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Meine Oma stirbt wahrscheinlich

G

Gast

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Also, wie im Titel schon steht, meine Oma stirbt wahrscheinlich, ihr geht es ziemlich schlecht, liegt auf der Intensivstation usw...
Und ich komm nicht damit klar!

Ja, sie ist/war immer nett und klar ist es schade, dass es jetzt so ist, aber die ist 84?
Da sterben Menschen halt und ein großes Rumgeheule macht sie auch nicht wieder gesund.

Ich muss jede Nacht damit rechnen, dass das Telefon klingelt und ich (15) mit meinen Eltern ins Krankenhaus darf und ihr beim Sterben zugucken. Mit dem Rest meiner Sippschaft, die mich hasst und es natürlich mein Verhalten maßlos austreten wird!

Denn ich weiß nicht, was ich da überhaupt soll! Ich gehöre da A. eh nicht hin und B. weiß ich auch nicht, was ich machen soll. Ich bin ganz sicher nicht der Familientrauertherapeut, was soll ich denn sagen? Shit happens, herzliches Beileid und ein aufgesetzter Depriblick? & ich will sie als den aktiven, cleveren Menschen in Erinnerung behalten, der sie immer war und nicht als verkabeltes Stück Elend :/

Am liebsten würde ich da gar nicht hin, die Frage ist nur, welche Krankheit wirkt am authentischsten, ist leicht zu spielen und sollte möglichst schwer sein, aber nicht so, dass mit übervielen Medis draufgeknallt wird, die dann wirklich krank machen?
Andere Ausreden sind auch willkommen.
LG
 
Also, wenn mir mein Kind sagen würde, dass er da nicht hin will, weil er die Oma so in Erinnerung behalten möchte wie sie war, würde ich das akzeptieren. Vielleicht tut es genau die Wahrheit. Genau wie in deinen Beitrag geschrieben, möchtest du sie nicht als verkabeltes Stück Elend in Erinnerung behalten. Wiederum, kannst du auch daran wachsen, wenn du hingehst, da zum Leben der Tod dazu gehört. Einen geliebten Menschen, würde ich schon, sofern er überhaupt will, bis zum Ende die Hand halten. Der letzte Moment, der letzte Atemzug, ist dann eine enorm schmerzhafte Sache für den, der die Hand hält. Tränen, schmerzen und trauer überkommen einen. Du wirst daran jedoch wachsen, da der Tod dazu gehört. Entscheide du!
 
Hi,

ich kanns dir nachfühlen, habe selbst in den letzten Jahren 3 meiner Großelternteile verloren. Was du schreibst hört sich an als gäbe es eine Erwartungshaltung deiner Familie an dich. Oder zumindest scheinst du das zu glauben. Ich finde das sehr suspekt und denke du hast eher selber eine Erwartungshaltung an dich, weist aber nicht genau was du von dir erwarten oder was du tun sollst. Wahrscheinlich ist das deine erste Erfahrung mit dem Tod.

Alles was du tun kannst ist einfach nur da zu sein. Menschen sterben. Jeder von uns. Ans Sterbebett von jemandem kommen zu "müssen" ist keine schöne Erfahrung und ich kann verstehen dass du da nicht hin willst und Angst vor dieser Situation hast. Denn es gibt nichts was du tun könntest. Du kannst auch nichts dafür. Es passiert einfach. In dem Moment geht es nicht um dich sondern um den Menschen der stirbt. Es ist sein letzter Moment auf der Erde. Alles was er noch hat und was zählt sind seine Lieben.

Natürlich behältst du deine Oma so in Erinnerung wie sie war. Das "verkabelte Stück Elend" ist - je nach dem wie es geistig um deine Oma steht, also ob sie eine Demenz / Alzheimer hat - nur eine Hülle. Innendrin steckt der Geist der immer deine Oma war. Und selbst bei einer Demenz ist da immernoch ein Mensch mit Gefühlen und Ängsten. Und in dem Moment hat man garantiert schreckliche Angst sofern man noch bei Bewusstsein ist.

Tu dir den Gefallen und geh hin. Vielleicht ists für den Moment eine schreckliche Erfahrung, aber fürs Leben ist die auch ein Stück weit wichtig. Irgendwann werden auch andere Familienmitglieder sterben. Auch deine Eltern irgendwann. Und ganz am Ende auch du. Vor dem Tod kann man nicht einfach davonlaufen, man muss lernen mit ihm zu leben. Wenn man das kann lernt man auch das Leben besser zu schätzen und kann seine eigenen Prioritäten für die jungen Jahre besser setzen.
 
Meine Entscheidung ist längst gefallen. Ich will da nicht hin.

Es ist nämlich nicht so, wie du sagst, dass ich etwas fühlen würde. Ich seh sie vllt 2-3 Mal im Jahr...wie soll man da großartig ne Beziehung aufbauen? Ich hab so gut wie keinen Kontakt zu meiner Verwandschaft, also ist mir dementsprechend auch egal, was mit denen ist...

Und nach jedem Treffen wird noch MONATELANG gelästert, was ICH falsch gemacht hab, jedes Wort wird verdreht, einmal falscher Gesichtsausdruck, unlustiger Witz, eine Sekunde ausversehen den Ellenbogen aufm Tisch gehabt usw...

Ich bin nicht gerade der sozialkompetenteste Mensch und werde da so viele Kommunikstionsfehler machen, dass ich mir das auch nächstes Jahr noch anhören muss.

Meine Mum ist da auch keine große Unterstützung, als meine Tante gestorben ist (da war ich 8 oder so) wollte ich nicht auf die Beerdigung da 1. siehe oben Kontakt 1-2x im Jahr und der war für mich todlangweilig und 2. hatte ich keinen Bock da hinzugehen weil ich irgendwas anderes machen wollte, was weiß ich nicht mehr. Hab halt rumgezickt, wie Kids das so machen und durfte Zuhause bleiben, hab aber nen kräftigen Anschiss kassiert, was ich den für ein Mensch wäre & wenn ich weiter sowas von mir geben würde, dann müsste ich zu "jemandem der meinen Schaden behebt" -> Psycho und Konsorten. Und da kann ich nix gegen machen, weil ich ja 15 bin und praktisch keine Rechte hab und 1. ist das langweilig da 2. versaut mir das meine Zukunft und 3. hab ich kein Problem mit meiner Art.

D.h. wenn ich nochmal sowas durchzieh egal ob mit "das ist langweilig" oder sonst irgendeiner "Ausrede" muss ich meinen Allerwertesten auf die Straße bewegen.

Daher die "ich bin ja sooo krank"-Methode, die hat auch bei extrem wichtigen Klassenarbeiten schon funktioniert und meine Eltern sind sehr leistungsorientiert. Nur was soll ich da nehmen? Hab schon an Magen-Darm gedacht, aber das ist zu aufwändig -.- Vllt kann ich irgendwie spontan Fieber kriegen, nur was dazu, dass ich auch vorher schon damit jammern kann?
 
Lieber Gast,

zuerst einmal möchte ich Dir sagen, dass Du nicht der einzige Mensch auf dieser Welt bist ( sondern du gehörst zur Mehrzahl ! ), der nicht am Sterbebett eines anderen (nahen) Menschen sein möchte. Sterben und Tod sind für uns nicht mehr wie für die Menschen früher ( wo alle zusammen den Sterbenden begleiteten, und wo auch immer wieder jemand - vor allem auch junge Menschen - starben ) etwas natürlich und gewohntes. Es ist also ganz ok, dass Du dazu keine Lust, oder (unbewusst wohl eher auch ) Angst..kurz es schreit NEIN in jedem Satz von Dir , hast. Ich finde , Du solltest Dein NEIN ernst zu nehmen. Auch Widerstände haben einen Sinn. Egal was die Gründe sind , gilt es dieses NEIN ernst zu nehmen, auch wenn das Deine Eltern offenbar weder bemerken und zehrwahrscheinlich nicht akzeptieren. Es zeigt mir, dass auch in Eurer Familie viel zu wenig über Sterben und Tod gesprochen wird, obwohl ja die Gelegenheit naheliegend wäre. So dünkt es mich, dass Dein Problem möglicherweise darin besteht, wie sage ich es meinem Kind, bzw. bei Dir meinen Eltern. Ich kenne die Beziehung zu Deinen Eltern nicht, doch ich nehme jetzt mal an, sie ist nicht sehr offen, die Gefühle werden zu wenig wahrgenommen, besprochen, respektiert, akzeptiert. Sonst hättest Du Dich nicht an uns hier gewendet. Wenn Du Dich also nicht direkt getraust, Deinen Eltern zu erklären, dass Du wirklich lieber nicht mit ans Totenbett Deiner Grossmutter kommst ( dass Dich das ganze enorm belastet…was ja übrigens auch die Grossmutter merken täte. Sterbende sich äusserst sensibel und spüren mehr als manche Lebende - selbst wenn sie zediert werden !!! - was echt ist und was nicht. Du könntest die Grossmutter sogar stören…), dann gibt es vielleicht jemanden im Umkreis dem Du Dich anvertrauen kannst, und der/die "es" Deinen Eltern versucht nahe zu bringen...


Jemand im Forum hat geschrieben , Du solltest doch hingehen, sonst würdest Du es nachher bereuen, den Abschied verpasst zu haben. Ich finde, es ist wichtig, dass Du Dich das fragst: hättest Du nämlich dann im Nachhinein ein schlechtes Gewissen ( könntest weniger zu Dir und Deinem NEIN als zu "man sollte doch…"
und "es ist doch eine Schande, dass ich…" und die Familie könnte auch noch in dieses Horn blasen…), dann
musst Du Dir vielleicht doch überlegen, ob Du nicht doch in den sauren Apfel ( halt mit ein bis zwei
Beruhigungstabletten…an denen stirbt man nicht 🙂) beissen sollst und gehen. Das musst Du Dir überlegen,
denn Du musst nachher zu Deinem Handeln so oder so stehen. Du alleine. Und Du bist auch diejenige,
die am besten abschätzen kann, ob Du schon stark genug bist ( mit 15 ist man ja wirklich erst am Werden,
es ist ein schwieriges Alter zwischen Kindseinverlassen-Und-Noch-Nicht-Erwachsen-Sein…) eventuelle
Vorwürfe bis in alle Ewigkeiten hören und ertragen zu müssen. Oder ob Du zu Dir stehen kannst. Das
kann ich nicht beurteilen.

Ich würde einfach sagen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt nicht viel Sinn hat die Beziehung zur Grossmutter und und sowie zu Sterben und Tod noch husch husch aufzuarbeiten ( ein Ding der Unmöglichkeit), aber dass einiges
in Dir selbst NEIN SCHREIT !!!!! Wenn Du das Gefühl hast, Du kannst zu Deinem NEIN selbst stehen und es auch gegenüber dem Rest der Familie vertreten ( und mit den möglichen Konsequenzen die es haben könnte) leben, dann würde ich nicht hingehen. Deine Grossmutter und Du habt vielleicht auf Eure ARt schon vorher oder eben
anders ( ev . echter ohne dass sich jemand vergewaltigen muss…) ABSCHIED GENOMMEN. Und ausserdem denke
ich grundsätzlich, dass wir IMMER RICHTIG HANDELN, wenn wir auf unsere innere STIMME hören und sie ernst
nehmen. Was wir freilich die meisten nicht können, bzw. diese oft gar nicht hören, geschweige denn ernst nehmen…aber das ist leider das Normale ( wir haben das Diktat der Gesellschaft/Eltern tief in uns drinnen).
Ich denke, das ist wohl unsere Lebensaufgabe: lernen unsere innere Stimme überhaupt mal zu hören, dann nach ihr zu handeln und das dann auch vertreten zu können. Wenn man letztes kann, wird es meistens von den
meisten anderen akzeptiert. Wenn man nur halbpatzig dazu stehen kann, wird es in der Regel nicht akzeptiert.

Aber lieber junger Gast, ich bin 59 Jahre alt und lerne das erst…langsam. ich wünsche Dir viel Glück für die
richtige Entscheidung…alles Liebe, Desdemonaschall
 
Hallo,
es wird nicht von goßer Bedeutung sein, ob du hingehst oder nicht. Ein Elternteil von dir verliert seine Mama. DAS haben die jetzt auf dem Schirm. Nicht dein absurdes Rumgenöhle, weil du "keinen Bock auf Krankenhaus hast und auf Magen-Darm machen willst".
Sag, dass du nicht mitgehst. Es wird keinen jucken, vermute ich.
Für die Oma tut es mir leid, dass sie gehen muss und ich hoffe, sie hatte ein erfülltes Leben. Und ich hoffe, deine Eltern kommen mit dem Verlust irgendwie zurecht.
 
Ja, wenn ein Mensch stirbt ist das leider nicht gerade die große Party und es macht keinen Spaß hinzugehen.
Einer Deiner Eltern verliert seine Mutter! Du als Enkelkind könntest wenigstens hingehen und die Hand Deiner Mutter/ Deines Vaters halten. Du musst nix sagen, oder tun, sondern einfah nur im Stillen Abschied nemehn.
Stell Dir vor, Du würdest einen schweren Verlust erleiden und Deine Eltern hätten keinen Bock, Dir beizustehen?

Wenn ein Mensch stirbt will er seine Lieben um sich haben (zumindest wünschen sich das die meisten). Auch wenn sie vielleicht nicht mehr viel mitbekommt- ich denke, sie wird spüren, dass jemand da ist, der Abschied nehmen will und dem es nicht egal ist, ob er geht.

Ich halte Dein Rumgezicke für absolut kindisch: Es geht hier nicht um Dich, sondern um Deine Oma - was Du willst, ist in diesem Moment absolut unwichtig!
Mein Rat: Geh hin, Du verlierst nix, wenn Du hingehst, aber wenn Du nicht hingehst, kann es evtl sein, dass Du es später bereuhst.
Wenn Du aber nicht hingehst, dann hab so viel Anstand und lass Deine Eltern wenigsten in Ruhe trauern und verschone sie mit Deinem Gejammere!
Ich hoffe, dass Du eines Tages lernst, echte Trauer zu empfinden und Mitgefühl mit denen, die jetzt bald einen sehr schweren Verlust erleiden müssen. Hoffentlich können Deine Eltern sich wenigstens gegenseitig trösten.
 
Wenn du diese Einstellung hast, dann ersparst du deiner Oma vielleicht auch ein bisschen was, wenn du zu Hause bleibst. Wie furtchtbar mußt das sein. Deine Oma muß diesen schweren Schritt tun, sie liegt im sterben, und dir ist langweilig dabei....erspar ihr das bitte! Was sollen Menschen die so empfinden überhaupt an einem Sterbebett?! Hoffentlich ist deine Mutter vernünftig und läßt dich zu Hause!
 
ja, danke für das Verständnis. Kennt ihr meine Familie?
Die werden mich fertig machen, wenn ich da irgendetwas falsch mache.
Sorry, dass ich da nix fühle, weil ich sie kaum mal sehe!!!

Das ist jetzt natürlich das große Argument, mich kindisch zu nennen, weil ich an meine Zukunft! denke und mir u.a. einen Aufenthalt in der Klapse ersparen will, der FEHLTAGE brüllt und mich somit zum Hartzer auf Lebenszeit macht.

Dieser Haufen HASST MICH! die suchen nur nach meinen FEHLERN um sie GEGEN MICH zu verwenden und das schon MEIN GANZES LEBEN LANG.

Oh, ich bin ja so kindisch, mir sowas ersparen zu wollen. Danke für eure Hilfe. Ich geh dann mal selber sterben.
Der Rest der Welt ist offenbar auch der Meinung dass es so am besten wäre.
 
Ach ja noch was, zu den Gestalten die meinen, ich sollte meine Eltern unterstützen:
Nach 3 gebrochenen Rippen und mehr was ich nicht erwähnen will, haben die ihr Recht auf meine Unterstützung VERWIRKT.

Ne wartet. Damit hatten sie ja recht, stimmts? So n blöder zickiger Teenie verdient das. Und ein Kind, das nichtmal versteht warum natürlich auch.
 

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