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'Natürliche' Autorität

G

Gasst

Gast
Ich kenne zwei Menschen, etwa in meinem Alter, die ein unendliches
Selbstbewusstsein und eine unumstrittene Autorität haben.
Ich frage mich andauernd `warum´? Woher haben sie dieses
Selbstvertrauen und warum sind sie auf diese Weise 'der Boss' ?

Ich beschreibe nun ersteinmal die Personen:

Der eine ist 18, groß, etwa 1,85 m , schlank und hat einen ziemlich
untrainierten Körper, ist aber trotzdem gut im Sport. Er hat
schiefe Zähne, ist also OFFENSICHTLICH nicht vollkommen.
Er ist Einzelkind.
Er schaut den Menschen in die Augen, sucht immer Kontakt- also redet
alle möglichen Menschen an, um herumzualbern (sich über andere oder
Lehrer lustig machen z.B.). Lehrern guckt er meist nicht in die Augen.
Er sagt immer die Schule findet er S**** und das kotzt ihn alles an,
aber er ist in allen Fächern total gut und weiß immer alle Antworten.
Wenn er im Unterricht mit jemandem redet, (fast immer) redet er nicht
leise und versteckt, so wie die meisten es tun, sondern alle hören es
und keiner sagt etwas (es stört nicht unbedingt). Er hat keine Probleme
vor Menschen zu reden, aber Referate hält er nie. Er fehlt in solchen
Stunden.
Er hat eine Freundin und regelmäßig Sex. Er hat immer eine Art
Tatendrang und beschäftigt sich dauernd mit irgendwelchem Blödsinn
um sich die Zeit zu vertreiben. Er probiert alles mögliche aus und
albert viel rum. Vor allem um sich selbst, aber dabei auch andere zu
unterhalten.

Wenn er schlechte Laune hat, kann er mit anderen machen was er will,
ohne dass jemand was dagegen tun kann, so kann er ihre Dinge auf den
Boden werfen und sie müssen sie aufheben oder er ärgert und neckt sie
(hab ich erst einmal so heftig erlebt). Würde jemand anderes sowas
machen, würde er schief angesehen, stark kritisiert oder sogar
gemieden werden, er aber nicht, scheinbar hat er eine (für mich
unerklärliche, aber faszinierende) Autorität.


Der Andere ist 17, auch etwa 1,85, schlank, aber fast kräftig, enorm
sportlich, spielt seit der Kindheit Fußball und sieht sehr gut aus.
Er hat drei Geschwister.
Er sucht auch dauernd Kontakt zu Menschen, redet einfach mit ihnen,
behauptet von sich, wenig für die Schule zu tun, sagt aber, es sei
wichtig, hat die besten Noten (letztes Jahr Jahrgangsbester, wofür
andere als Streber bezeichnet würden). Er redet ununterbrochen, wenn
es nichts zu sagen gibt, albert er herum, bestimmt (unbewusst oder
bewusst, weiß ich nicht) die Stimmung der anderen Menschen um sich
herum. Er hat keine feste Freundin, kann aber jede haben, und hat
ab und zu eher kurz mal welche.


Beide haben eine (fast) unumstrittene, auch unausgesprochene Autorität,
ich weiß nicht woher. Ich begreife nicht, wie sie in Situationen
nicht schief angesehen werden, in denen andere es würden. Wenn sie
anderen extrem auf den Wecker gehen, haben sie trotzdem nichts zu
befürchten, wobei andere als nervig abgestempelt würden oder vielleicht
wenn sie es mit einer stärkeren Person zu tun hätten, eine verpasst
bekämen..

Kann mir das jemand erklären ?? Wie machen die das ??
(und wie kann man evtl. so werden?)
 
So werden??? Also so will ich nicht sein.
Und zu dem Punkt wie die das machen kann ich folgendes sagen:
die Leute haben ein selbstbewusst sein aber diese Leute sind in in sich drin sehr traurig trauriger als jemand der das nicht ist.

Eine andere Frage:
Wieso willst DU so sein wie die?
 
Ich glaube nicht, dass sie traurig sind.

Eher glaube ich, dass diese Menschen ein gesundes Selbstbewustsein und Selbstvertrauen haben und einfach mit sich zufrieden sind.
 
Diese Leute sind nicht 'in sich drinnen traurig'. der eine ist mein bester Freund seit ich 3 war ca. und daher kenne ich ihn sehr gut. Das sie traurig seien, ist eine Ausrede von jemandem der eifersüchtig ist, anders kann ich mir nicht erklären wie man darauf kommt..

Warum sollten sie denn traurig sein ?
 
Hi,

man nennt es Habitus...d.i. die Körpehaltung, Gestik, Mimik, Sprache, etc. die eine gewisse Macht, Selbstbewusstsein und Autortät ausdrücken kann.
Das Ganze fusst natürlich auf einer inneren Einstellung sich selbst ggü und auch anderen ggü.
Jeder kann an sich erlernen einen solchen Habitus zu entwickeln..ist ne Lebenseinstellung...ein Rollenspiel...man muss sich nur gewisse Rollen (z.B. Alpha-Rolle, zu führen, selber zu denken, zu handeln etc.) zutrauen und dann probieren...durch die gewonnenen Erfahrungen wächst dann das Selbstbewusstsein und die Rolle wird über die Zeit internalisiert...d.h. wird authentisch, zu einer zweiten Haut.
Ob natürliche Autorität oder kultivierte, also entwickelte Autorität...darüber lässt sich gewiss streiten....ich denke es gibt beides. Und dann ist diese Autorität oder Macht natürlich auch ne Sache des richtigen Maßes...es ist entscheidend, ob die Moralprogramme gleichzeitig ausreichend laufen und die Autorität nicht dazu ausgenutzt wird andere zu unterdrücken, nur seine Interessen, notfalls auch mit Gewalt durchzusetzen etc.

Ich denke es kommt sehr auf die Kindheitserfahrungen an, ob man mit einem guten Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl ausgestattet ist..ein Teil ist vielleicht auch angeboren...aber grundsätzlich ist der Mensch lern- und entwicklungsfähig. Frauen werden an sich auch anders sozialisiert, sind oft weniger selbstbewusst und dominant...und die es sind werden oft als Lesbe oder Emanze abgewertet...denn sie entsprechen nicht dem Klischee der schwachen, zurückhaltenden und folgsamen Frau. Ne Folge davon ist, dass Frauen weit häufiger Gewaltopfer sind als Männer, denn sie strahlen zu wenig Macht aus, die andere im Zaum hält.

Gutes Training ist es einen Kampfsport zu erlernen, oder Zen-Praxis....das alles schult die Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Körperbewusstsein etc.

LG
Tyra
 
Hallo nochmal,

weißt du manchmal hat alles seine Zeit und manchmal brauchen die dinge einfach ihre Zeit um zu reifen und sich zu entwickeln.

Die, die Du heute bewunderst können auch später starke Persönlichkeiten sein oder auch nicht.

Vielleicht verlieren sie auch mit der Zeit an Glanz und sind später einer unter vielen.

Vielleicht brauchst Du einfach noch Zeit um zu wissen, wo Du stehst und diese Autorität und selbstsicherheit zu entwickeln.

Ich habe z. B. bis ich fast 30 Jahre alt war gebraucht um wirklich mit mir im reinen zu sein, und habe jetzt eine Autorität, eine andere Autorität wie , die die Du beschreibst - eine stillere aber nicht weniger kraftvolle.

Viele die damals so waren, wie Du sie beschreibst, sind inzwischen keine Autoritäten mehr , einfach weil sie sich mit der Zeit und dem leben verändert haben.

Also alles hat seine Zeit und braucht seine Zeit.......

lass Dich nicht verrückt machen und mach dich selber nicht verrückt.

Gruß. kasiopaja
 
Was macht den Charakter eines Menschen aus ?
Seine Taten, seine Gedanken, was er sagt? Ist der Charakter angeboren, anerzogen oder wo kommt er her ? (Wie lange) Kann man ihn verändern ?
Was verändert den Charakter? Wenn man sich ab einem bestimmten Zeitpunkt völlig anders verhält als vorher, z.B. in der Umgebung neuer Menschen, ist/wird man dann ein neuer Charakter ?
 
Wie kann man zufrieden mit sich selber werden, wenn einen keiner mag ?
ich versteh ja, dass es für jemanden, der sich selbst mag nicht wichtig ist, ob ihn andere mögen.
aber wenn man sich selber hasst, dann braucht man doch erst recht andere, die einen mögen... aber andere mögen einen nur, wenn man sich selbst mag..
das ergibt doch keinen sinn

und warum antwortet mir keiner mehr 🙁
ist das nervig was ich schreibe ?
 

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