Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Missbrauchs Erfahrungen , werde ich mich jemals richtig wohl fühlen?

BePerfect

Mitglied
Hey Leute,

Wie bereits im Titel geschrieben habe ich bezüglich psychischen und physischen missbrauch gelitten.
Ich bin seit 3 Jahren in Therapie und versuche endlich die erinnerungen und Gefühle diesbezüglich loswerden.
Leider gelingt es mir nicht immer.

Ich versuche es näher zu beschreiben.
Eigentlich möchte ich ganz viel nähe und Zuwendung und liebe erfahren, aber wenn mein Partner mir versucht das zu geben fühle ich mich meistens sehr unwohl. Und das macht mich traurig und krank.
Es ist nicht nur das, immer wieder kommen Phasen der Erinnerung.
Ich bin dann so traurig und verletzlich und ziehe mich zurück.
Ich rede nicht wirklich,esse nicht viel, nehme dementsprechend ab und gleite langsam in einen kleinen zusammen bruch.
Bevor ich komplett zusammenbrechen, nehme ich ein bedarfsmedikament oder betrinken mich.
In diesen Phasen, ist mir oft kalt, ich hab ständig Bauchschmerzen, Schlafstörungen, ich fühle mich zittrig/wie nervös.

Natürlich stelle ich mir die Frage, ob ich jemals normal leben werde.
Denn eigentlich möchte ich nur das Gefühl haben, nicht alleine zu sein.
Ich möchte jemanden spüren können und mich fallen lassen können, wenn es mir schlecht geht.

Über die tatsächlichen Erlebnisse kann ich eigentlich mit niemandem sprechen.
Mein Partner rastet aus, wenn er davon hört und möchte die Täter umbringen.
Und auch sonst gibt es niemandem.
Ich hab mal betrunken meiner besten Freundin davon erzählt, sie fragt mich seitdem ständig " wie hast du nur überlebt?"
Oder " wie hältst du dein Leben aus"

Um ehrlich zu sein war es meine Entscheidung zu leben, denn tatsächlich war ich mehr tot als lebendig, ich wollte nicht mehr leiden und diesen unerträglichen Gefühlen ausgesetzt sein.
Deshalb fing ich an was zu verändern.

Therapien, Aufarbeitung diverser Themen, Achtsamkeit und so weiter.

Ich frage mich einfach wie lange es noch dauert sich wohl zu fühlen.
Jemanden vollständig zu vertrauen.
Ich vertraue meinem Partner, aber er könnte sich auch verändern.
Und mich verletzten.

Eine der Tatsachen, die mir bis heute Angst macht, als Frau bin ich so hilflos, wenn mein Gegenüber ein Erwachsener, gesunder Mann ist.

Ich fühle mich so schwach und der Welt ausgeliefert, aber ich versuche mehr positives von der Welt wahrzunehmen als negatives.
 

Anzeige(7)

grisou

Sehr aktives Mitglied
Liebe BePerfect,

es ist schwer zu sagen, ob du jemals dich richtig wohl fühlen wirst. Das ist eine sehr individuelle Sache. Ich kann nur von meiner Erfahrung berichten und hoffentlich kann ich dir etwas Mut machen.

Ich habe Gewalt, Missbrauch und Grenzüberschreitungen erlebt in meiner Kindheit und bin mit 20 von dort weg. Jetzt bin ich 35, habe gerade in den letzten Jahren sehr intensiv an mir gearbeitet und mir geht es so gut wie nie. Angekommen bei mir selbst.

Ich kann auf meine BEdürfnisse achten, weiß, wer ich bin und ganz viel kann ich auch schon für mich sehr gut einstehen.

Mir ist sofort dein Nick aufgefallen. BePerfect ist ein Anspruch von außen. Nicht perfektionismus ist wichtig, sondern authenzität. Das ist der Weg zu einem erfüllten Leben. Der Anspruch man müsse perfekt sein und dann wird man schon geliebt, verbaut uns den Weg zu uns selbst.

Das ist viel schmerzhafte Reflektionsarbeit, immer wieder hinschauen, ausprobieren, neues zulassen, die Ängste nicht zur Grenze werden lassen.

Aber natürlich sind noch viele der alten Ängste aktiv. Muster werden leicht getriggert. Das Leben ist noch viel mehr Stress als es eigentlich sein müsste.

Vor allem habe ich mich verändert und eine andere Perpektive auf die Welt. Trotzdem ist es immer noch so, wie du schreibst, ich kann Nähe sehr schwer ertragen. Aber ich kann besser auf mich schauen und sagen, was ich gerade brauche. Mein Partner und ich leben in getrennten Wohnungen. Ich brauche meinen Rückzugsort. Und er musste lernen, dass ich ganz viele Gespräche brauche darüber, was ich gerade brauche. Ich habe nicht mehr den Anspruch es für ihn perfekt zu machen sondern ich möchte, dass es mir gut geht. Dazu musste ich aber erst mal erfahren, was tut mir denn gut. Wie fühlt sich das an, wenn es mir gut geht. Und das alles habe ich in der Therapie erarbeitet.

Was ich heute auch weiß, ich muss genau hinschauen, wie weit ich schon gekommen bin, gerade am Anfang vom Weg fühlt es sich so an, als würde es nie besser werden. Ich habe jetzt sechs Jahre intensive Therapie und komme zum ersten Mal an einen Punkt, wo ich das Leben genießen kann. Mal Ruhe mir erlaube. Ich habe endlich mal das Gefühl, es ist nicht nur alles bedrohlich und ein Kampf. Das ist eine lange Zeit, um da hin zu kommen. Und darum ist es so wichtig sich immer wieder bewusst zu machen, jeden einzelnen Schritt, den man vorwärts gekommen ist, wo es einem besser geht.

Du hast viel Gewalt erlebt. Das sollte kein Mensch und das ist einfach schrecklich. Man kann das nicht einfach so ablegen. Aber es ist möglich, dass man trotzdem glücklich wird. Ich habe eine Bekannte, die hat auch in der Kindheit schlimme Gewalt erlebt. Jetzt mit 60 ist sie zum ersten Mal glücklich und angekommen. Das war ein langer, schmerzhafter Weg für sie. Trotzdem sagt sie, es hat sich gelohnt. Weil das Leben wirklich so schön sein kann. Und das einmal erleben zu dürfen, das ist es wert. Ich wünsche dir das sehr, dass du das auch erleben wirst und nicht erst in einem oder zwei Jahrzehnten! Gib den Mut nicht auf!
 

BePerfect

Mitglied
Eigentlich wünsche ich mir, dass er mehr für mich da ist. Ich bin schon mehr mit meiner besten Freundin in einer Beziehung als mit ihm.
Und dadurch, dass er mit dem Thema gar nicht umgehen kann hab ich eigentlich nur meine Therapeutin.
Aber sie weiß es halt nicht wirklich.
Und eigentlich müsste ich mal betrunken sein um es ihr zu sagen, weil ich viele sachen einfach nüchtern nicht ertragen kann.

Perfektion verfolgt mich irgendwie schon immer, sogar jetzt wo ich nicht mehr versuche perfekt zu sein.
Und ja du hast recht ich versuche wirklich immer es allen recht zu machen.
Und eigentlich will ich nur mal gesehen und verstanden werden.
 

smileempty

Mitglied
Hallo BePerfect,

Alkohol und Medikamente sind dekonstruktiv. Das wissen wir beide. Das dein Partner aggressiv reagiert ist für mich nachvollziehbar, er will dich beschützen btw. rächen. Der ist selbst überfordert. Er scheint dich sehr zu lieben sonst würde er nicht so reagieren, ich würde wahrscheinlich ähnlich reagieren. Mein Rat an dich ist definitiv eine Therapie, wenn du merkst das dein Therapeut/in keinen Weg einschlägt der bei dir einen positiven Effekt erzieht solltest du wechseln. Es gibt viele und leider auch viele schlechte Therapeuten. Man kann sich auf die nicht Blind verlassen. Eventuell kannst du deinen Partner mehr einbeziehen und Halt einfordern. "Das Innere-Kinder-Retten, Sanfte Traumaverarbeitung bei Komplextraumatisierung" Autorin Gabriele Kahn, dieses Buch möchte ich dir empfehlen, allerdings nur wenn du dich Gefestigt genug fühlst dich mit deiner eigenen Trauma Vergangenheit außeinander zusetzen. Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft. Hasse dich nicht für deine "Schwäche", dass du dich außeinandersetzt für deine Beziehung und JA sagst zum Leben ist ein Beweis der Stärke. Kopf hoch Kleines.

Grüße.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
S ich werde manchmal von mein freund geschlagen Gewalt 22
L Werde von Mann fertig gemacht. Gewalt 5

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer
  • Im Moment ist niemand im Chat.
  • Chat Bot:
    Raumnachrichten wurden entfernt!
  • Chat Bot:
    Hase C. hat den Raum verlassen.
  • Chat Bot:
    Hey224 hat den Raum verlassen.

    Anzeige (2)

    Oben