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Meine Ehefrau und mein Stiefbruder haben eine Freundschaft/Beziehung/Affäre?!

Und dann ist mir eingefallen, dass die beiden schon vor einiger Zeit zwei Mal zusammen im Urlaub waren. Alleine! Damals habe ich mir echt nichts dabei gedacht.
War das vor Eurer Ehe? Wenn nein, dann verstehe ich das nicht. Dann finde ich es äußerst seltsam, dass Du nichts dagegen hattest, dass Deine Ehefrau zweimal alleine mit Deinem ungeliebten Stiefbruder verreist ist. Und absolut unglaublich - Du hast es vergessen oder gab es damals deswegen einen solch heftigen Streit, dass Dein Gehirn diese Erinnerungen gelöscht hat? Alles in allem ist das sehr seltsam.
 
Das ist doch egal.
Es ist doch auch egal was sie an ihm findet.

Der Text wirkt so als ob sie sich emotional für den anderen Mann entschieden hat.
Vermutlich haben sie eine sexuelle Beziehung.

Man kann es tolerieren oder eine Beziehungspause machen oder sich trennen.

Wenn sie dich lieblos und unfreundlich behandelt hat die Beziehung keinen Sinn mehr.

Ich würde mir eine Freundin suchen.
 
Hallo ihr alle hier,

erstmal danke für eure bisherigen Kommentare und Anteilnahme. Es hilft wirklich, das hier rauszuschreiben und zu sehen, dass ich nicht allein bin mit diesem Chaos.

Ich muss noch etwas nachschieben, etwas, das mir erst jetzt wieder in den Sinn kommt und die ganze Sache vielleicht in einem noch viel seltsameren Licht erscheinen lässt. Vielleicht ist es ein Hoffnungsschimmer, vielleicht ist es nur der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Ich weiß es nicht.

Als Gabi damals, vor etwa einem Jahr, angefangen hat, von "ihrem Unglück" und "ihrem Bedürfnis nach Freiheit" zu reden, war das nicht sofort so aggressiv wie es sich jetzt anfühlt. Damals, in den ersten Wochen, hat sie versucht, es zu erklären. Sie hat mir verschiedene gute Argumente für eine polyamore oder offene Ehe präsentiert. Das ist auch der Grund warum ich vielleicht noch irgendwie an uns glaube.

Ich erinnere mich noch genau an das Gespräch. Sie hat es sehr vernünftig klingen lassen. Es geht nicht darum, dass sie mich nicht mehr liebt, hat sie gesagt. Es geht darum, dass Liebe nicht besitzergreifend sein muss. Sie hat von "mehr Liebe" und "mehr Erfüllung" für uns beide gesprochen. Sie hat gesagt, dass wir uns dadurch nicht verlieren würden, sondern als Paar sogar wachsen könnten, weil wir uns gegenseitig diese Freiheit zugestehen. Sie hat Beispiele genannt, hat Bücher erwähnt, hat mir erklärt, dass es für viele Paare die Lösung für eine Krise ist, weil man sich so nicht mit unerfüllten Bedürfnissen gegenseitig belastet.

Und ich muss zugeben: Ein Teil von mir hat es verstanden. Die Argumente waren logisch, modern, fast schon… überzeugend. Ich habe darüber nachgedacht. Ich habe wirklich versucht, mich vorzustellen, wie das wäre. Aber tief in meinem Bauch hat sich alles dagegen gesträubt. Ich bin einfach nicht so gebaut. Für mich ist Ehe Exklusivität. Das ist der Kern dessen, was für mich Sicherheit und Vertrauen ausmacht. Ich habe ihr das gesagt. Ich habe ihr gesagt, dass ich das nicht kann, dass ich das nicht will. Ich dachte, das Thema wäre damit vom Tisch.

Und jetzt frage ich mich: Hat sie das Thema wirklich fallen lassen? Oder hat sie es nur in die Praxis umgesetzt, ohne meine Zustimmung? Ist das hier, was mit Stefan passiert, vielleicht ihre verzerrte Version von dem, was sie sich damals vorgestellt hat? Hat sie sich gedacht: "Wenn David nicht mitspielt, dann eben allein"?
Oder, und das ist der Gedanke, der mich fast wahnsinnig macht: Ist das vielleicht jetzt noch eine Möglichkeit? Eine Chance? Wenn ich jetzt nachgebe und ihr sage: "Okay, lass es uns versuchen. Lass es uns auf diese Weise versuchen."… würde sie dann zu mir zurückkommen? Würde sie dann aufhören, mir gegenüber so kalt und abweisend zu sein? Würde sie dann endlich wieder mit mir reden?

Aber dann sehe ich Stefan vor mir. Seinen fiesen, triumphierenden Blick, als er mir geraten hat, mir eine Wohnung zu suchen. Das ist keine "offene Beziehung" auf Augenhöhe. Das ist eine Demütigung. Das ist ein Machtspiel. Wenn es nur um die Idee der Polyamorie ginge, warum dann ausgerechnet er? Warum dieser Mann, der mich verachtet und der sie offensichtlich so verändert hat? Das passt für mich einfach nicht zusammen.

Ich stehe vor einem Rätsel. War ihre Idee von "offener Ehe" vielleicht von Anfang an nur ein Vorwand, um sich mit ihm einlassen zu können, ohne sich schuldig fühlen zu müssen? Oder war es echt, und ich habe meine Chance vertan, indem ich ihr damals meine engstirnige Haltung vorgehalten habe?

Diese Möglichkeit treibt mich um. Soll ich ihr das jetzt anbieten? Mich erniedrigen und akzeptieren, dass sie ihn neben mir hat, nur um sie nicht komplett zu verlieren? Oder wäre das das Ende von mir selbst? Ich würde mich selbst verraten. Und ich habe das Gefühl, genau das wäre der Sieg, den Stefan haben will.

Ich bin wieder am Anfang. Noch verwirrter als vorher. Ist das ein Rettungsanker oder nur ein weiteres Seil, mit dem sie mich in die Tiefe zieht?

Danke, dass ihr euch das wieder anhört.
 
Wie kann einem plötzlich einfallen, dass die Ehefrau mit dem bösen Stiefbruder im Urlaub war? Ich würde es schon generell komisch finden, wenn eine Person, die mit mir nicht kann, mit meiner Frau in Kontakt treten würde. Und dann Urlaub? Ob er es macht, um dir zu schaden und sie "nur" beeinflusst oder ob es romantisch motiviert ist, irgendwo wirst du eben den Schlussstrich ziehen müssen.
 
So aus der ferne mit Ratschlägen kommen und innerhalb von Familien sich einmischen finde ich unglaublich schwer bis unmöglich. Ich kann als Frau momentan nur von mir aus gehen. Bei mir wäre es so: sie fühlt sich eingeengt ist wahrscheinlich keine Lüge. Dass der andere Mann gerade die allgemein menschliche Neigung ausnutzt dass sie jetzt vermutlich wenn ich es wäre schwarz weiss denkt.... ist es auch leicht sie zu belügen. Was jetzt nicht heissen soll dass der andere zwingend lügt aber es wäre ein leichtes. Klär Deine Frau über Männer und ihr Verhalten auf wenn Dir was an ihr liegt. Und wenn du wirklich kein einengender Mensch bist findest du auch eine andere. Kopf hoch! Die Erfahrung jahrhunderte alt der Kirche sagt aber es lohnt sich um bereits geschlossene Ehen zu kämpfen. So allgemein ratschläge sind das ohne Euch zu kennen.
 
Was kann er ihr bieten, was ich nicht kann? Ist es die Aufmerksamkeit? Ist es die Tatsache, dass er "neu" und "anders" ist?
Neu ist er für sie sicherlich nicht. Schließlich waren die beiden schon mindestens zweimal ohne Dich verreist, was Du vergessen oder verdrängt hast.
Wahrscheinlich hat sie bei ihm die Aufmerksamkeit, die sie von Dir nicht (mehr) bekommt.
 
Wenn ich einen Lover habe und noch verheiratet bin, dann ist es blöd, dass man nicht machen kann was man möchte. Klar fühlt sie sich eingeengt. Beende das Theater, dann kann sie mit ihrem Lover abhauen und fühlt sich nicht mehr eingeengt.
 
Wer lässt denn bitte seine Frau mit einen anderen in Urlaub fahren?

Ich kenne ein Ehepaar, wo sie mit einem ( gemeinsamen) guten Freund immer wieder verreist.

Hier könnte es auch so sein, dass er, wie auch sie nichts weiter sind als Kumpels, die sich gut verstehen.

Normal würde ich es aber auch nie finden, das ist wie wenn man seinem Hund vertraut, dass er die Wurst in Ruhe lässt, wenn man aus dem Raum geht.
 
@Holunderzweig

der Vergleich ist vielleicht nicht gänzlich daneben oder nicht in jedem Falle aber dann würde ich meine Frau wenigstens mindestens so gut behandeln wie einen Hund. Nämlich als Familienmitglied und nicht jemand den man ausstechen und unterbuttern will. Ich finde wenn man den Vergleich ziehen will wie behandelt man sein lieblingshaustier, und der Hund ist ja einer der nicht immer an der Leine laufen muss, dann erkennt man schnell seine Fehler. Und wenn man sein Lieblingshaustier weggeben will, geht es dann um einen Rosenkrieg dass der Hund unter Niveau davor leben soll unbedingt damit er bloss weiß was er an der ersten Familie hatte? Oder wie würde Scheidung mit dem eigenen Hund laufen bitteschön????
 

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