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Mit Mitte 30 noch nie gearbeitet, Jobsuche aufgeben?

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 114641
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Ich verstehe immer noch nicht ganz, warum du jetzt nicht doch einen Job in der Pflege annimmst (gibt es auch als Teilzeit und ambulant) und dich nebenher auf deinen Traumjob wegbewirbst. Sodass du deine neuerliche Belastbarkeit unter Beweis stellst?

Ich kann es durchaus verstehen, dass du nicht in der Pflege versauern willst. Aber aktuell ist es doch so, dass du in deinen Traumberuf nicht reinkommst, weil dir jeder unterstellt, dass du wegen deiner Vergangenheit nicht belastbar genug bist. Im Gegensatz zur Pflege ist der Mangel auch nicht so groß, dass man (fast) jeden nehmen muss, den man kriegen kann. Solange du weiterhin untätig auf dem Sofa sitzt, wird sich jedenfalls nichts daran ändern, dass dich in der Heilerziehungspflege niemand einstellen will. Da wäre es doch besser, erst mal deine Belastbarkeit mit einem Pflegeberuf zu demonstrieren, um dieses Problem im Lebenslauf wieder etwas auszubügeln.

Was an einem Bundesfreiwilligendienst so viel besser als in der Pflege sein soll, erschließt sich mir ebenfalls nicht. Das ist doch das, was früher der Zivildienst war, oder? Also meine Freunde, die den damals noch machen mussten, wurden häufig ins Pflegeheim gesteckt. Da kannst du dann genauso gut direkt in der Pflege arbeiten, da verdienst du dann immerhin mehr.
 
"Ich hätte ja auch ganz gerne einen Partner, aber einen der gesund ist und arbeiten geht. Das geht aber nicht solange ich selber nicht arbeite. "

--> Den Satz verstehe ich überhaupt nicht. Was hat denn die Liebe zu einem Menschen damit zu tun, was er oder sie arbeitet oder eben nicht? Wenn ein Mann daran seine Partnerin ausmacht, kannst Du den Typen gleich in der Pfeife rauchen.

Chris, ein Mann

Das verstehe ich sehr wohl. Die Liebe ist eine Sache und ich kann mir schon vorstellen, dass sie einen findet, der trotzdem mit ihr zusammenkommt. Aber eine Heirat ist irgendwo doch nochmals etwas anderes.

Denn die kann massive finanzielle Folgen auch im Falle einer Trennung haben. Wenn ich und mein Freund heiraten und uns scheiden lassen, brauche ich nicht nach anschließendem Unterhalt zu fragen. Jeder Richter würde mir sagen "Sie sind gesund und gut ausgebildet, gehen Sie gefälligst arbeiten und liegen Sie nicht ihrem Ex auf der Tasche". Bei der TE ist das aber anders. Sie hatte schon vor der Ehe Probleme, einen Job zu finden. Hinzu kommen die psychischen Vorerkrankungen. Ein findiger Anwalt kann leicht vorgeben, dass sie immer noch unter psychischen Problemen leidet, ihr eine Arbeit (die ausreicht um sich komplett selbst zu versorgen) daher nicht zuzumuten sei und die Ehe sie zusätzlich in ihrer Karriere behindert habe ("aus Liebe zum Mann" nicht gearbeitet und stattdessen Haushalt gemacht). Schwupps, darf er ihr erst mal Krankheitsunterhalt oder sonstigen nachehelichen Unterhalt zahlen und wer weiß für wie lange.

Ich würde jedenfalls nicht sagen, dass man einen Mann in der Pfeife rauchen kann, wenn er sich darüber Gedanken macht und sich daher gegen eine Eheschließung entscheidet. Oder auch für die ganze Beziehung, etwa wenn sein Gehalt alleine reicht, um gut leben und auch mal in den Urlaub fahren oder auf ein Haus sparen zu können, während ihm dank Bedarfsgemeinschaft mit der TE sonst selber nicht mehr viel mehr als Sozialhilfe übrig bleibt. Daher habe ich schon Verständnis wenn ein Mann sagt "sie sollte sich wenigstens notdürftig selber verhalten können".
 

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