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Missbrauch einer Krankschreibung zwecks Pflege von Angehörigen?

@ TE

Ich verstehe ehrlich gesagt dein Problem nicht.

Ich bin selber Chef und habe auch schon eine Mitarbeiterin heimgeschickt und um Krankschreibung gebeten, als ihr Mann einen Herzinfarkt hatte und auf der Intensivstation lag. Die war so durch den Wind, dass sie in der Arbeit ohnehin zu nichts zu gebrauchen gewesen wäre.

Und weißte was? Sowas macht ein gutes Betriebsklima aus. Ich kann auf meine Leute zählen, wenn es mal brennt und da guckt dann keiner auf die Uhr. Sie sind einfach da solange es erforderlich ist, ohne Wenn und Aber. 🙂
 
In Führungspositionen kann man sich das jedenfalls nicht erlauben. Da wird erwartet, dass man auch solche Erfahrungen in relativ kurzer Zeit wegsteckt und tapfer damit umgeht. Da wird man auch von keinem bedauert, sondern hat zu funktionieren.
Ich kann ja mit meiner Vermutung falsch liegen. Aber ich nehme an, du bist in einer Führungsposition und hast dir deswegen in einer vergleichbaren Lage solche Freiheiten nicht nehmen können? Bei der Frau in deinem Beispiel war es offensichtlich anders.

Falls ich richtig liegen sollte:

An deiner Stelle würde ich mich damit nicht mehr belasten. Anderen Leuten in einem gehobenen Job geht es auch nicht anders als dir, mit denen solltest du dich darüber austauschen. Fast alle tun für alte und sterbende Eltern das, was ihnen in ihrer persönichen Lebenssituation möglich ist. Da gibt es kein Richtig oder Falsch, Besser oder Schlechter.

Je mehr Verantwortung man im Beruf hat, desto weniger wird man dann von Kollegen bedauert. Desto mehr wird einem auch bei pflegebedürftigen und sterbenden Angehörigen zugemutet. Da wird nicht viel Rücksicht drauf genommen. Außenstehende mit einfacheren Berufen, denen vom Chef und den Kollegen ein Rückzug eher zugestanden wird, können sich das oft gar nicht vorstellen. Die beneiden einen meist nur um den Job und das Geld. Aber wahrscheinlich hast du es doch gar nicht nötig, dich damit hervorzutun, wer das schlimmere Schicksal mit sterbenden Eltern hatte, oder?
 
Ich kenne jede Menge "normaler", verantwortungsbewusster, mitfühlender Leute, die in einer solchen Situation gearbeitet und sich außerdem um die Mutter gekümmert haben. Sie haben sich vielleicht in den letzten Lebenstagen der Mutter frei genommen oder nur noch halbtags gearbeitet, um nachmittags und abends am Sterbebett sitzen und sich mit ihren Geschwistern abwechseln zu können. Aber keine Krankschreibung über Wochen. Sowas macht auch nicht jeder Arbeitgeber mit. In Führungspositionen kann man sich das jedenfalls nicht erlauben. Da wird erwartet, dass man auch solche Erfahrungen in relativ kurzer Zeit wegsteckt und tapfer damit umgeht. Da wird man auch von keinem bedauert, sondern hat zu funktionieren.

Deshalb hängen solche Leute nicht weniger an ihren Müttern. Sie leiden nicht weniger darunter, wenn ihre Mütter sterben. Sie machen sich trotz Verzichts auf den gelben Schein auch kein schönes Leben, ohne sich am Sterbebett blicken zu lassen. Im Gegenteil: Sie opfern sogar Urlaub für die Mutter. Obwohl sie genau wissen, dass sie sich dabei alles andere als erholen werden.

Warum die Dame in dem Beispiel dafür Urlaub nehmen sollte? Schlicht und einfach deshalb, weil eine Krankschreibung nur zulässig ist, wenn man selber krank ist und nicht, wenn man eine Sterbebegleitung machen, aber nicht auf seinen Urlaub verzichten will. Den anfänglichen Schock hat man nach ein oder zwei Wochen einigermaßen überwunden und ist dann auch nicht mehr wirklich krank. Sollte es anders sein, dass etwa der Schock zu einer reaktiven Depression geführt hätte, hätte man nämlich auch nicht die Kraft zu der Sterbebegleitung, weder körperlich noch psychisch. In Einzelfällen mag es das geben, aber nicht generell.

Dass der Arzt sie über Wochen krank geschrieben hat, ist dabei unerheblich. Die meisten Ärzte bescheinigen ihren Patienten doch sowieso alles, was diese wollen. Deshalb wird so etwas ja auch von den meisten - wie hier ebenfalls zu lesen ist - als Kavalliersdelikt abgetan.

In Wirklichkeit geht es doch nur darum, dass man nicht bereit ist, seine Arbeitszeit zu reduzieren, Urlaubstage einzusetzen oder sich eine Zeitlang ohne Entgeltfortzahlung freistellen zu lassen. Entsprechende Möglichkeiten gibt es ja heutzutage. Der schnöde Mammon halt. Und zwar auch in Fällen, in denen die Betreffenden es sich zumindest kurzzeitig leisten könnten.

Merken Sie, dass Ihr Posting voller Unterstellungen ist?
 
Es gibt ja nur verständnisvolle Arbeitgeber in diesem tollen so genannten Sozialstaat. Da regt sich der TE nach Jahren darüber auf, weil eine Frau ihre todkranke Mutter gepflegt hat, anstatt arbeiten zu gehen. Ich hatte mal einen "Chef", der hat den Kollegen, wo das Kind krank war tatsächlich gefragt: Was ist ihnen wichtiger, die Familie oder die Firma. Er stand natürlich zu seiner Familie, wäre auch schlimm gewesen, wenn er Firma gesagt hätte. Soviel zum Verständnis von gierigen Arbeitgebern, die selbst den ganzen Tag faul im Büro rumsitzen und auf Kosten anderer Gesundheit sich die Taschen voll scheffeln.

Entweder ist der TE Mitarbeiter einer Krankenkasse, wo nur Wert darauf gelegt wird, damit es den gierigen Vorständen gut geht oder die kapitalistische Gehirnwäsche der Medien führt zu Aussetzern im Denkvermögen.

In diesem Land gibt es genug Schmarotzer welche hohe Posten haben, kriminelle Banker, ausbeuterische Arbeitgeber, Zocker und gierige Vorstände, warum regt man sich dann über eine arme Frau auf, welche ihre Mutter verloren hat und deswegen krankgeschrieben war? Die waren Schmarotzer sind nunmal die Ausbeuter, welche nicht teilen können und sich an der Arbeit anderer Menschen in krimineller Weise und maßloser Gier bereichern!
 
Ich kenne eine Frau, die sich vor Jahren, als das Pflegezeitgesetz noch nicht galt, für mindestens drei oder vier Wochen hat krankschreiben lassen, um sich um ihre sterbenskranke Mutter kümmern zu können. Urlaub hat sie dafür nicht genommen.

[...]


Haltet ihr es für gerechtfertigt, sich so zu verhalten wie die Frau in meinem ersten Beispiel?



Woher weißt Du, wie es dieser Frau ging? Hat sie es Dir erzählt? Bist Du in ihren Schuhen gegangen?

Ich finde es Schade, dass Du nun nach Rechtfertigungen für Dein Denken suchst, denn Du scheinst nur nach Äußerlichkeiten zu urteilen.
 

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