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Mobbing durch Chef

SteveMuc

Mitglied
Hallo liebe Leute,

hatte hier bei Hilferuf in einen anderen Beitrag schon erwähnt, das ich schon lange überhaupt keine Lust mehr auf meinen erlernten Beruf als Tischler habe.

Nun wollte ich jetzt ein letztes Mal schauen, ob mir die Arbeit in einer anderen Firma evtl. doch noch Spaß macht.

Hier nun das was ich in der jetzigen Firma bisher so erlebte, wo ich seit ca. 2 Wochen angestellt bin…

Die Arbeit begann mit 3 Tage zur Probe arbeiten, wo Anfangs noch alles positiv auf mich wirkte. Bin dort mit zwei Kollegen zu einer Baustelle gefahren und brauchte keinerlei Einarbeitungszeit um mich in dem Aufgabenbereichen zu recht zu finden. Bereits in der Frühstückspause erfuhr ich dann von beiden Kollegen, das beide zum Monatsende Ihre Arbeit in dieser Tischlerei gekündigt hatten wegen zu harter Arbeit usw.

Am zweiten Tag denn zeigte der eine Kollege sein wahres Gesicht, wo er mich vollkommen unerwartet bei einen anderen Kollegen (rechte Hand vom Chef) der für Kundengewinnung zuständig ist ins negative Licht rückte. Dieser Kollege für Kundengewinnung besuchte uns auf einer Baustelle und erzählte mir auf sehr freundlicher Weise was auf dieser Baustelle so alles zu beachten ist usw. Da kam der eine Kollege auf uns zu und sagte, weshalb ich Zeit zum quatschen, zum ständig ruhige Kugel schieben habe während die unter Zeitdruck die Arbeit machen müssen. Dieses ging dann den Tag über so weiter wo er immer weiter nach ungerechtfertigten Kritikpunkten suchte. Eigentlich wollte ich dazu überhaupt nichts, weil ich ja wusste das dieser Kollege zum Monatsende gekündigt hatte. Doch zum Feierabend sagte ich Ihm meine Meinung und ab nächsten Tage wer er dann krank geschrieben.

Seit ein paar Tagen nun sind beide handwerklichen Kollegen ja nun nicht mehr in dieser Tischlerei und habe einen neuen Kollegen, einen recht frisch ausgelernten Tischler bekommen der noch nach mir eingestellt wurde. Mit diesen komme ich recht gut zurecht und mit den Kunden auf den Baustellen wo wir bisher waren ebenfalls. Bester Beweis dafür, das es bisher ausschließlich nur Kunden gab die uns reichlich Trinkgelder für gute und saubere Arbeit gaben.

Was mich in der Firma insgeheim wundert ist, das 2 Personen und der Chef ausschließlich für Büroarbeiten zuständig sind und wir nur zu zweit die handwerklichen Arbeiten ausführen.

Schwerpunktmäßig sind es Arbeiten wie z.B. alte Fensterelemente bei Privatkunden ausbauen und durch neue ersetzen. Häufiger Problembaustellen, wo megagroße Elemente dabei sind die zu Zweit kaum zu bewegen sind und dann über sieben Stockwerke in Hochhäusern bewegt werden müssen.

Nun zum Chef…

- Er übt immer wieder Druck auf uns (in erster Linie auf mich) aus, das wir noch schneller Arbeiten müssen. Bei meiner Berufserfahrung weiß ich genau, das andere Firmen auch nicht schneller arbeiten können.

- Auf einer Baustelle dann z.B., da baute ich eine Notfüllung aus die durch eine Glasscheibe zu ersetzen gewesen ist. Auf dieser Baustelle musste uns der Chef besuchen, da er uns für verschiedene Fenster falsche Griffe mitgab welches wir eindeutig vorher nicht wissen konnten. Wo er mit seinem Auto die Baustelle wieder verließ konnte er im vorbeifahren sehen, das ich ein Werkzeug aus dem Transporter holte. Er drehte um und sagte mir im total unfreundlichen Ton, weshalb ich 2 Mal zum Transporter gegangen bin um passende Werkzeuge zu holen. Zum kurzem erklären, das dieser Gang gerechtfertig war ließ er mir da keine Zeit.

- Am Freitag zum Feierabend wo ich den Transporter auf dem Betriebsgelände abstelle sagte er zu mir, na schon eine Beule ins Fahrzeug gefahren. Es war eine sehr leichte Beschädigung kurz unter der Frontscheibe die wir definitiv nicht verursacht haben konnten. Diese Beule sah ich bereits schon am ersten Tag, wo ich in der Firma anfing zu arbeiten. Spürte genau das der Chef die Beule schon vor Wochen gesehen hatte und mich mit dieser Aussage nur ärgern wollte.

- Beim Bewerbungsgespräch wurden teilweise andere Dinge abgesprochen wie z.B. das mir ca. 150 Euro zu wenig ausbezahlt werden und Überstunden nur im absoluten Notfall gemacht werden. In der Realität jedoch gab es in diesen ersten Wochen kaum Tage wo wir nicht täglich mehrere Stunden länger arbeiteten.

- auch versucht der Chef immer wieder Kritikpunkte zu finden, die er auf herab weisender Art äußert. Z.B. fehlte an einem Tag ein Werkzeug in unserem Transporter welches einer der alten Mitarbeiter vorher in der Werkstatt liegen ließ. Dieses bedeute für uns bei einem Auftrag ca. 10 Min. mehr an Zeit. Als ich zum Feierabend freundlich fragte, wo dieses Werkzeug liegen könnte wurde ich angepampt wie so etwas angehen kann und weshalb wir deswegen nicht in der Firma anrufen.

Irgendwie komme ich mit der Art des Chefs überhaupt nicht zurecht, der Zeitdruck dort ist sehr hoch und die Arbeit für zwei Personen im Grunde häufiger viel zu schwer. Daher ist es mir absolut klar, weshalb die anderen vorherigen Mitarbeiter kündigten.

Merke jetzt nach diesen paar Tagen schon, das ich innerhalb weniger Wochen körperlich überanstrengt bin. Bereits 8 kg abgenommen habe wegen ständig zügig laufen um Zeitvorgaben halbwegs schaffen zu können. Daher bin ich Abends immer total erledigt, das ich nach dem Abendessen nichts mehr hören und sehen mag.

Das einschlafen fällt mir deswegen seither schwer, da ich darüber nachgrübel wann diese unzufriedenen Situationen endlich ein Ende haben. Nachts bekomme ich Albträume, werde immer wieder wach und kann schon Stunden bevor der Wecker klingelt nicht mehr schlafen.

Da ich der erfahrenere Tischler von meinem Kollegen und mir bin, bekomme fast nur ausschließlich ich den ganzen Druck vom Chef zu spüren.

Auch durch meine Erfahrungen in anderen Tischlereien habe ich absolut keinerlei Lust mehr auf meinen erlernten Beruf als Handwerker. Doch dieses kann ich nach außen hin gut verstecken und für handwerklich unbegabt halte ich mich dennoch eindeutig nicht.

2-3 Mal habe ich bereits versucht ein sachliches Gespräch mit dem Chef zu führen. Seine Antworten dann: zügig arbeiten, denn sonst wird man durch neue Mitarbeiter ersetzt.

Meine Frage an Euch nun…

Was würdet Ihr an meiner Stelle tun damit sich die momentane Situation wieder verbessert?


Viele Grüße!

SteveMuc
 
Hallo,

ich drücke mich jetzt mal sehr direkt, deutlich aus, was mein Eindruck von deinen Schilderungen ist:
Dein Chef scheint ein A******* und ein Sklaventreiber zu sein, deshalb Kündigungen und schlechtes Betriebsklima. Er wird wahrscheinlich unbelehrbar sein und keine Rücksicht auf seine Mitarbeiter nehmen.
Was kannst du machen? Am besten nicht so altklug auftreten (wenn du das nicht ohnehin schon tust) und unnötige Diskussionen mit dem Chef und älteren Mitarbeitern vermeiden. Sich mit dem unerfahrerenen Kollegen gut stellen und sich Auszeiten auf den Baustellen nehmen.
Langfristig mußt du dir halt überlegen, ob du noch andere berufliche Möglichkeiten haben könntest bzw. neue Wege einschlagen könntest. Wir kennen ja nicht dein Alter und deinen schulischen und beruflichen Werdegang.
Aber ich kann verstehen, dass man so einen Job nicht lange machen will bzw. machen kann.

Grüsse
 
Hallo RobertH,

erstmal vielen Dank für Deine Antwort.

Sehe es ebenso wie Du, das lange Diskussionen mit dem Chef da nicht sehr viel bringen. Hatte Ihn aber bereits letzte Woche 2-3 Mal im sehr freundlichen Ton ansatzweise darauf angesprochen, das mehr als zügig arbeiten nicht geht und mein Kollege und ich nicht einmal Mittagspausen machen um die Zeitvorgaben halbwegs halten zu können.

Diesen Montag dann hatten wir natürlich wieder einen Auftrag bekommen, wo es nicht möglich gewesen ist die Arbeiten bei dem Kunden in der vorgegeben Zeit an einem Tag fertig zu bekommen. Es waren so richtig schön große Fensterelemente (ein Element davon ca. 5 Meter lang mit besonders schwerer Glasscheibe) die zu zweit kaum zu bewegen waren.

Beim Kunden mussten dann verschiedene alte Fenster und Nebeneingangstüren ohne Beschädigungen der Mauerleibungen ausgebaut und durch neue mit Rollläden ersetzt werden.

Das Küchenfenster dauerte dabei besonders lange, da dieses besonders tief in der Mauer verankert und die Mauerleibung mit Fliesen beklebt gewesen ist. Zusätzlich konnten wir dieses Fenster nicht problemlos montieren, da der Wasserhahn der Küchenspüle im Wege war.

Beim größten Fensterelement passte dann noch der Rollladenpanzer nicht in die Mauerleibung, so das wir einen Teil der Leibung weg stemmen mussten. Schließlich war die Fernbedienung eines elektrischen Rollladen vom Werk aus dann noch defekt, wo wir tüfteln durften wie dieses Problem zu beheben ist.

An diesem Tag arbeiteten wir zügig ohne Mittagspause von morgens um 7.30 bis Abends kurz nach 19 Uhr voll durch um die Terminvorgabe halbwegs schaffen zu können.

Vom Kunden gab es wie gehabt reichlich Trinkgeld und meinte, das er uns wegen sehr guter Arbeit gerne weiter empfehlen wird.

In der Firma sagte der Chef dann zu mir, das wir das doppelte an Zeit benötigten als geplant und wir noch zügiger werden sollen. Ich erklärte dann daraufhin kurz im weiterhin freundlichen Ton wie die Baustelle ablief. Davon wollte er natürlich nichts wissen.

Seine Antwort war nur, ob wir am gleichen Abend noch kurz zu einen weiteren Kunden besuchen könnten um dort eine kleine Solaranlage umzusetzen. Wir sagten nein, da es mittlerweile fast halb acht gewesen ist.

Schließlich sprach er mich da Abends noch auf einen Kunden an, wo wir Freitag ein Badezimmerfenster wechselten. Dort waren vor dem Fensterausbau in der Mauerleibung deutlich erkennbar zwei Fliesen lose und bereits beschädigt. Darauf wies ich den Kunden im Vorfeld hin, das diese nach Ausbau des Fensters durch neue auszutauschen sind. Dieses hielt ich im dafür vorgesehenen Formular schriftlich mit Unterschrift des Kunden fest und teilte es dem Chef noch am selben Tage zusätzlich mit.

Auch dieser Kunde war ebenfalls sehr zufrieden mit unserer Arbeit und auch dort gab es Trinkgeld.

Dennoch moserte mich der Chef am Montag deswegen sehr unfreundlich an, wie es angehen kann wegen den beiden Fliesen. Er fragte dann noch wer es von uns beiden so einen Fusch macht, obwohl wir dafür absolut nichts konnten. Darauf gab ich dann schließlich keine Antwort mehr, da er nun mittlerweile eine Grenze ganz klar überschritt.

Seit Dienstag bin ich nun krankgeschrieben, wo er mir am Telefon nun merkwürdiger Weise das erste Mal freundlich gegenüber trat.

Bin Mal gespannt wie es da jetzt so weiter geht.

Meine Frage an Euch… Wie hättet Ihr in diesen geschilderten Situationen an meiner Stelle so reagiert?


Viele Grüße!

SteveMuc



 
Zeitdruck gibt es ziemlich oft in Berufen - in größeren Firmen geht es eher unter bzw. man nimmt es sich nicht so zu Herzen. In kleineren Firmen kann das schon wieder anders sein - wenn man den Druck bekommt.
Ich kann leider nicht in Dich reinsehen, wie sehr Dich das belastet. Ob Du Dir einen anderen Job suchen kannst?
Eigentlich sollte sich Dein Chef beim Kunden durchsetzen und hinter seinen Mitarbeitern stehen. Vielleicht hat er Angst keine Arbeit an Land zu ziehen wenn er nicht gleich zusagt.
 
Hallo Steve,

wenn das alles so zutrifft, was du geschildert hast, würde ich sagen, dass dein Chef gestört ist. Das du dir erstmal eine Auszeit nimmst, finde ich ok. Du solltest dich um eine andere Tätigkeit bemühen.

Grüsse Robert
 

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