AW: Zeichen auf der Stirn---oder wie jetzt?
Gewalt ist IMMER übel,keine Frage.
Was ich aber SCHOCKIEREND finde:
Ohne überhaupt Namen,Daten,Pässe gesehen zu haben,werden
Leute "zugeordnet" in "Ausländer","Südländer","Türken"....
Merkt Ihr es nicht?
Sind wir schon wieder so weit,daß äußere "Rassenmerkmale" genügen,um Leute zu beurteilen?
Waren wir je weg davon? Es braucht viel Toleranz davon wegzukommen. Denn grundsätzlich, wenn man nicht gemeinsam mit diesen Menschen aufgewachsen ist, ist eine gewisse Abneigung gegenüber Andersartigen normal.
Und was ich schockierend finde, dass Rassismus per Definition immer als etwas deutsches gesehen wird. Dabei ist es irgendwie der Zeitgeist vorangegangener Epochen. Einige Völker haben es heute noch nicht abgelegt. Aber das ist ja erstmal egal. Grundsätzlich ist beispielsweise ein Libanese ein lieber Mensch. Und wenn er einen Juden über den Haufen prügelt war das eben ein schlechter Tag, Zufall oder Schicksal. Aber nein, kein Rassismus oder Faschismus.
Regelmäßig steht bei Zeitungsmeldungen:
"Ein fremdländisch aussehender Straftäter..."
"Ein türkischer Gewalttäter,dessen Eltern vor seiner Geburt nach Deiutschland einwanderten..."
Boulevardblätter schreiben immer das, was die Masse lesen will.
Aber es steht NICHT da "Ein DEUTSCHER NAZI kloppfte deutsche Jugendliche zusammen"
"Ein DEUTSCHER Vater mißhandelte über Jahre seine Kinder.."
In Eurer Wahrnehmung wäre vielleicht bei objektiverer Berichterstattung NICHT dieses Bild der Einseitigkeit?
Ich hoffe, ein denkender Mensch kann da unterscheiden. Aber was würde denn der Hinweis nützen, dass es ein Deutscher war?
Jedoch nützt es etwas, wenn man auf vermehrte Ausländerkriminalität hinweist. Denn dadurch lassen sich Probleme in bestimmten Gruppen erkennen und eventuell gegensteuern. Nicht mit Rassismus, Ablehnung oder Abschiebung. Das wäre die Reaktion der Idioten.
Aber eben um Fehler in der Integrationspolitik zu erkennen und zu beheben. Und da gab es enorme Defizite, die durch einige kritische Zungen, wie auch die Sarazins, ans Tageslicht gezerrt wurden. Ich will keine Diskussion über sein Buch anfangen, davon mag jeder halten was man will. Aber als Denkanstoß hat es seinen Zweck erfüllt und es werden hoffentlich bestehende Deifizite ausgebessert. Da hilft kein Abschieben sondern nur investieren, fördern, vorbeugen. Das ist unbequem und kostet Geld, aber ohne diese Maßnahmen wird sich das Problem potenzieren.
Wird eine Meldung KORRIGIERT--wenn sich rausstellt, der dunkelhäutige Schläger ist schon IMMER DEUTSCHER ,ist
ein Hochschulabsolvent mit gutem Job? Der einfach NUR ein Sadist ist--und KEINESWEGS "Haß auf Weiße" hatte oder gar "Deutsche"?
Wird es bei anderen Meldungen korrigiert? Meist eh nur so beiläufig, dass es keiner bemerkt.
Warum gibt es so viel "deutsche" Gewalt an Kindern?
Da regt sich NIEMAND auf und sagt: "Alle deutschen Väter/Mütter sollten SOFORT in den Knast,wenn sie auch nur EINMAL sich an den Schwächsten vergriffen..."
Also ich weiß ja nicht. Über die erziehende Ohrfeige hab ich schon kritische Artikel gelesen. Ist nicht so, als würde das niemanden interessieren. Aber natürlich ist es nicht so öffentlich, weil die Dunkelziffern enorm hoch sind. Ähnlich wie bei Vergewaltigungen.
Aber: diese völlig unsachliche,oft definitiv FALSCHE "Einteilung der Täter" in VERMUTETE "fremde Wurzeln" ist m.E. zu einem großen Teil auch URSACHE der Entwicklung.
Vorverurteilung,Schubladisierung...
Wer dann sachlich richtigstellt ("Der Sohn türkischer Eltern wurde zum Straftäter,weil er seit Jahren soff wie ein Loch---das "gute DEUTSCHE BIER" mit seinen ANDEREN deutschen Null-Bock-auf-Ordnung-Freunden"),
dem wird von etlichen Mitbürgern SOFORT die Ausländerkeule übergehauen:
Nöööö..der soll da hingehen,wo er HERKOMMT.
Das ist doch Stammtischgeschwätz. Mit solchen Leuten würd ich garnicht reden.
Oft kommt der aber aus UNSERER DEUTSCHEN BILDUNG,aus DIESEM LAND--seit Geburt. Wurde durch UNSERE GESELLSCHAFT geprägt.
Es ist ja leider so, dass das deutsche Bildungssystem keine Chancen hat, an diese Leute ranzukommen. Da bestehen große Sprachdefizite, weil zu Hause noch die Muttersprache gesprochen wird. Ich hab es selbst erlebt in der Grundschule. Da waren Geschwister, ein Mädel und ein Junge aus Jugoslawien, Kriegsflüchtlinge. Das Mädel wurde quasi zu Hause voll eingespannt, hatte wenig Freizeit und schon viele Verpflichtungen während der Junge freier war, etliche Freunde hatte. Und das spiegelte es auch in deren Leistungen wieder. Das Mädel war Null bildungsempfänglich, weil sie einfach kaum Deutsch konnte. Der Junge hatte kaum Probleme, sprach fließend Deutsch und konnte sich so auch gut integrieren.
Und ähnlich läuft es doch bei vielen türkischen Familien ab, die hier leben. Da bauen sich teilweise schon türkischsprachige Viertel auf und macht die Integration unmöglich.
Viel differenzierter rangehen,viel intensiver fördern,bilden,Kindergärtenplätze flächendeckend zur Sprachförderung und sozialen INTEGRATON .
Es gibt doch Staaten,wo das viel besser klappt!
Der Staat ist in der Pflicht--aber NICHT mit "Rauswurf".
Genau meine Meinung. Aber wie schon gesagt. Das kostet Geld. Und jedes Jahrzehnt, in dem das verpasst wurde, macht es teurer. Und der Spaß läuft leider schon seit den 60er Jahren schief.