E
eisblume90
Gast
Hallo ihr Lieben,
da ich mir meine momentane Situation selbst nicht erklären kann, bitte ich euch um eure Meinung zu meiner "Lebensgeschichte", wobei das mit 22 Jahren vielleicht etwas zu viel gesagt ist... 🙄
Also:
Ich wurde am 14. April 1990 in Rheinland-Pfalz geboren.
Ich hatte eine wundervolle Kindheit.
Meine Mutter ging in meinen ersten drei Lebensjahren nicht arbeiten, mein Vater arbeitete im selben Dorf, sodass er in seiner Mittagspause immer zu Hause war, und ich ihn mit meiner Mutter zu Fuß von der Arbeit abholen konnte.
Mit drei Jahren ging ich in den Kindergarten.
Ich mochte den Kindergarten nicht (finde ich recht witzig, da ich gerade im letzten Lehrjahr zur Erzieherin bin...).
Ich hatte immer die Möglichkeit, den Vormittag bei meinen Großeltern, die nur zwei Straßen entfernt wohnten und die ich sehr liebe, zu verbringen.
Mein Großvater hatte früher eigene Landwirtschaft gehabt, sodass er in meiner Kindheit weiterhin ein paar Hasen, Schafe und Hühner hielt.
Das "Leben auf dem Bauernhof" war absolut meine Welt!
Es war eine sehr schöne Zeit, an die ich mich gerne zurück erinnere.
Meine Mutter ging während meiner gesamten Kindheit nur in Teilzeit arbeiten, sodass wir am Nachmittag gemeinsam Zeit miteinander verbringen konnten.
Mein Vater holte die Zeit auf, indem er mir jeden Abend eine Geschichte vorlas oder gemeinsam mit meiner Mutter, meinem 4,5 Jahre jüngeren Bruder (den ich sehr liebe) und mir am Wochenende Ausflüge unternahm.
Zu meinem fünften Geburtstag bekam ich einen Hund (mein Baby 🙂 )
Als ich sieben Jahre alt war, kaufte mein Opa zwei Pferde.
Mein Traum wurde wahr: ein eigenes Pony!
Mein Vater hatte in seiner Kindheit ebenfalls ein eigenes Pferd und konnte reiten.
Somit verbrachten mein Vater und ich nahezu jeden Samstag auf dem größten Glück der Erde. 😉
Sonntags haben wir eigentlich immer etwas unternommen:
Zoo, Schwimmbad, Tierpark, Fahrradtour mit Picknick, Spaziergänge, etc.
Meine Kindheit war also unbeschwert.
Ich war in der Grundschule eine sehr beliebte und fleißige Schülerin, bekam eine Realschul-Empfehlung.
Auf der Realschule gingen meine Noten ab der siebten Klasse in den Keller, was ich aber auf die Pubertät zurückführe.
Der Schnitt auf dem Halbjahreszeugnis der 10. Klasse war 2,2.
Ich hatte mich also wieder berappeln können 😉
Als ich 16 Jahre alt war, starb mein Großvater unerwartet an einem Herzinfarkt.
Ich habe sehr lange gebraucht, um meine Trauer zu verarbeiten und bin mir fast sicher, dass mir das heute noch nicht zu 100% gelungen ist.
Ein Jahr später starb mein Großvater mütterlicherseits.
Auch das war ein Schlag ins Gesicht.
Ich war schon immer ein ziemliches Moppelchen, sodass ich mich mit 17 dazu entschied, abzunehmen.
Durch übertriebenes Kalorien zählen und ungesund viel Sport gelang es mir, in drei Monaten 35kg abzunehmen.
Neben der Berufsschule (Ausbildung zur Erzieherin) arbeitete ich in den Ferien in einer Fliesen-Fabrik am Fließband.
Hier lernte ich Erwand kennen.
Er war 40, Armenier und hatte für mich sowas ähnliches wie eine "Großer-Bruder-Funktion".
Fehler!!!!
Im Rahmen meiner Ausbildung musste ich ein 800-Stunden-Praktikum in einem Kindergarten ableisten.
Da ich noch keinen Führerschein hatte und meine Mutter mich aufgrund ihrer eigenen Arbeitszeiten nicht immer von der Praktikumsstelle abholen konnte, musste ich häufig mit dem Bus fahren, der erst zwei Stunden später fuhr (so ist das auf dem Land 🙂 )
Es gab nur ein einziges Café, was recht teuer war und im Dunkeln alleine draußen zu warten, war mir zu unheimlich.
Also fragte ich Erwand, ob ich nicht bei ihm warten könne, bis der Bus fährt.
Er willigte sofort ein.
Ich habe mir nichts dabei gedacht, er war doch so etwas wie mein "Großer Bruder".
Wieder Fehler!!!
Das Ganze ging über ein halbes Jahr und ziemlich problemlos.
Er machte mir den Fernseher an und kümmerte sich derweil um seinen Haushalt.
Manchmal setzte er sich auch dazu, aber dann saß ich auf dem Sofa und er auf dem Sessel.
Bis zu diesem einen Tag...
Ich will versuchen, es so detailliert wie möglich zu beschreiben:
Wie so oft bin ich nach der Arbeit zu ihm gegangen.
Er öffnete mir die Tür und bat mich ins Wohnzimmer.
Wie sonst auch setzte ich mich auf sein Sofa und er bat mir ein Glas Wasser an.
Er schaltete im Fernsehen den russischen Musiksender ein, den ich mir so gern angesehen habe.
Er ging in die Küche, um Geschirr zu spülen.
Danach setzte er sich zu mir.
Das war ungewöhnlich.
Normalerweise setzte er sich auf das andere Sofa oder den Sessel.
Er setzte sich nicht unmittelbar neben mich.
Zwischen uns hätte noch locker eine dritte erwachsene Person gepasst.
Deshalb habe ich mir zunächst nicht viel dabei gedacht.
So schauten wir ein paar Minuten gemeinsam fern.
Auf einmal rückte er näher.
Ich versuchte, möglichst unauffällig von ihm weg zu rutschen.
Das war kaum möglich, weil ich bereits am äußeren Rand des Sofas saß.
Er legte sein rechtes Bein über meine Beine und hielt sie mit seinem Bein fest.
Er versuchte, mich zu küssen.
Ich wehrte mich und versuchte, mich irgendwie loszureißen.
Er hielt meine Unterarme fest und küsste mich.
Ich presste meine Lippen zusammen.
Er drückte seine Hände auf meinen Armen so fest zu, dass es weh tat.
Ich ließ es über mich ergehen, in der Hoffnung, dass alles ganz schnell vorbei geht.
Er presste seine Zunge durch meine Lippen.
Das war mein erster Zungenkuss.
Er fragte mich, ob es mir gefallen hat.
Ich beantwortete seine Frage mit „Nein“.
Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht will und dass er bitte aufhören soll.
Er sagte mir, ich solle mich nicht so anstellen und mich entspannen.
Ich weinte.
Er wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und sagte mir, dass ich es sicher auch schön fände, wenn ich mich doch endlich mal entspannen würde.
Ich konnte nichts mehr sagen.
Ich habe versucht, möglichst entspannt zu wirken, in der Hoffnung, dass er dann endlich von mir ablassen würde.
Natürlich habe ich nicht entspannt gewirkt.
Er nahm meine Beine und legte mich auf das Sofa.
Dabei hielt er immer noch meine Unterarme fest.
Sehr fest.
Er hielt meine Arme mit einer Hand, als er meine Beine auf das Sofa legte.
Ich versuchte, mich loszureißen, weil ich dachte, dass ich bessere Chancen hätte, wenn er mich nur mit einer Hand festhält.
Das war ein Irrtum.
Er hatte mehr Kraft, als ich dachte.
Er sagte zu mir, dass ich doch wohl jetzt nicht gehen wolle, wo es doch gerade so schön sei.
Er legte sich auf mich und rieb sich an mir.
Ich versuchte, ihn wegzustoßen, aber es ging nicht.
Er sagte immer wieder, ich solle mich nicht so anstellen und mich entspannen.
Ich sei ja schließlich eine erwachsene Frau.
Er öffnete erst seinen Gürtel und danach seine Hose.
Dann öffnete er meine Hose.
Er zog mir die Hose herunter, während er mich mit einem Arm festhielt.
Ich weinte.
Er streichelte mich zunächst über dem Slip.
Dann zog er mir auch den Slip herunter und streichelte mich erneut.
Danach stand er auf und zog mich mit hoch.
Er nahm meine rechte Hand und führte sie an sein Glied.
Ich versuchte, meine Hand wegzuziehen.
Er drückte mein Handgelenk ganz fest zusammen.
Es tat weh.
Ich wusste, ich hatte keine Chance.
Ich ließ meine Hand von ihm führen.
Ich war wie in Trance.
Er zog seine Hose und seine Short herunter und berührte sein Glied mit meiner Hand, bis er zum Orgasmus kam.
Das war meine erste Erfahrung auf sexueller Basis.
Ich wollte schreien, aber es kam kein Ton aus mir heraus.
Er wischte sein Sperma mit einem Taschentuch von meiner Hand und drückte mich erneut auf das Sofa.
Er versuchte mich zu küssen.
Dabei legte er seine Hände locker hinter meinen Kopf.
Warum weiß ich nicht.
Vielleicht hatte er vergessen, mich festzuhalten oder er dachte tatsächlich, ich hätte Gefallen daran gefunden.
Ich weiß es nicht.
In diesem Moment muss ich mich losgerissen haben oder so.
Vielleicht hat er auch losgelassen.
Das weiß ich nicht mehr so genau.
Es ging alles so schnell.
Ich schnappte mir meine Tasche, die neben dem Sofa stand und rannte mit herunter gelassener Hose aus der Wohnung.
Dass die Haustür nicht verschlossen war, war mein Glück.
Die Zeit im Aufzug waren die längsten Minuten in meinem Leben.
Er wohnte im fünften Stock.
Ich wusste nicht, ob er mir hinterher laufen würde.
Aber falls doch, wäre er auf der Treppe definitiv schneller gewesen als ich.
Deshalb entschied ich mich irgendwie intuitiv für den Aufzug.
Im Aufzug dachte ich nur was passiert, wenn er die Treppen nimmt und trotzdem schneller ist, als ich im Aufzug?
Als ich unten ankam, war niemand zu sehen.
Dann bin ich zur Bushaltestelle gerannt.
Zum Glück standen da noch andere Leute.
Meine Mutter wollte ich nicht anrufen.
Ich konnte/wollte ihr nichts sagen.
Niemand sollte davon erfahren.
Zu Hause wusch ich mir erstmal die Hände.
Danach ging ich duschen.
Wie lange weiß ich nicht.
Ich weiß nur, dass ich mich noch Wochen danach nicht sauber gefühlt und mich vor meinen Händen geekelt habe.
Ich habe jede Nacht davon geträumt, immer wieder das Gleiche.
Ich hatte danach immer wieder und dauerhaft wechselnde Beziehungen zu verschiedenen Typen von Männern.
Sobald sie mehr wollten, habe ich ihnen den Laufpass gegeben.
Bis zu meinem Ex-Freund.
Ich kam mit meinem Ex-Freund im Mai 2010 zusammen.
Mit ihm hatte ich mein erstes Mal.
Er war der erste Mann, bei dem ich keine Angst hatte.
Warum gerade er, weiß ich nicht.
Die ersten fünf Monate unserer Beziehung waren traumhaft.
Ab Oktober 2010 wurde alles anders:
Er begann, exzessiv zu kiffen.
In der Zeit vom Dezember 2010 - März 2011 waren es zwischen acht und zehn Joints am Tag.
Ich wollte das nicht und sagte ihm das auch.
Als ich ihn fragte, was ihm wichtiger ist, das Gras oder ich, antwortete er "das Gras".
Welche Antwort will man denn auch von einem Junkie auf eine solche Frage erwarten?
Wie die Beziehung weiterlief, kann man sich denken.
Er belog mich, beschimpfte mich, gab mir für alles die Schuld.
Einmal schlug er mich sogar.
Er entschuldigte sich sofort dafür.
Ich machte mich abhängig von ihm, statt ihn zu verlassen.
In dieser Situation wurde ich zum ersten mal bewusst depressiv.
Nach abgebrochenem Entzug trennte er sich Ende August 2011 mit den Worten "Ich halte dein Generve nicht mehr aus" von mir.
Durch die Beziehung mit ihm verlor ich meine damalige beste Freundin.
Sie war schwanger und ihr Mann musste in sein Heimatland Pakistan reisen, da seine geliebte Mutter verstorben war.
Da meine Freundin eine Risikoschwangerschaft hatte, und sie keine Verwandten in Deutschland hat, versprach ich den beiden die zwei Wochen bei ihr zu bleiben.
Ich war gerade einen Tag bei ihr, als mich mein Ex anrief und mir mitteilte, dass er die Klinik abgebrochen hat.
Statt bei ihr zu bleiben (sie wohnt 250km von mir entfernt), bin ich nach Hause gefahren, um ihn zu sehen.
Sie war enttäuscht, konnte es aber dennoch verstehen.
Auf ihre Enttäuschung hin warf ich ihr vor, sie sei nie für mich da gewesen.
Das ist nicht wahr!
Sie war immer da!
Damit habe ich sie wohl so verletzt, dass sie den Kontakt zu mir abgebrochen hat.
Meine Welt brach zusammen.
Ich stürzte mich in die Arbeit (mittlerweile Anerkennungsjahr).
Das funktionierte sehr gut.
Kinder sind toll!
Mit meinen Kollegen verstand ich mich super, zwischen meiner Chefin und mir entwickelte sich eine wunderbare Freundschaft.
Durch den Prüfungsstress der letzten Wochen wurde ich erneut depressiv, sodass mich meine Therapeutin vier Tage krankschrieb.
Seitdem spricht meine Chefin, die ja eigentlich auch eine gute Freundin ist, kaum noch mit mir.
Sie stellt mich vor Eltern und Kollegen bloß, untergräbt meine Autorität bei den Kindern, unterstellt mir, ich habe nur auf krank gemacht, damit ich ein paar schöne freie Tage habe (sie weiß das mit der Depression!) und verwehrt mir meine zwei Tage Urlaub zur Prüfungsvorbereitung im Juni.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Eigentlich habe ich doch bis auf ein paar Schwierigkeiten, die jeder hat, ein ganz normales Leben.
Ich habe tolle Eltern, einen tollen Bruder, tolle Freunde und kann meinen Traumberuf ausüben.
Manchmal denke ich, ich stehe mir selbst im Weg...
Entschuldigt bitte diesen langen Text.
Vielen Dank fürs Lesen :blume:
Liebe Grüsse,
Eisblume
da ich mir meine momentane Situation selbst nicht erklären kann, bitte ich euch um eure Meinung zu meiner "Lebensgeschichte", wobei das mit 22 Jahren vielleicht etwas zu viel gesagt ist... 🙄
Also:
Ich wurde am 14. April 1990 in Rheinland-Pfalz geboren.
Ich hatte eine wundervolle Kindheit.
Meine Mutter ging in meinen ersten drei Lebensjahren nicht arbeiten, mein Vater arbeitete im selben Dorf, sodass er in seiner Mittagspause immer zu Hause war, und ich ihn mit meiner Mutter zu Fuß von der Arbeit abholen konnte.
Mit drei Jahren ging ich in den Kindergarten.
Ich mochte den Kindergarten nicht (finde ich recht witzig, da ich gerade im letzten Lehrjahr zur Erzieherin bin...).
Ich hatte immer die Möglichkeit, den Vormittag bei meinen Großeltern, die nur zwei Straßen entfernt wohnten und die ich sehr liebe, zu verbringen.
Mein Großvater hatte früher eigene Landwirtschaft gehabt, sodass er in meiner Kindheit weiterhin ein paar Hasen, Schafe und Hühner hielt.
Das "Leben auf dem Bauernhof" war absolut meine Welt!
Es war eine sehr schöne Zeit, an die ich mich gerne zurück erinnere.
Meine Mutter ging während meiner gesamten Kindheit nur in Teilzeit arbeiten, sodass wir am Nachmittag gemeinsam Zeit miteinander verbringen konnten.
Mein Vater holte die Zeit auf, indem er mir jeden Abend eine Geschichte vorlas oder gemeinsam mit meiner Mutter, meinem 4,5 Jahre jüngeren Bruder (den ich sehr liebe) und mir am Wochenende Ausflüge unternahm.
Zu meinem fünften Geburtstag bekam ich einen Hund (mein Baby 🙂 )
Als ich sieben Jahre alt war, kaufte mein Opa zwei Pferde.
Mein Traum wurde wahr: ein eigenes Pony!
Mein Vater hatte in seiner Kindheit ebenfalls ein eigenes Pferd und konnte reiten.
Somit verbrachten mein Vater und ich nahezu jeden Samstag auf dem größten Glück der Erde. 😉
Sonntags haben wir eigentlich immer etwas unternommen:
Zoo, Schwimmbad, Tierpark, Fahrradtour mit Picknick, Spaziergänge, etc.
Meine Kindheit war also unbeschwert.
Ich war in der Grundschule eine sehr beliebte und fleißige Schülerin, bekam eine Realschul-Empfehlung.
Auf der Realschule gingen meine Noten ab der siebten Klasse in den Keller, was ich aber auf die Pubertät zurückführe.
Der Schnitt auf dem Halbjahreszeugnis der 10. Klasse war 2,2.
Ich hatte mich also wieder berappeln können 😉
Als ich 16 Jahre alt war, starb mein Großvater unerwartet an einem Herzinfarkt.
Ich habe sehr lange gebraucht, um meine Trauer zu verarbeiten und bin mir fast sicher, dass mir das heute noch nicht zu 100% gelungen ist.
Ein Jahr später starb mein Großvater mütterlicherseits.
Auch das war ein Schlag ins Gesicht.
Ich war schon immer ein ziemliches Moppelchen, sodass ich mich mit 17 dazu entschied, abzunehmen.
Durch übertriebenes Kalorien zählen und ungesund viel Sport gelang es mir, in drei Monaten 35kg abzunehmen.
Neben der Berufsschule (Ausbildung zur Erzieherin) arbeitete ich in den Ferien in einer Fliesen-Fabrik am Fließband.
Hier lernte ich Erwand kennen.
Er war 40, Armenier und hatte für mich sowas ähnliches wie eine "Großer-Bruder-Funktion".
Fehler!!!!
Im Rahmen meiner Ausbildung musste ich ein 800-Stunden-Praktikum in einem Kindergarten ableisten.
Da ich noch keinen Führerschein hatte und meine Mutter mich aufgrund ihrer eigenen Arbeitszeiten nicht immer von der Praktikumsstelle abholen konnte, musste ich häufig mit dem Bus fahren, der erst zwei Stunden später fuhr (so ist das auf dem Land 🙂 )
Es gab nur ein einziges Café, was recht teuer war und im Dunkeln alleine draußen zu warten, war mir zu unheimlich.
Also fragte ich Erwand, ob ich nicht bei ihm warten könne, bis der Bus fährt.
Er willigte sofort ein.
Ich habe mir nichts dabei gedacht, er war doch so etwas wie mein "Großer Bruder".
Wieder Fehler!!!
Das Ganze ging über ein halbes Jahr und ziemlich problemlos.
Er machte mir den Fernseher an und kümmerte sich derweil um seinen Haushalt.
Manchmal setzte er sich auch dazu, aber dann saß ich auf dem Sofa und er auf dem Sessel.
Bis zu diesem einen Tag...
Ich will versuchen, es so detailliert wie möglich zu beschreiben:
Wie so oft bin ich nach der Arbeit zu ihm gegangen.
Er öffnete mir die Tür und bat mich ins Wohnzimmer.
Wie sonst auch setzte ich mich auf sein Sofa und er bat mir ein Glas Wasser an.
Er schaltete im Fernsehen den russischen Musiksender ein, den ich mir so gern angesehen habe.
Er ging in die Küche, um Geschirr zu spülen.
Danach setzte er sich zu mir.
Das war ungewöhnlich.
Normalerweise setzte er sich auf das andere Sofa oder den Sessel.
Er setzte sich nicht unmittelbar neben mich.
Zwischen uns hätte noch locker eine dritte erwachsene Person gepasst.
Deshalb habe ich mir zunächst nicht viel dabei gedacht.
So schauten wir ein paar Minuten gemeinsam fern.
Auf einmal rückte er näher.
Ich versuchte, möglichst unauffällig von ihm weg zu rutschen.
Das war kaum möglich, weil ich bereits am äußeren Rand des Sofas saß.
Er legte sein rechtes Bein über meine Beine und hielt sie mit seinem Bein fest.
Er versuchte, mich zu küssen.
Ich wehrte mich und versuchte, mich irgendwie loszureißen.
Er hielt meine Unterarme fest und küsste mich.
Ich presste meine Lippen zusammen.
Er drückte seine Hände auf meinen Armen so fest zu, dass es weh tat.
Ich ließ es über mich ergehen, in der Hoffnung, dass alles ganz schnell vorbei geht.
Er presste seine Zunge durch meine Lippen.
Das war mein erster Zungenkuss.
Er fragte mich, ob es mir gefallen hat.
Ich beantwortete seine Frage mit „Nein“.
Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht will und dass er bitte aufhören soll.
Er sagte mir, ich solle mich nicht so anstellen und mich entspannen.
Ich weinte.
Er wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und sagte mir, dass ich es sicher auch schön fände, wenn ich mich doch endlich mal entspannen würde.
Ich konnte nichts mehr sagen.
Ich habe versucht, möglichst entspannt zu wirken, in der Hoffnung, dass er dann endlich von mir ablassen würde.
Natürlich habe ich nicht entspannt gewirkt.
Er nahm meine Beine und legte mich auf das Sofa.
Dabei hielt er immer noch meine Unterarme fest.
Sehr fest.
Er hielt meine Arme mit einer Hand, als er meine Beine auf das Sofa legte.
Ich versuchte, mich loszureißen, weil ich dachte, dass ich bessere Chancen hätte, wenn er mich nur mit einer Hand festhält.
Das war ein Irrtum.
Er hatte mehr Kraft, als ich dachte.
Er sagte zu mir, dass ich doch wohl jetzt nicht gehen wolle, wo es doch gerade so schön sei.
Er legte sich auf mich und rieb sich an mir.
Ich versuchte, ihn wegzustoßen, aber es ging nicht.
Er sagte immer wieder, ich solle mich nicht so anstellen und mich entspannen.
Ich sei ja schließlich eine erwachsene Frau.
Er öffnete erst seinen Gürtel und danach seine Hose.
Dann öffnete er meine Hose.
Er zog mir die Hose herunter, während er mich mit einem Arm festhielt.
Ich weinte.
Er streichelte mich zunächst über dem Slip.
Dann zog er mir auch den Slip herunter und streichelte mich erneut.
Danach stand er auf und zog mich mit hoch.
Er nahm meine rechte Hand und führte sie an sein Glied.
Ich versuchte, meine Hand wegzuziehen.
Er drückte mein Handgelenk ganz fest zusammen.
Es tat weh.
Ich wusste, ich hatte keine Chance.
Ich ließ meine Hand von ihm führen.
Ich war wie in Trance.
Er zog seine Hose und seine Short herunter und berührte sein Glied mit meiner Hand, bis er zum Orgasmus kam.
Das war meine erste Erfahrung auf sexueller Basis.
Ich wollte schreien, aber es kam kein Ton aus mir heraus.
Er wischte sein Sperma mit einem Taschentuch von meiner Hand und drückte mich erneut auf das Sofa.
Er versuchte mich zu küssen.
Dabei legte er seine Hände locker hinter meinen Kopf.
Warum weiß ich nicht.
Vielleicht hatte er vergessen, mich festzuhalten oder er dachte tatsächlich, ich hätte Gefallen daran gefunden.
Ich weiß es nicht.
In diesem Moment muss ich mich losgerissen haben oder so.
Vielleicht hat er auch losgelassen.
Das weiß ich nicht mehr so genau.
Es ging alles so schnell.
Ich schnappte mir meine Tasche, die neben dem Sofa stand und rannte mit herunter gelassener Hose aus der Wohnung.
Dass die Haustür nicht verschlossen war, war mein Glück.
Die Zeit im Aufzug waren die längsten Minuten in meinem Leben.
Er wohnte im fünften Stock.
Ich wusste nicht, ob er mir hinterher laufen würde.
Aber falls doch, wäre er auf der Treppe definitiv schneller gewesen als ich.
Deshalb entschied ich mich irgendwie intuitiv für den Aufzug.
Im Aufzug dachte ich nur was passiert, wenn er die Treppen nimmt und trotzdem schneller ist, als ich im Aufzug?
Als ich unten ankam, war niemand zu sehen.
Dann bin ich zur Bushaltestelle gerannt.
Zum Glück standen da noch andere Leute.
Meine Mutter wollte ich nicht anrufen.
Ich konnte/wollte ihr nichts sagen.
Niemand sollte davon erfahren.
Zu Hause wusch ich mir erstmal die Hände.
Danach ging ich duschen.
Wie lange weiß ich nicht.
Ich weiß nur, dass ich mich noch Wochen danach nicht sauber gefühlt und mich vor meinen Händen geekelt habe.
Ich habe jede Nacht davon geträumt, immer wieder das Gleiche.
Ich hatte danach immer wieder und dauerhaft wechselnde Beziehungen zu verschiedenen Typen von Männern.
Sobald sie mehr wollten, habe ich ihnen den Laufpass gegeben.
Bis zu meinem Ex-Freund.
Ich kam mit meinem Ex-Freund im Mai 2010 zusammen.
Mit ihm hatte ich mein erstes Mal.
Er war der erste Mann, bei dem ich keine Angst hatte.
Warum gerade er, weiß ich nicht.
Die ersten fünf Monate unserer Beziehung waren traumhaft.
Ab Oktober 2010 wurde alles anders:
Er begann, exzessiv zu kiffen.
In der Zeit vom Dezember 2010 - März 2011 waren es zwischen acht und zehn Joints am Tag.
Ich wollte das nicht und sagte ihm das auch.
Als ich ihn fragte, was ihm wichtiger ist, das Gras oder ich, antwortete er "das Gras".
Welche Antwort will man denn auch von einem Junkie auf eine solche Frage erwarten?
Wie die Beziehung weiterlief, kann man sich denken.
Er belog mich, beschimpfte mich, gab mir für alles die Schuld.
Einmal schlug er mich sogar.
Er entschuldigte sich sofort dafür.
Ich machte mich abhängig von ihm, statt ihn zu verlassen.
In dieser Situation wurde ich zum ersten mal bewusst depressiv.
Nach abgebrochenem Entzug trennte er sich Ende August 2011 mit den Worten "Ich halte dein Generve nicht mehr aus" von mir.
Durch die Beziehung mit ihm verlor ich meine damalige beste Freundin.
Sie war schwanger und ihr Mann musste in sein Heimatland Pakistan reisen, da seine geliebte Mutter verstorben war.
Da meine Freundin eine Risikoschwangerschaft hatte, und sie keine Verwandten in Deutschland hat, versprach ich den beiden die zwei Wochen bei ihr zu bleiben.
Ich war gerade einen Tag bei ihr, als mich mein Ex anrief und mir mitteilte, dass er die Klinik abgebrochen hat.
Statt bei ihr zu bleiben (sie wohnt 250km von mir entfernt), bin ich nach Hause gefahren, um ihn zu sehen.
Sie war enttäuscht, konnte es aber dennoch verstehen.
Auf ihre Enttäuschung hin warf ich ihr vor, sie sei nie für mich da gewesen.
Das ist nicht wahr!
Sie war immer da!
Damit habe ich sie wohl so verletzt, dass sie den Kontakt zu mir abgebrochen hat.
Meine Welt brach zusammen.
Ich stürzte mich in die Arbeit (mittlerweile Anerkennungsjahr).
Das funktionierte sehr gut.
Kinder sind toll!
Mit meinen Kollegen verstand ich mich super, zwischen meiner Chefin und mir entwickelte sich eine wunderbare Freundschaft.
Durch den Prüfungsstress der letzten Wochen wurde ich erneut depressiv, sodass mich meine Therapeutin vier Tage krankschrieb.
Seitdem spricht meine Chefin, die ja eigentlich auch eine gute Freundin ist, kaum noch mit mir.
Sie stellt mich vor Eltern und Kollegen bloß, untergräbt meine Autorität bei den Kindern, unterstellt mir, ich habe nur auf krank gemacht, damit ich ein paar schöne freie Tage habe (sie weiß das mit der Depression!) und verwehrt mir meine zwei Tage Urlaub zur Prüfungsvorbereitung im Juni.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Eigentlich habe ich doch bis auf ein paar Schwierigkeiten, die jeder hat, ein ganz normales Leben.
Ich habe tolle Eltern, einen tollen Bruder, tolle Freunde und kann meinen Traumberuf ausüben.
Manchmal denke ich, ich stehe mir selbst im Weg...
Entschuldigt bitte diesen langen Text.
Vielen Dank fürs Lesen :blume:
Liebe Grüsse,
Eisblume