Guten Abend,
ich habe überlegt, ob ich mir ein zweites Konto hier anlegen soll - oder ob ich einfach "frei raus" schreibe mit den vorigen Beiträgen die sichtbar sind...eigentlich ist es mir jetzt egal.
Ich befinde mich seit einigen Tagen in einer Trennung nach einer 14 Jährigen Beziehung und fast 13 Jahren Ehe.
Mittwoch den 04.03.26 ist etwas passiert und es gab eine Aussprache, die mein Leben verändert hat: Ich konnte sehen und es "greifen", wieso meine Frau die Trennung möchte...und verstehe es quasi komplett! So einen "Augenöffner" habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehabt, und ich bin schon seit diesem Tag, seit diesem Gespräch ein anderer Mensch und merke das auch jeden Tag und werde daran arbeiten. Beispiel: In meinen 34 Lebensjahren habe ich mich noch niemals einem Menschen so anvertraut, dass ich über meine tatsächlichen Gefühle gesprochen habe bzw. es konnte (wenige Ausnahmen bilden meine Frau, aber auch die hat nur einen Bruchteil meiner eigenen Probleme erfahren).
Seit diesem besagten Mittwoch habe ich einfach gesprochen, mit Freunden und Familie - und es war eine riesen Erleichterung. Ich habe meinem Chef von der Trennung (über MS Teams) erzählt und angefangen zu weinen, normalerweise hätte ich hier die Kündigung wegen dieser "Peinlichkeit" eingereicht, aber ich habe erfahren wie menschlich sein Gegenüber sein kann und wie verständnisvoll).
So viel Klarheit habe ich selten erlebt, aber das macht mich gleichzeitig auch noch weiter fertig, denn ich falle gerade Abends und in bestimmten Situationen in ein so tiefes Loch, dass ich z.B. während der Autofahrt schnell anhalten muss, weil ich keine Luft bekomme oder nichts mehr sehen kann vor Heulerei, dazu steigert sich mein Kopf in die pessimistischsten und negativsten Gedanken über meinen eigenen zukünftigen Lebensweg und die Abwärtsspirale hat gefühlt begonnen.
Akt 2:
Meine Frau, Freunde und Familie sagen seit sie mich kennen, dass ich ja wohl absolut ADHS habe (bei meiner Frau wurde es auch diagnostiziert dieses Jahr, daher sicher auch keine unerwartete Trennung nach vielen Gesprächen mit ihrer Therapeutin).
Ich habe diesen "Vorwurf" immer und überall lächelnd weggeschubst, nicht aus Scham aber einfach, weil ich hierüber nie sprechen wollte. Tatsache ist: Ich benötige keine offizielle Diagnose um zu wissen, dass ich ADHS seit frühester Kindheit habe. Es war immer laut, chaotisch, unstrukturiert und am eigenen Ego wackelnd in meinem Kopf - das habe ich seit diesem Mittwoch auch meinem besten Freund erzählt, was ich in keinem Traum den man haben könnte mir hätte vorstellen können vor diesem Mittwoch.
Ich war immer für mich persönlich stolz auf das, was ich trotz dieser inneren Hürden erreicht habe, denn es hat sich wie ein dauerhafter Marathonlauf angefühlt und es hat mir geschmeichelt, dass Leute meinten, dass bei mir so viele Dinge so einfach aussehen...dabei wurde ich oft an den Rand der Verzweiflung getrieben.
Akt 3:
Seit vielen Jahren habe ich ehrenamtlich mit z.T. toten Kindern und deren Angehörigen zu tun, hier habe ich Einblicke (Akten, Bilder, Videos, Anonyme Nachrichten) in eine andere Welt erhalten und habe seitdem vor allem viel negatives in mich reingesaugt. Wenn ich über mein Ehrenamt kontaktiert werde, dann ist es IMMER Negativ, da gibt es keine positiven Geschichten oder so.
JETZT weiß ich, dass ich mir hier absolut überladen habe psychisch. Ich erinnere mich an meinen "ersten Fall", da war ich wie besessen und Suchtgetrieben nach Dingen her, die man in diesem Leben und mit keiner Behörde dieser Welt hätte erreichen können. Passend zur Trennung jetzt war ein weiterer "Sog" in einen anderen Fall, der mich schon seit Dezember letzten Jahres so tief in Recherche und Gespräche verwickelt hat, dass vor allem meine Frau meine Instabilität ausbaden musste (und ich habe es für Selbstverständlich und normal gehalten) und ich keine Zeit mehr für z.B. eine einfache Umarmung aufgewendet habe. Ich war besessen.
Aufgrund von z.T. Verschwiegenheitserklärungen, Geheimnissen und weil das Thema halt auch ein echter Stimmungskiller ist, habe ich halt niemanden mit dem ich mal hätte reden können...somit blieb mir auch nur wieder "es aufzufressen" (nur war es diesmal keine Entscheidung aufgrund von "nicht-reden-können", sondern eine ganz rationale um auch andere nicht zu belasten).
Jetzt ist fast eine Woche vergangen seit die Trennung ausgesprochen wurde und ich glaube, das Glas ist nun voll. Die Unruhe, Stimmungsschwankungen, negativen Gefühle, Selbsthass und absolute Zukunftsängste und das dauerhafte, non-stop denken an "das was war" rauben mir nicht nur Schlaf, sondern auch Antrieb und Körpergewicht. Ich nehme seitdem enorm ab, da ich so gut wie nichts mehr essen (kann). Dies ist der Tiefpunkt meines Lebens und überschattet den Tod von Vater und anderen Familienangehörigen bei Weitem.
Nun meine Frage👎, an alle die wirklich allen ernstes das alles gelesen haben:
1. Ich habe aktuell nicht einmal einen Hausarzt, bin aber bereit für professionelle Hilfe. Würde ich diese auch bekommen? Entschuldigt die Formulierung, aber ich weiß nicht wie man sich Hilfe suchen kann (in vielerlei Hinsicht, ich habe ganze Umzüge alleine erledigt ohne auch nur einen einzigen Freund um Hilfe zu bitten, sowas mache ich eigentlich nicht :-D)
2. Zu welchem Arzt mit welcher Fachrichtung müsste man gehen?
ich habe überlegt, ob ich mir ein zweites Konto hier anlegen soll - oder ob ich einfach "frei raus" schreibe mit den vorigen Beiträgen die sichtbar sind...eigentlich ist es mir jetzt egal.
Ich befinde mich seit einigen Tagen in einer Trennung nach einer 14 Jährigen Beziehung und fast 13 Jahren Ehe.
Mittwoch den 04.03.26 ist etwas passiert und es gab eine Aussprache, die mein Leben verändert hat: Ich konnte sehen und es "greifen", wieso meine Frau die Trennung möchte...und verstehe es quasi komplett! So einen "Augenöffner" habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehabt, und ich bin schon seit diesem Tag, seit diesem Gespräch ein anderer Mensch und merke das auch jeden Tag und werde daran arbeiten. Beispiel: In meinen 34 Lebensjahren habe ich mich noch niemals einem Menschen so anvertraut, dass ich über meine tatsächlichen Gefühle gesprochen habe bzw. es konnte (wenige Ausnahmen bilden meine Frau, aber auch die hat nur einen Bruchteil meiner eigenen Probleme erfahren).
Seit diesem besagten Mittwoch habe ich einfach gesprochen, mit Freunden und Familie - und es war eine riesen Erleichterung. Ich habe meinem Chef von der Trennung (über MS Teams) erzählt und angefangen zu weinen, normalerweise hätte ich hier die Kündigung wegen dieser "Peinlichkeit" eingereicht, aber ich habe erfahren wie menschlich sein Gegenüber sein kann und wie verständnisvoll).
So viel Klarheit habe ich selten erlebt, aber das macht mich gleichzeitig auch noch weiter fertig, denn ich falle gerade Abends und in bestimmten Situationen in ein so tiefes Loch, dass ich z.B. während der Autofahrt schnell anhalten muss, weil ich keine Luft bekomme oder nichts mehr sehen kann vor Heulerei, dazu steigert sich mein Kopf in die pessimistischsten und negativsten Gedanken über meinen eigenen zukünftigen Lebensweg und die Abwärtsspirale hat gefühlt begonnen.
Akt 2:
Meine Frau, Freunde und Familie sagen seit sie mich kennen, dass ich ja wohl absolut ADHS habe (bei meiner Frau wurde es auch diagnostiziert dieses Jahr, daher sicher auch keine unerwartete Trennung nach vielen Gesprächen mit ihrer Therapeutin).
Ich habe diesen "Vorwurf" immer und überall lächelnd weggeschubst, nicht aus Scham aber einfach, weil ich hierüber nie sprechen wollte. Tatsache ist: Ich benötige keine offizielle Diagnose um zu wissen, dass ich ADHS seit frühester Kindheit habe. Es war immer laut, chaotisch, unstrukturiert und am eigenen Ego wackelnd in meinem Kopf - das habe ich seit diesem Mittwoch auch meinem besten Freund erzählt, was ich in keinem Traum den man haben könnte mir hätte vorstellen können vor diesem Mittwoch.
Ich war immer für mich persönlich stolz auf das, was ich trotz dieser inneren Hürden erreicht habe, denn es hat sich wie ein dauerhafter Marathonlauf angefühlt und es hat mir geschmeichelt, dass Leute meinten, dass bei mir so viele Dinge so einfach aussehen...dabei wurde ich oft an den Rand der Verzweiflung getrieben.
Akt 3:
Seit vielen Jahren habe ich ehrenamtlich mit z.T. toten Kindern und deren Angehörigen zu tun, hier habe ich Einblicke (Akten, Bilder, Videos, Anonyme Nachrichten) in eine andere Welt erhalten und habe seitdem vor allem viel negatives in mich reingesaugt. Wenn ich über mein Ehrenamt kontaktiert werde, dann ist es IMMER Negativ, da gibt es keine positiven Geschichten oder so.
JETZT weiß ich, dass ich mir hier absolut überladen habe psychisch. Ich erinnere mich an meinen "ersten Fall", da war ich wie besessen und Suchtgetrieben nach Dingen her, die man in diesem Leben und mit keiner Behörde dieser Welt hätte erreichen können. Passend zur Trennung jetzt war ein weiterer "Sog" in einen anderen Fall, der mich schon seit Dezember letzten Jahres so tief in Recherche und Gespräche verwickelt hat, dass vor allem meine Frau meine Instabilität ausbaden musste (und ich habe es für Selbstverständlich und normal gehalten) und ich keine Zeit mehr für z.B. eine einfache Umarmung aufgewendet habe. Ich war besessen.
Aufgrund von z.T. Verschwiegenheitserklärungen, Geheimnissen und weil das Thema halt auch ein echter Stimmungskiller ist, habe ich halt niemanden mit dem ich mal hätte reden können...somit blieb mir auch nur wieder "es aufzufressen" (nur war es diesmal keine Entscheidung aufgrund von "nicht-reden-können", sondern eine ganz rationale um auch andere nicht zu belasten).
Jetzt ist fast eine Woche vergangen seit die Trennung ausgesprochen wurde und ich glaube, das Glas ist nun voll. Die Unruhe, Stimmungsschwankungen, negativen Gefühle, Selbsthass und absolute Zukunftsängste und das dauerhafte, non-stop denken an "das was war" rauben mir nicht nur Schlaf, sondern auch Antrieb und Körpergewicht. Ich nehme seitdem enorm ab, da ich so gut wie nichts mehr essen (kann). Dies ist der Tiefpunkt meines Lebens und überschattet den Tod von Vater und anderen Familienangehörigen bei Weitem.
Nun meine Frage👎, an alle die wirklich allen ernstes das alles gelesen haben:
1. Ich habe aktuell nicht einmal einen Hausarzt, bin aber bereit für professionelle Hilfe. Würde ich diese auch bekommen? Entschuldigt die Formulierung, aber ich weiß nicht wie man sich Hilfe suchen kann (in vielerlei Hinsicht, ich habe ganze Umzüge alleine erledigt ohne auch nur einen einzigen Freund um Hilfe zu bitten, sowas mache ich eigentlich nicht :-D)
2. Zu welchem Arzt mit welcher Fachrichtung müsste man gehen?