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Mißbrauch-Reden oder Schweigen 2

G

Gast

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Hallo,
hier bin ich wieder-vielen Dank, für all die unterstützenden Tipps!
Und ich habe wieder eine Frage- wie sage ich meinen Eltern am besten,daß ich missbraucht wurde ?
Wir wohnen 500km auseinander-ich glaube nicht, daß ich sowas direkt ins Gesicht meiner Eltern sagen kann-(bin nicht gerade mutig).
Ein Brief ist vielleicht auch nicht so toll-liegt dann noch in 10 Jahren in der Schublade -mit dem Wortlaut von heute...
Und am Telefon ?! Vielleicht legt meine Mutter auf bevor ich zu Ende gesprochen habe ?
Bitte sagt mir, was Ihr für eine gute Lösung haltet ! Ich muß jetzt mal endlich rausrücken mit der "Geschichte" !!! Es wird so Zeit dafür....

Vielen lieben Dank !!!!
 
Hallo Gast,

so etwas erzählt man von Angesicht zu Angesicht.

es macht keinen Sinn wenn Du es rauszögerst,Deine Mama reagiert vielleicht anders als Du jetzt denkst.Am Telefon ist das total falsch und ein Brief? Wie soll Dich Deine Mama in die Arme nehmen und Dich trösten,sogar mit Dir weinen? das alles geht nur im persönlichen Gespräch.Du mußt ja nicht mit der Tür ins Haus fallen,aber gib ihr die Gelegenheit Dich in die Arme zu nehmen.

Sollte es so sein das sie Dich als Lügnerin bezeichnet...dann hast Du es GESEHEN und mußt Dir auch kein Gewissen mehr machen.
Aber Muttis trösten normalerweise am Besten.
Also habe Mut und suche das persönliche Gespräch.
Drücke Dir fest die Daumen und wünsche Dir Kraft für dieses Gespräch.
Du schaffst das.
Liebe Grüsse
t.t.
 
Hallo Gast,
ich war in einer ähnlichen Situation, in der du jetzt bist und schreib dir jetzt mal, wie ich das gemacht hab.
Also, ich wohne auch einige hundert Kilometer von meinen Eltern entfernt. Ich hätt mich nie getraut, meinen Eltern das am Telefon zu sagen (sie könnten auflegen, ich krieg kein Wort heraus...), aber hatte auch totale Angst davor, es ihnen persönlich zu sagen (es ging um meinen Bruder und ich hatte keine Ahnung, wie sie darauf reagieren würden).
Also hab ich das folgendermaßern gemacht. Hab mich hingesetzt und einen Brief geschrieben, wo alles wichtige drin stand. Dann hab ich meine Eltern angerufen, ihnen gesagt, dass ich mit ihnen reden muss und auf keinen Fall mein BRuder daheim sein soll. Bin dann zusammen mit ner Freundin (die in der Nähe einquartiert wurde, um ne sicherheit zu haben, wenn meine Eltern übel reagieren und ich Hilfe brauch) zu meinen Eltern gefahren, den Brief hat ich in meiner Tasche.
Und dann kam der schwerste moment. Ich saß da mit meinen Eltern und wusste, jetzt muss es raus. Ich hab dann "einfach" angefangen zu reden. Aber wenn ich nicht den Mut gehabt hätte, hätt ich ihnen ja immer noch den Brief geben können.
Jetzt zur Reaktion: auch für deine Eltern wird es erstmal ein schock sein, als selbst, wenn sie zunächst sagen, das du lügst. das ist erst mal ne halbwegs normale Reaktion => Verdrängung. Gib ihnen danach auch Zeit, drüber nachzudenken, drüber zu reden. Vielleicht brauchen sie ein paar Tage, bevor sie auf dich zu kommen. Das war bei meinen Eltern auch so. Sie waren total geschockt und haben gar nichts gesagt, dann gemeint, dass das ja gar nicht sein kann. Ich war ziemlich fertig. Aber danach haben sie mich angerufen, sich entschuldigt, mit mir geredet... sie wollten es halt zu erst nicht wahrhaben.

ich denk, ein paar Punkte sind wichtig, wenn du das machst:
- überleg dir genau, was du sagen willst (willst du nur die Tatsache sagen oder mehr Details?)
- rechne damit, dass sie dir zunächst nicht glauben oder vielleicht auch unangenehme Fragen stellen (ob das wirklich so war, wann denn das gewesen sein soll, was denn genau passiert ist = war es wirklich missbrauch)
- sichere dich ab, dass du, je nachdem wie deine Eltern reagieren, einen Zufluchtsort hast. Eine Freundin, die nicht nachfragt, wenn du nicht willst, aber dir ne UNterkunft geben kann (bei 500 km wirst du ja wahrscheinlich nicht sofort zurückfahren können)
- mir hat die sache mit dem Brief in der Tasche und meiner Freundin im Hintergrund total geholfen, es wirklich durchzuziehen
- fand es auch gut, es vorher angekündigt zu haben, weil sich meine Eltern dann Zeit genommen hatten und auch erwartet haben, dass was "schlimmes" kommen wird (okay, sie haben gedacht ich wäre schwanger von meinem Ex, aber naja...)

Wünsch dir auf jeden Fall alles Gute und ganz viel Mut!!!

Meld dich mal, wenn dus hinter dir hast.
 
Hallo !

Ich denke auch du wirst nicht darum herum kommen, das in einem Gespräch zu klären. Ich hoffe du bist stark genug dafür.

Ich kann nur von mir berichten.
(Bei mir wars der Bruder) Mein Vater lebte schon nicht mehr, also lief das Gespräch mit meiner Mutter. Sie wußte vorher, daß irgendetwas schlimmes kommen würde. Ich bin mit meiner Schwester hin, da es uns beide betraf.
Wir haben uns hingesetzt und ich habe angefangen zu erzählen, ganz kühl und nüchtern und sachlich, so als wenn man sich selber zuschaut, ganz merkwürdig. Das war wohl meine einzigste Chance das überhaupt zu schaffen.
Naja, leider endete das ganze in einem ziemlichen desaster... ich hoffe sehr für dich, daß es bei dir besser läuft.

Trotz allem gehörte das bei der ganzen verarbeitung dazu und da muß man durch. hol dir beistand(freundin) mit der du hinterher deine gedanken und gefühle teilen kannst.

liebe grüße

sonni64
 

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