Hallo Ihr Lieben,
erstmal ganz lieben Dank an Alle für die vielen Gedanken und den Austausch.
Ganz klar: Ich schlag meine Tochter nicht. Das kommt nicht in Frage. Und ich hab auch ne "Schlaghemmung", keine Sorge. Das wird nicht passieren.
Tja. Warum meine Tochter mir das nicht gesagt hat mir den Vergewaltigungen?
Der KJP Psychologe sagte: Klassiker. 98 % der Vergewaltigten erzählen das ihren Eltern nie und diese fallen immer aus allen Wolken, wenns rauskommt.
Danke, Marisol mit dem Hinweis auf Vicitimblaiming. Ist leider so.
Vielen Dank auch an alle, die sich die Mühe gemacht haben und Einrichtungen verlinkt haben.
Um wirklich lösungsorientiert zu bleiben, ist der einzige Weg: Allen Beteiligten klar zu machen, dass ich auf jeden Fall dafür bin, dass meine Tochter anderswo unterkommt, mit Leuten, die sich auskennen und adäquat mit der Thematik umgehen können. und ihr die Unterstützung geben können, die sie braucht.
Sie hat auch NULL krankheitsansicht. Ich hab sie heute mal gefragt, wie es ihr denn so seelisch gehe.
Gut. Meint sie. Wenn gut ist: Keine Körperpflege. Essen nur, wenn ich zufällig was mache. Kein Tageslicht. Zugezogene Gardinen. Nur im Bett. Hmmm. Klingt nicht nach nem Menschen, dem es gut geht. Ausser, sie findet es toll, ewig nichts zu tun. Das kann ich mir nicht vorstellen. Und nachdem ich ihr sagte, dass ich sie wieder aufgenommen habe, da ich sie nicht im KJND sehen wollte und das HIER aber auch keine gute Lösung für ihre Schwierigkeiten ist, hat sie doch glatt wieder geschrieen, als würde man sie abschlachten und hat gesagt: Wenn ich woanders hinziehen muss oder du das Sorgerecht nicht zurückkriegst, bringe ich mich um. Es ist ihr, ganz mal nebenbei erwähnt, auch total egal, wie ICH ich mit all dem fühle. Damit, dass sie sich NULL für mich interessiert, kein Mitgefühl mir ggü. zeigt, hadere ich seit Jahren. Wenn sie nicht hier ist, geht es.
Im Übrigen hat sie auch, das hat mir die Wohngruppe regelmäßig berichtet, alle gegeneinander ausgespielt. Sich massiv manipulativ verhalten. Das wiederholt sie jetzt bei mir, bei der Verfahrensbeiständin und bei allen, die damit zu tun haben. Sie ist nicht nur das arme kleine Opfer. Sie spielt andere gegeneinander aus. Etwas, was ich auch kaum wahrhaben möchte, was aber offenbar so ist. Leider.
Hört mal, wenn ich meine Tochter nicht lieb hätte, wäre es mir doch sch....egal gewesen, ob sie nun in den KJND kommt oder auf der Straße landet. Genau, WEIL ich sie lieb hab, hab ich sie (vorübergehend, weil es nichts Besseres gab) wieder aufgenommen.
Dann mal ein Hinweis: Die Mär' von der endlos liebenden Mutter ist genau das: ein Märchen.
Das soll Liebe sein? Einen Menschen, ein Kind, auch, wenn es traumatisiert ist, zu dulden, der einen kaputt macht? Schlägt, bedroht, anschreit? Ohohoh. Das ratet bitte niemals einer Frau, die einen gewalttätigen Partner hat. Aber, einer Mutter ratet Ihr das schon, zumindest Einige von hier? Ist mein Leben weniger wert als das meiner Tochter? Überlegungen, die es wert sind, mal drüber nachgedacht zu werden, bevor man verlangt, dass ich weiter gebe und kaputt gehe.
Marisol hat das, glaube ich, gut verstanden. Ist es möglich, dass Ihr Euch, die Ihr mir unterstellt, nicht genug für mein Kind dazu sein usw. mal für 3 Minuten in mich versetzt, als die, die jahrelang von ihrem eigenen Kind vermöbelt wurde? Die nicht zurückgeschlagen hat. Die geduldet hat. Die Rücksicht genommen hat. Die zum Schluss nur noch auf Zehenspitzen durch die Wohnung ging, um keinen Ärger in irgendeiner Art und Weise hervorzurufen? Die jahrelang keine eigenen Bedürfnisse mehr haben durfte. Die keine Grenzen mehr haben durfte, denn Grenze hieß: Paar auf die Fresse. Und zwar ich. Von meiner Tochter. Das jahrelang. Keine Unterstützung. Ein duldendes Jugendamt. x-fache Hilferufe. Bis endlich irgendwann mal die Klinik kam und ich schon emotional so am Ende wie man am Ende sein kann, wenn man aus einer Gewaltbeziehung nicht rauskommt.
Eher ein Wunder, dass ich nicht zurückgeschlagen habe, ehrlich.
ich mach mir keine Illusionen mehr was meine Tochter betrifft. Sie braucht dringend Hilfe und diese Art der Hilfe, die sie braucht KANN ich ihr nicht geben. DAss sie es hier ultragemütlich hat und nichts zu befürchten ist schön, aber Gift für ihre Entwicklung. Sobald ich von ihr erwarte, dass sie z.B. abwäscht, ihr Zimmer aufräumt, mit dem Hund geht, Zähne putzt ( hallo, sie ist 14!) ist es zuviel für sie. Aber, wenn ihr unwohl ist, dreimal dürft ihr raten, wer dafür die volle Verantwortung übertragen bekommt, zumindest wird das versucht? Ja, na klar, ich.
Gestern waren wir mit dem Hund spazieren. Ich sagte: Mensch, dass ist so ein schönes Wetter.
Sie: Ich hab andere Sorgen. Mein ganzer Rücken juckt.
Wieder mal ein kleines Beispiel, was übersetzt heißt: Weil Du Dich nicht kümmerst, juckt mein Rücken. Ich sage von mir aus auch nicht, dass ich was brauche, erwarte aber, dass Du es wegmachst.
Tja. Wenn ich was koche, fragt sie: Darf ich auch was davon? ich sag: na klar. Dann sage ich irgendwas, was ihr nicht passt ( die Wohnsituatioin im Moment) und sie sagt: Warum soll ich das jetzt fressen? Damit ich fett werde?
Ich antworte: Du hast mich gerade fragt, ob Du auch etwas davon haben möchtest.
Ihr LIeben, selbst der Leiter der Wohngruppe hat mir intensiv abgeraten, sie wieder aufzunehmen.
Wie gesagt, KJND ist Kindswohlgefährdung hoch 3, das wollte ich ihr in ihrem kranken Zustand ersparen. So langsam kommt sie, kommen wir, wieder in alte Fahrwasser. SIE wird es nicht einsehen.
Dann sind wird wieder alle die, die ihr nicht zuhören, was meint: Ihr macht nicht, was iCH will.
Natürlich hören wir ihr zu. Wer so unrealistische Vorstellungen vom Leben hat, wie: Handy glotzen all night and day long und im Bett liegen: Thats it, tut mir leid. Das geht nicht. Setzte ich Grenzen und Konsequenzen, kann ich schon wieder auf Gewalt warten. Das geb ich mir nicht mehr.
Danke für Euer Zuhören, für das gemeinsame Suchen nach Lösungen. Es ist schwer, das stimmt.
Danke, dass ich das hier mit Euch teilen kann.
Herzlichst, SinaLynn