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Mutter triggert

Hanisa

Neues Mitglied
Hallo an alle! Ich hätte gerne Rat bezgl. Mutter, die triggert.

Meine Mutter ist 67 Jahre alt. Ich wohne im Ausland und sie kommt zu uns (Ehemann und drei Kinder) mehrmals im Jahr jeweils für 1-2 Monate d.h. wir haben eine intensive Zeit miteinander.

Ich versuche sie respektvoll zu behandeln und ignoriere meist ihr Verhalten, was mir jedoch nicht wirklich eine Lösung zu sein scheint, weil es sich innerlich staut. Wenn ich jedoch reagiere oder ihr Verhalten anspreche, scheint sie vor den Kopf gestossen und weist jegliche Selbstverantwortung von sich bzw. was ich hasse, ist das Herunterspielen "Nein, das ist doch nicht so (wie du es meinst)". Und es ist mir einfach zu blöd dann.

Um paar Beispiele zu nennen: Was sie laaaange tat und noch immer in das Muster verfällt, ist für mich zu sprechen d.h. wenn jemand sich mit mir unterhält oder mich etwas fragt, antwortet sie (für mich) oder gibt einfach ihr Kommentar dazu, was ich total schräg finde. Das zeigt sich auch mit meinen Kindern, wenn die mich was fragen oder ich mit ihnen was bespreche, fällt sie mir ständig ins Wort und es scheint bei ihr echt zwanghaft zu sein.

Ganz simpel auch z.B. stehen die Kinder auf und ich kümmere mich um ihr Frühstück, dann kommt sie und fragt die, was sie denn essen wollen usw. also "übernimmt" sie meine Rolle als Mutter und das durchweg.

Und sie spricht auch ständig von "wir" als würden wir alles gemeinsam tun, dann sag ich ihr auch mal, DU kannst das tun, ich mache was anderes, wir sind ja verschiedene Individuen, aber das ist für sie wie ein Riss in der Matrix. Sowas finde ich nicht gesund.

Sie lebt sogar meine Gefühle vor, die ich allem Anschein nach habe oder haben sollte. Sie scheint zwanghaft Helfersyndrom zu haben und denkt sich, wenn sie meine pseudo (negativen) Gefühle übernimmt und ihnen Ausdruck verleiht, hilft sie mir. Das muss doch total anstrengend sein, ständg die Identität und Gefühle anderer zu leben. Ich habe drei Kinder und das ist nunmal anstrengend, aber da muss ich durch und kann mich nicht über jede volle Windel oder "zu früh aufstehen" und "zu wenig Schlaf" etc. beschweren, da brauch ich bestimmt keinen, der sich stellvertretend darüber aufregt, wenn es MEIN tägliches Leben ist und nicht ihrer!

Ich habe versucht dazu psychologische Lektüre zu finden, ob es eine Bindungsstörung ist oder was. Aber sie hat das auch mit anderen Leuten, sie identifiziert sich irgendwie immer als Teil im Leben anderer, obwohl sie es nicht ist, versucht Bekanntschaften aufrechtzuerhalten, als wären das irgendwie enge Freunde oder Familie und versteht nicht, wenn andere sich von ihr distanzieren.

Sie benimmt sich peinlich in der Öffentlichkeit, spricht laut und ist überfreundlich und viel zu zutraulich zu fremden Leuten, verstellt sich unnormal um anderen zu gefallen. Es haben sie schon viele deshalb wie Dreck behandelt, aber sie hat wohl kaum Selbstachtung.

Was kann ich für mich tun, um emotionale Distanz zu wahren und die Trigger zu blocken?
 
Hallo,

erst einmal solltest du nicht direkt alles psychologisch analysieren wollen. „Nerven“ hat nichts mit „Triggern“ zu tun! Das Wort „Triggern“ ist zur Zeit besonders en vogue und wird gerne für alles mögliche benutzt. Aber die Olle nervt dich schlicht und ergreifend nur durch ihre Art!

Wahre die „emotionale Distanz“, in dem du zu der der Mutter möglichst viel „räumliche Distanz“ wahrst.

Und extra Fachliteratur zu besorgen, um das Gegenüber psychologisch analysieren zu wollen… naja, normal ist das nicht! Beschäftige dich mit sinnvollen Dingen, nicht mit so etwas. Die wirst du nicht mehr ändern, das ist ihr Charakter.

LG,
SFX
 
Für mich auch ein bisschen viel Analyse. Sie ist schlicht übergriffig und behandelt Dich wie ein kleines Kind.

Vielleicht auch ein kulturelles Problem?

Ansonsten sag ihr, dass Du die Mutter bist und in Deinem Haushalt und bei Deinen Kindern sagst, was wann passiert. Und dass sie bitte nicht für Dich antworten soll.

Vielleicht will sie helfen, Dich unterstützen und ist dabei ungeschickt. Frag sie doch mal.

Muss das denn sein, dass sie so lange am Stück da ist? Ich finde das eine sehr herausfordernde Situation, in der es ja zwangsläufig zu Konflikten kommen muss. Wie geht es denn Deinem Mann damit?
 
Hey @Hanisa
ich glaube, du hast da ein bisschen was von deiner Mutter geerbt. 😉 Du mischt dich zu sehr ein. Lass sie doch ihr Leben so leben, wie sie möchte, mit fremden Menschen freundlich sein, bei Bekannten sich Mühe geben, Energie da rein stecken, dass Beziehungen sich intensivieren, nicht abbrechen, ein Helfersyndrom haben...

Alles, was dich stört, kannst du aber bei ihr natürlich ansprechen: Du, ich möchte nicht, dass du für mich sprichst, dass du meine Tätigkeiten übernimmst, dass du dir meine Sorgen machst. ...

Ich denke auch, das Problem ist, dass sie Monate lang am Stück bei euch ist. Wahrscheinlich ist ihr da ein bisschen langweilig, dann beginnt sie halt sich einzumischen. Nimm es doch mit Humor. Und verkürzt irgendwie die Zeit. Das tut doch euch beiden nicht gut. Dir, die du genervt bist und ihr, die sich dann abgelehnt fühlt.
 
Dann drosselt das, ladet sie nicht dauernd ein.
Kann ich nur unterstützen. Die "Dosis macht das Gift" (Paracelsus), also für dich herausfinden oder definieren, welche Besuchsdauer und -frequenz für DICH okay ist und das deiner Mutter aktiv sagen.

Irgendwas an ihr oder ihren Besuch wird ja auch gut sein und für euch beide sinnvoll. Auf das würde ich mich an deiner Stelle fokussieren und weniger auf das, was nicht in Ordnung ist (so wie du es schon versuchst mit dem Ignorieren, nur halt ein "Stattdessen" danebenstellen und die Aufmerksamkeit in Richtung des Erwünschten richten).

Und falls du "analysieren" willst: Mir hat zum Verständnis meiner eigenen Eltern (und Geschwister) sehr die Erkenntnis geholfen, dass es verschiedene "Naturelle" (Temperamente, angeborene Grundmuster) gibt – bei deiner Mutterbeschreibung fällt mir der Begriff "Beziehungstyp" ein, hier nachzulesen: https://www.naturellwissenschaft.org/de/naturellwissenschaft/das-naturell.html

Heißt wohl: Sie kann nicht anders (außer, sie würde über ihr Naturell aufgeklärt und würde üben, sich anders zu verhalten, wo sie es mit der Empathie etc. übertreibt). Das Nervige, das du beschreibst, rührt schlicht daher, dass ihr "verschiedenartig" gestrickt seid. Dort wo sie viel zu viel hat/zeigt (in deinen Augen) ist vermutlich bei dir deutlich weniger oder schlicht durchschnittlich viel vorhanden. Die Differenz nervt dich, glaube ich, nicht das Verhalten an sich. Wärst du ähnlich wie sie, fändest du das ganz normal.

Was vielleicht positiv zu werten ist: Deine Kinder erleben die ganze Bandbreite dessen, wie Menschen sein können, wenn sie auch "andersartige" Verwandte kennenlernen. Vermutlich sind deine Kinder ja auch nicht alle identisch in der Veranlagung und es könnte sein, dass sie manche deiner eigenen Verhaltensmuster ähnlich nervig finden wie du deine Mutter. Ich spreche nur aus eigener Kindheitserfahrung, soll also keine Analyse deines Verhaltens sein, nur eine allgemeine Beobachtung 🙂

Alles Gute!
Werner
 
Mein erster Gedanke zu Deiner Mutter war: "Oh, da scheint jemand sich aber jemand einsam und außen vor zu fühlen". Das soll keine Entschuldigung für ihr Verhalten sein. Nicht wenige Menschen treffen ihre Entscheidungen aus dem Bauch heraus, weil sie es eben so kennen und haben nie darüber nachgedacht, denn sie tun es vielleicht schon seit vielen Jahren. Ob sie mit 67 noch in der Lage und auch willens ist, dies zu ändern, kann man sie nur fragen. Die meisten reagieren recht emotional auf ein entsprechendes Ersuchen. 🙂

Ob ein Kontaktabbruch wirklich immer die beste Lösung ist? Wie wäre es, die Besuchszeit zu verkürzen? Wenn der Zeitraum überschaubarer ist, vergehen die Tage schneller. Und dann wäre es vielleicht auch sinnvoll herauszufinden, wie Du souveräner reagieren könntest. Dass das nicht einfach ist, habe ich erst gestern wieder herausfinden müssen, als ich die Reste meiner Selbstachtung von den Wänden gekratzt habe. 🙂

Wenn sie wieder für Dich spricht, wie wäre das: "Weil meine inoffizielle Pressestelle gerade etwas verlautbarte, möchte ich noch folgendes ergänzen ...". Ja, humorvoll zu bleiben ist nicht einfach und kann auch voll daneben gehen. Aber wenn man einen Tunnelblick bekommt, ist der Eigenanteil daran interessant und DER hilft einem, sich vor sich selbst zu schützen. Du musst und solltest nicht an die Decke gehen, wenn Du das nicht willst. Nur wenn es notwendig ist, dann aber richtig. 😀

Schau, was Sinn macht und lerne, warum Dich das so "triggert" oder "nervt". Ein Trigger lässt Dir wenig Wahl, aber auch das kann man lernen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oder nutze ihre Anwesenheit, um mal alleine dich mit Freundinnen zu treffen oder andere Dinge zu tun, bei denen ein großmütterlicher Babysitter ein Gewinn ist.
Wenn Leute mich nerven, hilft es mir oft, wenn ich eine Atemübung mache: 4 Sekunden einatmen, 6 Sekunden ausatmen, 10 Minuten lang. Dann bin ich beruhigt und kann besser mit Herausforderungen umgehen. Auch mit der Herausforderung, meinem Gegenüber nicht den Hals umdrehen zu dürfen. 😉
 
Für mich auch ein bisschen viel Analyse. Sie ist schlicht übergriffig und behandelt Dich wie ein kleines Kind.

Vielleicht auch ein kulturelles Problem?

Ansonsten sag ihr, dass Du die Mutter bist und in Deinem Haushalt und bei Deinen Kindern sagst, was wann passiert. Und dass sie bitte nicht für Dich antworten soll.

Vielleicht will sie helfen, Dich unterstützen und ist dabei ungeschickt. Frag sie doch mal.

Muss das denn sein, dass sie so lange am Stück da ist? Ich finde das eine sehr herausfordernde Situation, in der es ja zwangsläufig zu Konflikten kommen muss. Wie geht es denn Deinem Mann damit?

Naja ich interessiere mich nunmal für Psychologie 😅 Ja, übergriffig beschreibt es gut. Das macht sie bei allem, sie (und alle anderen) wissen es auch immer besser als ich.

Auch wenn ich sie auf ihr Verhalten hinweise, versteht sie es nicht und geht auf Abwehr.

Da wir im Ausland wohnen, kommt sie halt für eine längere Zeit. Mein Mann findet sie auch mühsam, aber in seiner Kultur ist es normal, dass Eltern mit den Kindern wohnen. Beide regen sich bei mir über den anderen auf und ich sag denen, sie sollen das untereinander ausmachen bzw. den anderen einfach sein lassen, es ändert sich eh niemand.
 

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