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Meine Eltern haben mein Leben zerstört

@ keuner


Ich versteh dich einfach nich. Du hast keinen Leidensdruck und auch so bist du überhaupt nich greifbar. Du windest dich wie ein Aal.

Meine Idee war schon vorhin beim lesen, daß dir vielleicht ein stadtionärer Aufenthalt guttun würde. Da bist du unter den anderen Menschen und kannst dich entfalten, neues lernen, reden, ausprobieren usw.....

Dafür mußt du aber auch loslassen können. Wenn du es so erzählst, dann sagt mein gesunder Menschenverstand, daß du garnix ändern willst.

Dein Vater ist eindeutig in der schwächeren Position.
Geh doch einfach und er soll sehn, wie er alleine klarkommt. Gibt ja die häusliche Pflege u.a., falls er gebrechlich ist.
Nur weil er das Wohnrecht hat, so kannst dir doch dein Wohnrecht selber aussuchen. Du schriebst doch, daß auf dem Haus eh nur Schulden drauf sind. Also was hält dich denn davon ab zu gehen?

Und vor allem änder alles, wo dein Vater ein Mitspracherecht hat.
Z.B. die Haftpflicht/Zulassung fürs Auto. Du fährst doch nich, also verkaufe es, wenn es deines ist.

Setze Grenzen. Oder willst du ihn später noch pflegen?
 
hallo, nur meine Meinung. Ich denke bei sehr vielen Dingen geht es um die Kindheit. Ich verstehe das Du ein bestimmtes Verhältnis Deinem Vater gegenüber hast. Aber es ist Deine LEBEN. Und du kannst daraus machen was Du möchtest. Ich würde Dir auch professionelle Hilfe raten. Und eine Selbsthilfegruppe. Ich versteh aber auch die Angst die man hat, diesen Schritt zu gehen, und zu hören LOS ZU LASSEN…..
Überwinde Deine Angst, Angst gibt es nicht. Sie lebt von Zukunftsgedanken –was wäre wenn?
Aber Du lebst jetzt und das ist wichtig. Wenn es Dir jetzt gur geht , und du glücklich bist dann kann der Tag morgen kommen………….
 
Ich versuche es mal erklären wie es sich anfühlt so aufzuwachsen. Einige von den Stammusern wissen ja wer ich bin, aber ich habe bisher im öffentlichen Forum kaum etwas darüber geschrieben wie sich das für mich (und für ihn evtl. auch genauso) anfühlt. Ignoriert mal folgend für eine kurze Zeit dass ich u.A. dadurch eine Multiple Persönlichkeit bin, denn das würde den Versuch noch schwieriger machen.

Manche von euch kennen vielleicht die Handhabe wie man Elefanten zähmt. Man bindet sie als Babies an einen Pflock der fester in der Erde steckt als sie an ihn ziehen können. Anfänglich ziehen sie daran wie wahnsinnig, solang bis sie akzeptieren dass sie schwächer sind als der Pflock. Mit der Zeit werden sie stärker als der Pflock, aber sie haben ja in der Jugend akzeptiert dass sie nicht stark genug sind um sich zu befreien, also versuchen sie es nicht mehr. Ironischerweise werfen sie als erwachsene Tiere Bäume, bei denen sie Kräfte gebrauchen die in die Tonnen beziffert werden, einfach um, merken aber nicht dass der Pflock, an den sie in der Nacht gefesselt werden, im Vergleich dazu eine Winzigkeit an Kaftaufwand bräuchte. Da aber leider kein Elefant neben ihnen steht der weiß dass der Pflock schwächer ist als er, wird ihnen auch Keiner zeigen dass sie stärker sind. Sie leben quasi unter einer Art Glocke, abgeschottet von Erfahrungen die ihnen zeigen dass sie stärker als der Pflock sind.

Ähnlich ist es auch bei mir oder keuner. Wir sind als Kinder an einen Pflock gebunden wurden, haben daran gezerrt, dagegen aufbegehrt, haben es irgendwann aufgegeben und die Situation akzeptiert. Natürlich hätten wir theoretisch Erfahrungen machen können bei denen wir gelernt hätten dass die Eingrenzungen schwächer sind als wir, aber wann? Wir lebten jahrelang unter einer Glocke. Wir standen auf, machten unsere Aufgaben im Haus, gingen in die Schule, kamen direkt danach wieder "nach Hause", machten da unsere Aufgaben und gingen irgendwann erledigt ins Bett (falls man Glück hatte, wars das dann für den Tag).

Viele Handlungsweisen die euch selbstverständlich vorkommen sind für uns so weit entfernt als wären sie auf dem Mond. Mal eben sich dazu entscheiden vor die Haustür zu treten und einen stundenlangen Spaziergang zu machen. Eine Hausarbeit wie Staubsaugen oder Fenster putzen einfach nicht zu machen. Sich Geld vom eignen Konto zu holen ohne sich zu rechtfertigen, geschweige davon irgendwelchen Mist zu kaufen nur weil es einem gefällt. Sich in den nächsten Bus oder ein Taxi zu setzen um irgendwohin zu fahren nur weil man gerade Lust dazu hat. Man kann es nicht.
Man hat unsichtbare Wände um sich herum und weiß nicht wie man sie durchbrechen soll. Natürlich liest man Sätze wie: "Du kannst das doch einfach tun. Warum machst du das nicht?", aber man versteht nur die Worte, nicht was da gemeint wird. Man fragt sich: "Warum sieht er den Pflock an meinem Bein nicht? Wie soll ich das machen, es geht nicht.".

Versteht ihr annähernd was ich sagen möchte?

Kanja
 
Du hast keinen Leidensdruck

Was meinst Du damit?

Wenn du es so erzählst, dann sagt mein gesunder Menschenverstand, daß du garnix ändern willst.

Ich versuche meine Situation darzustellen. Manche Dinge sind einfach gesagt. Ich versuche das mal an folgendem darzustellen:

Dein Vater ist eindeutig in der schwächeren Position.
Geh doch einfach und er soll sehn, wie er alleine klarkommt. Gibt ja die häusliche Pflege u.a., falls er gebrechlich ist.
Nur weil er das Wohnrecht hat, so kannst dir doch dein Wohnrecht selber aussuchen. Du schriebst doch, daß auf dem Haus eh nur Schulden drauf sind. Also was hält dich denn davon ab zu gehen?

Davon hält mich folgendes ab: Ich muss den Kredit zahlen für das Haus, dazu Strom, Wasser, usw. Ich kann aber nicht noch zusätzlich eine Wohnung (und Strom und Wasser, usw..) für mich unterhalten. Wenn ich die oben genannten Beträge nicht zahle, hätte ich immer höhere Schulden bzw. ein immer höheres Minus auf dem Konto. Und aufgrund des Wohnrechts des V. kann ich aber auch nicht verkaufen. Wenn Du da einen guten Rat hast, was man da machen kann, wäre ich mehr als dankbar!

Auto. Du fährst doch nich, also verkaufe es, wenn es deines ist.

Ähnliches Problem: Das Auto läuft über einen Kredit. Und da es nun schon zwei oder mehr Jahre in Gebrauch ist, wird der Wert wohl um einiges geringer geworden sein. Würde ich es also verkaufen, hätte ich direkt Schulden, die sich aus der Differenz Kredithöhe/aktueller Gebrauchtwert ergeben. Wenn ich mich irre, bitte korrigieren ...

Unsere Beiträge empfindest du hier im Forum als Vorwürfe, aber von deinem Vater läßte dich triezen. Das paßt einfach nich!

Einiges was hier geschrieben wurde, klingt wie Vorwürfe. "Warum hast Du dies getan", "Warum hast Du das getan". Vor allem auf Dinge, die in der Vergangeheit liegen, selbst nicht mehr geändert werden können. Aber womöglich verändert oder behoben.

Und die Vorwürfe meines V. gefallen mir auch nicht 😉

Viele Grüsse!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ähnliches Problem: Das Auto läuft über einen Kredit. Und da es nun schon zwei oder mehr Jahre in Gebrauch ist, wird der Wert wohl um einiges geringer geworden sein. Würde ich es also verkaufen, hätte ich direkt Schulden, die sich aus der Differenz Kredithöhe/aktueller Gebrauchtwert ergeben. Wenn ich mich irre, bitte korrigieren ...

Nicht ganz. Also theoretisch liefe das so. Wenn du das Auto verkaufen würdest, hättest du ein Gewinn daraus (und dabei umso früher umso mehr Gewinn) und könntest damit einen Teil des Kredites tilgen. Zusätzlich hättest du keine Kosten mehr die für das Auto entfallen, wie Versicherung, Steuern, Benzin, Reperaturen und TÜV. Ohne Auto hättest du zwar immernoch den Kredit, aber keine zusätzlichen Kosten auf ein Auto. Rechnerisch lohnt es sich tatsächlich manchmal auch, statt ein Auto zu unterhalten, mit dem Taxi in die nächste Stadt zu fahren und da in die Öffentlichen umzusteigen. Vorraussetzung wäre dass die Fahrgelegenheit Taxi nicht häufiger als 1-2 in der Woche genutzt werden würde. Ich schätze aber mal dass du dich da kaum durchsetzen könntest. 🙁

Kanja
 
Ich versuche es mal erklären wie es sich anfühlt so aufzuwachsen.


Einige von den Stammusern wissen ja wer ich bin, aber ich habe bisher im öffentlichen Forum kaum etwas darüber geschrieben wie sich das für mich (und für ihn evtl. auch genauso) anfühlt. Ignoriert mal folgend für eine kurze Zeit dass ich u.A. dadurch eine Multiple Persönlichkeit bin, denn das würde den Versuch noch schwieriger machen.

Ich hab heute das wohl bekannteste Mißbrauchsbuch fertiggelesen. Die Frau hat mindestens 92 abgespaltene Persönlichkeiten. Die meisten, die Multie sind, wurden sexuell mißbraucht.

Manche von euch kennen vielleicht die Handhabe wie man Elefanten zähmt. Man bindet sie als Babies an einen Pflock der fester in der Erde steckt als sie an ihn ziehen können. Anfänglich ziehen sie daran wie wahnsinnig, solang bis sie akzeptieren dass sie schwächer sind als der Pflock. Mit der Zeit werden sie stärker als der Pflock, aber sie haben ja in der Jugend akzeptiert dass sie nicht stark genug sind um sich zu befreien, also versuchen sie es nicht mehr. Ironischerweise werfen sie als erwachsene Tiere Bäume, bei denen sie Kräfte gebrauchen die in die Tonnen beziffert werden, einfach um, merken aber nicht dass der Pflock, an den sie in der Nacht gefesselt werden, im Vergleich dazu eine Winzigkeit an Kaftaufwand bräuchte. Da aber leider kein Elefant neben ihnen steht der weiß dass der Pflock schwächer ist als er, wird ihnen auch Keiner zeigen dass sie stärker sind. Sie leben quasi unter einer Art Glocke, abgeschottet von Erfahrungen die ihnen zeigen dass sie stärker als der Pflock sind.

In dem Buch gab es auch solche Foltermethoden.Aber ich kann es auch sinnbildlich verstehen. Es "lähmt".

Ähnlich ist es auch bei mir oder keuner. Wir sind als Kinder an einen Pflock gebunden wurden, haben daran gezerrt, dagegen aufbegehrt, haben es irgendwann aufgegeben und die Situation akzeptiert. Natürlich hätten wir theoretisch Erfahrungen machen können bei denen wir gelernt hätten dass die Eingrenzungen schwächer sind als wir, aber wann? Wir lebten jahrelang unter einer Glocke. Wir standen auf, machten unsere Aufgaben im Haus, gingen in die Schule, kamen direkt danach wieder "nach Hause", machten da unsere Aufgaben und gingen irgendwann erledigt ins Bett (falls man Glück hatte, wars das dann für den Tag).

Klar, man ist abhängig von den Bezugspersonen.

Viele Handlungsweisen die euch selbstverständlich vorkommen sind für uns so weit entfernt als wären sie auf dem Mond. Mal eben sich dazu entscheiden vor die Haustür zu treten und einen stundenlangen Spaziergang zu machen.

Also jeder Mensch ist anders und so seh ich das auch zwischen dir und Keuner. Finds immer ganz schwierig, wenn jemand schreibt "wir". Jeder sollte bei sich bleiben. Was fehlt sind Erfolge, deswegen die Lähmung.

Eine Hausarbeit wie Staubsaugen oder Fenster putzen einfach nicht zu machen. Sich Geld vom eignen Konto zu holen ohne sich zu rechtfertigen, geschweige davon irgendwelchen Mist zu kaufen nur weil es einem gefällt. Sich in den nächsten Bus oder ein Taxi zu setzen um irgendwohin zu fahren nur weil man gerade Lust dazu hat. Man kann es nicht.

Als Multie geht sowas ansich, weil ein anderer Part dann den Platz einnimmt. Man könnte es, aber wer jahrelang unterdrückt wurde rechnet automatisch mit dem Mißerfolg.

Man hat unsichtbare Wände um sich herum und weiß nicht wie man sie durchbrechen soll. Natürlich liest man Sätze wie: "Du kannst das doch einfach tun. Warum machst du das nicht?", aber man versteht nur die Worte, nicht was da gemeint wird. Man fragt sich: "Warum sieht er den Pflock an meinem Bein nicht? Wie soll ich das machen, es geht nicht.".

Da manifestierst du falsch. Es entstehen immer erst Gedanken, dann erst folgt die Reaktion. Also wenn du dir einredest, daß du schwach bist, dann manifestierst du es in dir, du klammerst dich an diesen negativen Glauben.

Versteht ihr annähernd was ich sagen möchte?

Ja, ich schon. Aber ich kann dich beruhigen, man kann da rauskommen. Nämlich indem man positiv affimiert und aus der Opferrolle rauskommt, das geht aber immer erst mit dem nächsten Schritt.😉 Rückschläge wird es dann immer geben, aber die Angst vernebelt dir alles. Es hört sich jetzt blöd an für dich, aber ich arbeite mit den Engeln. Es gibt so schöne Karten, auf denen Affirmationen oder Sprüche stehen und die geben einem Kraft. Hab das jetzt mal Laienhaft ausgedrückt.
 
Kessia, nur ganz kurz darauf geantwortet.

Ich habe mit meinem Erklärungsversuch ja auch nur versucht zu beschreiben welche Anstrengungen einfache Tätigkeiten machen können. Da noch den Multiplenaspekt hineinzubringen, inclusive der Diskussionen und Ticks der Einzelpersönlichkeiten, würde den Rahmen des Forums sprengen.
Für mich ist es immer sehr schwierig etwas zu beschreiben wo ich auf meine/unsere persönliche Geschichte eingehe. Es ist automatisch sehr verschwommen. U.A. wegen dem Wir-Wir-Problem. Ich schreibe natürlich in der Wir-Form wenn ich von mir und Ewe schreibe und auch wenn ich für uns gemeinsam schreibe. Oft umschiffen wir deswegen dieses Wort, was allerdings das Geschriebene automatisch schwer erfassbar macht. Es gibt ja kein anderes Wort als dieses für uns die wir gemeinsam in diesen Körper stecken als das Wir was man auch für eine Gruppe an Personen bezeichnet. Genauso wie es extrem schwierig ist alles von einem Thema begreiflich zu erklären wenn Ewe in dem Thema noch involviert ist (also immer in meine Gedankengänge reinredet während ich schreibe) und ihren Senf da mit hineingepackt haben möchte. Ich habe darum gebeten das Multiple auszuklammern weil für Viele dieser Zustand nicht begreifbar ist und er in der Threadproblematik nur eine unterzuordnende Rolle spielt. Meine Ursprungspersönlichkeit hat sich aus der Lebenssituation heraus entschlossen zu teilen, das ist richtig, aber ich möchte auch nicht Keuner unterstellen auch ein Multi zu sein nur weil meine Ursprungspersönlichkeit zu schwach war mit der Situation klar zu kommen. Dein Hinweis dass die meisten Multiplen Opfer von sex. Gewalt sind, ist korrekt. Auch bei uns, allerdings war der Urknall für die Teilung bei uns schwerste körperl. Arbeit, Freiheits- und Nahrungsentzug und körperliche Misshandlungen, aus diesem Grund denken wir dass seine Situation sehr wohl mit Unserer vergleichbar ist. Ein Satz ist allerdings falsch, als Multi hat man nicht automatisch eine andere Persönlichkeit die antrainierte Handlungen einfach unterlassen kann, vielmehr versuchen die Anderen, wenn die Persönlichkeit, die eine Aufgabe die sie inne hat, nicht anwesend ist, die zu machende Aufgabe um jeden Preis zu erfüllen, egal ob sie es können oder nicht. Das mit den Engeln findet Ewe ganz toll, sie steht auf sowas. 😉

Kanja
 
Vermutlich hat keiner einen Tip bzgl. des Haus-loswerden-Problems ... oder des aushebelns des Wohnrechts, möglicherweise gar anhand dem, was in der Vergangenheit so vorfiel (auch ein Grund das in meinem Initialposting zu skizzieren ...) ...
 

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