Ich versuche es mal erklären wie es sich anfühlt so aufzuwachsen.
Einige von den Stammusern wissen ja wer ich bin, aber ich habe bisher im öffentlichen Forum kaum etwas darüber geschrieben wie sich das für mich (und für ihn evtl. auch genauso) anfühlt. Ignoriert mal folgend für eine kurze Zeit dass ich u.A. dadurch eine Multiple Persönlichkeit bin, denn das würde den Versuch noch schwieriger machen.
Ich hab heute das wohl bekannteste Mißbrauchsbuch fertiggelesen. Die Frau hat mindestens 92 abgespaltene Persönlichkeiten. Die meisten, die Multie sind, wurden sexuell mißbraucht.
Manche von euch kennen vielleicht die Handhabe wie man Elefanten zähmt. Man bindet sie als Babies an einen Pflock der fester in der Erde steckt als sie an ihn ziehen können. Anfänglich ziehen sie daran wie wahnsinnig, solang bis sie akzeptieren dass sie schwächer sind als der Pflock. Mit der Zeit werden sie stärker als der Pflock, aber sie haben ja in der Jugend akzeptiert dass sie nicht stark genug sind um sich zu befreien, also versuchen sie es nicht mehr. Ironischerweise werfen sie als erwachsene Tiere Bäume, bei denen sie Kräfte gebrauchen die in die Tonnen beziffert werden, einfach um, merken aber nicht dass der Pflock, an den sie in der Nacht gefesselt werden, im Vergleich dazu eine Winzigkeit an Kaftaufwand bräuchte. Da aber leider kein Elefant neben ihnen steht der weiß dass der Pflock schwächer ist als er, wird ihnen auch Keiner zeigen dass sie stärker sind. Sie leben quasi unter einer Art Glocke, abgeschottet von Erfahrungen die ihnen zeigen dass sie stärker als der Pflock sind.
In dem Buch gab es auch solche Foltermethoden.Aber ich kann es auch sinnbildlich verstehen. Es "lähmt".
Ähnlich ist es auch bei mir oder keuner. Wir sind als Kinder an einen Pflock gebunden wurden, haben daran gezerrt, dagegen aufbegehrt, haben es irgendwann aufgegeben und die Situation akzeptiert. Natürlich hätten wir theoretisch Erfahrungen machen können bei denen wir gelernt hätten dass die Eingrenzungen schwächer sind als wir, aber wann? Wir lebten jahrelang unter einer Glocke. Wir standen auf, machten unsere Aufgaben im Haus, gingen in die Schule, kamen direkt danach wieder "nach Hause", machten da unsere Aufgaben und gingen irgendwann erledigt ins Bett (falls man Glück hatte, wars das dann für den Tag).
Klar, man ist abhängig von den Bezugspersonen.
Viele Handlungsweisen die euch selbstverständlich vorkommen sind für uns so weit entfernt als wären sie auf dem Mond. Mal eben sich dazu entscheiden vor die Haustür zu treten und einen stundenlangen Spaziergang zu machen.
Also jeder Mensch ist anders und so seh ich das auch zwischen dir und Keuner. Finds immer ganz schwierig, wenn jemand schreibt "wir". Jeder sollte bei sich bleiben. Was fehlt sind Erfolge, deswegen die Lähmung.
Eine Hausarbeit wie Staubsaugen oder Fenster putzen einfach nicht zu machen. Sich Geld vom eignen Konto zu holen ohne sich zu rechtfertigen, geschweige davon irgendwelchen Mist zu kaufen nur weil es einem gefällt. Sich in den nächsten Bus oder ein Taxi zu setzen um irgendwohin zu fahren nur weil man gerade Lust dazu hat. Man kann es nicht.
Als Multie geht sowas ansich, weil ein anderer Part dann den Platz einnimmt. Man könnte es, aber wer jahrelang unterdrückt wurde rechnet automatisch mit dem Mißerfolg.
Man hat unsichtbare Wände um sich herum und weiß nicht wie man sie durchbrechen soll. Natürlich liest man Sätze wie: "Du kannst das doch einfach tun. Warum machst du das nicht?", aber man versteht nur die Worte, nicht was da gemeint wird. Man fragt sich: "Warum sieht er den Pflock an meinem Bein nicht? Wie soll ich das machen, es geht nicht.".
Da manifestierst du falsch. Es entstehen immer erst Gedanken, dann erst folgt die Reaktion. Also wenn du dir einredest, daß du schwach bist, dann manifestierst du es in dir, du klammerst dich an diesen negativen Glauben.
Versteht ihr annähernd was ich sagen möchte?
Ja, ich schon. Aber ich kann dich beruhigen, man kann da rauskommen. Nämlich indem man positiv affimiert und aus der Opferrolle rauskommt, das geht aber immer erst mit dem nächsten Schritt.😉 Rückschläge wird es dann immer geben, aber die Angst vernebelt dir alles. Es hört sich jetzt blöd an für dich, aber ich arbeite mit den Engeln. Es gibt so schöne Karten, auf denen Affirmationen oder Sprüche stehen und die geben einem Kraft. Hab das jetzt mal Laienhaft ausgedrückt.