues Auto hat, sich selbst auch ein neues Auto zu wünschen.

Und da diese Unterschiede den Menschen die da abstimmten, nicht bekannt sind, stimmt diese Abstimmung auch nicht. Jedenfalls nicht im Sinne des Wortes selbst.

Es wäre ja absurd. Der Höhlenmensch Kevin hängt sich Bärenfelle an die Wand, um es kuscheliger mit Chantal zu haben....
Dustin sieht das, erkennt den Vorteil und macht es ebenso... Ist das Neid im negativen Sinne, wie die Leute das bei Neid immer meinen?
Obwohl er doch im Moment des Erkennens des Vorteils den anderen für seine Idee "beneidete"?


Ps. Ich finde es nicht so gut, wenn du dein Eingangsposting nachträglich abänderst... 😉

Zudem ging es dir ja darin mehr um materielle Dinge, deren Verbrauch, den ich als Missbrauch sehe und das hat eher mit Dummheit und Interessenlosigkeit an der Umwelt und Kaltschnäuzigkeit gegenüber nachfolgenden Generationen zu tun. Also Egoismus.

 
In Kurzfassung, die Unterscheidung zwischen bewunderndem Neid ("warum bin ich da nicht zuerst drauf gekommen/will auch haben") und Mißgunst ("warum hat der, was ich nicht habe?"). Ersteres wirkt anspornend, letzteres vergiftet die Seele.
 
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