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Mein Weg in die Therapie, erste Erfahrungen

Okay - danke! Ich meinte das so: Wenn du in der Klinik bist und dein Erstgespräch hast - dann erzähl das dem Arzt, also dass es ein paar Tage geholfen hat und dann nicht mehr bzw. dass es dir nur beim Einschlafen hilft. Das wird für ihn sicher eine wertvolle Information sein, denn jeder reagiert ja anders auf diese Medikamente.

Wünsche dir auf jeden Fall gutes Durchhalten bis dahin und finde es toll, dass du so gut für dich sorgst und dir jede denkbare Unterstützung holst!

Alles Liebe!
Werner
 
Ich danke dir.
Ja sicher, ich werde alles erzählen. Durchhalten werde ich müssen. Gehe erstmal auf eine geschlossene Station..
Ich will, das es endlich aufhört. Und dafür tue alles😉

Liebe Grüsse
SchwarzeSeele
 
Hallo @all,

nach einer längeren Zeit werde ich hier nun berichten, wie es mir während meines Klinikaufenthaltes so ergangen ist.

Privat geht so einiges drunter und Drüber in letzter Zeit, daher habe ich noch nicht die Zeit gefunden ausführlich über meinen Klinikaufenthalt zu schreiben.

Am 28.5. war es dann nun soweit. Das war mein Einweisungstag. Die Nacht zuvor habe ich kein Auge zubekommen, da ich nervös und aufgeregt war. Es war schliesslich mein erster Aufenthalt.

Morgens bin ich dann nach Bonn in die Klinik gefahren, erst in die Aufnahme. Dort wurden meine Daten aufgenommen, danach bin ich dann in Begleitung von meinem Mann auf die Station gegangen. Die Station war in einem seperatem Haus untergebracht (es gibt dort mehrere Häuser).

Ich wurde direkt in Empfang genommen von einer Schwester. Sie zeigte mir mein Zimmer (2 Bett) und erklärte mir den Ablauf auf Station. Es folgten an dem Tag ein Arztgespräch, Pflegegespräch und natürlich eine Blutentnahme und ich musste Urin abgeben. Zudem wurde mein Blutdruck gemessen und dieser war sehr hoch (wegen der Anspannung).

Mein Mann war bis zum Mittag bei mir geblieben. Ich war weiterhin total angespannt und rauchte draussen auf der Terasse eine Zigarette nach der anderen.
Diese Anspannung steigerte sich immer weiter. Ich war am weinen, es nahm überhaupt kein Ende.
Irgendwann kam dann ein Pfleger auf mich zu um den Blutdruck nach zu messen. Dieser war noch weiter in die Höhe gegangen. Er sagte mir das es Sinnvoll wäre, wenn ich was zur Beruhigung nehmen würde, damit ich von meiner Anspannung runterkomme. Ich stimmte dem zu und bekam erst mal 1mg Tavor und einen Blutdrucksenker.

Dies half nichts, nach dem der Pfleger eine dreivirtel Stunde später nach mir schaute. Mir ging es immer noch nicht besser und mein Blutdruck war gleich geblieben.
Daraufhin bekam ich 50mg Troxal dazu.

Boahhh... Das Zeug holte mich langsam runter von der extremen Anspannung. Ich kam zur Ruhe und bin ins Bett gegangen, da ich müde wurde.

Am späten Nachmittag wurde mein Blutdruck sehr oft kontrolliert, und dieser ging nicht runter, obwohl ich im Bett gelegen hatte. Er lag bei 200/120 und mein Puls war auf 148 beschleunigt. Zudem bekam ich noch einen Migräneanfall. :mad:

Ich sag nur, es war ein scheiss Tag, und sie hatten viel Mühe meinen Blutdruck aus dem kritischen Bereich zu holen. Am Abend war der Blutdruck, sowie der Puls, dann etwas gesunken.

Die erste Nacht habe ich gut geschlafen, dank Beruhigungsmittel.
Am zweiten Tag hatte sich kaum etwas an meiner Anspannung und an meinem Blutdruck geändert. Ich wurde engmaschig kontrolliert und bekam Beruhigungsmittel+ Blutdrucksenker ohne Ende..

Bei mir wurde natürlich noch ein EKG, EEG geschrieben, und ich musste ins MRT.

Am dritten Tag ging es mir allmählich ein wenig besser und ich knüpfte nun auch so langsam Kontakt zu den Mitpatienten. Die Terasse war bei schönem Wetter unser Treffpunkt, da die meisten von uns alle Raucher waren. Wir lernten uns kennen und ich merkte schnell, das die anderen Patienten mich angenommen hatten, mich halt so akzeptierten, wie ich bin.

Das Erste Wochenende durfte ich nicht nach Hause in die Belastungserprobung fahren, damit ich mich an die Klinik gewöhne, und zur Stabilisierung.

Ich war auf einer offenen Station gelandet, obwohl mein Psychiater mir eigentlich gesagt hatte, das es eine geschlossene wäre. Ich musste nur glaubhaft versprechen, das ich mir nicht das Leben nehmen werde, während meines Klinikaufenthaltes.

Während des Aufenthaltes hatte ich viele Therapien:

Ergotherapie, in der ich einen Engel aus Speckstein fertigte,
Massagen, da ich stark am Schultergürtel verspannt war,
Schwimmen, da ich kein anstrengenden Sport machen durfte wegen meines Blutdrucks,
Entspannungstherapie nach Jackobsen, damit ich zur Ruhe komme

und natürlich Gespräche mir meiner Ärztin, die absolut Top war. Ich konnte mich ihr schnell öffnen und habe viel gelernt.

Ich habe gelernt meine Anspannung und auch das Ritzen zu analysieren um rechtzeitig mit den Skills gegenarbeiten zu können.

Bei mir wurden die Medikamente umgestellt. Bekomme jetzt 225mg Trevilor als Antidepressivum, 5mg Concor -gegen den hohen Blutdruck, 80mg Dominal zum schlafen und 50mg Troxal als Bedarfsmedikation.

Es wurde bei mir auch ein SKIDII -Test durchgeführt, der war notwendig, um eine konkrete Diagnose feststellen zu können. Es waren insgesamt 115 Fragen die mit Ja/Nein beantwortet werden mussten.

Sie haben festgestellt, das ich an einer Dysthemie (chronische Form einer depressiven Verstimmung), sowie an einer instabilen Persönlichkeitsstörung (impulsiver Typus) leide.

Am hohem Blutdruck leide ich nur, wegen meiner psych. Anspannung.

Insgesamt war ich 69 Tage in der Klinik und ich muss sagen das es die beste Entscheidung war die ich getroffen hatte. Von diesem Aufenthalt habe ich sehr profitiert, trotz vieler Höhen /Tiefen, Fortschritten und Rückschlägen.

Wir, die Patienten, die Schwestern, Ärzte u.a. waren ein eingeschweisstes Team, jeder war für den anderen da. Wir haben zusammen gelacht, geweint, geflucht, und miteinander geredet.

Mein Mann kam alle zwei Tage vorbei um mich zu besuchen und ab dem zweiten Wochenende bin ich in die Belastungserprobung gefahren. Meistens war ich dann von Samstag auf Sonntag zu Hause.

Als es dann in Richtung Entlassung ging, war ich sehr unsicher und hatte Angst vor einem Rückfall. Die ersten 3 Wochen waren für mich auch sehr gewöhnungsbedürftig aber ich weiss, das ich jeder Zeit zurück in die Klinik kann, wenn es mir wieder schlecht geht. Und genau das gibt mir Sicherheit.

Heute habe ich einen relativ strukuierten Tagesablauf, damit ich mich nicht verrenne usw.

Ritzen tu ich mich immer noch, aber es ist schon deutlich besser geworden. Wenn es ganz schlimm ist, nehme ich meine Bedarfsarznei und lege mich dann ins Bett, um mich zu beruhigen.

Stress, im allgemeinen, ist für mich immer noch nichts. Da bekomme ich nach wie vor zu spüren, das ich nicht stabil bin. Die Ärzte hatten mich entlassen mit dem Hinweis, das ich aus der Akutsituation zwar raus bin, aber noch lange nicht stabil bin.

Ich soll eigentlich meine Psychotherapie fortsetzen, aber ich erreiche meine Psychotherapeutin nicht:mad:🙁 Die Praxis ist unbesetzt, und wann sie wieder da ist?- Habe keine Ahnung.

Daher gehe ich regelmässig zu meinem Psychiater, wenn ich neue Medikamente benötige. Da ich dann meist einen Termin habe, sprechen wir auch miteinander.

Mein Mann stand bzw. steht die ganze Zeit hinter mir obwohl er es auch nicht immer leicht mit mir hat... Und das gibt mir Kraft.

Derzeit geht es mir ziemlich gut, nicht immer, aber hauptsächlich. Und das ist ein grosser Fortschritt, wenn man die Zeit vor meinem Klinikaufenthalt miteinander vergleicht.

Ob ich nochmal in die Klinik muss, kann ich nicht sagen. Wenn ich merke das ich wieder abstürze, dann gehe ich auf jeden Fall wieder in die Klinik.

So, ich glaube das sind genug Informationen.
Ganz detailliert möchte ich dann doch nicht schreiben, dafür war zuviel passiert -und es würde den Rahmen sprengen.😉

Also, wenn ihr zu hören bekommt von eurem Arzt das ihr in die Psychiatrie müsst, dann habt keine Panik. Dieser Aufenthalt kann ein neuer Anfang sein und er ist gut. GUT für euch.

Liebe Grüsse
SchwarzeSeele
 
darf ich mal fragen, wieviel diese Tropfen in mg entsprechen?Ich nehme 50 mg in Tablettenform....zuzüglich anderer Depressiva..
 
hallo schwarze seele,

wie kann man sich diesen namen als profilname nehmen. das sagt doch schon alles. du willst dich in einer schwarzen seele befinden.

also nix wie ran:

nenne dich weisser engel, oder sonnenschein, oder irgend einen anderen schönen namen, der dir den alltag verschönert.

da musst du beginnen, dann wird alles andere auch wieder besser. deine einstellung zum leben muss sich ändern.

versuchs mal, blicke positiv nach vorne und alles wird wieder gut.

lg
leandra
 
Hallo Leandra58,

😕😕😕😕 Ich finde es komisch, das du anhand eines Nicknamens glaubst "alles" über mich zu wissen.

Den Namen habe ich wegen einem anderen Grund genommen und nicht, weil ich in einer schwarzen Seele wohnen will.

Du kennst mich doch gar nicht, du weisst auch nicht wie oder wer ich bin.

Dieser Thread entstand ganz am Anfang meiner Krankheitsgeschichte. Mittlerweile hat sich eine andere Erkrankung herausgestellt, von der ich nie zu wagen glaubte das ich sie hätte...

Positiv nach vorne schauen ist alles gut und schön, das tu ich mittlerweile auch, denn ich habe seit längerem keine Suizidgedanken mehr...

Aber ich finde es schade, das ich gleich wegen einem Nicknamen "abgestempelt" werde.

Vielen Dank dafür.


SchwarzeSeele
 

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