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Mein Vater ist gestorben.......

....und ich glaube, ich schaffe das nicht.

Ich komme einfach nicht klar damit. 8 Wochen danach ist alles schlimmer, wie am tag der Beerdigung.

Die Vergangenheit holt mich immer wieder ein. Mit aller Macht! Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute laufen die Bilder durch meinen Kopf. Ich kann ihn nicht vergessen.

Gestern hab ich in alten Sachen aus seinem Auto gekramt und sortiert. Das alleine hat mich so runter gezogen, das ich mich am liebsten den Rest des tages verkrochen hätte. Vielleicht sollte ich das tun und ganz alleine über alles nachdenken.
Aber genau dieses "ALLEINE" ist ein Problem. In der tat bin auf mich selbst angewiesen, wenn ich Probleme hatte oder habe. Ich weiß heute, das es meinem Vater ähnlich ging. Er hat sehr viel nicht erzählt und in sich reingefressen. Seine Gefühle, seine Krankheiten, seine Probleme. Und ich bin auf dem besten Wege, genauso wie er zu werden.
Ich habe niemanden, der mir jetzt sagt: Mach das so oder anders.
Auch meine Frau und ihre Eltern sind keine Hilfe. Geredet wird über diesen "Vorfall" nicht mehr. Ich will das auch nicht (mehr) Werde nur sauer, wenn ich sie reden höre, als sei nichts geschehen .
Diese ganze Sch...... Familie versteht mich sowieso nicht. Ist ja auch keiner betroffen(noch nicht) Keine der Schwägerinnen oder Schwager oder Nichten oder Neffen ruft mich an und fragt mal, wie es mir geht. Sch..... Familie!!!

Und es nützt mir auch nicht wirklich etwas, mit einem Pastor oder anderen fremden Menschen über diese Probleme zu reden. Wenn ich aus der Tür gehe, bin ich wieder alleine!

Sollte ich mich von allen abwenden und einen neuen Weg für mich wählen. Tun, was ich will? Ohne Rücksicht auf andere. damit ich wieder halbwegs zu mir selbst finde? Soll ich das tun??

Auswandern vielleicht? Scheidung? Neue Arbeit, weit weg?

Ich weiß es nicht!


Helft mir! Bitte!!!!

Jondolar
 
Hallo Jondolar,
deine Geschichte kommt mir so bekannt vor.Mein Vater ist vor 9 Jahren mit 61 Jahren gestorben.Es heißt zwar,die Zeit heilt alle Wunden,aber von Zeit zu Zeit stehe ich vor seinem Foto und heule.
Er war im Urlaub und ist dort wegen einem Erstickungsanfall ins Koma gefallen.Jeden Tag bin ich zu ihm in Krankenhaus gefahrenund jeden tag habe ich gehofft,das er wieder aufwacht.Aber dann kam nachts der Anruf meiner Mutter und ich sollte den Bestatter informieren und auch noch viele andere Dinge erledigen.In der zeit blieb mir nicht viel Zeit zum Trauern und ich war froh um die Ablenkung.Aber Jahre später bekam ich Panikattacken und Angststörungen.Genauso ging es mir vor 4 Jahren mit meinem besten Freund.Er starb mit 41 bei einem Autounfall.Ich stand seiner Frau bei,organisierte mit ihr die Beerdigung,räumte seine Wohnung aus u.s.w.Zeit zum trauern blieb schon wieder nicht.Und die Panikattacken und Angststörungen brachen mit einer Riesenwelle nach ca. 2 Jahrenüber mich herein.Beim Therapeuten kam dann heraus,das es zum Teil aus unausgelebter Trauer hervorgerufen wurde.Nun steht meine Ehe kurz vor dem aus (nach 27 Jahren) und ich habe das Gefühl ich kriege keine Luft mehr.(An Atemnot litt mein Vater).Merkst du die Verbindungen? Ich schon,aber ich leide trotzdem sehr.Also gibt deiner Trauer Raum und Zeit.Wenn sie über dich hereinbricht,heule,schreie,sei wütend.Aber schluck sie nicht herunter.Sie sucht sich sonst in deinem Körper einen anderen Platz.
Ich wünsche dir viel Kraft für die Zeit,die noch vor dir liegt.NIMO
 
nimo meinte:
Hallo Jondolar,
deine Geschichte kommt mir so bekannt vor.Mein Vater ist vor 9 Jahren mit 61 Jahren gestorben.Es heißt zwar,die Zeit heilt alle Wunden,aber von Zeit zu Zeit stehe ich vor seinem Foto und heule.

Ich wünsche dir viel Kraft für die Zeit,die noch vor dir liegt.NIMO

Hallo Nimo

Ich weiß, ich kann mich nicht verkriechen. das wäre das Ende. das ende meiner Ehe, meines Lebens. Ich muß das durchstehen.
Heute hab ich angefangen, alle Fotos, wo mein Vater drauf ist, ein zu scannen. Ich will ein Album draus machen. Für mich und meine Mutter.
Beim Anblick der Fotos und er vielen damit verbundenen Erinnerungen hab ich geheult.

Tief in mir sitzen immer noch diese Vorwürfe. was hab ich falsch gemacht. Und immer wieder zerhacke ich mir den Kopf. warum ????

Jondolar
 
Lieber Jondolar!

Mein Mann ist ein still-leidender Mensch, so wie Du.
Sehr warm, aber auch sehr empfindsam.

Ich schick Dir zwei weblinks, die meinem Mann sehr geholfen haben.
plus einen Buchtipp.


http://www.tdjakes.org/
AUf dieser Seite findest Du unten links und rechts einen Banner: es gibt ein MEGAFEST in ATLANTA von 3.-6.August, wenn wirs uns leisten könnten, wir wären gleich dort - aber vielleicht kannst ja DU losstarten?!
Der Part für die Männer nennt sich MANPOWER und der für die FRAUEN woman-thou-art-loosed

Bishop T.D.Jakes hat auch ein formidables Buch aus seinem eigenen Leiden und Ängsten geschrieben (er ist fünffacher Vater, da waren Existenzängste und Schmerz um den frühen Tod seines Vaters und auch Verlassenheitsgefühle...)
Das Buch heisst: T.D.Jakes: "HE-motions"😛lus dazu gibts eine gleichnamige CD

http://www.deeperlifebookstore.org/Music Web Pages/T.D. Jakes.htm

Bestellen kannst Du es auf der Ministry-Seite oder bereits in einer normalen Buchhandlung.

Vielleicht ists was für Dich...

Sannie
 
....und meiner Mutter gehts sehr schlecht. Nein, nicht körperlich, sondern seelisch.

Jetzt trifft das ein, was viele Leute vorrausgesagt hatten. 8 Wochen danach.
Der seelische Zusammenbruch.
Sie kann nicht mehr im Schlafzimmer sein, wo immer noch das Doppelbett steht(mit Bettwäsche für jemanden, der nicht mehr da ist)
Sitzt den ganzen Tag am Fenster und grübelt.
Schläft kaum noch.
Muß sich überwinden, zum Friedhof zu gehen.

Mir geht es ja auch nicht viel anders, aber ich hab noch die Arbeit, die wenigstens am Tag ablenkt und .....
ich bin abends nicht alleine.!

Vielleicht war das doch nicht so gut, in der alten Wohnung zu bleiben.
Aber weg vom vertrauten Umfeld in eine Fremde Umgebung? Ich glaub, ich wollte das auch nicht.

Aber was soll ich machen. ?
So oft als möglich fahr ich zu ihr, oder rufe zumindest an.
Ich kann doch nicht bei ihr einziehen, damit sie nicht alleine ist!

Ich habe mich etwas gefangen. Mein Vater hat mir ins gewissen geredet(denkt, was ihr wollt, aber ich hab es gespürt, ihn gehört)

jondolar
 
Hallo Jondolar,
gebt euch Zeit!!! Kein Mensch verwindet in 8 Wochen,wenn der langjährige Partner und Vater gestorben ist.Trauern und Abschiednehmen gehört dazu und ist vollkommen normal.Glaube mir,irgendwann tut es nicht mehr so weh.Ich spreche aus Erfahrung,denn ich habe eine gute Freundin,meine geliebte Oma,meinen Vater und einen sehr guten Freund innerhalb von 10 Jahren verloren.Bei Erinnerungsmomenten,und sei es nur ein Lied,weine ich auch heute noch ein bisschen.Aber das befreit mich und hinterher denke ich nur in Liebe an sie.
Ich glaube daran,das im Jenseits noch etwas ist und das unsere lieben Verstorbenen "ein Auge auf uns haben".Der Gedanke daran gibt mir etwas Trost.Und ich hoffe,das auch du und deine Mutter die Trauer irgendwann annehmen könnt und deinen Vater gehen lasst.
Ich tröste euch.
NIMO
 
am 31.8.05 ist der vater von einem guten freund von mir gestorbn.
mein freund war doch erst 15, wie ich, und sein vater 48.heute war die beerdigung. ich bin nicht hingegangn weil ich nicht mitansehen konnte wie mein freund der gleichzeitig auch mein cousin is leidet.ich leide sehr unterm dem tod, obwohl ich den vater nicht mal richtig kannte. mir tut mein freund so leid. ich weiß nicht wie ich ihm helfen soll. ich habe angst ihn wieder zu sehen. habe angst, dass er nicht mehr derselbe mensch wie vorher ist. und wenn ich ihn wieder seh, weiß ich nicht wie ich reagieren soll......
ich habe niemanden mit dem ich darüber reden kann, obwohl ich viele freunde habe und meine eltern die immer für mich da sind. ich kann einfach nicht mit denen darüber redn und deshalbe vergrabe ich mich in meinem zimmer und heul die ganze zeit. ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll.
ich habe angst dass sich mein freund was antut. ich will ihn nicht verlieren. er ist mir doch so verdammt wichtig..................
 
Liebe/r warum,

wenn Du Dich vergräbst, hilft ihm das jedenfalls nicht. Und wenn er merkt, dass Dir das ganze so sehr nahe geht, wird er sich vermutlich auch nicht trauen, dich um Hilfe zu bitten.

Es ist sehr schwer, vielleicht fast unmöglich, mit Deinem Freund da tiefgehend drüber zu reden, wenn man selbst noch nicht so eine Erfahrung gemacht hat.
Aber es wird ihm auch helfen, wenn Du einfach für ihn da bist. Sag ihm, dass er immer zu Dir kommen oder anrufen kann, wenn es ihm schlecht geht. (Vielleicht macht er das dann nie, aber es hilft, diese Möglichkeit zu haben.) Biete ihm an, ihn zu besuchen, oder lade ihn ein. Schlage ihm einen Ausflug vor. Versuche ein bischen, ihn abzulenken. Natürlich nicht auf Zwang - wenn er gar nicht will, dräng ihn natürlich nicht. Versuch einfach, ihm zu signalisieren, dass Du da bist, wenn er Dich braucht, dass er nicht allein ist.
Aber übertreib's auch nicht. (Kein Telefonterror o.ä.)
Er steht wahrscheinlich noch etwas unter Schock, das ganze wird brauchen, um sich zu setzen. Gib ihm Zeit, und nochmal: sei für ihn da.

(Mein Vater ist im Mai gestorben, das waren halt die Dinge, die mir sehr gut getan haben kurz danach.)

LG schau hin
 
.....und jetzt ist über ein Jahr vergangen. Ich will euch kurz berichten, wie es mir jetzt geht. Vielleicht kann ich jemanden in ähnlicher Situation helfen, damit fertig zu werden. Allerdings muß ich ehrlich zugeben, das ich mich zwar nicht mehr mit Schuldgefühlen belaste, aber begreifen tue ich es immer noch nicht!!!
Irgendwann war ich soweit, das ich auf den Friedhof gegangen bin und am Grab meines Vaters mit ihm und mir und der Welt meinen inneren Frieden geschlossen hab.
Wie es dazu gekommen ist, möchte mal aufschreiben. Wird aber ne längere Geschichte. Kann ich das hier im Forum machen?
 

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