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Missbraucht vom Vater - anzeigen???

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    vater
Hi,

zu Mayas Beitrag betr. der Anzeige füge ich noch hinzu, dass es bei der Kripo Spezialbeamten oder -beamtinnen gibt, sie auf Mißbrauchs- oder Sexualdelikte spezialisiert sind..nach denen kann und sollte man verlangen. Gut ist auch wenn ein Polizeipsychologe mit dabei ist...passiert aber glaube ich automatisch...

Zu den Verjährungsfristen, hab grad im Netz gelesen, dass die Frist für Mßbrauch bis zum 18. Lebensjahr ruht...d.h. sie beginnt somit erst mit 18 und endet mit dem 28. Lebensjahr. Aber auch wenn verjährt ist ermittelt die Staatsanwaltschaft und in dem Fall dass ausreichender Tatverdacht besteht kann es zur Anklage kommen.

Gruß + auch dir Maya alles Gute!
Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank für die beiden letzten Beiträge. Tut mir wirklich sehr leid für dich Maya. Ich wünsche dir alle Kraft der Welt. Das mit den Verjährungsfristen weiß ich.
Ich habe ja die Überweisung zu einem Psychiater, aber leider liegt diese noch aufm Tisch. Konnte bis jetzt noch nicht den Mut aufbringen, dort anzurufen. Es war schon ein so verdammt harter Schritt überhaupt zu meinem Hausazt zu gehen und ihm davon zu erzählen. Irgendwie muss ich wieder neuen Mut sammeln. Meiner Mutter habe ich jetzt gesagt, dass ich eine Überweisung zum Psychiater habe. Sie sagte dann, dass wir uns sowieso mal darüber unterhalten müssten. Ich habe natürlich abgeblockt und gleich das Thema gewechselt. Ich kann einfach nich darüber reden.
Was meine Schwestern betrifft, denke ich momentan nicht, dass sie mir irgendwie helfen werden. Eine hat momentan andere Sorgen (der Papa ihres Freundes hat sich erst umgebracht, sie und ihr Freund versuchen gerade, ein neues Leben zu beginnen) und meine andere Schwester möchte vorerst nicht. Bei den beiden war es ja auch nicht so schlimm (möchte ich jetzt auf keinen Fall verharmlosen), aber für die war das vielleicht nicht so wie für mich.
Angenomme ich würde jetzt zur Kripo gehen und eine Anzeige aufgeben, was brauch ich da alles für (hatte noch nie mit der Polizei zu tun)? Muss ich einfach meine Aussage machen? Was ist wenn die nach Beweisen fragen oder fragen, warum ich erst jetzt (13 Jahre nachdem der Horror endlich aufhörte) komme? Wenn die Polizeipsychologen haben, warum soll ich dann zu einem Psychiater?

Ich wünschte, ich hätte so viel Kraft, wie manch eine hier in diesem Forum.

Meinem Freund habe ich übrigens immer noch nichts von erzählt. Irgendwie male ich mir immer einen schönen Moment aus, wo ich denke, dass wäre die richtige Gelegenheit, aber dann kommt wieder irgendwas anderes dazwischen, dass es doch nicht die richtige Gelegenheit war.

Mit fehlt einfach Kraft.

Aber ich muss jetzt erstmal Kraft für meinen nächsten richtig großen Schritt sammeln.
 
Hallo,

zu einer Anzeige brauchst nur du dich selber und deinen Ausweis ggf. Als mögliche Zeugin kannst du deine Schwester benennen, der es ja auch passiert ist. Würde ich vorher mit ihr besprechen.
Ein Polizeipsychologe macht nur die ersten begleitenden Schritte, z.b. auch zur Aufnahme der Anzeige...das gute an denen ist, dass die geschult sind um richtig mit Gewaltopfern umzugehen....
Ein Psychiater ist wichtig, wenn dein Hausarzt dir dazu geraten hat...ist was völlig anderes als ein Psychologe, v.a. Polizeipsychologe, der keine richtige Therapie mit dir macht, sondern dir nur dabei hilft die polizeiliche Befragung gut durchzustehen.

Mit Kraft hat das an sich nix zu tun...sondern mit good will und ein wenig Ehrgeiz mal was für dich zu tun...wenn bereits dein Hausarzt meint, du solltest frühestmöglich zu einem Psychiater...nicht lange zögern, nicht nachdenken, nicht zweifeln oder an der eigenen Angst festkrallen und verkriechen, sonder einfach durchziehen...tritt dich da mal selber in den Hintern, damit du aus den Puschen kommst! Ist wie vom 10 Meter-Brett ins Wasser springen...man sagt sich, dass mans packt und springt einfach...fertig...bei so was schalte ich mein Denken immer aus und lass auch der Angst nie ne Chance....was getan werden muss muss getan werden und fertig...obwohl war ein beklopptes Beispiel mit dem 10-Meter-Brett...da runterspringen ist ja nicht nötig...allerdings Zahnarzt oder so..ich bin ja im Leben überall total mutig, aber wenn's um Zahnarzt geht, mutiere ich zur bibbernden Mini-Maus und Ober-Angstbuxe....dennoch besiege ich da meine Ängste raff ich mich immer auf meine Kontrollen zu machen, regelmäßige Zahnreinigung etc...und nachher belohne ich mich dann selber...morgen ist es wieder so weit...und ich kauf mir dann anschließend eine Tasche, die ich schon lang ins Auge gefasst hatte, die mir aber zu teuer war..aber wenn ich morgen brav meinen Zahnarzt-aua-termin durchgehalten habe...dann darf ich mir das mal gönnen.. 🙂

Ich drück dir die Daumen und mach mal...setz dir selber ne FRist und halte die ein...und danach unternimmst du was Schönes, gehst Eis essen oder was du halt gerne magst....dann haut das schon hin!

Gruß
Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
HalloTyra,
danke für deine lieben Worte. Bisher bin ich leider noch nicht weitergekommen. Ich war immer noch nicht bei dem Psychiater. Ich habe irgendwie keinen Mut dazu. Aber ich hoffe, dass ich mir mal bald einen Ruck geben kann und es dann schaffe. Auch muss ich die Anzeige machen. Mir fällt das alles so verdammt schwer, jetzt in die Hand zu nehmen. Aber ich muss. Eigentlich überwinde ich immer alles, wenn irgendetwas ansteht, aber das ist irgendwie was ganz anderes. Viel schwieriger, als alles andere zusammen. Ich habe jetzt bald Urlaub, fliege dann in die Staaten für 4 Wochen. Ich hoffe, dass, wenn ich es vorher noch nicht geschafft habe, ich es dann nach dem Urlaub anpacken werde.
Ich weiß nicht, ob mir meine Schwestern da mithelfen würden. Ich glaube es irgendwie weniger, aber ich weiß es nicht. Eine meiner Schwestern wohnt ja in Köln. Sie wird mir dann hier wohl kaum beistehen. Die Entfernung ist einfach zu groß. Und meine andere Schwester hat ja kaum was "erlebt" (doof ausgedrückt). Ich weiß nicht, ob sie sich diesem Disaster aussetzen wollen würde. Aber ist ja auch egal, ich muss auf jeden Fall was machen. Ich brauche irgendwie einen Anstoß. Als ich bei meinem Hausarzt war, war das schon total schwierig. Aber wenn ich mir das jetzt so überlege, ging es mir danach eigentlich schon etwas besser. Also kann es ja nicht so schlimm sein, zum Psychiater zu gehen. Mit jemandem zu reden, der wirklich Ahnung hat. Ich muss echt son Ruck kriegen, damit ichs pack.
 
Hallo Cutie,

ich bin sicher, dass du dir diesen Ruck bald selber geben kannst....mit dem Hausarzt hat es ja auch vorher geklappt, oder? Und wie du auch sagtest, wird es gar nicht so schlimm sein zu einem Psychiater zu gehen. Die beißen nicht und können dir eine wertvolle Hilfestellung sein.
Zudem: viele Dinge sind im Leben nicht leicht, aber da muß man durch und das packst du auch! Mußt dir nur ein wenig mehr zutrauen, Tag für TAg ein wenig mehr...

Auch wenn deine Schwestern dir momentan nicht direkt helfen können, du kannst dir auf jeden Fall zunächst einmal selber helfen...erwachsen werden bedeutet sich immer mal wieder selber zu motivieren und ein wenig in den Hintern zu treten um zu tun, was notwendig ist, auch und v.a. unbequeme und schwierige Dinge.

Du sprachst von deinen beiden anderen Schwestern, einer die kaum was "erlebt" hat...Auch wenn sie nur ein einziges Mal mißbraucht worden sein sollte, ist das bereits zu viel...darüber sollte sie sich klar sein. Man sollte da nix herunterspielen...ist schlecht fürs Selbstwertgefühl.
Ich würde mal früher oder später das Thema Anzeige zusammen mit deinen Schwestern besprechen, ggf. nachdem du ein wenig stabiler und mutiger durch Therapie geworden bist. Neben Psychiater, der ja meist medikamentös arbeitet würde ich auf jeden Fall auch noch nach einem Psychologen Ausschau halten. Denn Tabletten allein werden als Therapie nicht reichen...aber da kannst du nach deinem Urlaub in den Staaten ja nochmals deinen Hausarzt fragen oder ggf. bei einer Beratungsstelle anrufen, die haben oft die besseren Adressen für spezialisierte Psychologen parat. Der Psychiater von dem du ja bereits die Adresse hast, kann dir da sicherlich auch weiterhelfen und einiges erklären.

Zunächst mal mach dir im Urlaub eine schöne Zeit und schöpfe mal ein wenig Kraft und Mut, damit du danach die Dinge mal beim Schopf packst, dann wird's schon wieder werden!

LG
Tyra
 
ich hab totale panik jetzt zu einem psychiater zu gehen. ich traue mich das einfach nicht. ich weiß nicht einmal ob ich jetzt jeh wieder zu meinem hausarzt gehen werde. ich hab so viel kraft aufgewendet, um ihm das zu erzählen. irgendwie schaffe ich das nicht noch einmal. und mein freund hat auch null ahnung. irgendwie scheint ihn das nicht zu interessieren. und das belastet mich auch noch mal zusätzlich. irgendwie verstehe ich nicht, warum manche menschen immer für alle das sind und wenn man sich dann mal wünscht, dass der eigene freund für einen da ist, dann wird man nur im stich gelassen. ich hab ihm so oft von dieser shg.li - seite erzählt, dass er da mal gucken soll und er mich dann vielleicht ein wenig besser versteht in einigen dingen, aber irgendwie kümmert ihn das nicht. das macht mich auch noch mal ein wenig mehr fertig.
ich wünschte, das alles wäre leichter. und ich wünschte, ich hätte so viel kraft, wie manch ein anderer hier auf dieser seite.
ich bin einfach nur total schwach, ohne mut. ist doch alles totale kacke.
 
Hallo Cutie,

das Leben ist leider nicht Hollywood und immer alles leicht..aber darum geht es: erwachsen werden heißt Verantwortung tragen und auch mit Schwierigkeiten fertig werden. Ich denke du kannst das genauso schaffen wie alle anderen auch.

Ich finde du solltest eher Panik haben, wenn du nicht zu einem Psychiater gehst...denn dann wirst du dein Trauma niemals überwinden und dir dein Leben nachhaltig erschweren.

Was deinen Freund betrifft....vielleicht ist er ja der Falsche?...vielleicht ist er ein Egoist mit schwachen sozialen Fähigkeiten? Vielleicht ist er überbelastet mit diesem Problem? Vielleicht ist er auch nur ein wenig trottelig und hat noch nicht geschnallt worum es geht?...Wer weiss....aber auch dein Freund kann dir in Hinsicht auf dein Trauma wenig weiterhelfen, er kann nur für dich da sein und zu dir stehen...immerhin...Die Hauptarbeit - auch zur Entlastung und zum Erhalt eurer Freundschaft - musst du schon selber erledigen.

Sieh es mal so: du hast großes Leid erlitten, schleppst ne Menge Seelenballast mit dir rum, was geschehen ist, ist geschehen und nie wieder rückgängig zu machen, aber du kannst mithilfe von Therapie und weiteren Maßnahmen wie Kampfsport und weiteres Training zur Stärkung von Körper und Geist, also Arbeit an dir selber lernen besser mit diesem Trauma umzugehen, besser mit allen Dingen im Leben umzugehen.
Der Seelenballast muss raus, das weisst und spürst du selber, ansonsten hättest du wohl kaum diesen thread hier aufgemacht....drüber reden ist wichtig, auch wenn es schmerzt und weh tut..ansonsten schmottkert dieses Trauma wie eine Eiterblase in deiner Seele weiter und die kann immer wieder aufplatzen...hier ist Seelenhygiene angesagt...du hast noch wenig Routine darin über diese Dinge zu reden, bzw. überhaupt über innere Dinge, Gefühle, seelische Probleme etc. zu reden, aber man lernt das sehr schnell und mithilfe eines guten verständnisvollen Therapeuten kommt man damit rasch voran. Das ist insgesamt ein wichtiger Lernschritt ins Leben...genausowichtig bzw. noch viel wichtiger wie die normale Schule oder Berufsausbildung...Über innere Probleme reden zu können ist die Grundlage für ein normales Leben...sich davor zu drücken und Schiss davor zu haben ist wie Schiss vorm Atmen haben = überflüssig.
Rumsitzen und Schiss haben und jammern bringt dich leider kein STück weiter!

Es wird allerhöchste Zeit, dass du anfängst Verantwortung für dich zu übernehmen..nicht immer auf andere schieben..wie auf deinen Freund jetzt...sonders selber MACHEN...dich selber gut behandeln und dir fachkundige Hilfe holen und diese auch annehmenh, ich denke dann ergibt es sich von selber, dass auch dein Freund dich anders wahrnimmt und auch ernst nimmt und mehr respektiert und achtet. Ich hatte diese Sache ja bereits mehrfach erklärt wie das funktioniert...auch in normalen Partnerschaften...Partner, die passiv sind und z.B. nicht gut für sich sorgen, sich immer klein machen, sich als schwach und minderwertig sehen signalisieren mangelhaften Selbstwert und werden daher gleichsam automatisch wenig ernst genommen..wahrgenommen werden eher die, die Rabatz machen, wenn ihnen Übles wiederfahren ist und Pflegeaufwand betreiben um ihre verletzte Seele wieder ins Gleichgewicht bringen...

Höre auf dir ständig einzureden, du hättest keinen Mut oder seiest schwach...du hast bisher übermenschliche Stärke im Verdrängen und Verschweigen geleistet..wenn du die Energien umlenkst auf die Therapie dann gehst du ab wiene Rakete....Ich selber war und bin ein ziemlicher Schisshase in einigen Dingen, drücke meine Ängste aber weg...auch das kann man mit der Zeit lernen..aber man muss irgendwann mal damit anfangen...ich hab damit mit ca. 12 Jahren angefangen..du bist mittlerweile auch alt genug um damit anzufangen deinen inneren Schweinehund, der manchmal -wie bei allen anderen Menschen auch- ein verdammter Feigling ist an die Kette zu legen. Man muss da halt manchmal hart zu sich selber sein und sich selber sagen: Los Mädel, komm aus dem Quark, sich vor der Eigenverantwortung drücken gilt nicht...ist schlecht fürs Kharma, schlecht fürs Leben, schlecht für die Liebe...schlecht für alles...
Du kriegst im Leben nix umsonst, ein bissel anstrengen musst du dich schon!

Du kannst das und schaffst das, tritt deinen inneren Schweinehund mal in den Hintern und raff dich auf..ein Gang zum Therapeuten ist wesentlich einfacher für dich als für mich z.B. ein Gang zum Zahnarzt..habe dabei echte Paranoia und packe das trotzdem...
Mach dich nicht verrückt..zu viel Angst macht tatsächlich verrückt = psychotisch, geh die Sache langsam aber konsequent an, mach nen Termin, lern den Therapeuten erstmal kennen, du musst ohnehin nicht sofort alles erzählen, sondern kannst selber bestimmen was du wann sagst...Ich würde dir zu einer weiblichen Therapeutin raten...da fällt dir das Reden ggf. leichter..zumal der Täter männlich war und die Hemmschwelle da höher liegen wird. Die Wahl des Therapeuten steht dir ja frei..kannst das mit dem Hausarzt nochmal besprechen...

Also nur Mut und mach mal was, dann packst du das schon...so schwer wie du dir das momentan einbildest ist die Sache überhaupt nicht...was dir zig Leute mit ähnlichen Vorgeschichten bestätigen können. Die meisten berichten immer wieder darüber wieviel Schiss sie vor dem ersten Schritt in eine Therapie hatten und wie sie sich im Nachhinein schwarz über sich selbst geärgert haben sich so aufgeregt und hochgepuscht zu haben in ihrer Angst...Angst und Bedenken die vollkommen überflüssig gewesen waren...was kann dir denn schon passieren? Einzig nur, dass es dir eines Tages besser geht....ist das sooo beängstigend für dich?

Gruß
Tyra
 

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