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Meine Tante!

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S

stff

Gast
Hallo!

eines vorweg, ich liebe meine Tante von ganzen Herzen und sie war vor allem früher immer für mich da. Aber in den vergangenen Monaten ist mir an ihr ein Verhalten, das mich traurig macht und zugleich erschreckt hat, aufgefallen.

Als wir gemeinsam mit meinem Vater, also ihrem Bruder, zu anderen Familienmitgliedern gefahren sind, hat sie sich permanent über meine "zu dicke" Figur belustigt.
Weil ihr einer Enkel seine Führerscheinprüfung nicht sofort geschafft hat, hat sie ihn abgewertet. Als ich einmal bei ihr auf der Arbeitsstelle war, hat sie sich zu einer anderen Frau runter gehockt und geflüstert, wie viel sie in meinem Alter schon gearbeitet hat. Ein anderes Mal als ich dort war, hat sie mit ihren Kollegen über den Bruder ihres verstorbenen Mannes gelästert. Ich soll ihr nun die Tage auf ihrem Grundstück helfen. Als ich meinte, dass wir es gleich Sonntag machen können, weil ich dann eh im Ort bin, meinte sie nur, dass man Sonntag nicht arbeitet und jeder Tag für mich ja ein Sonntag sei. Zu mir ist zu sagen, dass ich nicht arbeiten kann, weil ich in meiner Kindheit jahrelangen Sexuellen Missbrauch und Jahre später eine Versuchte V*** erfahren habe. Wir hatten auch jahrelang keinen Kontakt, weil sie zu mir meinte, dass ich böse sei, als ich ihr sagte, dass ich meinen Peiniger anzeigen möchte.

Ich versuche ihre Aussagen schon hinzunehmen. Und natürlich habe ich schon darüber nachgedacht, sie darauf sachlich anzusprechen. Jedoch glaube ich nicht, dass es etwas bringt. Sie kann nicht nachvollziehen, was es bedeutet und welche Konsequenzen es hat, gerade in der Kindheit Gewalt zu erfahren. Vielleicht ist sie sich ihrem verletzenden Verhalten nicht einmal bewusst. Oder sie lebt nun das aus, was sie von ihrer Mutter erfahren hat. Ihr Mama, also meine Oma, war auch oft grantig ihr gegenüber. Vielleicht kommt sie auch nicht damit klar, dass ihre Mama und ihr Mann im vergangenen Jahr verstorben sind.

Wie gesagt bin ich schockiert über ihr Verhalten, meine Tante soll so sein?
Sie weiß gar nicht wie gerne ich arbeiten gehen möchte, zu mal ich mir gute Chancen auf dem Ersten Arbeitsmarkt ausrechne, anstatt diesen Wahnsinn zu erleben und regelmäßig in der Klinik zu sein.
 

Hallo stff,

schau mal hier: Meine Tante!. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Ich kann das bestens verstehen, dass du Probleme mit diesem Sticheln, Abwerten, mit dieser psychischen Alltagsgewalt hast.

Das ist ungeheuer verbreitet.

Oftmals kommt es mir so vor, als ob das das Wichtigste im menschlichen Miteinander ist. Der Anfang und das Ende. Dieses Verletzen und Abwerten.

Ich habe folgenden drei Taktiken

1. Zur Wehr setzen.
Konfrontieren mit dem Grenzübertritt. Die Gewalt benennen. Das Bedürfnis äussern, dass man diese Gewalt nicht angetan haben möchte. Konsequenzen aufzeigen: Eine angreifende Person will mir unprovoziert und aus freien Stücken, die ich nicht zu vertreten habe Feind sein. Die Folge meinerseitz kann nur sein: Kontaktabbruch oder Kampf. Eskalationsstufe: Wenn die Person es genießt, in eigenen Schwächen zu stochern und einen bloßstellen will: Die Person auf ihre eigenen Schwächen hinweisen. Immer verteidigungsbereit sein. Nichts auf sich sitzen lassen. Jeder unprovozierte Angriff hat in der Verletzung des Angreifers zu enden (Konditionierung). Sonst lernt die Person, dass ich als Opfer/Fußabtreter zu ihrer Verfügung stehe.

2. Ausschließen.
Physischen Distanz zum Handlungsradius diesen Menschen. Kontaktabbruch. Also nicht mehr besuchen. Wenn sie irgendwo hingeht, nicht hingehen. Wenn sie kommt, gehen. Die höchste Eskalationsstufe dieser Taktik sehe ich darin, sogar Menschen zu meiden, die Kontakt zum Feind haben. Denn Menschen können ihre Aggression und Boshaftigkeit auch über Mittelsmänner ausüben, und von dort Kontrolle ausüben, und auch Informationen über einen sammeln.

3. Den Stab brechen.
Wenn eine Person weiter gewalttätig bleibt. Trotz Abgrenzung weiter verletzt und unbelehrbar bleibt. Oder einem nachstellt. In dem Moment bin ich dem Leben danbkar, dass diese Person irgendwann sterben wird. Sie kann ihre Gewalt und Boshaftigkeit nicht unbegrenzt fortsetzen. Dieser Gedanke ist der einzig verbeleibende Trost. Das muß nicht heißen, dass man der Person nie vergeben will oder kann. Aber es kann ein Weg sein, die momentane Ungerechtigkeit etwas besser zu ertragen.
Natürlich gilt es trotzdem mit allen verfügbaren Mitteln die Person auf Distanz, also aus dem eigenen Leben herauszuhalten.
 
Ich finde dieses Verhalten nicht nur verletzend, sondern auch schlimm. Was bezwecken Menschen damit? Wollen sich diese aufwerten? Fühlen sich Mobber stärker damit? Machen es Menschen aus Langeweile? Oder weil es Menschen von ihrem Umfeld vorgelebt bekommen haben? Ich habe kein Problem, wenn man auf mich zukommt und mir sachlich sagt, was dem jenigen an mir nicht gefällt oder stört. Aber diese Steicheleien sind für mich ein Zeichen der Unreife.
 
Manchmal glaube ich fast, dass soetwas ein "Generationsding" ist.

Dieses ständige darauf anspielen, dass man ja kaum arbeiten würde und nur faullenzen würde und faul sei, kenne ich auch (Und das Nicht-Verstehen, dass man Depressionen hat).

Generell stellen diese Menschen junge Leute als "verweichlicht" und "jammerig" hin.
Vor allem dann, wenn Grenzüberschreitungen oder Gewalt benannt und angekreidet werden.
Vor allem dann, wenn man offen darüber redet, dass man verletzt ist oder einen Schaden davon getragen hat.

Dann heißt es in etwa "Die Jugend von heute" sei ja so verweichlicht und habe ja kein "echtes" Leid erfahren.

Ganz oft sind das Leute, die selbst sehr viel Traumatisches erlebt haben, in Zeiten, in denen dieses als "normal" galt und sie es demnach nicht benennen konnten/durften und in denen man nicht so über seine Gefühle reden durfte/konnte.

Für diese Leute sind dann alle faul, die nicht schon mit 14 hart arbeiten müssen und alle verweichlicht, die sich über Grenzüberschreitungen und Gewalt aufregen oder sagen, warum sie manchmal nicht "funktionieren".

Oft auch ein typisches Phänomen der Nachkriegsgeneration.
 
Letztendlich macht es doch eigentlich keinen Sinn, Erklärungen abzuliefern. Entweder versteht es der Gegenüber nicht, es ist ihm egal und es werden Vergleiche herangezogen oder es fehlt das Verständnis, weil persönliche Erfahrungen nicht gemacht wurden.
 

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