Dess
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Lieber Gast und liebe Violetta Valerie,
ich möchte Euch beiden antworten, denn ich könnte jeden Satz von Dir, Violetta Valerie, unterstreichen. Es ist wirklich keine Schande, sich Hilfe zu holen, und in psychiatrischen Kliniken findet man vor allem sehr sensible
intelligente, feinfühlige und auch emphatische Menschen. Solche die dem Stress der heutigen Funktionierenmüssengesellschaft nicht gewachsen sind, und/oder verzweifelt weil eine Lebenssituation sie seelisch stark mitnahm. Das kann jedem jederzeit passieren ( das Leben ist voller Herausforderungen) und ist keine Schande. Wenn jemand wegen eines Körperleidens ins Krankenhaus muss, wird das als normal betrachtet , wenn die Seele leidet sollte sie nicht als "Psycho" verschrien werden. Im Gegenteil braucht es auch MUT sich helfen zu lassen. Auch wenn die meisten Menschen die sich diesbezüglich professionell behandeln lassen aus einem gewissen Leidensdruck eine zeitlang zu Psychologen und/oder in psychiatrische Kliniken gehen, so wählen sie doch einen Heilungsweg der auch als konstruktiver betrachtet werden kann, als zum Beispiel die vielen Arten von Verdrängungen. Sehr viele Menschen entwickeln dann Körperstörungen, Kleptomanin und so weiter. Also die vermeintlich seelisch Gesunden sind auch nicht frei von Leiden. Möchte ich damit sagen.
Im Punkt, ob Gast zum Sterbebett der Oma gehen soll, bin ich nicht so sicher wie du, liebe Violetta Valerie. Empathie muss schon echt sein. Auch die Hand der Oma und/oder der Eltern zu halten muss von Herzen
kommen. Wenn jedoch jemand ( und wie schon erwähnt, das ist der Normalfall !!) beim Anblick eines
sterbenden Menschen zu viel Angst bekommt, dann kann er nicht auf die Art emphatisch sein, wie es vor
allem der Sterbende benötigt. Ich habe vor ein paar Monaten selbst miterlebt, wie sich fast alle Verwandten und
FreundInnen in den letzten Tages seines Lebens ( mein Freund starb an Krebs) zurückzogen..Mein Freund sah wirklich von Tag zu Tag mehr wie ein Skelett aus, war sediert ( starrte in den Himmel) und im ersten Moment
war man schockiert. Eine einzige Freundin von ihm und ich fühlten nach dem ersten Schreck LIEBE zu diesem Mann. Wir hatten DAS BEDÜRFNIS ihm nahe zu sein, ihn sanft zu streicheln ( es tat ja jede Berührung weh),
aber das muss schon sein. So traurig es klingt, ich finde es heute noch besser, dass die anderen Verwandte
nicht ans Bett unseres sterbenden Freundes kamen. Sein Vater, der sich verpflichtet fühlte, kam zwar ab und
zu kurz, doch er war total nervös und redete wie ein Buch nur um die Gefühle nicht spüren zu brauchen. Ich bin davon überzeugt, dass sowohl der Sterbende als auch die anderen, dankbar waren als der Vater fern blieb.
Das ist ok. Das heisst nicht, dass der Vater seinen Sohn nicht liebte. Ich denke, die beiden haben vorher
Abschied genommen. Da bin ich ziemlich sicher.
Liebe Grüsse, Desdemonaschall
ich möchte Euch beiden antworten, denn ich könnte jeden Satz von Dir, Violetta Valerie, unterstreichen. Es ist wirklich keine Schande, sich Hilfe zu holen, und in psychiatrischen Kliniken findet man vor allem sehr sensible
intelligente, feinfühlige und auch emphatische Menschen. Solche die dem Stress der heutigen Funktionierenmüssengesellschaft nicht gewachsen sind, und/oder verzweifelt weil eine Lebenssituation sie seelisch stark mitnahm. Das kann jedem jederzeit passieren ( das Leben ist voller Herausforderungen) und ist keine Schande. Wenn jemand wegen eines Körperleidens ins Krankenhaus muss, wird das als normal betrachtet , wenn die Seele leidet sollte sie nicht als "Psycho" verschrien werden. Im Gegenteil braucht es auch MUT sich helfen zu lassen. Auch wenn die meisten Menschen die sich diesbezüglich professionell behandeln lassen aus einem gewissen Leidensdruck eine zeitlang zu Psychologen und/oder in psychiatrische Kliniken gehen, so wählen sie doch einen Heilungsweg der auch als konstruktiver betrachtet werden kann, als zum Beispiel die vielen Arten von Verdrängungen. Sehr viele Menschen entwickeln dann Körperstörungen, Kleptomanin und so weiter. Also die vermeintlich seelisch Gesunden sind auch nicht frei von Leiden. Möchte ich damit sagen.
Im Punkt, ob Gast zum Sterbebett der Oma gehen soll, bin ich nicht so sicher wie du, liebe Violetta Valerie. Empathie muss schon echt sein. Auch die Hand der Oma und/oder der Eltern zu halten muss von Herzen
kommen. Wenn jedoch jemand ( und wie schon erwähnt, das ist der Normalfall !!) beim Anblick eines
sterbenden Menschen zu viel Angst bekommt, dann kann er nicht auf die Art emphatisch sein, wie es vor
allem der Sterbende benötigt. Ich habe vor ein paar Monaten selbst miterlebt, wie sich fast alle Verwandten und
FreundInnen in den letzten Tages seines Lebens ( mein Freund starb an Krebs) zurückzogen..Mein Freund sah wirklich von Tag zu Tag mehr wie ein Skelett aus, war sediert ( starrte in den Himmel) und im ersten Moment
war man schockiert. Eine einzige Freundin von ihm und ich fühlten nach dem ersten Schreck LIEBE zu diesem Mann. Wir hatten DAS BEDÜRFNIS ihm nahe zu sein, ihn sanft zu streicheln ( es tat ja jede Berührung weh),
aber das muss schon sein. So traurig es klingt, ich finde es heute noch besser, dass die anderen Verwandte
nicht ans Bett unseres sterbenden Freundes kamen. Sein Vater, der sich verpflichtet fühlte, kam zwar ab und
zu kurz, doch er war total nervös und redete wie ein Buch nur um die Gefühle nicht spüren zu brauchen. Ich bin davon überzeugt, dass sowohl der Sterbende als auch die anderen, dankbar waren als der Vater fern blieb.
Das ist ok. Das heisst nicht, dass der Vater seinen Sohn nicht liebte. Ich denke, die beiden haben vorher
Abschied genommen. Da bin ich ziemlich sicher.
Liebe Grüsse, Desdemonaschall