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Missbrauch einer Krankschreibung zwecks Pflege von Angehörigen?

Die Frauen in Deinen Beispielen.

Lieber TE: ich wünsche Dir mehr Respek vor dem Leben!
Schau, wenn die Eltern schwer krank sind und/oder sterben, dann geht ein jeder Mensch anders damit um.
Da ist je eine eigene Geschichte, sind je ganz eigene Gründe.

Vielleicht schaust Du hier auch ḿal in den einen oder anderen Thread, wo es um den Umgang mit Krankheit und Trauer geht.
Dann wirst Du sehen, wie vielfältig das alles sein kann.
Dann siehst Du evtl. auch, wie schwer das alles sein kann.

Vielleicht findest Du auch Dich wieder, als Zweifler? Und zwar in irgendeiner Weise letztlich auch betroffen?



LG
Landkaffee
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Sozialversicherungssystem ist nicht zusammengebrochen, nachdem die Frau sich krankschreiben ließ.
Ich finde es unmöglich, wie du dir das Maul über sie zerreißt.

Sie hat sich nicht krankschreiben lassen, um sich auf anderer Leut's Kosten auf die faule Haut zu legen, sondern um Sterbebegleitung bei ihrer Mutter zu leisten.
In so einer Situation wäre ein normaler Mensch gar nicht in der Lage zu arbeiten.
Warum soll sie dafür Urlaub nehmen? Wäre es für dich wie Urlaub, wenn du deiner Mutter beim Sterben zusiehst?

Die Sache scheint dir nach so vielen Jahren immer noch schwer im Magen zu liegen.

Wenn du so dahinter her bist, dass die Krankenversicherungen volle Kassen haben, dann konzentrier dich auf echte "Faulschreiber" und Scheiß sie an.
 
Sie hat sich nicht krankschreiben lassen, um sich auf anderer Leut's Kosten auf die faule Haut zu legen, sondern um Sterbebegleitung bei ihrer Mutter zu leisten.
In so einer Situation wäre ein normaler Mensch gar nicht in der Lage zu arbeiten.
Warum soll sie dafür Urlaub nehmen? Wäre es für dich wie Urlaub, wenn du deiner Mutter beim Sterben zusiehst?
Ich kenne jede Menge "normaler", verantwortungsbewusster, mitfühlender Leute, die in einer solchen Situation gearbeitet und sich außerdem um die Mutter gekümmert haben. Sie haben sich vielleicht in den letzten Lebenstagen der Mutter frei genommen oder nur noch halbtags gearbeitet, um nachmittags und abends am Sterbebett sitzen und sich mit ihren Geschwistern abwechseln zu können. Aber keine Krankschreibung über Wochen. Sowas macht auch nicht jeder Arbeitgeber mit. In Führungspositionen kann man sich das jedenfalls nicht erlauben. Da wird erwartet, dass man auch solche Erfahrungen in relativ kurzer Zeit wegsteckt und tapfer damit umgeht. Da wird man auch von keinem bedauert, sondern hat zu funktionieren.

Deshalb hängen solche Leute nicht weniger an ihren Müttern. Sie leiden nicht weniger darunter, wenn ihre Mütter sterben. Sie machen sich trotz Verzichts auf den gelben Schein auch kein schönes Leben, ohne sich am Sterbebett blicken zu lassen. Im Gegenteil: Sie opfern sogar Urlaub für die Mutter. Obwohl sie genau wissen, dass sie sich dabei alles andere als erholen werden.

Warum die Dame in dem Beispiel dafür Urlaub nehmen sollte? Schlicht und einfach deshalb, weil eine Krankschreibung nur zulässig ist, wenn man selber krank ist und nicht, wenn man eine Sterbebegleitung machen, aber nicht auf seinen Urlaub verzichten will. Den anfänglichen Schock hat man nach ein oder zwei Wochen einigermaßen überwunden und ist dann auch nicht mehr wirklich krank. Sollte es anders sein, dass etwa der Schock zu einer reaktiven Depression geführt hätte, hätte man nämlich auch nicht die Kraft zu der Sterbebegleitung, weder körperlich noch psychisch. In Einzelfällen mag es das geben, aber nicht generell.

Dass der Arzt sie über Wochen krank geschrieben hat, ist dabei unerheblich. Die meisten Ärzte bescheinigen ihren Patienten doch sowieso alles, was diese wollen. Deshalb wird so etwas ja auch von den meisten - wie hier ebenfalls zu lesen ist - als Kavalliersdelikt abgetan.

In Wirklichkeit geht es doch nur darum, dass man nicht bereit ist, seine Arbeitszeit zu reduzieren, Urlaubstage einzusetzen oder sich eine Zeitlang ohne Entgeltfortzahlung freistellen zu lassen. Entsprechende Möglichkeiten gibt es ja heutzutage. Der schnöde Mammon halt. Und zwar auch in Fällen, in denen die Betreffenden es sich zumindest kurzzeitig leisten könnten.
 
Ich kenne eine andere - alleinstehende! - Frau, die hat sich nicht nur insgesamt zwei Monate, sondern mehrere Jahre (!) intensiv um ihre alte und schwerkranke Mutter gekümmert. Alles neben einem anspruchsvollen Vollzeitjob. Nicht ein einziges Mal hat sie sich deswegen krankschreiben lassen. Sie hat Urlaub genommen bzw. Urlaubstage in Zeitguthaben umwandeln lassen, das dann der Mutter zugute kam. Teils machte sie Telearbeit, um in der Nähe der Mutter sein zu können, die in der Zeit von einer Polin betreut wurde. Nachdem die Mutter gestorben war, musste diese Frau erst einmal zur Kur fahren, da sie natürlich erschöpft von alledem war.
Vielleicht sollte man auch diese Frau mal würdigen. Ihre Belastung war sicher nicht geringer als die der Frau in dem ersten Beispiel.
 

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