......und ich habe Angst vor der Zukunft.
Irgendwas stimmt nicht mit mir. Mein Vater ist am Montag vor Himmelfahrt ins Krankenhaus gekommen. Herzinfarkt! Mit 74 keine einfache Sache. Die Ärzte haben alles versucht. Haben noch mit dem Herzkatheder gearbeitet und ihn ins Koma versetzt. 2Tage später hat das Herz es nicht mehr geschafft und aufgehört, zu schlagen. Zu schwach, haben sie gesagt.
Ich war mit meiner Mutter jeden Tag mehrmals auf der Intensivstation, aber er hat nicht mehr reagiert. Die Ärtzte haben gesagt, er kann uns hören. Jeden Tag hatte ich ein gutes Gefühl. Ich kennt das sicherlich. Man merkt irgendwie, wenn was schlimmes passiert. Am Donnerstag mittag rief das Krankenhaus an, das es zuende geht.
Ich bin dann mit Mutter hingefahren und es war grausam. das schlimmste, was ich in meinen 48 Jahren erlebt hab. Tausend Schläuche, Pumpen, Herzschrittmacher, Spritzen und was weiß ich alles. Der Blutdruck war auf 40 abgefallen, die Nieren arbeiteten nicht mehr und Vater war ganz grau im Gesicht.
Ich werde diesen Anblick nie vergessen. Wir haben geredet, gefleht, gebetet, aber dann haben wir uns in aller Stille von ihm verabschiedet. Ich hab seine Hand gedrückt, übers Haar gestrichen und gesagt: Tschüss Vadders. Mok dat got. ( Auf wiedersehn Vater, mach es gut)
Meine Mutter hat dann gesagt: Wir kommen nicht mehr wieder, wenn das Krankenhaus anruft. Wir wollen ihn so in der Erinnerung behalten.
Wir sind dann nach Hause und ich bin in meinen Computer gekrochen. Um 17 Uhr hat das Handy geklingelt. Ich wußte es! Mein Vater war verstorben!
Eine Welt brach in Sekunden zusammen. Bis mittags hatte ich immer noch gehofft, aber schon als wir aus dem Krankenhaus gingen, wußte ich es. Ich sehe ihn nicht mehr wieder. Ich habs gefühlt!
Das ist jetzt 3 Wochen her und gestern haben wir die Urne beigesetzt. Meine Mutter kommt erstuanlich gut (noch!) mit der Situation zurecht. Hat alles weggeräumt, was sie an ihn erinnert. Nach 50 Jahren Ehe muß das sehr schwer sein. Das leben muß weitergehn, wir können es nicht mehr ändern. So kenne ich sie garnicht. Einer konnte ohne den anderen nicht. Sie waren immer füreinander da.
Und ich?
Ich bin alleine, hab keine Geschwister. Meine Frau und ich haben keine Kinder.
Äußerlich hab ich abgeschlossen mit dem Kapitel Vater. Er ist nicht mehr, nur noch Asche!
Aber innerlich laufen immer Bilder, Erinnerungen an Vergangene Tage, durch den Kopf. Wenn ich meine Hände betrachte, sehe ich seine.
Ich wollte sein Auto behalten. Konnte ich nicht. Bin keinen Meter mit gefahren. Habs gleich verkauft.
Mein Verhältnis zu Vater und Mutter war nie so super, wie man es als Einzelkind vermuten sollte. Meine Frau war als Schwiegertochter nicht so willkommen und so hat sich über die Jahre das Verhältnis nicht gebessert. Auf Krampf alle 3-4 Wochen auf Besuch bei den Eltern. kein böses Wort, bloß nicht!
Mein Vater war schon länger krank. Nach einer, eher kleinen OP vor einem halben Jahr, hat er sich nie ganz wieder erholt. Hat sich zuwenig bewegt und ist viel zu dick geworden. Geht natürlich alles auf die Pumpe.
Und ich?
Ich wollte immer mit ihm reden. Sagen: Papa, reiß dich zusammmen. Beweg dich, eß nicht soviel.
Ich wollte!!
hab es aber nicht. Irgendwie kam immer was dazwischen.
Warum??
Warum hab ich nicht mit ihm geredet?
Hab ich Schuld an seinem Tod?
Jetzt ist er nicht da. Kommt auch nicht wieder. Ich habe keinen Vater mehr!
Aber Mutter ist noch da und ich versuche jetzt, einiges nachzuholen. Meine Frau versteht mich nicht. Warum machst du das alles jetzt. hast du doch früher auch nicht. Stimmt!
Irgendwie hab ich mich verändert. Bin stiller, in mich gekehrt, geworden. Ich mach das alles mit mir selbst aus. Versuche alles zu verarbeiten. Geht das Gut?
Vieles ist mir auch egal geworden. hab meine Frau gebeten, mich zu unterstützen. Ich hoffe, sie macht es, sonst sehe ich da keine Zukunft.
Ich merke, das ich immer öfter an ihn denke, mir die Tränen kommen und wieder die Bilder.
Eigentlich waren es schöne Jahre.
Wenn einer was schlechtes über ihn sagt, wende ich mich ab. ES WAR MEIN VATER, WAS WISST IHR DENN SCHON !
Hab ich alles richtig gemacht?
Würde mich freuen, von euch zu hören.
Jondolar
Irgendwas stimmt nicht mit mir. Mein Vater ist am Montag vor Himmelfahrt ins Krankenhaus gekommen. Herzinfarkt! Mit 74 keine einfache Sache. Die Ärzte haben alles versucht. Haben noch mit dem Herzkatheder gearbeitet und ihn ins Koma versetzt. 2Tage später hat das Herz es nicht mehr geschafft und aufgehört, zu schlagen. Zu schwach, haben sie gesagt.
Ich war mit meiner Mutter jeden Tag mehrmals auf der Intensivstation, aber er hat nicht mehr reagiert. Die Ärtzte haben gesagt, er kann uns hören. Jeden Tag hatte ich ein gutes Gefühl. Ich kennt das sicherlich. Man merkt irgendwie, wenn was schlimmes passiert. Am Donnerstag mittag rief das Krankenhaus an, das es zuende geht.
Ich bin dann mit Mutter hingefahren und es war grausam. das schlimmste, was ich in meinen 48 Jahren erlebt hab. Tausend Schläuche, Pumpen, Herzschrittmacher, Spritzen und was weiß ich alles. Der Blutdruck war auf 40 abgefallen, die Nieren arbeiteten nicht mehr und Vater war ganz grau im Gesicht.
Ich werde diesen Anblick nie vergessen. Wir haben geredet, gefleht, gebetet, aber dann haben wir uns in aller Stille von ihm verabschiedet. Ich hab seine Hand gedrückt, übers Haar gestrichen und gesagt: Tschüss Vadders. Mok dat got. ( Auf wiedersehn Vater, mach es gut)
Meine Mutter hat dann gesagt: Wir kommen nicht mehr wieder, wenn das Krankenhaus anruft. Wir wollen ihn so in der Erinnerung behalten.
Wir sind dann nach Hause und ich bin in meinen Computer gekrochen. Um 17 Uhr hat das Handy geklingelt. Ich wußte es! Mein Vater war verstorben!
Eine Welt brach in Sekunden zusammen. Bis mittags hatte ich immer noch gehofft, aber schon als wir aus dem Krankenhaus gingen, wußte ich es. Ich sehe ihn nicht mehr wieder. Ich habs gefühlt!
Das ist jetzt 3 Wochen her und gestern haben wir die Urne beigesetzt. Meine Mutter kommt erstuanlich gut (noch!) mit der Situation zurecht. Hat alles weggeräumt, was sie an ihn erinnert. Nach 50 Jahren Ehe muß das sehr schwer sein. Das leben muß weitergehn, wir können es nicht mehr ändern. So kenne ich sie garnicht. Einer konnte ohne den anderen nicht. Sie waren immer füreinander da.
Und ich?
Ich bin alleine, hab keine Geschwister. Meine Frau und ich haben keine Kinder.
Äußerlich hab ich abgeschlossen mit dem Kapitel Vater. Er ist nicht mehr, nur noch Asche!
Aber innerlich laufen immer Bilder, Erinnerungen an Vergangene Tage, durch den Kopf. Wenn ich meine Hände betrachte, sehe ich seine.
Ich wollte sein Auto behalten. Konnte ich nicht. Bin keinen Meter mit gefahren. Habs gleich verkauft.
Mein Verhältnis zu Vater und Mutter war nie so super, wie man es als Einzelkind vermuten sollte. Meine Frau war als Schwiegertochter nicht so willkommen und so hat sich über die Jahre das Verhältnis nicht gebessert. Auf Krampf alle 3-4 Wochen auf Besuch bei den Eltern. kein böses Wort, bloß nicht!
Mein Vater war schon länger krank. Nach einer, eher kleinen OP vor einem halben Jahr, hat er sich nie ganz wieder erholt. Hat sich zuwenig bewegt und ist viel zu dick geworden. Geht natürlich alles auf die Pumpe.
Und ich?
Ich wollte immer mit ihm reden. Sagen: Papa, reiß dich zusammmen. Beweg dich, eß nicht soviel.
Ich wollte!!
hab es aber nicht. Irgendwie kam immer was dazwischen.
Warum??
Warum hab ich nicht mit ihm geredet?
Hab ich Schuld an seinem Tod?
Jetzt ist er nicht da. Kommt auch nicht wieder. Ich habe keinen Vater mehr!
Aber Mutter ist noch da und ich versuche jetzt, einiges nachzuholen. Meine Frau versteht mich nicht. Warum machst du das alles jetzt. hast du doch früher auch nicht. Stimmt!
Irgendwie hab ich mich verändert. Bin stiller, in mich gekehrt, geworden. Ich mach das alles mit mir selbst aus. Versuche alles zu verarbeiten. Geht das Gut?
Vieles ist mir auch egal geworden. hab meine Frau gebeten, mich zu unterstützen. Ich hoffe, sie macht es, sonst sehe ich da keine Zukunft.
Ich merke, das ich immer öfter an ihn denke, mir die Tränen kommen und wieder die Bilder.
Eigentlich waren es schöne Jahre.
Wenn einer was schlechtes über ihn sagt, wende ich mich ab. ES WAR MEIN VATER, WAS WISST IHR DENN SCHON !
Hab ich alles richtig gemacht?
Würde mich freuen, von euch zu hören.
Jondolar