Ich denke die meisten Kriminellen werden oft erst zu Kriminellen gemacht indem ihnen nie jemand eine Grenze gesetzt hat. Nur die allerwenigsten sind wirklich so richtig kriminell. Jugendliche, v.a. männliche Jugendliche sind total hormonverwirrt und suchen (sich selbst, ihre Identität, den Sinn des Lebens), suchen nach Grenzen und wie sie sich verhalten sollen. Sie befinden sich in der Ablösungsphase zum Erwachsenensein, auf ihnen lastet oft ein enormer Erwartungsdruck seitens der Eltern und/oder Gesellschaft. Eine hohe Arbeitslosenrate und die Illusion der Chancengleichheit macht vielen oft sehr zu schaffen, schafft viel Frust und auch Aggressionen.
Nur Jugendliche mit enger Anbindung (so ähnlich wie beim japanischen amae-Prinzip...Anlehnung) die man gut anleitet und führt schaffen den Übergang ganz gut. Dazu muss man ihnen Rückhalt geben und Perspektiven. Als Eltern ein hartes Stück Arbeit.
Viele Eltern leisten diese Arbeit aber leider nicht und denken alles würde sich von alleine regeln, was natürlich nicht funktioniert. Kinder und Jugendliche erziehen sich nicht von allein, die Schule erzieht auch nicht sondern selektiert (Leistungssystem dass die Spreu vom Weizen trennt für die Gesellschaft, Schule hat die Funktion zu lehren und zu testen, Noten zu verteilen, Zeugnisse die den Schlüssel zum Berufssystem darstellen..das wars dann auch schon.) und somit stehen Jugendliche ohne starke Eltern oft vollkommen alleine da...es bleibt da nur noch die einseitige Orientierung an Gleichtaltrigen..also an gleichermaßen verwirrten hormonpürrierten Testosteronis, die in Banden und Gangs formiert, instinktiv wissend, dass sie gesellschaftlich null Chance haben, somit frustriert und aggressiv durch die Straßen ziehe und ihr Selbstbewusstsein auf einem oft frauenfeindlichen Machotum ziehen...weil sie sich gesellschaftlich keinen Ruf machen können, keine Macht haben werden sie zu Heimdespoten die die Mamis prügeln...ergehen sich in einem Wechselspiel von Selbsthass und Verachtung und richten diesen Hass dann auf das/die Opfer...lassen ihren Frust halt an Menschen aus die ihnen über den Weg laufen....natürlich auch an der unsicheren sozial isolierten Mutti, die zu Hause hockt und sich emotional an ihr Söhnchen klammert und sich dann wundert wie fies der mit ihr umspringt. Die Muttis haben ein sehr naives Menschenbild vom Gutmenschen. Menschen sind aber nicht gut, sondern Raubtiere, die ständig und dauerhaft einer Kultivierung/Erziehung, klarer Regeln und Grenzsetzungen bedürfen um sich moralisch und sozial zu verhalten. Und Muttis sind an sich ebenso Raubtiere, machen jedoch oft nur auf Kuschelhäschen, was natürlich nix bringt wenn der Sohn wie ein wildgewordener Gorilla angreift.
Ich denke kaum dass JUgendgefängnisse hilfreich sind...oft eher der Einstieg in die wirkliche Kriminalität. Es gibt nur sehr wenige gute und erfolgreiche Resozialisierungsprojekte (von einigen hört bzw sieht man gelegentlich was im Fernsehen). Auch Jugendämter können wenig leisten, Generell ist das Ganze oft zu teuer und die Gesellschaft macht sich nicht viel Mühe (womit die Letztverantwortung an sich an den Eltern kleben bleibt)...schaffen tun es da nur die Kids deren Eltern sich ggf. noch einmal nachträglich am Riemen reißen und ihren Erziehungsjob gut erledigen oder die schlaueren Kids mit genügend Überlebens- und Anpassungsinstinkt die die Wende von sich aus hin kriegen. Der Rest fällt durchs Raster und landet dauergastmäßig im Knast, wird halt weggesperrt...
Ich stimme soulfire zu: generell muss was passieren..wenn ein 13-Jähriger prügelt muss SOFORT was passieren...ohne jegliche Ausrede seitens der Eltern/Mutter.