Das Problem ist, dass es seit der Krise bis heute einen Ingenieurüberschuss gibt - auch/gerade im Maschinenbau. Und zwar bei den berufserfahrenen Ingenieuren und erst recht bei den Absolventen. Wenn die Verbände von Mangel reden, meinen die, dass sie Sorge haben, dass das Mismatch zugunsten der Arbeitgeber unter 20 % abfällt. Also Mangel ist, wenn sich auf alle Stellen in Deutschland nicht jeweils mindestens 1,2 Bewerber kommen. Es soll immer eine Reservenarbeitslosenbank geben, damit die Gehälter unter Kontrolle bleiben. Der TS hat das Problem, dass er in Industriemaßstäben betrachtet zu alt für ein Ingenieurabsolvent ist, zu lange studiert hat und die Noten wohl nur Durchschnitt sind. In unserem Abgang Oktober 2008 war für die Hälfte (also dem Durchschnitt) die Maschinenbauingenieurkarriere nach mehr als einem Jahr Arbeitslosigkeit beendet, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Die meisten hatten Gott sei Dank vorher eine Lehre gemacht und konnten ihren alten Beruf wieder aufgreifen. Einige hatte sich ne Ausbildung gesucht und mit viel Glück bekommen, der Rest machte gleich nach dem der Absagenmarathon eingeleitet wurde, trotz Diplom noch einen Master drauf, damit die Lebenslauflücke nicht existenzvernichtend wird. Ingenieurdienstleister sind aktuell keine Alternative. Die mussten in der Krise ihren Aderlass lassen, ist klar, zuerst werden die Externen gefeuert, und jetzt beim vorsichtigen, kleinen Aufbau des Personals setzen die Firmen natürlich auf Interne, wenn auch nur sehr oft befristet und man nur die Besten aus dem Markt selektiert. Die Ingenieurdienstleister werden ihr Personal nach Ferchaus Zahlen zu urteilen dieses Jahr auf Krisenniveau stabilisieren können. Natürlich müllen die Ingenierdienstleister weiter die Stellenbörsen zu, aber das liegt an deren Rekrutierungsweise, nicht daran, dass die Jobs bei denen auch vorhanden wären. Wie es auf dem Ingenieurmarkt wirklich aussieht, bleibt den meisten Leuten mangels Ingenieurstudium verschlossen. Die glauben es herrscht dort die gepriesene Vollbeschäftigung. Das Gegenteil sieht anders aus, gerade für die Durchschnittler. Maschinenbau unterscheidet sich nicht mehr von Jura. Die Besten haben die in den Statistik angebenen Gehälter und Arbeitsplatzchancen, der Rest kämpft mit Magergehältern und Arbeitslosigkeit bzw. beruflicher Neuorientierung. Schließlich ist ein Vegetieren in Hartz kein Zuckerschlecken, also werden alle Strohhalme gegriffen und die arbeitslosen Ingenieure tauchen nie wieder in der Statistik auf. So erklärt sich die niedrige AL-Quote unter Ingenieuren.