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Menschlichkeit/Anteilnahme/Emphatie

G

gazelle

Gast
Hallo,

gibt es wirklich Menschen die sowas nicht haben? oder welche die es mehr haben als andere? So manche reaktion eines Mitmenschen läßt mich das glauben. Manche leute bringen es fertig andere fallen zu lassen oder zeigen keinerlei Mitgefühl. Aber liegt es nicht in der Natur des Menschen mitfühlend zusein? Immer wieder sehe ich jedoch Menschen die Zärtlichkeiten nicht vertragen, die lachen wenn andere leiden oder denen alles vollkommen egal zu sein scheint. Was stimmt da nicht? Ist das wirklich nur unterschiedlicher Charackter oder steckt da was anderes dahinter? Gibt es tatsächlich Menschen die weniger fühlen als andere?
 

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Elektrolurch

Mitglied
Ja das Beispiel ist sowas von ausgelutscht, aber man denke mal zurück an Nazi-Zeiten? Ich wollte jetzt nicht von Serienmördern schreiben, weil es bei denen offensichtlich ist, dass sie einen an der Klatsche haben.

Manche Menschen wurden als Kinder verletzt oder einfach nicht genug bzw. von Herzen geliebt und reagieren damit darauf, dass sie einen Teil von sich selbst "wegsperren", nämlich das schwache, hilflose Kind, das Opfer in ihnen.
Wenn sie dann einem hilsbedürftigen Menschen begegnen o.ä. spüren sie keine Anteilnahme, weil der dazu notwendige Teil ihrer Selbst nur irgendwo in ihrem Unterbewussten schlummert, lange vergessen. Gefühle zuzulassen würde bedeuten, in sich selbst sehen zu müssen, und das vermeiden sie lieber, war das Verschließen der Augen doch die einzige Methode, wie sie als Kind überleben konnten.

Das ist jetzt eine extreme Schilderung, es gibt natürlich viele Grauzonen und es kann sich auf unterschiedliche Weise äußern, aber ich denke, es ist eines der Grundprinzipien, wie der Mensch "böse" wird - durch Verstümmelung seiner Selbst.
 

Tine

Sehr aktives Mitglied
Niemand wird so geboren sondern Menschen werden zudem gemacht was sie sind durch äußere Einflüsse.

Eine Art Schutzwall der auch mich umgibt nichts an sich ranlassen um nie wieder verletzt zu werden.
 
A

atlas

Gast
Beschäftige dich mal bitte hiermit:


Soziopathie[http://de.wikipedia.org/wiki/Psychopathie]

Soziopathie ist ein Begriff der angloamerikanischen Psychiatrie für eine psychiatrische Störung vor allem des Sozialverhaltens der erkrankten Person.
Die heutige Bedeutung des Begriffes Soziopath bezieht sich auf Personen, die nicht oder nur eingeschränkt fähig sind, Mitgefühl zu empfinden, sich nur schwer in andere hineinversetzen können und die Folgen ihres Handelns nicht abwägen können.


Psychopathie[http://lexikon.stangl.eu/2333/psychopathie/]

Als Psychopathen bezeichnet man Menschen, die schwer gestört sind, fortwährend gesellschaftliche Regeln verletzen, häufig Straftaten begehen und über gering ausgeprägte soziale Emotionen wie Mitgefühl oder Reue verfügen. Psychopathen sind auf den ersten Blick mitunter charmant unauffällig und verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen. Dabei sind sie mitunter sehr manipulativ, um ihre Ziele zu erreichen. Oft mangelt es Psychopathen an langfristigen Zielen, sie sind impulsiv und verantwortungslos. Psychopathie geht häufig mit antisozialen Verhaltensweisen einher, so dass begleitend oft die Diagnose der dissozialen/antisozialen Persönlichkeitsstörung gestellt wird.
Die Psychopathie-Checkliste von Robert D. Hare wird als eines von mehreren Instrumenten für die Begutachtung von Straftätern eingesetzt, wobei in einigen amerikanischen Bundesstaaten das Ergebnis dieses Tests sogar über die Anwendung der Todesstrafe entscheidet. Die Psychopathie-Checkliste von Hare unterscheidet zwei Dimensionen der Psychopathie:
Dimension 1: ausnützerisch
trickreich sprachgewandter Blender mit oberflächlichem Charme
erheblich übersteigertes Selbstwertgefühl
athologisches Lügen (Pseudologie)
betrügerisch-manipulatives Verhalten
Mangel an Gewissensbissen oder Schuldbewusstsein
oberflächliche Gefühle
Gefühlskälte, Mangel an Empathie
mangelnde Bereitschaft und Fähigkeit, Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen
Dimension 2: impulsiv
Stimulationsbedürfnis (Erlebnishunger), ständiges Gefühl der Langeweile
parasitärer Lebensstil
unzureichende Verhaltenskontrolle
frühere Verhaltensauffälligkeiten
Fehlen von realistischen, langfristigen Zielen
Impulsivität
Verantwortungslosigkeit
Jugendkriminalität
Verstoß gegen Bewährungsauflagen bei bedingter Haftentlassung
Hinzu kommen häufig Promiskuität, viele kurzzeitige ehe(ähn)liche Beziehungen und polytrope (vielgestaltige) Kriminalität.

Nicht zu vernachlässigen sind schwache Ausprägungen die sich in soziopathischen oder psychopathischen Tendenzen äußern, jedoch die medizinischen Normen nicht voll erfüllen.
 

Bambieaugen

Aktives Mitglied
Ich denke, dass die Fähigkeit emphatisch sein zu können einen wesentlichen Merkmal der menschlichen Natur darstellt.
Nächstenliebe und Mitgefühl findet man kaum im Tierreich.
Meiner Meinung nach ist Mitgefühl neben unserer Vernunft das Attribut das uns als Menschen auszeichnet.

Allerdings ist es oft schwer menschlich zu bleiben, wenn man in einer oft unmenschlichen Welt leben muss.
Das dürfte die Verrohung vieler Herzen erklären.
 

Mayem

Mitglied
Meiner Meinung nach ist Mitgefühl neben unserer Vernunft das Attribut das uns als Menschen auszeichnet.

Allerdings ist es oft schwer menschlich zu bleiben, wenn man in einer oft unmenschlichen Welt leben muss.
Das dürfte die Verrohung vieler Herzen erklären.

Sehe ich auch so. Eine Grundempathie hat jeder erstmal. Aber dann entscheidet der Lebensweg was daraus wird. Manche lernen es leider so, dass sie mit wenig Mitgefühl eher die eigenen Ziele erreichen und dann stumpft es mit der Zeit eben ab. Andere werden Opfer von fehlendem Mitgefühl und neigen dann manchmal dazu ihr eigenes zu verstärken, werden äußerst sensibel. Deshalb hat keiner in meinem Bekanntenkreis das selbe Empathievermögen, ganz einfach als Resultat ihrer Erfahrungen.

gibt es wirklich Menschen die sowas nicht haben? oder welche die es mehr haben als andere? So manche reaktion eines Mitmenschen läßt mich das glauben. Manche leute bringen es fertig andere fallen zu lassen oder zeigen keinerlei Mitgefühl.
Mitgefühl zeigen ist nochmal was ganz anderes, als überhaupt welches zu haben. Viele haben es, unterdrücken es nur, weil sie es sich sonst selbst noch schwerer machen würden. Aber natürlich gibts auch welche, die wirklich keins mehr haben. Denen kann man nur so begegnen, dass man ihnen am besten gar nicht mehr begegnet.
 

Acromantula74

Sehr aktives Mitglied
Bevor Ihr über die "unmenschliche Welt" hier lamentiert...

...fahrt nach Homs in Syrien und schaut Euch an, wie die Regierung dort mit den Aufständischen umgeht.
...fahrt nach Tibet und schaut, wie die Tibeter von der chinesischen Regierung unterdrückt werden
...usw. usw.

- und DANN können wir uns gerne nochmal über das Thema menschliche / unmenschliche Welt unterhalten. :rolleyes:
 
G

gazelle

Gast
Danke, das sind schon gute Denkansätze. Wobei mir gerade etwas einfällt. Der Sohn einer Freundin (vier Jahre alt) hat im Moment die Angewohnheit Hunde, Katzen und Enten zu jagen wenn er sie auf der Straße sieht. Dann rennt er ihnen hinterher und schreit sie an. Meine freundin reagiert darauf dann so daß sie ihm ziemlich ernst und deutlich sagt, daß er das lassen soll. Da die Tiere darunter leiden und angst haben und das wäre nicht schön. Ist jetzt natürlich ein mildes Beispiel, man kann jetzt noch nicht von Tierquälerei sprechen. Aber es ist doch im Grunde so daß ihm garnicht bewußt ist dass er die Tiere verschreckt. Man muß es ihm erst sagen. Also ist Mitgefühl vielleicht auch etwas was zum Teil erst gelernt werden muß!?
 
M

Mr. Pinguin

Gast
Nach meiner Erfahrung wird man zum *rschloch geboren. Das man das durch äußere Einflüsse ist, ist eher Wunschdenken. Wahrscheinlich vor allem von Frauen, die sich ihre Kerle schönreden wollen.

Jedenfalls ist Mitgefühl nichts, was man erlernen kann. Entweder es entwickelt sich (vom Kleinkind zum Erwachsenen), oder eben nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:

Selah

Aktives Mitglied
Ich denke, die Empathiefähigkeit verändert sich durchaus im Leben. Das klang ja weiter vorn auch schon an. Und ich bin überzeugt, dass die Erfahrungen, die wir machen, einen gewaltigen Einfluss darauf haben. Kindern wird z.B. im Kindergarten ja normalerweise vermittelt, dass man sich gegenseitig helfen soll, "lieb" zueinander sein soll ect. In der Schule sind die, die "lieb und nett" sind, dann plötzlich die "Opfer". Die, die man drangsalieren kann, weil sie scheinbar so "gefühlsduselig" sind. Daraus zieht manches Mobbing-Opfer den Schluss: Weniger Empathie ist besser fürs eigene Leben.

Nebenbei sehe ich einen großen Unterschied zwischen Empathie spüren und Empathie zeigen. Letzteres fällt mir sehr schwer. Ersteres ist "automatisch" vorhanden. Ich KANN mich sehr gut und schnell in "fremdes Leid" hineinversetzen. Aus Selbstschutz blocke ich das aber auch oft ab. Ich weiß, dass ich eine unschöne Affinität zu "dunklen Gedanken" entwickeln kann. Weil ich das nicht möchte, fühle ich nicht grenzenlos mit Anderen mit.

Auch hier muss jeder den für sich lebbaren Weg finden. Menschen ohne jedes Mitgefühl sind übrigens tatsächlich krank. Irgendjemand postete ja schon was zum Thema Psychopathie/Soziopathie.
 

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