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mein papa muss sterben... was soll ich nur tun?

hallo

vielen dank für eure beiden lieben antworten.

es gibt nicht viel neues. die chemo verträgt er nicht so gut. er bekommt morphium pflaster. und er muss die ganze zeit erbrechen und hat durchfall und schlimme bauchschmerzen.

ich werde erst im nächsten monat wieder nach hause fahren können.

ich fühl mich schlecht, aber so richtig. wie eine richtige versagerin. ich versage als tochter wenn ich es nicht aushalte zeit mit meiner familie zu verbringen. die therapeutin bei der ich gerade bin stopft mich voll mit irgendwelchem scheiß. schlafen kann ich davon nicht, hunger hab ich keinen, und ich werd immer dicker... meine schilddrüse ist geschwollen und es geht mir einfach nur noch dreckig.

die gespräche sind nicht sehr tiefgründig. da sind die gespräche hier auf jeden fall tiefgründiger. nur sollte ich mir ja im realen leben hilfe holen.

meine chefin weiß mittlerweile bescheid dass es jederzeit sein kann dass ich urlaub brauche. sie hat mir einen guten hausarzt empfohlen bei dem ich morgen früh einen termin habe. meine chefin war total lieb. sie kennt das was ich durchmache selbst. sie sagt ic hsoll so viel wie möglich mit daddy sprechen und mir nicht so vieele sorgen machen. heute hat sie mir einen kleinen kuchen auf den tisch gestellt und eine karte "kopf hoch frau ... es geht weiter. ich bin für sie da".

ich hätt heulen können. heulen hilft ungemein in letzter zeit.

ich sollte bei aller wut und trauer froh sein dass es jetzt so ist. ich kann mich vovn meinem vater verabschieden. alles unausgesprochene klären. in liebe und im guten mit ihm auseinandergehen. ich fände es schlimmer wenn er heute abend völlig unvorhergesehen tödlich verunglücken würde und noch so viel unausgesprochen wäre.

meine freunde sagen sie bewundern mich für meine stärke und dafür wie ich mit all dem umgehe. ich bin stark für meine freunde damit ich sie nicht traurig mache. nachts weine ich. in der arbeit weine ich wenn ich kurz bei meiner chefin bin. ich bin echt labil glaub ich.

mein freund hat mir versprochen dass er ein bild von mir und meinen eltern macht wenn wir das näcshte mal bei meiner familie sind. das rahme ich mir dann ganz groß ein an einem schönen platz in meiner wohnung.

oft lässt er mich in letzter zeit alleine. ich glaube dass es schwer für ihn ist mich zu lieben. er hat gesagt er liebt mich dann am meisten wenn icch es am wenigsten verdient habe weil ich es dann am meisten brauche.

er gibt mir mehr freiraaum als ich haben will. viel lieber würde ich öfters von ihm in den arm genommen werden wenn ich weinen muss. zu oft weiß er nicht wie er damit umgehen soll... es tut mir wirklich weh
 
du liebe sterndahl! so stark und doch so schwach bist du...
oh weh, mit dem pflaster haben wir bei meiner mutter übleerfahrungen gemacht. ihr müsst achtgeben auf deinen papa.
das pflaster hemmt die atemtätigkeit des patienten manchmal..
und - DU hast das recht, auch schwach zu sein, sterndahl, vergiss das nicht,ok.
bitte frage deinen vater vorher, ob er WILL, dass ein foto gemacht werden soll. manchmal sehen sich die patienten selbst in einem anderen "licht"
umarmung und ein gänseblümchen, frauenrausch
 
hallo zusammen.
heute habe ich mich einer allgemeinärztin anvertraut. sie meint was ich seither genommen habe ist nicht gut für mich. ab heute nehme ich paroxat. ich weiß ja nicht ob jemand von euch damit erfahrungen hat?

meine ärztin meint wir warten jetzt ab und dass ich nicht mehr zu meiner therapeutin muss. sie hat einen therapeuten an der hand. den habe ich heute nach feierabend völlig ungezwungen beim tee trinken kennengelernt. er ist sehr nett und er hat mir heute schon sehr geholfen. der grund dafür ist dass er sich mir gegenüber nicht wie der schlaue studierte psychotherapeut verhält sondern eher wie ein alter freund der familie. er ist schon ziemlich alt... 63 jahre.

meine hausärztin kennt ihn schon 20 jahre. sie glaubbt er wird mir helfen können. ich hab jetezt 20 tabletten lang zeit um zu merken ob mir antidepressivum hilft. das wort psychopharma macht mir noch ziemlich arg angst.

paps war heute wieder bei der chemo. heute abend konnte er nicht mit mir reden. mama meint seine zunge sei geschwollen oder so. es ist komisch nicht zu wissen wie ich ihn vorfinden werde wenn ich wieder nach hause komme im mai 🙁
 
Hallo liebe Sterndal,
ich habe gerade deine ergreifende Geschichte gelesen
- u. all die Kommentare .. auf meiner eigenen Suche
nach "Vergangenheitsbewältigung".
Mir geht es ähnlich, aber doch ganz anders.
Sei bloß froh, daß du überhaupt Menschen um dich hast, mit denen du reden kannst.
Oder auch eine Arbeit, in die du dich vertiefen kannst.
Du mußt versuchen - davon abzuschalten, es loszulassen.
Es ist nicht Dein Schicksal - sondern deines Vaters.
Ich weiß das klingt viel leichter als getan....
Das Antidepressiva, das du nennst - kenne ich nicht, aber ich
bin meiner damaligen Ärztin heute noch dankbar für Sertralina
daß ich seitdem immer - für Notfälle - bei mir habe. So etwas
kann enorm helfen - in derlei Situationen, wo man sich nicht mehr
selbst helfen kann. Nimm das ruhig! Probier es aus! Bei mir ist es
jetzt schon ein paar Jahre her (Tod) - kommt aber immer wieder hoch.
Mach dich also drauf gefaßt, daß es wiederkommt. Aber versuche
ruhig mit Hilfe eines solchen Mittels dich in der Waage zu behalten.
Das ist völlig legitim - u. besser als manch Therapeut. Außerdem hast
du es dann selbst im Griff - wieviel du nimmst - wie oft. Bei mir hat
es Wunder gewirkt. Ich war plötzlich einfach "normal" - konnte wieder
klar denken. DAS half mir am meisten. Sertralina - dreht nur die Neuronen
im Gehirn um - die Synapsen (od. so ähnlich.) - daß du geistig-nervlich
wieder auf die richtige, normale Spur kommst. Ist nichts Schlimmes.
Das wichtigste - meines Erachtens, daß du dir dadurch wieder selbst helfen
kannst - klar wirst. Aber deine heutige Mail klingt schon viel klarer.
Toll!
Ich wünsche Dir alles Gute - u. viel Kraft!
Sonst - : Nimm lieber Sicherheitsabstand ein, wenn es dir zuviel wird!
Keiner muß sich selbst schaden - um einem anderen „helfen“ zu wollen.
Du kannst da - wenig tun. Versuch das Schicksal - liebevoll zu akzeptieren
Das Hadern - ob mit Ärzten od. Familienangehörigen - tut einem selbst
nur zusätzlich weh - u. bringt nichts.
Alles, alles Gute! (ich hab hier mit dir die letzten Stunden gelitten, ich kann
dich gut verstehen)
sonne707
 
Hi sterndal,

jetzt war ich einige Zeit nicht hier.. und nach all den traurigen Dingen die dir wiederfahren, freut es mich zu sehen, dass du "hier" nicht alleine bist, und das Du Dir erfolgreich Hilfe "da draußen" gesucht hast..
Fein, dass du nun auf den zweiten Anlauf einen Therapeuten hast, der zu dir paßt. Wenn seine Herangehensweise auf dich paßt, dann ist das schon mal die halbe Miete..

Wegen der Tabletten zerbrich dir mal nicht so sehr den Kopf.. versuch es mal so zu sehen: Die Depression ist es, die Deinen Kopf (Körperchemie) verändert und die Tablette helfen dabei, es wieder etwas mehr Richtung "ursprüngliches Sterndal" zu rücken.

Du schreibst, du bist für Deine Freunde stark.
Du schreibst, du hast das Gefühl dass du mehr anwesend sein müßtest für deine Eltern..
Fühlt sich das leicht an, oder macht das einen gewissen Druck?Falls das Dein Therapeut noch nicht weiß (so viel habt ihr ja wohl noch nicht geredet) besprich das doch bitte mal mit ihm. Natürlich nur wenn du möchtest.
Ich schreibe das, weil du sagst, dass weinen Dir in letzter Zeit sehr viel hilft. Ich finde das gut. Das klingt für mich nach "loslassen.. Druck beiseite legen und einfach nur weinen".
Vielleicht sprichst du wirklich mal über den Druck den Du fühlst mit ihm..

Dein Umfeld hält ja prima zu dir.. hast du schon mit dem Freund geredet? Weißt du.. es ist schon so wie du schreibst.. er weiß damit nicht umzugehen. Doch du bist ein Stückchen weiter als er.. du weißt schon hin und wieder, was dir gerade gut tut. Trau dich ruhig, ihn darum zu bitten.. eine Umarmung vielleicht.. oder eine Runde auf der Couch an ihn kuscheln während er dich hält.. dann wird er es dir sicherlich geben können.

Ich finde, du schlägst dich echt prima. Wirklich. Soo viel ist da rundherum.. und du schaffst es, dass du noch zur Arbeit gehst und vor allem schaffst du es, dich um dich selbst zu kümmern. Du gehst wirklich zu einem Therapeuten und läßt wirklich Dir, dir ganz persönlich helfen. Ich finde das total wichtig und bin echt stolz, dass du das hinbekomemn hast, dir selbst da Raum erinzuräumen 🙂

alles Gute,
lionhead


.
 
sterndahl!!
ein wenig mut und zuversicht lese ich aus deinem letzten text.
ich bin erleichtert, dass du nun jemanden gefunden hast, der zu dir passt, bezüglich hilfe.
ich wünsche dir ein sonniges wochenende, und grüße dich aus bawü, frauenrausch
 
hallo ihr lieben

und vielen dank für die netten und ausführlichen beiträge der letzten tage.
heute hatte ich wieder ein date mit helmut 🙂 meinem pyschotherapeuten. wir sind spazierengegangen und haben usn unterhalten. ich mag es dass wir uns nciht in einer praxis treffen. er hat mir heute viele gute ratschläge gegeben.

die psychopharmaka hauen mich von den socken. mein kopf ballert, mir ist schwindlig und schlecht. heute nacht hatte ich die übelsten alpträume. ich hab von meiner oma geträumt die schon im himmel ist. mein papa war auch dabei und meine mutter, mein bruder und ich wir standen auf der anderen seite von nem zaun. ich hab meine oma gefragt ob sie papa zu sich geholt hat. sie meinte papa wohnt jetzt wieder bei ihr. und dass sie mama auch zu sich holen würde weil wir kinder groß genug sind und alles allein können. das hat mir wehgetan.

vorher war der traum so schön und friedlich.

mein freund weiß weder von der psychotherapie noch von den medikamenten. er soll es nicht wissen weil ich angst habe wie er reagiert. er könnte denken dass ich mein leben nicht mehr im griff habe und das wäre schlimm für mich.

mein vater geht weiter zur chemo. inein paar wochen kommen er, meine mama und meine tante und mein onkel zwei tage zu besuch zu mir. ich bin gespannt wie es wird. ich hoffe er ist bei kräften damit ich ihm die neue heimat zeigen kann.

die psychopharmaka machen mich gleichgültig. bei den alten konnte ich weinen. jetzt kann ich ddas nicht mehr. ich kann auch nicht mehr mit meinen freunden reden. am liebsten will ich mit niemandem reden. irgendwie fühle ich mich sehr antriebslos im moment. trotzdem habe ich das gefühl auf einem guten weg zu sein... für außenstehende wirke ich jetzt anscheinend (lt meiner besten freundin) wie wenn mir alles egal wäre. ich rede nicht über papa und ich mag eigentlich garnicht so arg reden. die trauer der letzten wochen ist seit paroxat wie weggeblasen... es fühlt sich merkwürdig an. schwindlig und schlecht und doch wieder gut weil es schön ist nicht mehr so viel zu weinen. irgendwo in mir drin bin ich unendlich traurig. das ist wie gegen ne starke grippe grippeblocker zu nehmen und zu wissen dass sie nix gegen die grippe machen sondern sie nur unterdrücken.

ich hoffe dass das normal it wenn man bei mir noch von normal reden kann.

ich bin euch allen unendlich dankbar. ihr helft mir so sehr.
 
Hallo Sterndal

Dass Du Dich für einen Therapeuten entschieden hast, ist sicher keine schlechte Lösung. Zumindest hast Du einen Menschen, mit dem Du die Situation regelmäßig besprechen kannst.

Bei den Psychopharmaka entscheidest Du im Grunde über Dich selbst. Du mußt schauen, welche Wirkungen und Nebenwirkungen Du bekommst, und inwieweit Du es für sinnvoll hältst, ein Medikament weiter zu nehmen.

Berücksichtige, dass es 2-6 Wochen dauern kann, bis sich Dein Körper auf ein Medikament einstellt. Jeder Mensch reagiert auf die verschiedenen Medikamente ganz individuell. Setze sie nicht von Dir aus ab, sondern besprich es mit Deinem Arzt. Du entscheidest über Deinen Körper, und läßt Dich von Deinem Arzt beraten.

Günter
 
Hallo Sterndal,

ich bin grad durch Zufall auf deinen Thread gestossen, habe auch nicht alles gelesen, aber möchte trotzdem etwas dazu sagen.

Bei der Mutter meines Freundes ist vor 12 Jahren Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden. Alle waren am Boden zerstört, aber genau wie dein Vater war sie extrem stark und hat gekämpft. Der Krebs hat mehr als 11 Jahre gebraucht, um sie zu besiegen.
Dadurch habe ich aber auch einige andere Fälle dieser Erkrankung kennengelernt und es sind auch welche dabei, die den Krebs besiegt haben.

Also verzweifel nicht, sondern hab Mut und Zuversicht.
Ich wünsche dir viel Kraft und alles Liebe
 
hallo merlina und danke für deinen beitrag

an einee lange dauer glaube ich nicht mehr. mein vater bekommt schon morphium und nur deshalb ene chemo dass es noch etwas länger dauert bis er stirbt. trotzdem freue ich mich dass du die erfahrung machen konntest dass man lange damit leben kann.

ich bin einfach nur noch traurig. weinen kann ich leider nicht weil die tabletten mich daran hindern. die traurigen gefühle sind immernoch da. ich habe das gefühl in einen gully zu fallen. ganz weit runter... immer immer weiter. durch die dunkelheit
und ohne dass jemals boden kommt 🙁
 
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