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Gelöscht 121358
Gast
menie erfahrung ist, dass es eine nicht gerade kleine menge an leuten gibt, die recht oberflächlich durchs leben gehen. andere scheitern an ihren eigenen verletzungen. (wobei die oberflächlichkeit auch oft das vermeiden von verletzungen sein kann.)
es ist schwer menschen zu finden, mit denen man wirklich offen sein kann, die bereit sind, nicht nur schön wetter freundschaften einzugehen. ja nciht mal beziehungen.
bei mir hinterlässt es auch häufig das gefühl, ich bin allein, ich bin es nicht wert, zu empfindlich, nicht angepasst genug.
langsam merke ich, wenn man mich kennen lernt, natürlich zeige ich nicht gleich alle seiten von mir und oft eben eine warme herzliche persönlichkeit, zugewandt, hilfsbereit. und die tiefe, die dunkle seite, zeigt sich erst mit der zeit. bei mir gehört auch immer wieder der rückzug dazu. distanz brauchen. das irritiert die leute dann.
ich sehe es mittlerweile entspannter. beziehungen entwickeln sich, man lernt sich kennen. und es passt solange es passt.
mit mienem partner bin ich seit 20 jahren ungefähr zusammen und wir haben ganz oft um unsere beziehung gekämpft. wenn sie gerade mal wieder harmonisch ist, dann ist wahrscheinlich auch das nur eine phase. uns hat einfach immer verbunden das versprechen, dass wir usn so viel wert sind, dass wir umeinander kämpfen. dass wir nicht aufgeben.
aber die meisten menschen gehen heute sobald es schwierig wird.
was ich gemerkt habe, je mehr ich zu mir stehe, von anfang an meine bedürfnisse in den mittelpunkt stelle, mich zeige, umso schneller gehen leute, die mit mir nicht können. und vieles von dem, was mich so umtreibt, bespreche ich heute in der therapie und damit wird es in der freundschaft nicht so schwer. es landet nicht alles dort. ich entscheide mehr, was ich wann freigeben möchte und es "entlädt" sich nicht. das gibt mir mehr kontrolle.
es ist schon mal gut, dass du dein bedürfnis da wahrnehmen kannst und vielleicht musst du auf der einen seite menschen loslassen, um auf der anderen seite neue in dein leben zu ziehen.
ich will mich auch nicht verstellen müssen, nicht in einer freundschaft. sagen können, wenn mich etwas umtreibt, was mich umtreibt. ich will mich nciht rechtfertigen, manchmal einfach wütend sein und nicht gleich ermahnt werden, ich muss doch verstehen, dass .... nein, ich habe ein recht wütend zu sein. ich muss nicht immer politisch korrekt sein. mir fällt es heute viel leichter dann auch für dieses recht einzustehen.
wie ist es bei dir? kannst du das einfordern und sagen, hatl die klappe, ich bin jetzt wütend und ich bin traurig und ich hasse die täter gerade. und das darf sein. oder versuchst du dich zu rechtfertigen?
wir leben in einer gesellschaft, in der eigentlich keiner wirklich mal schwach sein darf. egal in welchem gebiet. man klagt nicht, man jammert nicht. und wenn man das schon im alltag nicht kann, wie soll man dann mit so "großen Themen" umgehen? ich glaube, du bist da nicht die einzige, die so verloren ist. es geht den meisten menschen so.
das ist so typisch "politisch korrekt". beide seiten sehen, verständnis haben. und ich habe das früh so gelernt. mich in andere hineindenken, verstehen, warum das jemand macht. und es dann entschuldigen auf irgendeine weise.
ich habe erst in der therapie gelernt, zuesrt mal sind da meine gefühle und die wollen ernst genommen werden. und wenn täter nicht klar kommen damit, dass ich sie als letzten dreck sehe, was ist das mein problem? sollen sie halt in therapie gehen und lernen, wie man sich sozial verhält.
ich lasse mich aber nicht auffressen von diesen gefühlen, vor allem nicht von hass. und irgendwann kommt der punkt, da kann es mir helfen zu verstehen. aber das ist ein prozess bis dahin. und da bin ich selbstbewusster geworden. ich kann heute sagen, hey, ich bin noch nicht an diesem punkt. ich bin noch in der phase der gefühle, sortiere noch.
es geht dabei um verantwortung. jeder mensch ist für sein verhalten verantwortlich und da spielt es keine rolle, ob er phädophil ist, eine schlimme kindheit hatte, oder so ein versager, dass er keine frau abbekommt.
selbst wenn man in einem vollbesetzen bus jemand auf die füße tritt, sagt man doch auch nicht "jetzt hab dich nicht so, siehst doch, es ist voll hier". man sagt "entschuldigung". täter hat man von dieser verantwortung frei gesprochen und das ist nicht richtig.
also es ist egal, warum jemand etwas tut. er muss trotzdem die verantwortung übernehmen.
die leute wollen es nicht wissen. sie könnten es wissen. wenn sie zuhören würden, wenn sie glauben würden. was das angeht, gibt es von mir keine entschuldigung. es ist den tätern egal.
das kommt auf die selbsthilfegruppe drauf an. es gibt auch andere gruppen, das hängt immer sehr an den leuten. aber ich verstehe, was du meinst. ich habe das auch schon mitbekommen.
mir hat es sehr geholfen, hier zu schreiben. schön, dass du zu uns gefunden hast!
Vielen Dank für Deine ganzen Gedanken.
Einfordern? Ich glaube ich habe es verlernt 😉 Ich bin ein eher in mich gekehrter Mensch was meine Bedürfnisse angehn. Ich reagiere glaub mimisch wenn mir jm. auf den Strich geht, und sag dann blöder Depp wenn die Person weg ist.
Ich denke es ist evtl. ein weiterer Lernprozess. Ich bin glaub eher noch im Lernprozess bei mir. Mir selber gutes tun können. Mich mehr als nur eine Marionette in der Gesellschaft anzu sehen. Vielleicht werd ich es irgendwann tun können.
Das mit einem Versprechen in einer Beziehung kenne ich. Wir versprachen uns auch ewig zusammen zu bleiben, das nicht alles immer Rund gehen muss. Ab und zu fliegen auch bei uns die Fetzen, aber so ist das Leben. Ich weiß das ich nicht die 100 Prozentig richtige Frau für ihn bin. Er weiss aber auch, das mir manches stört. Das absolut Übereinstimmende gibt es auf der Welt nicht.