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Natürlicher vs. beigemessener Wert

Viele Verhaltensweisen sind unbewusst, weil das Gehirn des Menschen über einen sehr langen Zeitraum der Evolution einfach geprägt wurde.

Das Bedürfnis nach Gruppenzugehörigkeit ist demnach angeboren und "normal", das kann man nicht wegrationalisieren.

Ähnlich ist es mit anderen Dingen.

Ja, natürlich ist vieles unterbewusst.

Wenn man aber bei der Hochzeit dasteht und sich fragt "bin ich austauschbar, weil ich für 'die Sippe' keinen besonderen Wert habe?", dann stimmt etwas nicht. Da sollte normalerweise die aktuelle Erfahrung, d. h. ich liebe meinen Partner und werde von ihm geliebt, dieses Steinzeit-Ding überschreiben.

Wir sind ja den unterbewussten Prägungen nicht vollkommen hilflos ausgeliefert. Wir haben ein Bewusstsein, wir können uns selbst reflektieren.

Ich bezog mich auf die Situation in der Ehe, die vom TE angesprochen wurde.
 
Ja weisst du, wenn dein Part in der Ehe nur ausmacht, dass du einen Bart, eine männliche Statur und einen Pimmel hast, dann bist du tatsächlich austauschbar wie eine Tasse oder eine Hose und wirst spätestens dann aussortiert, wenn der neue Herbstkatalog im Briefkasten liegt. Wenn du dich als Tasse fühlst und sonst nichts zu bieten hast, biste selber schuld.
Ich glaube nicht, daß "Schuld" im Sinne von einer Konsequenz einer aktiven Handlung hier zutrifft. Eher gibt's eine Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage.
Diese Diskrepanz kann sich natürlich auch erst im Laufe einer Ehe entwickeln.

Ich habe dazu einen weiteren ketzerischen Gedanken:
Würden nur Leute zusammen kommen weil sie sich lieben und nicht, weil sie irgendeinen Kuhhandel miteinander abschließen, dann gäbe es unglaublich viel mehr Singles als jetzt schon.
 
Vielleicht wäre es interessant, auf deine Herkunftsfamilie zu schauen, @Stranger in a strange Land.
Welches Rollenvorbild wurde dir vorgelebt?
Wie sieht es da (und ein paar Generationen davor) aus?

Weil manchmal trägt man bestimmte Glaubenssätze auch mit..
Vom eigenen Leben und eigenen Erfahrungen noch ganz zu schweigen..
 
Und aufgrunddessen hätte ich bitteschön schon gern das Anliegen, wahrgenommen zu werden.
Ich lese hier einen gewissen Anspruch heraus. Aber wieso solltest du von wem konkret wahrgenommen werden und wofür? Aufgrund welcher Tatsachen nimmst du denn andere wahr? Reden wir hier von Dating? Ich mein, wenn du für die Steinzeit bist, musst du halt klarkommen, dass zehn Frauen und ein Mann taktisch klüger ist für Nachkommen als umgekehrt. Meinst du das?
 

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