Du magst keine Tipps oder Ratschläge haben, wenn du nichts ändern magst, ist das okay.
Daher lasse ich dir ein Stück meiner Geschichte da.
Vor 10 Jahren war ich schwer depressiv, ich flog aus der Schule, weil ich es nicht schaffte, regelmäßig zu erscheinen.
Ich hatte keinen Antrieb, saß nur vor dem PC, während die Angst meinen Verstand vernebelte.
Ich schlief bis 16 Uhr, denn ich musste nirgendwo hin, hatte keine Freunde und hätte ich tot in meiner Wohnung gelegen, es wäre erst am Geruch aufgefallen.
Ich war dick, duschte selten und hungerte oft zwei- drei Tage lang, weil kein Geld da war oder ich es einfach nicht schaffte, einkaufen zu gehen. Meine Wohnung war versifft.
Meine Konzentration war so weg, ich konnte nichtmal einen Film gucken oder ein Buch lesen!
Ich war Anfang 20 und wartete auf den Tod - ich kam mir vor, wie der größte Versager überhaupt.
Nach diversen Klinikaufenthalten entschloss ich mich, meinen Schulabschluss zu verbessern, um Erzieherin werden zu können.
Es war schwer und ich bin oft am Alltag gescheitert. Ich fing an, Kinderbücher zu lesen, damit ich wieder Konzentration bekomme. Und der Haushalt blieb immer noch liegen, ich konnte trotz Anschluss nie jemanden einladen und musste immer Ausreden erfinden.
Jetzt bin ich fast fertig mit meiner Ausbildung und kann nur staunen, wo ich hin gekommen bin. Es ist kein spektakuläres Leben: ich habe Freund, Hund, Familie und einen Job, aber das ist genau das, was ich immer wollte!
Von nichts kommt nichts. Ich habe immer noch Schwierigkeiten mit dem Haushalt, es wird immer harte Arbeit sein.
Aber das ist es wert -
Handeln statt jammern,
Handeln statt abfinden.