Zu einer therapeutischen Beziehung gehört professionelle Distanz. Es ist Sache des Therapeuten, diese therapeutische Distanz zu wahren.
Da ist eigentlich auch kein Raum für sporadischen Kontakt. Wie auch immer dieser Kontakt aussieht.
Ich finde es bedenklich, daß Deine abgeschlossene Therapie und die Beziehung zum Therapeuten Dich noch so sehr beschäftigt, daß es Dich quasi in Deinem Alltag blockiert und Deine noch offenen Fragen so einen Raum einnehmen.
Das klingt nicht nach einer guten und professionellen therapeutischen Beziehung. Da scheint die Beendigung der therapeutischen Beziehung nicht ganz geklappt zu haben. Das wäre seine Aufgabe gewesen. Kann es sein, daß Du durch Deine Fragen und Deine Verunsicherung innerlich unbewußt noch an der Beziehung festhälst?
Wenn dich das Thema so beschäftigt, daß ein gewisser Leidensdruck in Deinem Leben dadurch entsteht, würde ich vielleicht auch noch mal versuchen, mit einem Dritten darüber zu sprechen. Eine neue Therapie ist vielleicht nicht angezeigt, aber vielleicht eine Beratungsstelle?
Wenn Du Dich hier mehr öffnen möchtest, könnten Dir hier im Forum vielleicht auch einige Lebens- und therapieerfahrene Menschen eine Rückmeldung geben und so bei der Einordnung des Erlebten helfen.
Aus dem was Du angedeutet hast, würde ich Dir zumindest rückmelden wollen, daß es unerheblich ist, warum er etwas seinen Freunden erzählt hat. Es ist wichtiger zu erkennen, daß er sich falsch verhalten hat. Mir erscheint es so, daß Du auf der suche bist, nach Gründen, um Verständnis für sein Verhalten aufzubringen, anstatt zu akzeptieren, daß er Fehler gemacht hat und sich unprofessionell verhalten hat. Wie fühlt sich das für dich an, zu erkennen, daß es eben keinen guten Grund für sein Verhalten gab, sondern er sich falsch verhalten und die Therapie damit unnötig belastet hat?
Wichtig ist aber auch, zu akzeptieren, daß man manchmal einfach mit Fragen zurück bleibt, die man nicht mehr geklärt bekommt.
Jedenfalls würde ich den Kontakt zu dem Therapeuten, so wie Du ihn hier angedeutet hast, beenden. Manchmal braucht es das, um einen klaren Abschluß zu finden und weitergehen zu können. Auch wenn nicht alles geklärt wurde.