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Mutter und Freundin

Coolebanane

Neues Mitglied
Hallo zusammen,


ich bin 17 Jahre alt und werde diesen Monat 18. Ich brauche gerade wirklich einmal eine Außenperspektive, weil ich selbst nicht mehr weiß, wie ich mit der Situation zu Hause umgehen soll.


Ich habe seit kurzem meine erste richtige Freundin und diese Beziehung bedeutet mir unglaublich viel. Wir verstehen uns sehr gut und sie liebt mich ebenfalls. Ihre Familie weiß von mir und unterstützt die Beziehung.


Gestern Abend habe ich meine Mutter eigentlich ganz normal gefragt, ob ich dieses Wochenende zu meiner Freundin fahren und dort von Freitag bis Sonntag bleiben darf. Daraus ist dann wieder eine größere Diskussion entstanden.


Meine Mutter ist sehr skeptisch gegenüber meiner Freundin. Ein Punkt ist zum Beispiel, dass meine Freundin eher schüchtern ist und bisher noch nicht wirklich mit meiner Mutter gesprochen hat. Meine Mutter findet das unnormal und sagt sinngemäß, dass es in der heutigen Generation doch normal sei, dass man sofort offen miteinander redet.


Außerdem vergleicht sie meine Situation ständig mit meiner Schwester. Der Freund meiner Schwester kennt meine Mutter schon seit vielen Jahren und seine Familie ist ihr ebenfalls bekannt. Meine Freundin kennt meine Mutter dagegen erst seit sehr kurzer Zeit und ist einfach schüchtern. Für mich ist das deshalb überhaupt kein fairer Vergleich.


Noch schlimmer finde ich aber den Vergleich mit meinem Bruder. Mein Bruder hat irgendwann sein Leben durch eine Beziehung ziemlich negativ beeinflusst. Jetzt wird mir teilweise vermittelt, dass bei mir das Gleiche passieren könnte, nur weil ich eine Freundin habe.


Aber nur weil mein Bruder damals schlechte Erfahrungen gemacht hat, bedeutet das doch nicht automatisch, dass ich dieselben Fehler mache.


Ich mache meine Ausbildung und versuche mein Leben auf die Reihe zu bekommen. Ich bin meiner Meinung nach ein anständiger Mensch und bekomme das auch von anderen mit. In meiner Ausbildung werde ich teilweise sogar als „Klassenpapa“ bezeichnet, weil ich für mein Alter relativ ruhig und verantwortungsbewusst bin.


Ich möchte damit nicht sagen, dass ich perfekt bin. Natürlich mache ich Fehler. Aber ich finde es unfair, wenn so getan wird, als würde ich wegen einer Beziehung plötzlich meinen Verstand verlieren.


Was mich außerdem sehr beschäftigt: Mir wird teilweise vorgeworfen, dass ich so ruhig bin und nicht viel rede. Aber wie soll ich denn sozial völlig anders sein, wenn ich mein ganzes Leben kaum die Möglichkeit hatte, wirklich Freundschaften aufzubauen?


Ich hatte eigentlich noch nie richtige Freunde. Aktuell habe ich im Grunde nur meine Freundin. Das ist für mich etwas völlig Neues. Natürlich verbringe ich deshalb gerade sehr viel Zeit mit ihr und freue mich über diese Beziehung. Wenn man zum ersten Mal in seinem Leben jemanden findet, bei dem man sich wirklich wohlfühlt, ist es doch nachvollziehbar, dass man diese Person nicht einfach wieder auf Abstand hält.


Ich habe in meiner Kindheit außerdem mit Mobbing zu kämpfen gehabt und war schon immer eher ruhig. Deshalb ist es für mich nicht einfach, auf einmal ein großes soziales Umfeld aufzubauen.


Dann wird mir aber teilweise vorgeworfen, ich sei „dumm“, „komisch“ oder würde mich falsch verhalten. Genau das verletzt mich besonders, weil dabei überhaupt nicht berücksichtigt wird, wie meine bisherige Situation entstanden ist.


Ich habe außerdem schon seit meiner Kindheit das Gefühl, dass ich sehr wenig Freiheit bekommen habe. Übernachten bei anderen war praktisch nie möglich. Ich musste häufig früh zu Hause sein und konnte mich deshalb auch nicht so frei mit anderen treffen wie viele Gleichaltrige.


Viele werden jetzt wahrscheinlich sagen: „Dann rede doch einfach mit deiner Mutter.“


Aber genau das ist für mich nicht so einfach. Von außen sieht ein Streit zwischen Mutter und Sohn vielleicht ganz anders aus als das, was tatsächlich dahintersteckt.


Wenn man in einem Gespräch angeschrien wird, weil man etwas macht oder eine eigene Meinung vertritt, wird es irgendwann schwierig, ruhig seine Argumente vorzubringen. Bei mir ist es sogar so, dass ich anfangen muss zu weinen, wenn die Situation zu viel wird, obwohl ich eigentlich nur vernünftig reden möchte.


Deshalb bringt mir ein einfaches „Rede doch mit ihr“ nicht wirklich viel. Ich habe schon versucht, Dinge anzusprechen. Aber es ist etwas anderes, ob zwei Menschen ruhig miteinander reden oder ob einer davon laut wird und der andere dadurch komplett überfordert ist.


Was mich besonders verletzt, ist, dass ich mittlerweile als „undankbar“ bezeichnet werde. Gestern und heute wurde außerdem davon gesprochen, dass mir nächsten Monat mein komplettes BAföG weggenommen werden soll und dass ich meine PS5 zurückzahlen soll.


Ich verstehe, dass Eltern Grenzen setzen und sich Sorgen machen dürfen. Aber für mich fühlt es sich inzwischen so an, als würde jede Form von Selbstständigkeit direkt als Undankbarkeit ausgelegt.


Ich bin 17 und werde diesen Monat 18. Ich finde deshalb, dass ich langsam auch lernen darf, eigene Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Dazu gehört für mich auch, einmal am Wochenende zu meiner Freundin zu fahren.


Ich möchte meine Mutter nicht bekämpfen und auch keinen Streit mit meiner Familie. Ich möchte einfach nicht ständig das Gefühl bekommen, dass ich etwas falsch mache, nur weil ich älter werde und mein eigenes Leben aufbauen möchte.


Ich möchte auch ausdrücklich nicht, dass hier jemand meine Mutter einfach als „schlechten Menschen“ abstempelt. Ich möchte vielmehr verstehen, wie ich mit dieser Situation umgehen kann und wie ich meine eigene Selbstständigkeit entwickeln kann, ohne dass jedes Gespräch eskaliert.


Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Und wie kann ich meiner Mutter verständlich machen, dass ich nicht undankbar bin und dass meine Beziehung nicht automatisch bedeutet, dass ich mein Leben gegen die Wand fahre?
 
Hallo! Das klingt sehr kompliziert und anstrengend, und gleichzeitig glaube ich dass eigentlich fast alle jungen Menschen in deinem Alter durch diese oder ähnliche Situationen gehen. Eltern sehen einen oft noch als die kleinen Kinder egal wie alt man ist, und der einzige Weg sich daraus zu emanzipieren ist oft seinen Weg zu gehen. In deinem Alter, und weil du ja bald 18 bist, ist der beste Weg dazu auszuziehen und sich sein eigenes Leben aufzubauen, auch gegen Widerstand von daheim wenn es sein muss. Wie sieht es da bei dir aus, würde das finanzielle gehen bzw. hast du da schonmal drüber nachgedacht?
Falls das nicht klappt musst du unbedingt anfangen dein Ding zu machen, mit fast 18 musst du deine Eltern nicht mehr fragen ob du wo übernachten darfst, sondern du solltest es einfach machen (zumindestens wenn du dann 18 bist). Die Frage ist, was hält dich innerlich davon ab dies zu tun (musst du nicht öffentlich beantworten, ist eher so als Punkt für dich zum nachdenken gedacht)? Ich glaube reden und diskutieren ist ein guter Start und wichtig, aber man muss auch erkennen wenn es nichts mehr bringt und sich davon nicht abhalten lassen seinen Weg zu gehen
 
Schwierige Situation. Was würde denn passieren, wenn du trotzdem das WE bei deiner Freundin verbringen würdest? Deine Mutter wäre sauer, aber sie kann dir das nicht einfach verbieten, finde ich, dafür bist du mit 17 zu alt. Was sagt denn dein Vater dazu?
 
Du bist bald volljährig.
Ich würde ausziehen.
Das Verhalten deiner Mutter klingt klammernd, besitzergreifend, egozentrisch und toxisch.

Vermutlich will sie dich für sich selber und ihre eigenen Zwecke behalten und reagiert eifersüchtig auf die Freundin.

Lass dir deine Freundin nicht schlecht reden und nicht schlecht machen.
Halte zur Freundin.

Distanziere dich von deiner mum,
rede weniger mit ihr, rechtfertige dich nicht und werde selbständiger und von ihr emotional unanhängiger.
 
Fahre zu deiner Freundin und suche dir eine eigene Wohnung. Bei dem Ärger zu Hause, kannst du auch Unterstützung von den Ämtern bekommen.
Jugendamt hilft bei unter 18jährigen recht problemlos, danach wird es schwierig.
Du kannst deiner Mutter auch ein gemeinsames Gespräch beim Jugendamt vorschlagen.
Genieße die Zeit bei deiner Freundin.

Wie weit wohnt sie weg?
 
Ja, du darfst und musst lernen deine eigenen Entscheidungen zu treffen. Man kann leider deiner Mutter hier nicht vermitteln, dass sie sich dann so oder so verhalten sollte. Du musst ihre Reaktion aushalten und durchziehen, was du für richtig hältst. Das ist Teil des Erwachsenwerdens.
 
Hallo,
du darfst dich von deiner Mutter etablieren. Das ist ein ganz normaler Schritt in deinem Alter. Das wird jetzt immer mehr so kommen. Bei manchen Familien geht das ganz unkompliziert, bei anderen ruckelt es etwas.

Bleib dennoch in Kommunikation mit deiner Mutter. Rede offen und ehrlich mit ihr. Höre dir ihre Gedankengänge an mit dem Wissen im Hintergrund, dass das ihre „Brille“ ist. Du musst ihr nicht alles erzählen, aber es wäre schon von Vorteil, wenn du nicht ganz „dicht“ machst. Und dann handle, wie du es für richtig hältst.

Du darfst dich an deiner Beziehung freuen. Es ist echt Mist, wenn einem das madig gemacht wird. Erst recht von der Mutter. Ich wäre ebenfalls genervt und verunsichert und auch verletzt, dass sie meinen Urteil nicht traut. Vielleicht sprichst du das auch mal aus. Das trübt ja sehr die Freude.

Da sie dir das Wochenende nicht erlaubt, ist das eine ungute Situation. Ich an deiner Stelle würde wohl zu Hause bleiben oder nur einen Tag hin fahren. Noch sind deine Eltern deine Erziehungsberechtigten.
 
Du bist völlig okay, so wie du bist und auch deine Bedürfnisse sind absolut normal. Du hast mit deiner Freundin offenbar einen Menschen gefunden, der dich so akzeptiert, wie du bist - ruhig zu sein ist nicht falsch! Und es ist nicht nur okay, dass du das genauso bei deiner Freundin siehst und sie vor deiner Mutter verteidigst. Sie hat ebenfalls jedes Recht der Welt zurückhaltend zu sein und es ist gut, dass du sie in Schutz nimmst. Die Kritik deiner Mutter ist nicht angemessen. Als Erwachsene sollte sie eigentlich wissen, dass nicht jeder Mensch gleich ist.

Frag sie doch einfach mal, wo eigentlich genau ihr Problem liegt. Ob sie möchte, dass du so lebst und bist, wie sie dich gerne hätte oder ob nicht doch wichtiger wäre, dass du glücklich und du selber bist.

Ich würde an deiner Stelle mit der Abnabelung beginnen und auch mal Entscheidungen treffen, mit denen sie nicht einverstanden ist. Daher würde ich auch nicht länger fragen, sondern verkünden. Wer fragt, der bekommt eben doch unter Umständen Antworten, die ihm nicht behagen und es wird unbequem. Man kann es durchaus aushalten, wenn andere nicht gut finden, was man tut! Das Leben geht auch dann weiter und man selber ist zufriedener.

Dass deine Mutter dich mit Geldrückzahlungen zu erpressen versucht, ist unter aller Kanone. Da würde ich einfach nur fragen, ob sie das eigentlich fair findet. Oder nein, auch dazu am besten gar nichts sagen, sondern einfach nur den Kopf schütteln und dich abwenden. Stell ihr die PS (Playstation?) doch einfach auf den Küchentisch - und fertig.

Wo ist bei alledem eigentlich dein Vater?

Ich habe mich übrigens auch nicht wirklich gut mit meinen Eltern verstanden. Ständig gab es Zoff und es hagelte Verbote. An meinem 18. Geburtstag fragten meine Eltern mich dann auch, wann ich nach Hause käme als ich mich mit Freunden traf. Sonst hatte ich immer eine Uhrzeit genannt. An diesem besonderen Tag traute ich mich zu sagen "Das weiß ich noch nicht!" Ich erwartere das übliche Theater, die Ermahnungen.. stattdessen hieß es nur "Okay." Ich traute meinen Ohren kaum, hatte in Gedanken schon meine Ärmel hochgekrempelt und wollte kämpfen. Doch ich war 18.. für mein Leben ab jetzt selber verantwortlich. Die Verantwortung habe ich angenommen - das solltest du auch tun, zur Not gegen den Widerstand deiner Mutter. Sonst lässt sie dich nie los. Mach dein Ding, geh deinen Weg - und treffe deine eigenen Entscheidungen!
 
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