Hallo Cutie,
das Leben ist leider nicht Hollywood und immer alles leicht..aber darum geht es: erwachsen werden heißt Verantwortung tragen und auch mit Schwierigkeiten fertig werden. Ich denke du kannst das genauso schaffen wie alle anderen auch.
Ich finde du solltest eher Panik haben, wenn du nicht zu einem Psychiater gehst...denn dann wirst du dein Trauma niemals überwinden und dir dein Leben nachhaltig erschweren.
Was deinen Freund betrifft....vielleicht ist er ja der Falsche?...vielleicht ist er ein Egoist mit schwachen sozialen Fähigkeiten? Vielleicht ist er überbelastet mit diesem Problem? Vielleicht ist er auch nur ein wenig trottelig und hat noch nicht geschnallt worum es geht?...Wer weiss....aber auch dein Freund kann dir in Hinsicht auf dein Trauma wenig weiterhelfen, er kann nur für dich da sein und zu dir stehen...immerhin...Die Hauptarbeit - auch zur Entlastung und zum Erhalt eurer Freundschaft - musst du schon selber erledigen.
Sieh es mal so: du hast großes Leid erlitten, schleppst ne Menge Seelenballast mit dir rum, was geschehen ist, ist geschehen und nie wieder rückgängig zu machen, aber du kannst mithilfe von Therapie und weiteren Maßnahmen wie Kampfsport und weiteres Training zur Stärkung von Körper und Geist, also Arbeit an dir selber lernen besser mit diesem Trauma umzugehen, besser mit allen Dingen im Leben umzugehen.
Der Seelenballast muss raus, das weisst und spürst du selber, ansonsten hättest du wohl kaum diesen thread hier aufgemacht....drüber reden ist wichtig, auch wenn es schmerzt und weh tut..ansonsten schmottkert dieses Trauma wie eine Eiterblase in deiner Seele weiter und die kann immer wieder aufplatzen...hier ist Seelenhygiene angesagt...du hast noch wenig Routine darin über diese Dinge zu reden, bzw. überhaupt über innere Dinge, Gefühle, seelische Probleme etc. zu reden, aber man lernt das sehr schnell und mithilfe eines guten verständnisvollen Therapeuten kommt man damit rasch voran. Das ist insgesamt ein wichtiger Lernschritt ins Leben...genausowichtig bzw. noch viel wichtiger wie die normale Schule oder Berufsausbildung...Über innere Probleme reden zu können ist die Grundlage für ein normales Leben...sich davor zu drücken und Schiss davor zu haben ist wie Schiss vorm Atmen haben = überflüssig.
Rumsitzen und Schiss haben und jammern bringt dich leider kein STück weiter!
Es wird allerhöchste Zeit, dass du anfängst Verantwortung für dich zu übernehmen..nicht immer auf andere schieben..wie auf deinen Freund jetzt...sonders selber MACHEN...dich selber gut behandeln und dir fachkundige Hilfe holen und diese auch annehmenh, ich denke dann ergibt es sich von selber, dass auch dein Freund dich anders wahrnimmt und auch ernst nimmt und mehr respektiert und achtet. Ich hatte diese Sache ja bereits mehrfach erklärt wie das funktioniert...auch in normalen Partnerschaften...Partner, die passiv sind und z.B. nicht gut für sich sorgen, sich immer klein machen, sich als schwach und minderwertig sehen signalisieren mangelhaften Selbstwert und werden daher gleichsam automatisch wenig ernst genommen..wahrgenommen werden eher die, die Rabatz machen, wenn ihnen Übles wiederfahren ist und Pflegeaufwand betreiben um ihre verletzte Seele wieder ins Gleichgewicht bringen...
Höre auf dir ständig einzureden, du hättest keinen Mut oder seiest schwach...du hast bisher übermenschliche Stärke im Verdrängen und Verschweigen geleistet..wenn du die Energien umlenkst auf die Therapie dann gehst du ab wiene Rakete....Ich selber war und bin ein ziemlicher Schisshase in einigen Dingen, drücke meine Ängste aber weg...auch das kann man mit der Zeit lernen..aber man muss irgendwann mal damit anfangen...ich hab damit mit ca. 12 Jahren angefangen..du bist mittlerweile auch alt genug um damit anzufangen deinen inneren Schweinehund, der manchmal -wie bei allen anderen Menschen auch- ein verdammter Feigling ist an die Kette zu legen. Man muss da halt manchmal hart zu sich selber sein und sich selber sagen: Los Mädel, komm aus dem Quark, sich vor der Eigenverantwortung drücken gilt nicht...ist schlecht fürs Kharma, schlecht fürs Leben, schlecht für die Liebe...schlecht für alles...
Du kriegst im Leben nix umsonst, ein bissel anstrengen musst du dich schon!
Du kannst das und schaffst das, tritt deinen inneren Schweinehund mal in den Hintern und raff dich auf..ein Gang zum Therapeuten ist wesentlich einfacher für dich als für mich z.B. ein Gang zum Zahnarzt..habe dabei echte Paranoia und packe das trotzdem...
Mach dich nicht verrückt..zu viel Angst macht tatsächlich verrückt = psychotisch, geh die Sache langsam aber konsequent an, mach nen Termin, lern den Therapeuten erstmal kennen, du musst ohnehin nicht sofort alles erzählen, sondern kannst selber bestimmen was du wann sagst...Ich würde dir zu einer weiblichen Therapeutin raten...da fällt dir das Reden ggf. leichter..zumal der Täter männlich war und die Hemmschwelle da höher liegen wird. Die Wahl des Therapeuten steht dir ja frei..kannst das mit dem Hausarzt nochmal besprechen...
Also nur Mut und mach mal was, dann packst du das schon...so schwer wie du dir das momentan einbildest ist die Sache überhaupt nicht...was dir zig Leute mit ähnlichen Vorgeschichten bestätigen können. Die meisten berichten immer wieder darüber wieviel Schiss sie vor dem ersten Schritt in eine Therapie hatten und wie sie sich im Nachhinein schwarz über sich selbst geärgert haben sich so aufgeregt und hochgepuscht zu haben in ihrer Angst...Angst und Bedenken die vollkommen überflüssig gewesen waren...was kann dir denn schon passieren? Einzig nur, dass es dir eines Tages besser geht....ist das sooo beängstigend für dich?
Gruß
Tyra