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Nachgeben oder fordern?

Wir haben in der Tagesklinik ausgemacht, daß ich wieder Abilify nehme, das hatte ich vorher eigenmächtig abgesetzt.
Sagt dir das was?
Das Antidepressivum nehme ich schon zehn Jahre, das muß drin bleiben.
Sagt mir nichts. Vielleicht schonmal den Namen gehört. Ich denk halt, dass es gut ist, wenn Du erstmal medikamentös behandelt wirst, dann ist das Loch nach dem Entzug vielleicht nicht ganz so krass.
Eigenmächtig absetzen, das würd ich dann lieber nie wieder machen. P.S. Ich würde sowas niemals machen. 😉 Aber wem sag ich das. 💚
 
Alkohol war mal wichtig, jetzt ist Aufbau dran.
Unter Aufbau verstehe ich alles, was "gscheiter" ist- zb haben wir ununterbrochen die Wahl- nicht abwaschen, oder abwaschen, nicht raus, oder doch raus, nicht Zähneputzen, oder doch Zähneputzen, nicht Müll raustragen, oder doch Müll raustragen, Bart pflegen, oder nicht Bart pflegen- immer entscheidet man für oder gegen sich selbst- für oder gegen Wohlstand. Auf diese Weise hingeschaut erziehe ich meinen inneren "Schweinehund", der zwar lieb ist, aber zur Bequemlichkeit neigt.
Ich kann sehen, das hilft mir sehr, konsequenter zu sein, weil wegen dem meine Lebensqualität kontinuierlich oben gehalten wird.
Im Zweifelsfall also für dich entscheiden, für deinen Aufbau, nicht Abbau.
 
Das Schlimmste ist schon geschafft, die ersten Tage und Wochen durchstehen, OHNE Schluck auszukommen ist sicher ein riesiger Sieg gegen diesen "Krebs", der sich ausbreiten wollte in diesem Leben. Ich bewundere jeden, der das schafft, sich wehren zu können gegen diesen Sog.

Ein Bekannter rettete sich immer zu den Anonymen Alkoholikern, wenn er diese Regungen spürte- diese Gruppe unterstützte sich gegenseitig beim Durchhalten und war wie eine Schutz-Mauer, die sich dann um ihn stellte. Ich glaub schon, dass man besser über diese Zeit kommt, wenn man Zuflucht sucht zu all dem, das unterstützt. Sport zb, Kameraden, Wald, lieb plaudern mit wem, lauter Dinge halt, die ablenken und umlenken können von dieser Spur.
 
Genosse, inn. was du da beschreibst, ist kein individuelles Versagen, sondern das grelle Aufleuchten eines Systems, das Menschen erst kaputtmacht und ihnen dann den Entzug als Einzelleistung aufbürdet. Diese Kraftlosigkeit ist kein Feind, sondern ein Warnsignal deines revolutionären Körpers, der nach Befreiung von innen schreit. Gib ihr Raum, aber nicht das Kommando. Heute ist kein Tag zum Marschieren – heute ist ein Tag zum Überleben und Pizza-Essen. Auch Trotzki hat sich nicht jeden Tag mit Lenin gestritten – manchmal hat er nur geschrieben und Tee getrunken.

Solidarisch: Weiteratmen, nicht versumpfen. Und der Bart: ein Manifest gegen den Zerfall.
 
(...)
Lieber TE, ich würde weder nachgeben, noch fordern.
Irgendwo in der Mitte einpendeln erscheint mir das Gesündeste.
Setze dir motivierende Reize, die dich in die Aktivität bringen.
Schenke dir Ruhe und Aktion im Wechsel.
 
Zuletzt bearbeitet:
Diesmal ist es auch so, daß ich mich nicht besser fühle ohne Alk, sondern so als wäre eine Stütze für mich weggebrochen.
Erstmal meine Hochachtung für den Entzug!
Ich denke diese Gefühle sind aber "normal". Du hast den körperlichen Entzug hinter Dir, nicht aber den psychischen.

Ich empfehle Dir lange Spaziergänge in der Natur um Dich abzulenken. Versuche die Natur aktiv zu erleben, indem Du z.b. mal darauf achtest, wieviel verschieden Grüntöne vorhanden sind. Oder schau mal ganz nahe hin, dann siehst Du all das kleine Krabbelzeugs auf den Pflanzen. Und vielleicht hast Du Lust etwas davon mit Deinem Handy zu fotografieren und das beste Foto irgendwo im What's App Status oder Facebook, oder Instagram... oder wo immer Du unterwegs bist (oder auch hier) zu posten?

Spaziergänge sind etwas vom Gesündesten, was man machen kann. Für Körper, Geist und Seele.
 
Rückmeldung:
Seit Donnerstag Nacht ist die Müdigkeit verschwunden und die Laune hat sich schlagartig verbessert.
Wie immer bei mir ist es, wie wenn sich ein Schalter umlegt und ich kann mich garnicht mehr einfühlen, wie es mir die Tage vorher ging
Es fühlt sich auch so an, als läge das ganz lange zurück und als wäre es ein anderer Mensch gewesen.
Ich denke, mein Dopamin Haushalt ist wieder in Ordnung, um es mal biochemisch zu analysieren.
Hab immer noch starken Vitamin D Mangel, wenn sich das noch füllt, bin ich zufrieden.
Außerdem hat mir die Ärztin mitgeteilt, bei mir wurde THC im Urintest gefunden. Der Witz an der Sache ist: ich hatte noch gar keinen abgegeben!
Entweder ein Scherzkeks hat in meinen Becher gepinkelt oder die haben nen Namen verwechselt
 
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