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Mit 31 erst Studium fertig, nur Absagen bisher. Lehre machen?

. Wie stellst denn du dir die Vermögensverhältnisse eines Ingenieurs vor, der gerade erst mit dem Studium fertig geworden ist? 😱

Das kommt auf das Elternhaus an. Bei wohlhabende Eltern ist die Finanzierung unproblematisch, Leute aus einfachen Verhältnisse stehen kurz vor der Privatinsolvenz.
 
Das Problem ist, dass es seit der Krise bis heute einen Ingenieurüberschuss gibt - auch/gerade im Maschinenbau. Und zwar bei den berufserfahrenen Ingenieuren und erst recht bei den Absolventen. Wenn die Verbände von Mangel reden, meinen die, dass sie Sorge haben, dass das Mismatch zugunsten der Arbeitgeber unter 20 % abfällt. Also Mangel ist, wenn sich auf alle Stellen in Deutschland nicht jeweils mindestens 1,2 Bewerber kommen. Es soll immer eine Reservenarbeitslosenbank geben, damit die Gehälter unter Kontrolle bleiben. Der TS hat das Problem, dass er in Industriemaßstäben betrachtet zu alt für ein Ingenieurabsolvent ist, zu lange studiert hat und die Noten wohl nur Durchschnitt sind. In unserem Abgang Oktober 2008 war für die Hälfte (also dem Durchschnitt) die Maschinenbauingenieurkarriere nach mehr als einem Jahr Arbeitslosigkeit beendet, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Die meisten hatten Gott sei Dank vorher eine Lehre gemacht und konnten ihren alten Beruf wieder aufgreifen. Einige hatte sich ne Ausbildung gesucht und mit viel Glück bekommen, der Rest machte gleich nach dem der Absagenmarathon eingeleitet wurde, trotz Diplom noch einen Master drauf, damit die Lebenslauflücke nicht existenzvernichtend wird. Ingenieurdienstleister sind aktuell keine Alternative. Die mussten in der Krise ihren Aderlass lassen, ist klar, zuerst werden die Externen gefeuert, und jetzt beim vorsichtigen, kleinen Aufbau des Personals setzen die Firmen natürlich auf Interne, wenn auch nur sehr oft befristet und man nur die Besten aus dem Markt selektiert. Die Ingenieurdienstleister werden ihr Personal nach Ferchaus Zahlen zu urteilen dieses Jahr auf Krisenniveau stabilisieren können. Natürlich müllen die Ingenierdienstleister weiter die Stellenbörsen zu, aber das liegt an deren Rekrutierungsweise, nicht daran, dass die Jobs bei denen auch vorhanden wären. Wie es auf dem Ingenieurmarkt wirklich aussieht, bleibt den meisten Leuten mangels Ingenieurstudium verschlossen. Die glauben es herrscht dort die gepriesene Vollbeschäftigung. Das Gegenteil sieht anders aus, gerade für die Durchschnittler. Maschinenbau unterscheidet sich nicht mehr von Jura. Die Besten haben die in den Statistik angebenen Gehälter und Arbeitsplatzchancen, der Rest kämpft mit Magergehältern und Arbeitslosigkeit bzw. beruflicher Neuorientierung. Schließlich ist ein Vegetieren in Hartz kein Zuckerschlecken, also werden alle Strohhalme gegriffen und die arbeitslosen Ingenieure tauchen nie wieder in der Statistik auf. So erklärt sich die niedrige AL-Quote unter Ingenieuren.
 
Das schlimme ist...

selbst wenn man einen 1er-Abschluss nach 8 Semestern vorweisen kann, braucht man zuweilen Monate, teils mehr als ein Jahr, ehe man einen Arbeitgeber findet, der auch Berufseinsteiger nimmt. Meinem Verwandten blieb nur eine Zusatzausbildung.

Die Firmen wollen Profis, die idealerweise mehrere Jahre Praxis in exakt dem Segment vorweisen können, in dem die Firma tätig ist.
Kein Absolvent kann das bieten.

Die Arbeitgeber wollen teure Scheine und Auslandssemester.
Nur Kinder reicher Eltern können sich das leisten. Ein Auslandssemester kostet ca. 6 mal so viel wie mein letztes Auto...


ich rate dem threadersteller:

1. Unterlagen prüfen (lassen) ggf. würde ich auch mal drüber sehen, wenn er das möchte.

2. Praxis und Scheine sammeln - zur Not für Kost und Logis. Habe festgestellt, dass es bei den Volkshochschulen z.B. auch anspruchsvolle EDV-Kurse und Sprachkurse gibt.

3. Die Wartezeit nutzen - wenn nicht mit Bildung, dann z.B. mit Ehrenamt. Alles ist besser als daheim rumsitzen, man wird wahnsinnig. Da der threadersteller nach dem Studium automatisch auf Hartz VI rutscht (interessantes Detail: damit ist die Akademiker-Abteilung im Arbeitsamt nicht für ihn zuständig), gäbe es auch die Möglichkeit, über einen 1€-Job eine sinnvolle Aufgabe zu finden (ich z.B. habe als wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet).


Ich habe vor 5 Jahren in dieser Klemme gesteckt, mein Verwandter vor 2 Jahren, es ist echt depimierend, dass sich das einfach nicht bessert...

Grüße
Tomoko
 
Sammel Praxiaerfahrungen durch hochwertige Praktika. Ich weiß, ist nnicht das, was man nach dem Studium will. Aber besser ein halbwegs bezahltes Praktikum (große Firmen, keine Ahnung, was deine Spezialisierung ist) als eine Lehre oder Zeit mit Nichtstun zerschlagen.
 
Das schlimme ist...

selbst wenn man einen 1er-Abschluss nach 8 Semestern vorweisen kann, braucht man zuweilen Monate, teils mehr als ein Jahr, ehe man einen Arbeitgeber findet, der auch Berufseinsteiger nimmt. Meinem Verwandten blieb nur eine Zusatzausbildung.

Die Firmen wollen Profis, die idealerweise mehrere Jahre Praxis in exakt dem Segment vorweisen können, in dem die Firma tätig ist.
Kein Absolvent kann das bieten.

Die Arbeitgeber wollen teure Scheine und Auslandssemester.
Nur Kinder reicher Eltern können sich das leisten. Ein Auslandssemester kostet ca. 6 mal so viel wie mein letztes Auto...


ich rate dem threadersteller:

1. Unterlagen prüfen (lassen) ggf. würde ich auch mal drüber sehen, wenn er das möchte.

2. Praxis und Scheine sammeln - zur Not für Kost und Logis. Habe festgestellt, dass es bei den Volkshochschulen z.B. auch anspruchsvolle EDV-Kurse und Sprachkurse gibt.

3. Die Wartezeit nutzen - wenn nicht mit Bildung, dann z.B. mit Ehrenamt. Alles ist besser als daheim rumsitzen, man wird wahnsinnig. Da der threadersteller nach dem Studium automatisch auf Hartz VI rutscht (interessantes Detail: damit ist die Akademiker-Abteilung im Arbeitsamt nicht für ihn zuständig), gäbe es auch die Möglichkeit, über einen 1€-Job eine sinnvolle Aufgabe zu finden (ich z.B. habe als wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet).


Ich habe vor 5 Jahren in dieser Klemme gesteckt, mein Verwandter vor 2 Jahren, es ist echt depimierend, dass sich das einfach nicht bessert...

Grüße
Tomoko
 
Was ich bis jetzt gelesen habe sind alles sehr entmutigende Worte für den threadsteller. Ich glaube es kommt nicht so sehr auf das Alter an sondern darauf, ob er selbst schon erkannt hat in welchem Bereich er arbeiten will. Wenn er das genau wüsste und im Bewerbungsgespräch deutlich macht, dass er dafür die geeignete Person ist, würde man ihn wohl einstellen. Denkbar wäre auch eine Promotion anzufangen und diese zügig zu beenden - so hätte er Zeit eingeholt und einen höheren Abschluss. Insgesamt steckt viel Arbeit hinter einem Studium und es ist eine sehr schwierige Lage, wenn es alles umsonst war. Zumal es unmengen an Firmen gibt - er sollte sich bei allen möglichen bewerben und statistisch würde er dann einpaar Gespräche bekommen. Seine Bewerbungsunterlagen müssten aber ansprechend, modern, selbstbewusst, konfliktfrei sein.

Mein Rat: nicht aufgeben. An sich selbst glauben. Die Stärken und Interessen identifizieren und nach denen 'jagen' im Sinne von .. keine generellen Bewerbungen schreiben sondern auf spezielle Aussschreibungen reagieren.
 
Ich könnte sagen ein Netzwerk wie Xing kann überraus helfen.

Sich in ein paar gruppen einschreiben, ein paar "User-Groups" und Interessengruppen finden, dort wenn möglich an Events teilnehmen, mit den Leuten reden, so kommt man viel eher an "gute" Kontakte, die einen dann auch direkt vorschlagen können.


Völlig ohne etwas in ein Unternehmen zu kommen, gerade mit einer einfache Schriftlichen Bewerbung ist SEHR SEHR unwahrscheinlich, außer man ist der absolute Spitzenkandidat, mit mega Abschluß und arbeitet fast für umsonst.


Hat man mal einen guten Kontakte-Kreis und die Interessen treffen genau auf ein Berufsbild und einen freien Platz, dann geht es über Xing relativ flott, ohne den Umweg und den "Zufall" das man herausgepickt wird.


FaceBook ist in den meisten Fällen wohl eher schlecht, gerade wenn man dort zu viel "Party" und ähnliches schreibt, dem entgegen ist Xing auf den beruf fokusiert.

Email Addresse sollte auch nichts abgedrehtes sein, einfach dein Name (hab schon viele mit verrückten Emails gesehen, das wirkt direkt unglaublich schlecht, sowas wie "Party-Biene-85" , das geht einfach nicht in seriösen Umfeld).


Wenn man anfängt Leute direkt zu kennen, geht es viel besser, vor allem zeigt man direkt vor Ort das man sich interessiert und vielleicht kommt man viel eher in Frage.

Könnte helfen.
 
Echt traurig, dass man sich heutzutage selbst als Studierter vorn vorn bis hinten anbiedern muss. Wie weit sind wir eigentlich gekommen? Mittlerweile haben auch schon die hier belächelten Auzubis in der Schule Präsentationen und Vorträge zu halten. Da wird eine gnadenlose Leistungsgesellschaft hochgezüchtet, bei der viele auch kaputtgehen.

kann der Sinn des Lebens sein sich kaputtzumachen? Da ist mir Feizeit und Familie auch 3mal wichtiger als ums Verrecken irgendeine Karriere zu machen in der ich dann verheizt werde.
 

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