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Motivation, Disziplin

Faust

Aktives Mitglied
Hallo,

ich leiher das Thema (schon wieder an) diesmal hier im Studiumforum. Bin ich wirklich der einzige der sich irgendwie überhaupt nicht aufraffen kann zum Lernen? Ich versuche andauernd mich wieder zu motivieren aber scheiter direkt wieder. Hat jemand schon den Weg aus diesem Sumpf geschafft und wenn ja, wie? Mich belastet das extrem, ich krieg irgendwie nix gebacken, selbt die Dinge die mir eigentlich Spaß machen sollten gehe ich nicht an.:( Ich lebe in meinem Trott vor mir her und mach nur das Minimum dessen was ich tun muß, selbst extrem Situationen stacheln mich nicht an, ich setz mich dann zwar hin und fang an zulernen muß dann aber immer an diese extrem Situation denken, bis mir so übel ist, dass ich schon wieder gar keine Lust habe zu lernen, was mir dann wieder die Angst schafft "wenn du es jetzt nicht machst, dann schaffst du es nicht". Ich verfluche mich immer wieder selbst dafür, dass ich nicht wie andere mich disziplinieren kann.
Hat jemand diesbezüglich schon mal Erfahrung mit der Psychologen/in an der Uni gemacht?
Hilfe!
 

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Polux

Aktives Mitglied
Hat jemand diesbezüglich schon mal Erfahrung mit der Psychologen/in an der Uni gemacht?
:) ja

Also du bist nicht 'allein', dein 'Problem' kennen viele - meinem Gefühl nach immer mehr. Kann aber sein, dass das nicht der wirklichen Entwicklung entspricht, sondern nur so aussieht, weil mehr Leute als früher studieren - also selbständig lernen 'sollten'

Und natürlich kannst du zu einem (Uni)Psychologen gehen.

Nur: wenn du erwartest, dass der deine 'Probleme' löst, oder ein Patentrezept für dich bereit hält, oder eine Zauberformel die du dreimal täglich mit einem Glas Wasser drei Wochen lang vor dich hin murmelst und du dann 'kein Disziplin Problem' mehr hast - dann wirst du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit enttäuscht werden (Falls du was bekommst - mir bitte erzählen! :) )
Auch wenn du 'begleitet' wirst, wirst du da nur den Schraubenzieher bekommen - die Schrauben eindrehen musst du alleine und in mühevoller Kleinstarbeit. :) Aber das macht Spaß!
 
P

Pokerface

Gast
Ich kenn das und ich kann dir einen guten Tip geben. Sobald es irgendwan klappen sollte mit dem "automatisch" lernen und du hast mal wieder etwas Luft nach dem großen Stress, hör ja nicht auf mit dem lernen. Ruckzuck biste wieder in dem alten Trott drin und hast keine Lust mehr irgendwas zu tun.

Aber man muß auch erstmal an die Stelle kommen wo man lernt und es einem einigermaßen Spaß macht. Nach meiner Erfahrung bringt es nix zu sagen ich mache jeden Tag 2 Std. oder so. Man erwischt sich schnell dabei wie man alle 5 mins an die Uhr guckt ob die 2 Std denn schon vorbei sind und damit hat man nichts erreicht denn man konzentriert sich nicht richtig. Bei mir hat es damals den Ausschlag gegeben als die Studiengebühren bei uns hier eingeführt wurden und ich mir gesagt hab wenn du jetzt nicht hin machst, kannst du es grad sein lassen weil bezahlen kannste das eh nicht länger als vielleicht 2 Semester. Ok mittlerweile sind die Gebühren wieder weg aber ich hab es damals geschafft in einem Semester 10 Klausuren zu schreiben und mit sehr guten Noten auch zu bestehen. Dafür hab ich auch das ganze Wintersemester eigentlich durchgehend daheim gelernt nach den Vorlesungen. Im Sommersemester ist das immer etwas schwerer da die Sonne einen doch eher nach draußen lockt.
 

Germ

Aktives Mitglied
Motivation, Disziplin, Ordnung und Fleiß
führen aller Regel meist zum Schulerfolg.

Arme und Arbeiterkinder sind nach wie vor im
Studienbetrieb, wie übrigens auch was den
Schulerfolg betrifft, benachteiligt Warum wohl ? :rolleyes:
Werden die Defizite durch die Sozialisation im gegenwärtigen
Unterricht ausgeglichen ?
Nein. In Deutschland korreliert immer noch in besonderem
Maße auffällig der soziale Status mit dem Schulerfolg. Ein altes
Thema, dass zum Himmel schreit aber offensichtlich
weder von Studenten, noch von Lehrkörpern wahrgenommen
wird, warum auch immer. Die meisten Lehrer sind
mittelschichtorientiert, mit teilweise verheerenden Konsequenzen für
das aus der Unterschicht komenden Schülerklientel, die dann
nicht selten auf die "Hilfs" ( sic ! ? ) - schulen oder Hauptschulen
kommen, die ja auch zu einer Art "Hilfsschule" meist verkommen sind.
Dabei gehören deutsche Lehrer immer noch zu den bestbezahltesten
in ganz Europa. Unglaublich, wie gleichersam unfassbar für mich.

Aber den meisten StudentInnen scheint dieses völlig
egal zu sein. Auch dann, wenn sie später nach
ihrem Lehramtsstudium tätig werden,verhalten die
meisten sich so und wollen primär nur abkassieren.

Wenn aber primär

Motivation, Disziplin, Ordnung und Fleiß
in aller Regel meist zum Schulerfolg führt, auch zum
Erfolg in der Hochschule und Uni ( sic ! ),
ist darauf ein Augenmerk bereits schon im Kindergarten
zu legen. Dort wo die Familie es nötig hat eine
Unterstützung durch Fachkräfte zu bekommen, hat
man diese Hilfe auch zu gewähren, notfalls gratis.
Für StudentInnen, welche aus Arbeiterfamlien kommen, bzw.
aus Familien mit besonderer sozialer Problematik, muss
das Personal der Uni und auch die Studentenschaft ein
besonderes Augenmerk haben, damit effizient und produktiv
geholfen werden kann, auch um Defizite auszugleichen.
Die Qualtiät einer Hochschule ist auch danach zu bemessen,
inwiefern dieses berücksichtigt wird. Nur so kann man auch
potentiellen Studienabbrechern präventiv helfen, welche meist aus
Arbeiterfamilien kommen, bzw. "unterpriviligierten Verhältnissen" etc.

Aller-Herzlichst

Germ
 

Polux

Aktives Mitglied
@Germ,
ich kann dir in Teilen zustimmen, in Teilen hmm, finde ich du nimmst zu viele 'Abkürzungen', aber ok - manchmal muss man auch was 'plakativ' sagen. Hier genau meine Frage - was willst du mit deinen Ausführungen sagen? Dass im Bildungssystem viel im Argen liegt? Dass besonders Kinder aus den unteren Schichten es schwer haben? d`accord - und? was hilft das jemand der Probleme mit Disziplin hat? Er hat zumindest einen 'Schuldigen' und kann entspannen?
 

Faust

Aktives Mitglied
Marx oder Murks? Dein Beitrag hat mir leider überhaupt nicht weitergeholfen im Gegenteil. Ich komme aus keiner Arbeiterfamilie und hier an der Uni kommen Kinder aus Arbeiterfamilien deutlich besser mit Dingen wie Disziplin klar als Kinder aus Akademikerfamilien, Mittelschicht etc.
Mir geht es hier nicht um Klassenkampf, sondern um eine Hilfestellung. Dein Beitrag zeigt deine Wut über unserer System, aber ich will keine Revolution und diese Dinge "stürzen", sondern mir selbst was abverlangen.

"Aber den meisten StudentInnen scheint dieses völlig
egal zu sein. Auch dann, wenn sie später nach
ihrem Lehramtsstudium tätig werden,verhalten die
meisten sich so und wollen primär nur abkassieren."

Ziemlich, ziemlich schwache Argumentation und genauso schwach alle Lehrer über einen Kamm zu scheren und sie als plumpe Kapitalisten abzustempeln. Wir habe in der Tat in unserem Schulsystem Problematiken, aber ich sehe die "Knackpunkte" an einer ganz anderen Stelle, darüber möchte ich hier aber auch nicht diskutieren. Es geht um Motivation und Disziplin und nicht um nicht darum wie die Uni ist.

Und um deine Theorie vollends zu zerstören, ich komme 1. aus keiner Arbeiterfamilie 2. wurde sich sehr um mich gekümmert 3. habe ich sowohl in Kindergarten als auch Schule kompetente Kräfte gehabt.
Mein Problem liegt bei MIR, ich muß ja den A**** hochkriegen und nicht andere, wenn noch ein Faktor mit darein spielt ist es die linksliberalen Kuschelpädagogik die bei mir an den Tag gelegt wurde.
 
V

venia

Gast
Hi,

versuche MIT jemanden zu lernen... das motiviert- ja macht sogar mehr Spaß...

...weil: Der Mensch ist so gebaut, dass er am besten im "Rudel" aktiv ist und erst da gut funktioniert - denn, er ist ein RUDELTIER...

*Gruß*
 
Zuletzt bearbeitet:

Polux

Aktives Mitglied
Mein Problem liegt bei MIR, ich muß ja den A**** hochkriegen und nicht andere, wenn noch ein Faktor mit darein spielt ist es die linksliberalen Kuschelpädagogik die bei mir an den Tag gelegt wurde.
Na ja, Germ hat ja teils schon Recht - nur wie du schreibst - den Einzelnen bringt das wenig bis nicht weiter :)

Venia's Tipp - mit jemandem zu lernen ist sehr gut.
Wenn ich an deiner Stelle wäre würde ich mich als erstes fragen:
Warum bin ich nicht motiviert? Es ist nämlich ein Trugschluss, zu denken Motivation müsste man 'erzeugen'.
Es wird generell zwischen 'extrinsischer' (jede eins nen euro) und 'intrinsischer' Motivation unterschieden. Jeder Mensch ist 'von Natur aus 'motiviert' nur zu was? bzw. warum nicht zu dem was er 'eigentlich' denkt machen zu wollen :) kompliziert, was?

Also - warum bist du nicht motiviert? Dahinter steht mit Sicherheit eine 'Überzeugung' von dir - die du wahrscheinlich gar nicht kennst. (some things of me are so private, that even I don't know about it :))
 
B

Benjamin-29

Gast
Also - warum bist du nicht motiviert? Dahinter steht mit Sicherheit eine 'Überzeugung' von dir - die du wahrscheinlich gar nicht kennst. (some things of me are so private, that even I don't know about it :))
Das hört sich interessant an. Ich verstehe aber nicht genau, was du mit "Überzeugung" meinst?

Meinst du, dass jedes Verhalten einen eigenen Nutzen hat? Also durch "mangelnde" Disziplin beim Lernen z.b. zu viel Stress vermieden wird (wenn auch nur kurzfristig)?
 

Polux

Aktives Mitglied
Mal ein Beispiel:
Mein 'Überzeugung' war lange "Ich hab kein Talent für Mathe'. In der Schule war ich schlechter als mittelmäßig, es hat mir keinen Spaß gemacht und mein Nachhilfelehrer ist teils fast an mir verzweifelt. Was ich immer gern gemacht hab sind Logikrätsel - aber das war ja kein Mathe - in Mathe war ich ja schlecht.

Dann habe ich für die Aufnahme am Hessenkolleg einen IQ-Test machen müssen und der hat 'behauptet' ich hätte eine überdurchschnittliche mathematische Denkfähigkeit.

Wer hatte jetzt 'Recht'? Ich oder der Test? Ich hab mir dann mal ein Mathebuch gekauft und versucht das mit meiner angeblichen 'überdurchschnittliche mathematische Denkfähigkeit' durchzulesen. Und sapperlot - was soll ich sagen - es hat Spaß gemacht! Seitdem ist Mathe ein Art Hobby und ich kann mich an einer sauberen Herleitung begeistern.

Wenn ich die 'Überzeugung' habe 'ich bin nicht motiviert' oder 'ich habe keine Disziplin' werde ich alle die Situationen in denen ich wohl motiviert bin oder wo ich wohl Disziplin habe als 'das ist ja was anderes' 'das ist ja nichts' abtun. Anstatt mich zu fragen: In dieser Situation (z.B. Counter Strike spielen) bin ich hoch motiviert - was hält mich davon ab beim lernen für mein Studium die gleiche Motivation zu haben?

Das ist nicht einfach herauszufinden - ist Arbeit und kann bedeuten, dass man 'etwas' ändern muss. Ich denke, dass das der Hauptgrund ist warum man 'Angst' davor hat. Denn die Änderungen können einschneidend sein und das 'zieht einem den Boden unter den Füssen weg'. Man 'weiß' nicht mehr was passiert - lieber 'wissen' was passiert - auch wenn's scheiße ist als was Neues probieren.

Wenn ich mir inzwischen etwas vornehme und es nicht mache, mich von jeder Kleinigkeit ablenken lasse, rumtrödeln..... jeder kennt es - höre ich sofort auf, nehme Stift und Papier und versuch herauszufinden was dahinter steckt. Ich schreibe es auf, weil ich dann noch einen anderen Pfad benutze - die Gedanken 'verlassen' meinen Kopf - ich lese was ich geschrieben habe sie kommen durch eine andere Pforte wieder rein und so kann ich leichter zu Lösungen kommen. Und bis jetzt hat immer eine 'Überzeugung' dahinter gesteckt. Und immer habe ich dann entweder ohne weitere Schwierigkeiten das machen können was ich mir vor genommen hatte, oder ich habe es mit 'gutem Gewissen' gelassen und dafür was anderes gemacht. :)
Die 'Technik' die für einem passt muss man halt suchen. Ich hab inzwischen ja nach Lösung die ich suche unterschiedlichste Ansätze. Aber da bekommt man 'Übung' drin.
Hier ist ein Link von einer Möglichkeit: YouTube - Moritz Boerner macht die "Work of Byron Katie" (1. Teil)
 

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