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Mir fehlt meine Tochter so nach dem Auszug

Tarisha

Mitglied
Vor etwa 1,5 Jahren ist sie nach ihrem Abi und dem Sommer nach dem Abitur ausgezogen. Davor hatten wir, vor allem in den letzten Jahren, ein recht enges Verhältnis zueinander. Sie hat mir so manches erzählt, dass sie gerade beschäftigte und ich ihr auch. Ich habe andere Dinge dann eher mit Freundinnen besprochen und ich vermute sie auch. Ich war durch die Arbeit nicht soo oft zuhause und dadurch haben wir einfach sehr viel geschrieben. Es war so schön, weil es so auf der Ebene von junger Erwachsener zu älterer Erwachsener war und nicht mehr so auf der Mutter-Kind Ebene.
Im ersten Jahr nach dem Auszug war sie in einem FSJ und kam fast jedes Wochenende nachhause. Manchmal kam sie auch schon am Freitagmittag und blieb dann bis Montag, weil sie homeoffice machen konnte. In dieser Zeit sind wir öfter am Wochenende gemeinsam shoppen gewesen und war schon noch viel Zeit für Gespräche.

Seit ca. einem halben Jahr macht sie nun eine Ausbildung in einer Stadt 250 km weg. Seitdem bekomme ich kaum noch etwas von ihr mit. Wenn sie mal kommt, ist meist ihr WG-Kumpel oder ihr Freund dabei. Wir machen dann gemeinsame Spiele und essen zusammen, fahren mal wohin oder die jungen Leute unter sich, aber es bleibt wenig Zeit für einen richtigen Austausch mit ihr, da es eben eher oberflächliche Pläuschchen sind. Telefonate gibt es leider so gut wie gar nicht, da sie sehr ungern telefoniert. Ab und zu schreiben wir miteinander, aber das ist in meinen Augen kein Ersatz für ein richtiges Gespräch unter 4 Augen. Nun ich kann ja nichts erzwingen und möchte das auch nicht, aber ich vermisse sie einfach.
 
Ich kann Dich gut verstehen. Es ist einfach ein neuer Lebensabschnitt, von dem man irgendwie wusste, dass er kommen wird. Das macht es aber nicht weniger schwierig.

Mein Sohn ist noch jünger, aber ich weiß jetzt schon, dass mich das auch sehr treffen wird, wenn es so weit ist.

Wir sollten, denke ich, froh sein, dass sie ihren Weg in Leben finden und glücklich und zufrieden sind. Das hilft vielleicht ein bisschen, das Vermissen besser zu ertragen.
 
Schau mal in diesem Artikel da ist vieles was ich dir gerade mit an die Hand geben möchte aufgeführt. So gesehen sind das Sachen die du längst weißt, dh. ich erinnere dich nur dran und sicher kennst du das noch, als deine Tochter in einem anderen Haus übernachtet hat.
Da sind wir doch beim Thema oder?
Sie ist dort, wo du nicht bist.


Vielleicht wäre es gut, nochmal einiges durchzugehen?
Und ja das Thema wurde in den letzten Jahren sehr intensiv behandelt, aus verschiedenen Blickwinkeln.

Keine Ahnung aber mach mehr für dich?
Aber da sag du lieber, auf was du deinen Fokus legen möchtest.

Ich denke gerade...
Was kannst du dir jetzt am Wochenende gutes tun/
Wie machst du dir unabhängig von der Tochter am Wochenende eine Freude?

Let's go 🙂
 
Zuletzt bearbeitet:
Du musst sie ziehen lassen und unbeschwert ins Erwachsen Leben ziehen lassen. Ja , es ist schwer .
Vermeide , dass Du ihr ein schlechtes Gewissen machst , weil sie keine Zeit hat oder anderweitig beschäftigt ist , ich sehe es eher so , positive Aspekte zu sehen wie :
Sei froh , dass sie nicht nach Australien auswandert und einen flotten Australier mit Farm heiratet , wo der nächste Flughafen 3 Tagesreisen entfernt ist. 🙂

Leider ist es so , wie alle sagen und man es liest.
Jetzt ist es Zeit an Dich zu denken

Hast Du einen Partner , der Dir die emotionale Lücke füllt ?

Oder schaffe Dir einen Hund an , das gibt auch positive Energie
 
Liebe TE, das, was Du jetzt durchmachst, hatte früher sicher auch Deine Mutter so mit Dir erlebt .... und alle vorherigen Generationen ebenso.
Sag' Dir aber eins - Ihr seid im Guten auseinander gegangen. Deine Tochter hat Dich nicht verlassen, sie konnte Dank Deiner fürsorglichen Unterstützung
sich frei zur Selbständigkeit entschliessen. Und natürlich erlebt sie jetzt erst einmal ihr eigenes Leben, muss es sich gestalten und Eigenverantwortung übernehmen. Jedoch ist es bekannt, dass Kinder immer irgendwie wieder zurückkehren. Das braucht nicht ein erneutes Zusammenleben zu bedeuten. Du weisst schon.
Diese Phase der Abnabelung geht auch für Dich vorbei. Es kommen genau auch für Dich andere Zeiten, und bald hast Du Deinen neuen Lebensrhythmus gefunden und wirst Dich wohlfühlen.
 
Ich finde es wichtig, dass Kinder ihre eigenen Wege gehen ohne ein schlechtes Gewissen in Bezug auf ihre Eltern zu haben und dass man sich gut versteht.

Für uns Eltern ist es schön eigene Bezugspersonen und Hobbys zu haben.
Ich freue mich, wenn meine Jugendlichen selbständig sind, aber der gute Draht zwischen uns erhalten bleibt.
 
Liebe @Tarisha, auf mich kommt das gleiche in diesem Sommer zu, und ich sehe dem auch mit Beklemmung entgegen.

Ich finde aber, @Youshri hat es sehr schön beschrieben, so versuche ich es auch zu sehen. Ich kann mich auch erinnern, dass meine eigene Mutter das damals hervorragend hinbekommen hat, mich ohne jede Erwartungshaltung gehen zu lassen, und dass es mir das viel leichter und lieber gemacht hat, den Kontakt zu halten und zwischendurch auch wieder zu intensivieren.

Je älter ich wurde und je mehr ich auf eigenen Füßen stand, desto mehr habe ich mich tatsächlich gemeldet. Die Zeit dazwischen brauchte ich einfach, um mich endgültig abzunabeln und mir selber zu zeigen, dass ich auch alleine klarkomme.

Ist vielleicht alles leichter gesagt als getan, und ich weiß auch nicht, wie ich das hinbekomme (meine Tochter ist zur Zeit für ein halbes Jahr im Ausland, kommt Anfang Mai zurück und zieht dann im September 300km weit weg). Aber ich geb mein bestes, und das tust du ganz sicher auch. Das Leben geht weiter, muss ja 😉
 
Was sicher wichtig ist, selber nicht den Mut zu verlieren und sich zu sagen, okay, das ist jetzt Vergangenheit, es wird nicht mehr so, wie es früher war, aber es geht weiter und ist genauso wenn nicht sogar mehr interessant. Wenn die Tochter spürt, dass sie weiterhin gedanklich begleitet wird und nicht, dass die Mutter nach ihrer Fürsorge und Hilfe schreit, dann kann eigentlich nicht viel schief gehen. Man muss als Elternteil halt wissen, was vorbei ist, ist vorbei aber deshalb noch lange nicht verloren oder gar unwahr.
 
Hallo, ich kann dich sooo gut verstehen.
Meine Tochter ist vor 2 Monaten ausgezogen. Seit 18 Jahren habe ich sie alleine großgezogen. Nun sitze ich allen in einem leeren Haus und fühle mich unendlich allein. Mir fehlt ihre Wärme, unsere Gespräche, unsere Nähe. Ich weiß es ist normal das sie auf eigenen Beinen stehen will. Ich kann auch nicht mit dieser Situation umgehen. Es ist eine Trauer so stark wie bei einem Todesfall. Ich kenne die ganzen „ guten Ratschläge“ aber es bringt mir nichts. Vielleicht klammere ich mich auch zu sehr an die Vergangenheit als für mich die Welt noch in Ordnung war. Kurz um, ich verstehe dich und wünsche dir Kraft um jeden Tag zu überstehen.
 
Wer sich diese Symbiose zwischen Liebe und Schmerz ausgedacht hat, weiß ich nicht, aber sie ist nun einmal da. Vielleicht, weil die Natur ein Vakuum verabscheut und diese Nähe mit der Abwesenheit von Nähe auffüllt und das fühlt sich beschxxxxxn an. Als ob man das vorhersehen könnte und müsste und als ob man dagegen etwas tun könnte. Hat man zu sehr geliebt? Hat man egoistisch geliebt? Kann man nicht "loslassen"? Vielleicht ist von allem etwas dabei, mag schon sein. Aber vielleicht ist das auch einfach nur der Preis der Liebe, um den niemand herum kommt, der liebt. Was für eine idiotische Idee! Wenn dem so ist, dann will ich ihn bezahlen, denn ich liebe und das war und ist mir dieser Schmerz verdammt noch mal wert. Aber deswegen muss ich ihn noch lange nicht willkommen heißen. 🙂

@Tarisha Gerade weil Du liebst, wirst Du das überstehen. Dir wurde nicht nur etwas genommen, sondern auch etwas gegeben. Übersieh das nicht, auch wenn dieser Schmerz vielleicht nie mehr geht. Kennst Du die Geschichte mit der Frage, welchen Wolf Du fütterst?
 
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