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Muss oder sollte ich meine Ausbildung abbrechen?

ChellyShion

Mitglied
Hallo,
ich weiß momentan einfach nicht weiter. Seit fast zwei Jahren mache ich eine Ausbildung zur PTA. (Pharmazeutisch-technische Assistentin) Allerdings überlege ich nun seit ca. einem Jahr diese abzubrechen da ich mich dieser nicht gewachsen fühle. Die Ausbildung verläuft zwei Jahre lang schulisch. Darauf folgen einige Prüfungen, danach ein halbjähriges Praktikum in der Apotheke und danach noch eine abschließende Prüfung über dieses Praktikum.
Die Ausbildung an sich ist recht anspruchsvoll, auch wenn man sich darüber streiten kann. Man muss recht viel lernen. An sich habe ich damit kein Problem da mich die Themen interessieren und PTA wirklich mein Traumjob ist. Doch momentan bekomme ich einfach keinen Stoff mehr in meinen Kopf. Ich habe psychische Probleme die so weit gehen, dass ich vor einem Jahr einen Suizidversuch hatte und daraufhin vier Wochen in der Psychiatrie war. Daher war ich auch in der Schule ausgefallen und ich hatte deshalb große Probleme das wieder aufzuholen.
Nun ging es mir aber wieder einigermaßen gut. Ich wollte diese Ausbildung unbedingt beenden doch momentan geht es mir wieder schlechter. Ich bekomme den Kopf einfach nicht mehr frei und kann mir nichts mehr merken. Ich bin jeden Tag unglücklich und mache mir noch dazu andauernd Gedanken um meine Zukunft. Ich bin der Meinung, dass ich die Prüfungen nicht bestehen kann, da meine Klausuren einfach nicht gut laufen. Das stresst mich und macht mich unglücklich. Ich bin unzufrieden mit dem was ich leiste, kann mich aber nicht verbessern. Ich setzte mich selbst unter Druck da ich ganz genau weiß, dass dies der einzige Beruf ist, den ich später ausüben möchte. Doch momentan sehne ich mich einfach nur nach Ruhe. Jeder Tag ist für mich eine Qual und ich möchte einfach nur im Bett liegen bleiben. Wenn ich nach der Schule nach Hause komme lege ich mich sofort ins Bett und schlafe. Danach wache ich irgendwann auf und versuche mich auf die Schule vorzubereiten. Danach gehe ich wieder schlafen. Ich weiß, dass es eigentlich besser wäre direkt nach der Schule zu lernen aber es klappt einfach nicht. Ich bin einfach so unglücklich und weiß nicht was ich machen soll. Ich kann mit niemandem darüber reden. Deshalb suche ich hier nach Rat.
 

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Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Hallo, Chelly,

ist meine Vermutung richtig, dass Deine psychischen Probleme nichts mit Deinem Berufswunsch bzw. nichts mit der Schule zu tun haben?

Es sieht so aus, als ob Du erst psychisch stabil sein musst, bevor du die kraftraubende Schule anpackst. Bist Du in einer Therapie? Können wir Dir irgendwie helfen, die psych. Probleme zu lindern? Hattest Du Dir mal überlegt, einen Therapeuten zu konsultieren?

LG, Nordrheiner
 

ChellyShion

Mitglied
Danke für eure Antworten.
Ich hätte vielleicht erwähnen sollen, dass ich nachdem ich in der Psychiatrie war auch eine Therapie gemacht habe. Wie gesagt ging es mir ja besser. Deswegen habe ich diese beendet. Und wahrscheinlich werde ich es mit der Ausbildung auch weiterhin versuchen aber ich stelle mir momentan eher die Frage ob ich überhaupt zum Examen zugelassen werde. Meine Noten sind nicht gerade toll. Das enttäuscht mich sehr, denn ich könnte es eigentlich besser. Aber das lernen klappt momentan einfach nicht. Selbst wenn ich mich dazu aufraffen kann funktioniert es nicht. Vielleicht kam es anfangs so rüber, dass ich nichts mehr mache und wirklich nur im Bett bleibe. Aber so ist es nicht. Ich wünschte ich könnte es so machen doch dafür ist mir die Ausbildung dann doch zu schade.
Hättet ihr vielleicht Tipps wie ich das wieder in den Griff bekommen kann? Also wie ich es schaffe, dass der Stoff auch hängen bleibt? Es wurde ja schon vorgeschlagen sich in Lerngruppen zu treffen. An sich eine gute Idee aber ich habe nicht gerade das beste Verhältnis zu meinen Klassenkameraden. Noch dazu wohnen diese weit weg von mir.
Das zweite Problem ist eben auch die Tatsache, dass mich diese Ausbildung unglücklich macht. Und zwar nicht nach dem Motto: "Och ne, heute ist mir aber nicht so nach Schule.." Sondern eher, dass sie mir die Luft zum Atmen nimmt. Ich muss den ganzen Tag daran denken. Alles dreht sich nur um dieses eine Thema.
Nun zum Thema Therapie:
Wie ich ja bereits sagte war ich in Therapie. Es verlief alles ziemlich gut aber ich hatte den Platz nur bekommen weil gerade in diesem Moment ein Platz bei der Therapeutin frei wurde. Zur Zeit ist eben bei dieser Therapeutin kein Platz mehr frei. Ich müsste jetzt also wieder von vorne anfangen und mir jemand anderen suchen. Es war damals schon eine anstrengende Prozedur jemanden zu finden. Dafür habe ich momentan weder Zeit noch Kraft. Ich würde die Probleme gerne selber in den Griff bekommen. Ich möchte gerne an mir arbeiten und lernen mich wieder aufzuraffen und eben auch die Sache mit der Schule in den Griff bekommen. Wenn ich es tatsächlich schaffen sollte die Ausbildung zu beenden fühle ich mich vielleicht ja wieder besser und vielleicht kann ich mich dann ja wieder mehr auf die anderen Probleme konzentrieren und das auch noch schaffen.
Ich will nicht, dass hier jemand denkt ich würde mich nur drücken wollen oder wäre zu faul oder sonst was. Ich kann es aber auch verstehen wenn ich den Eindruck geweckt habe. Dann tut es mir leid aber dann wird es mir wohl auch kaum gelingen das Gegenteil zu beweisen.
Ich wünsche euch jedenfalls noch einen schönen Abend :)
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Hallo, Chelly,

auf Grund der fehlenden Nähe kann hier kaum jemand beurteilen, ob Dein Kräftehaushalt ausreicht, sowohl die schulischen Leistungen zu bringen als auch die Belastungen Deiner psych. Probleme zu tragen.

Deine Beschreibung der Situation gibt Anlass zur Vermutung, dass beides nicht gleichzeitig (gut) funktioniert.

Es wäre nur super schade, wenn Du Deine Ausbildung für Deinen Traumberuf nicht schaffst oder nur mit schlechten Noten. Kannst Du nicht eine Ausbildungspause einlegen?

LG, Nordrheiner
 

ChellyShion

Mitglied
Ganz genau das ist mein Problem. Ich weiß es auch nicht und ich möchte diese Ausbildung nicht mit so schlechten Noten abschließen. Es ist beruhigend, dass mich doch jemand versteht.

Die einzigen beiden Möglichkeiten die ich habe wenn ich es nicht schaffen sollte wären:
- Das Jahr zu wiederholen. Dann würde es aber direkt weiter gehen
- Abbrechen, meine Probleme in den Griff bekommen und es dann nochmal versuchen

Allerdings wäre letzteres wirklich ein radikaler Schritt da ich nicht weiß ob ich danach nochmal auf der Schule angenommen werde. Außerdem hätte ich eine Menge Zeit und Geld verloren. (Die Ausbildung wird nicht bezahlt. Ich muss dafür zahlen auf diese Schule zu gehen)

Natürlich könnte ich mich auch nach einer anderen Ausbildung umschauen und ein bisschen Geld sparen. Allerdings wüsste ich nicht welche da in Frage käme. An sich interessiert mich das Geld nicht. Ich möchte einfach nur glücklich sein und Spaß an der Arbeit haben.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Hallo Chelly,

ich schlage vor, dass Du zunächst Dir Infos besorgst, was einen möglichen Abbruch betrifft.
Das macht eine Entscheidung sachlicher bzw. einfacher.

Wenn Du die Klasse wiederholst, dann könntest Du nach der Sommerpause anfangen.
Du hättest also bis dahin freie Zeit. Wiederholung jetzt beantragen und genehmigt bekommen hat ja nicht zwangsläufig die Folge, dass Du jetzt in der Klasse bleiben musst.

Aber wenn Du in der Klasse bleiben musst,
dann bedeutet das nicht, dass Du mitarbeiten und lernen musst. Die Noten dieses Halbjahres wären sehr übel.
Aber wenn das für die Wiederholung keine Bedeutung hat, wären diese schlechten Noten unerheblich.
Auch zu dieser Variante solltest Du konkrete Sachinfos einholen.

Es geht um eine Zeitlücke, die Du nutzen solltest, um a) Kraft zu tanken und um b) die psych. Probleme in den Griff zu kriegen.

Eine Therapie ist eine Hilfe, sollte zumindest eine Hilfe sein. Aber Du wirst immer Deine eigene Therapeutin sein und bleiben. Jede dritte Person ist lediglich eine Hilfe zur Selbsthilfe. Du kannst dieses Forum auch nutzen, um Deine Gedanken zu Deinen psych. Problemen hier zu reflektieren. Du findest hier sicher Leser, die Ähnliches erlebt haben und Deine Gedanken gut reflektieren.

Das schreibe ich, damit Du weißt, dass Du nicht hilflos bist. Lediglich solltest Du immer auf Deinen Kräftehaushalt achten. Dazu gehört: "Nicht mehr Belastungen als nötig - aber auch Krafttanken so viel wie möglich" ist wichtig.

LG, Nordrheiner
 
Zuletzt bearbeitet:

ChellyShion

Mitglied
Ich muss mich vorerst für deine Antwort bedanken. Das ist das erste mal seit ich mit jemandem darüber gesprochen habe, das man mir nichts ausreden wollte sondern, dass meine Lage verstanden wurde.

Ich denke ich werde mich jetzt wirklich erkundigen wie das abläuft und und was für Konsequenzen es hat wenn ich wiederhole.
 

HalliGalliSuperstar

Aktives Mitglied
Das ist das erste mal seit ich mit jemandem darüber gesprochen habe, das man mir nichts ausreden wollte sondern, dass meine Lage verstanden wurde.
Ja, die Leute sagen bei solchen Sachen immer das, was sie am ehesten nachvollziehen können. Dass man so erschöpft oder psychisch belastet sein kann, dass es wirklich nicht geht, können sie sich nicht vorstellen (wenn sie es nicht selber erlebt haben), deshalb existiert es für sie nicht. Also kommen sie zum Schluss: Zieh's durch. Es muss doch irgendwie gehen. Dass man damit alles noch schlimmer machen kann, so weit reicht die Vorstellungskraft nicht.

Noch eine kleine Anregung: Gibt es niemanden im Umfeld deiner Ausbildung, der dir einen Rat geben kann? Einen Vertrauenslehrer oder sonstige Ansprechperson? Jemand der entweder dich oder die Ausbildung und Prüfung (und den Beruf) kennt. Vielleicht gibt es auch gar keinen Grund, ein Geheimnis daraus zu machen, sondern das Problem offen mit den verantwortlichen Leuten zu besprechen. Aber das weiss ich nicht. Ich würde mich zuerst informieren, bevor ich da irgendwas in Gang setze, was vielleicht ganz anders läuft als erwartet.

Ich kann mir schwer vorstellen, dass du, wenn du jetzt die Prüfung nicht machen kannst (oder durchfällst), sie nicht auch noch in z.B. zwei Jahren wiederholen kannst. Immerhin hast du ja die zwei Jahre für die Schule bezahlt. Vielleicht brauchst du ja gar keine Schule, um den Stoff später nochmal durchzugehen? Vielleicht brauchst du ja gar keine Schule (über die zwei Jahre hinaus), um zur (Wiederholungs-) Prüfung zugelassen zu werden? (Ich nehme mal an, die Prüfung wird nicht von der Schule gemacht, sondern von einer anderen Institution?) Ich würde auch, sofern noch nicht geschehen, mit einem Arzt über das Problem reden, für den Fall, dass du ein Attest brauchst.

Generell kann ich mir schwer vorstellen, dass man dir nicht irgendwie die Chance gibt, deinen Traumberuf zu erlernen, nur weil du zwischendurch nicht leistungsfähig warst. Sprich, du wirst deinen Weg schon irgendwie gehen, jetzt oder später.

Viel Glück.
 

ChellyShion

Mitglied
Ja, früher oder später werde ich mit den Lehrern sprechen müssen. Leider gibt es bei uns so etwas wie "Vertrauenslehrer" nicht. An sich habe ich keine Probleme mit den Lehrern aber sie sind größenteils sehr festgefahren was ihre Ansichten betrifft. Wenn jemand Probleme hat dann heißt es meistens nur, dass man mehr lernen und sich mehr mit dem Stoff beschäftigen soll. Daher habe ich so meine Bedenken im Vorfeld mit ihnen zu reden.
Ich denke aber, dass ich früher oder später darauf angesprochen werde oder eben selber ansprechen werde, dass ich Probleme mit dem Lernen und den Klausuren habe.

Die Prüfungen finden an unserer Schule statt und werden auch von unseren Lehrer durchgeführt. Aber es sind auch externe Prüfer dabei. Generell höre ich oft, dass die Abschlussprüfungen einfacher sind als die Klausuren, da man aufgrund der enormen Stoffmenge nicht so sehr ins Detail gehen kann wie bei den normalen Klausuren. Das sollte eigentlich beruhigen aber irgendwie habe ich trotzdem angst. Na ja Prüfungsängste sind ja eigentlich normal.

Sollte ich durchfallen gibt es eine Nachprüfung. Allerdings gibt es diese Möglichkeit nur ein mal. Sollte es dann nicht klappen könnte man das Jahr nochmal wiederholen oder es lassen.
Will ich Pause machen und beispielsweise in zwei Jahren wiederkommen muss ich von vorne beginnen.
Ich habe ein Mädchen im Kurs, die erst auf unserer Schule war, dann wegen Stress und Problemen abgebrochen hat und auf eine andere Schule gegangen ist, (die gleiche Ausbildung) dann da durchgefallen ist und nun wieder bei uns ist. Das heißt, sie macht diese Ausbildung seit 10 Jahren. Sollte theoretisch also kein Problem sein.

Wäre nur ein ziemlicher Zeitverlust.
 

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