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Mein Papa ist zu den Engeln gegangen

  • Starter*in Starter*in Gast
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Liebe Sibillejennifer,

Ich werde dir jede Frage beantworten die du mir stellst. Wir können auch so mal Kontakt miteinander aufnehmen. Aber es ist nichts schlimmes am weinen. Weine auch mit deiner Tochter wenn du das Gefühl hast das es dir hilft. vieleicht trauert sie auch und weis nicht wohin mit Ihrer Trauer. Die Zeit wird die Wunden heilen lassen. aber er ist immer bei euch und rede ruhig immer mit Ihm Frage Ihn auch Sachen. Er wird dich hören und verstehen und er steht auch jetzt an deiner seite. Wir verlieren nur die Menschen an die wir nicht mehr denken. Gebe Ihn einen Stern und einen Ort wo du meinst das er sich wohl fühlen wird. dann wirst auch du es. Aber Trauer so lange wie du brauchst. Zwinge dich zu nichts sei offen zu deiner Tochter sie wird es verstehen.

Ich denke viel an dich
Liebe Grüße francesca
 
Hallo,

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, wo ich enden soll und doch habe ich so viel zu sagen.

Am 18. Dezember ist mein Papa um 9.30 Uhr in einer Palliativstation gestorben. Nach gut 10 Wochen im Krankenhaus und zwei Wochen auf der Palliativ war es sein Wunsch noch mal nach Hause zu kommen, den wir ihm leider nicht mehr erfüllen konnten.

Die Tage bevor er ging waren auch nicht einfach und ich schwankte ständig zwischen "mich zusammenreißen", völliger Leere, Organisationswut, ihn nicht leiden sehen zu wollen, ihn aber auch nicht gehen lassen wollen und unendlicher Traurigkeit.

Der Tod von Papa hat mich sehr getroffen und es ist so schwer diese Endlichkeit zu akzeptieren geschweige denn zu verstehen.
Es ist einfach nur traurig und fast unmöglich sich an ein Leben ohne ihn zu gewöhnen, denn er ist überall und gegenwärtig und doch nicht mehr hier. Er fehlt und hinterlässt eine so große Lücke, dass ich das Leben und das Licht nicht mehr sehen, so als sei es in weite Ferne gerückt.
Ich bewege mich in einer Art Trance, nichts ist mehr wie vorher und ich kann dir nicht einmal sagen wie die letzten Tage vergangen sind. Papa fehlt überall und meine Gedanken an ihn begleiten mich jederzeit. Meine Gefühle


Er war sehr krank und doch ging es zuletzt so schnell. Innerhalb zwei Tagen ist die Welt zum Stehen gekommen und ich bin einerseits unendlich froh und dankbar, dass ich zusammen mit Mama und meiner Schwester die letzten 21 Stunden seines Lebens bei ihm sein konnte und seinen Weg bis in den Tod hinein begleiten und er letztendlich ohne Angst und Schmerzen gehen konnte. Aber es war schwer und traurig und die Erlebnisse / das Sterben haben sich bei mir eingeprägt. Es hat vieles in mir ausgelöst und ich weiß nicht mit wem ich mich austauschen soll, zu viele Dinge sind passiert und die wenigsten wissen mit diesem sensiblem Thema umzugehen.

Die Jahreswende verging ohne mein Zutun und als die Uhr 0.00 anzeigte habe ich mir den bunten Himmel angeschaut und für mich insgeheim gebetet, dass Papa da oben gut angekommen ist.

Ich möchte mich gerne hier austauschen vielleicht mit Menschen die ähnliches erlebt haben. Ich habe so viel zu sagen zu verarbeiten und stehe zum Teil völlig neben mir.

Sybille



hallo sybille
ich habe eine frage also warst du an seinem bett als er starb? als das mit unserer tochter war wurden wir auch gefragta aber wir konnten das nicht und am nächsten tag das verabschieden war die hölle habe sie im arm gehalten und nur geweint habe fotos von ihr gemacht du findest das bestimmt seltsam?

lg
 
Nein im Gegenteil, das ist weder seltsam noch sonst was. Ja ich war da als mein Papa starb. Ich sah wie sein Brustkorb sich das letzte Mal hob und senkte und sah zudem den ganzen Sterbeprozess.

Auch wir haben uns einen Tag nach dem Sterben nochmal von ihm verabschiedet. Wir haben ihn geküsst und getreichelt und es war gut so. Nur so kann man wirklich be-greifen, dass dieser Mensch von uns gegangen ist. Es ist eine unglaublich schwere Zeit, die wir durchleben, doch wenn das eigene Kind stirbt, ist die Trauer um ein vielfaches höher. Auch ich habe eine Tochter, die die natürlich Reihenfolge nicht einhalten kann. Sie ist lebensverkürzt und wird vor mir gehen müssen. Doch wir werden von zwei stationären Kinderhospizen betreut und hier sind viele Menschen, die uns in dieser schweren Zeit beistehen werden. Ich gebe dir mal was zu lesen - von meinen Erfahrungen: Vielleicht hilft es dir! Wie alt war deine Tochter denn, und warum musste sie gehen?

Lg sybille

Hier auszüge aus meinen Erfahrungen mit den zwei Hospizen:

Die Sternenbrücke
Kinderhospiz Hamburg-Rissen

Eigentlich mehr aus Zufall wurde ich auf das Kinderhospiz Sternenbrücke in Hamburg aufmerksam, als ich eine faszinierende Dokumentation über deren Dienste in den Bann zog.
So ergriffen bin ich von der Herzlichkeit und er Gelassenheit der Menschen, die hier mit einer Art und Weise, die ich nie kennen gelernt habe, sicher und ohne Berührungsängste der schwierigsten Aufgabe von allen begegnen, und damit umgehen.

Es war ein ergreifender Film, aber besonders beeindruckte mich Ute Nerge die von einem Gespräch mit einem todkranken Mädchen erzählte.
Sie erklärte, warum man keine Angst vor dem Tod haben müsste. Sie war fest davon überzeugt, dass es im Himmel wunderschön ist.
Auf die Frage hin, warum sie denn meint und woher sie das weiß antwortete sie.

Ja was glaubst du?
Ich weiß es nicht, kam es zurück. Es ist ja noch nie jemand zurück gekommen und hat erzählt, dass es da so schön ist.
Na, das ist doch ganz klar. Weil es im Himmel so schön ist, deswegen kommt niemand zurück. Wenn einer zurück käme und sagen würde wie schön es da ist, wollten ja alle dahin.
Was meinst du was da los wäre?

Auch der Garten, der neben dem Hospiz entstanden ist, hat meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit.
Es ist der Garten der Erinnerung. Mittendrin ein Engel aus Stein gemeißelt.

Ein Zeichen dafür, dass nach dem Tod nicht alles endet und das die Kinder beschützt sind, wenn es soweit ist.
Wenn Kinder fragen.........
„Wie ist das eigentlich wenn ich sterbe?
Dann ist der Gedanke an einen Engel ganz nah.
Es macht es den Kindern leichter, wenn sie an Engel glauben und sie sagen können Er hilft mir.

Kinder denken so:
Wenn ich in den Himmel komme, kann ich dort alles wieder, was ich auf der Erde nicht mehr konnte.
Und dieser Engel wird mich dort hin bringen, wo ich alles wieder kann
Da trifft man auch alle wieder, die man lieb hat.

Für die verstorbenen Kinder werden dort Laternen mit Namen aufgestellt.
Es soll ein Ort des Trostes sein. Vor allem für die Eltern.


Ich bin zu Tränen gerührt.
Dort ist es so schön und doch so unendlich traurig.
Und spätestens jetzt weiß ich, dass wir dorthin gehen werden. ........wenn es soweit ist !

Aber hierher kommen die Kinder nicht ausschließlich in der Lebensendphase, um Abschied zu nehmen von der irdischen Welt.
Vielmehr ist dies auch ein Ort, an dem sich hervorragend geschultes Personal mit viel Zeit und Liebe um die erkrankten Kindern kümmert, während die Eltern sich hier ohne Reue die Zeit nehmen dürfen, die Auszeit, die sie im normalen Alltag nie haben, um auch mal an sich zu denken und um die Ressourcen aufzufüllen. Sich die Zeit nehmen, für sich selber, um sich den Dingen des Lebens zu widmen, die einfach verloren gehen, wenn man sein Leben völlig auf die Bedürfnisse des Kindes ausrichtet.
Hier steht an erster Stelle die Harmonie und die Lebensqualität der Kinder und deren Familien

Als sich für uns das Tor zum Kinderhospiz Hamburg das erste Mal öffnet, umgibt uns sofort ein Mantel der Ruhe. Wir haben das Glück, eine Woche in der Sternenbrücke verbringen zu dürfen.
Eine Phase des kennenlernens, der Vorbereitung, vielleicht auf ein Leben ohne mein Kind, diesmal aber vorrangig der Entlastung wegen.
Die Harmonie der Anlage strahlt augenblicklich auf mich ab und ich fühle mich sicher, trotz innerer Anspannung recht ausgeglichen. Fern ab der Hektik, weit weg vom Alltag, scheint es als sei hier eine andere Welt.
Zeit bekommt eine neue Dimension.
Alle wissen warum wir hier sind. Keiner muss Fragen stellen.

Aber es ist auch ein Ort des Abschieds. Wenn das Kind die Kraft zum Leben verliert und über den Regenbogen geht, dann werden, wenn die Eltern es möchten, die Fenster geöffnet, damit die Seele zum Himmel fliegen kann.
Am Eingang des Hauses wird eine Kerze angezündet. Ein „Zeichen“ für jeden der das Haus betritt.
Im Gespräch mit einer Schwester, fragte ich, wie der letzte gemeinsame Weg denn aussehen könnte, wenn das Kind gegangen ist. Und so erzählte sie mir von den verschiedenen Möglichkeiten, das Kind „auf dem Weg zu den Sternen“ zu begleiten.

Alle Pflegekräfte respektieren den Wunsch der Eltern, wenn sie alleine Abschied nehmen wollen, oder sie stehen ihnen, wenn sie es möchten, an ihrer Seite. Einen kleinen Bronze Engel bekommt es von der „Sternenbrücke“ in die Hand.

Wenn Eltern es möchten, können sie mit dem verstorbenen Kind auf dem Arm in den Garten der Erinnerung gehen. Alle Kerzen in den Laternen der Sternenkinder brennen.
Am Fuße des Stein Engels steht eine Lampe, die den Eltern gereicht wird. Sie stellen die Lampe auf einen Platz, den sie sich ausgesucht haben. Das neue Licht wird „in der Mitte“ der anderen Lichter aufgenommen.
Der Seelsorger ist die ganze Zeit an der Seite der Familie. Darüber hinaus werden sie von den Menschen begleitet, die sie in diesem Moment bei sich haben wollen.

Im Anschluss kann das Kind im Abschiedsraum mehrer Tage auf dem gekühlten Sternenbett aufgebahrt werden.
Der Sternenhimmel wird leuchten und viele Kerzen werden brennen. Alles, was erinnert, hat hier seinen Platz.

Die Zeit bis zur Beerdigung wird oft mit dem Bemalen des Sarges gefüllt. Eine Malerin hält sich im Hintergrund, um die Eltern bei besonderen Wünschen zu unterstützen.
In dieser Phase setzt sich die Familie bewusst mit diesem „Zuhause“ auseinander. Denn Be-greifen hat etwas mit „anfassen“ und „greifen“ zu tun. Der Sarg soll nicht beängstigen.


Bevor das Kind in den Sarg gelegt wird, kommen alle aus dem Haus zusammen, und gemeinsam wird noch einmal ein Gebet gesprochen. Viele Eltern legen ihr Kind gemeinsam in den Sarg. Es können Blumen, Andenken Bilder, alles das, was der Familie wichtig ist, mit hinein gegeben werden.

Dann erst kommt der sensible Moment, in dem der Sarg verschlossen wird. Und die Eltern dem langsam wegfahrenden Wagen nachsehen......
..........hoffend das die anderen Sternenkinder dieses Kind am Ende des Regenbogens liebevoll in Empfang nehmen

Ich bin tief beeindruckt und gerührt.


Herzlichst Sybille





 
“Regenbogenland“​

Am 09.02.2009 lassen wir Vergangenes hinter uns und tauschen unter, an einen Ort der Ruhe und Erholung, fern ab aller Hektik, ins „Regenbogenland“.

Die Anstrengungen der letzten Wochen und Monate haben mächtig an meinen Nerven gezerrt. Ich bin seelisch wie körperlich ausgebrannt und freue mich auf 8 Tage, die ich zusammen mit Jennifer in diesem Haus verbringen darf.

Wie alle stationären Hospiz-Einrichtungen, ist auch dies ein Haus, in dem hervorragend geschultes Personal den unheilbar erkrankten Kindern eine besondere Anerkennung erweist, aber gleichermaßen den Eltern den gebührenden Respekt der zu leistenden Tätigkeit entgegen bringt. Sie lassen ihnen professionelle Hilfe in Form von Unterstützung und Pflege des lebenslimitiert erkrankten Kindes zukommen, aber auch das Sterben wird hier in Würde ermöglicht. Es gibt viele Wege, die an einen solchen Ort führen. Zum einen natürlich der Entlastung wegen. Zum anderen aber auch des Kindes wegen, dass sich vielleicht auf einer Reise - der letzten seines Lebens - befindet. Um ihm den Übergang – das Sterben - zu erleichtern und der Familie, die oft fassungslos und viel zu ergriffen und wie gelähmt ist, in dieser ganz speziellen Zeit beizustehen.

Wir kommen früher als geplant an und werden dennoch schon erwartet und mehr als herzlich begrüßt. Zunächst bekommt Jennifer ihr Zimmer. Na ja sagen wir mal, sie sucht es sich aus vier Kinderzimmern aus, bis sie endlich eines gefunden hat mit dem sie zufrieden ist. Der ganze Raum ist sehr geräumig und freundlich hell, überhaupt ist das ganze Haus voll von farbenfrohen Malereien, die sich durch das ganze Gebäude ziehen. Der Blickfang in Jennifers Kinderzimmer ist ein super tolles, großes, elektrisch verstellbares Bett, darauf eine mit Winnie Puh bezogene Bettwäsche, ein Traum für meine Kleine, aber dennoch nicht Anlass genug für sie da drinnen auch zu schlafen. Höchstens um sich mittags mal ne halbe Stunde darauf auszustrecken, um sich an der Technik zu erfreuen, die es Jennifer möglich macht, das Bett oder das Kopfteil, je nach belieben, hoch und wieder runter zu fahren, selten allerdings um ein wenig darin auszuruhen.

Wir haben noch etwas Zeit, ehe Schwester Franzi, die heute auch für Jennifer zuständig ist, mit mir die Aufnahme durchgeht, und so eilen wir - oder besser gesagt - ich eile Jennifer von Zimmer zu Zimmer nach, um alles zu begutachten und natürlich kommt sie nicht umhin, das eine oder andere gleich auszuprobieren. Ich beobachte mein lachendes Kind, dessen Lebensfreude sich als Ausdruck in ihrem ganzen kindlichen Tun widerspiegelt. Die ganzen neuen Eindrücke putschen sie auf. Sie ist wild und ausgelassen, tobt, springt und hüpft durch die ganze Etage, sodass ich heute Mühe habe, ihrem häufig gegensätzlichen Spieltrieb zu folgen, und wenn man sie so beobachtet, könnte man fast auf den Gedanken kommen, sie sei ein kerngesundes Kind, unbekümmert und ohne jegliche körperliche Einschränkung.

Ich lasse meine Augen wandern. Das ganze Haus ist farbenreich gestaltet. Die Wände von einer Künstlerin ideenreich bemalt. Viele Erinnerungsbilder hängen an den Wänden, Schnappschüsse besonderer und einzigartiger Kinder, von denen jedes für sich eine eigene Geschichte mit sich bringt. Während meines Rundgangs nehme ich immer wieder die Boten des Himmels war und fast scheint es mir, als habe hier ein besonderer Engel seine Flügel über dieses Haus ausgebreitet. Ich fühle mich hier von der ersten Minute an sehr wohl und gut aufgehoben, und auch meiner Prinzessin fällt es nicht schwer auf die vielen neuen Bekanntschaften zuzugehen. Sie hat einen super Einstieg hier an diesem besonderen Ort. Später setze ich mich mit der Schwester an einen Tisch. Ich bekomme einen Kaffee gereicht und Franzi fragt mich alles wissenswerte, aktualisiert den Medikamentenplan und ich erzähle ihr von Jennifer, doch das meiste weiß sie schon von dem vorangegangenen Kontakt.

Meine Kleine ist anstrengend, keine Frage und ehrlich gesagt freue ich mich auch über meine gewonnene Freizeit, die ich mithilfe der fachlich kompetenten Pflegekräfte nun auch genießen kann. Für mich keineswegs selbstverständlich, doch die familiäre Atmosphäre macht es mir leichter loszulassen, damit auch ich Zeit für mich finde, um zu regenerieren und Atem zu holen. Die letzten Wochen waren nicht nur erschöpfend, diesmal brachten sie mich ganz dicht an meine ganz persönliche körperliche und seelische Grenze. Ich hatte das Limit der möglichen Belastbarkeit erreicht, mehr noch, hatte es letztlich sogar überschritten, und die vielen, zum Teil lebensbedrohenden Abschnitte, hatten beachtliche Spuren hinterlassen. Sichtbar, aber auch unsichtbar.

Meine Kleine erfreut sich mittlerweile lautstark an der sensomotorischen Kuschelliege direkt neben uns, und kurze Zeit darauf auch am Bälle-Bad, in das sie sich immer wieder reinfallen lässt. Jennifer ist so ausgelassen wie schon lange nicht mehr. Sie hopst und lacht, fegt durch die gesamte Einrichtung. Ihr ganzen Verhalten strahlt Leben aus, und wer sie vor Wochen noch, ohne einen Funken Leben in sich, gesehen hat, wird kaum für möglich halten, dass dies das gleiche Kind ist, dass hier mit ungezügelter Begeisterung durch das Haus jagt. Wie ein kleiner Wirbelwind rennt sie von Raum zu Raum, alles gleichzeitig im Blick und möglichst mehrere Dinge auf einmal tuend. Ein schönes Bild, sie so zu sehen, so strahlend, voll überschäumender Energie, weiß ich doch wie knapp sie dem Sterben wieder mal entkommen ist.

Nachdem Gespräch machen wir einen kurzen Rundgang und begutachten die restlichen Räumlichkeiten, die wir noch nicht gesehen haben. Die Küche, die Bäder, den Snoozleraum, das Spielzimmer, den Erinnerungsgarten, den Raum der Stille und zuletzt auch den Abschiedsraum. Letztere zwei ohne Jennifer, die mit den Ehrenamtlichen unten im Kinderbereich geblieben war und spielte.

Hier ist es wundervoll. Schön und traurig zugleich, und ich glaube, alle Worte der Welt wären zu wenig, nicht aussagekräftig genug, um die Gefühle ausdrücken, die ich hier aufnehme. Alles ist großartig gestaltet, vielfarbig und einladend. Doch ich sehe die Dinge mit geteiltem Herzen. Hinter den visuellen Bildern liegt eine zweischneidige Bedeutung, die mir zuweilen die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft gleichermaßen vor Augen führt. Die Gefühle, die in diesem Augenblick durch mein Innerstes rasen zu beschreiben, wäre vergleichbar mit der Aufforderung, mein Leben mit nur drei Worten wiederzugeben.

Als wir den Rundgang beendet haben, gehe ich die Wegstrecke wieder zurück und komme unweigerlich an dem Erinnerungsgarten vorbei und wie hypnotisiert bleibe ich vor der Scheibe stehen. Je länger ich mir die Steine anschaue, die Schönheit des schlichten Gartens auf mich wirklich lasse und in dieser, wie verzauberten Stille innehalte, desto mehr versinke ich fast wie in Trance, sehe auch unseren Stein der Erinnerung da liegen. Der gegenwärtige Augenblick verschwimmt vor meinen Augen und ich spüre Tränen in den Augen, weil ich weiß, dass auch ich eines Tages hier stehen werde.

Ich gehe weiter und komme am Abschiedsraum vorbei. Eigentlich möchte ich weitergehen, doch meine vielen unterschiedlichen Gefühle, das ganze Durcheinander meiner Empfindungen lässt mich innehalten und nach einem kurzen Moment des Zögerns trete ich ein und schließe hinter mir die Tür. Ein mystischer Ort hier. Faszinierend und schmerzlich zugleich. Es ist schwer die Sinnesreize zu beschreiben. Dieser Raum strahlt eine Eigentümlichkeit aus, die mit Worten kaum auszudrücken ist.

Ein Bild mit einem Engel. Der Engel so sanft gemalt in transparenten und warmen Tönen, kaum zu sehen und dennoch so präsent, als fülle er mit seiner Gegenwärtigkeit den gesamten Raum. Als ich mich direkt vor das Gemälde stelle und empor blicke, kann ich die Gegenwart eines Engels förmlich spüren. Der ganze Raum strahlt Frieden aus, ist geschützt und behütet durch die Flügel des Engels, die er unsichtbar und schützend über diesen besonderen Ort gebreitet hat. Manche Dinge kann ich nicht wirklich erklären, bedürfen auch keiner weiteren Erklärung.

Als ich zurück komme ist meine Kleine mächtig beschäftigt. Sie springt auf dem Wasserbett herum und ist glücklich. Die erste Nacht schlafen wir beide hervorragend zusammen im großen Elternzimmer. Am nächsten Tag stehen wir spät auf und gehen danach zum gemeinsamen Frühstück. Alle sind super lieb und als ich erwähne, dass ich heute zum Haarschneider gehen möchte, telefoniert Diplom-Sozialpädagogin Melanie van Dijk postwendend mit einem Friseur in der Nähe und fährt mich gegen Mittag sogar persönlich hin. Zwischenzeitlich bekomme ich einen Anruf von Mark, der mir berichtet, dass für Freitag ein Auto für uns reserviert ist. Wenn Olli es schafft wird er uns bei diesem Ausflug zusammen mit Mark begleiten, aber das steht noch nicht ganz genau fest. Die nächsten 3 Stunden habe ich nur für mich. Die Haare wesentlich kürzer, eine neuer Grundfarbe habe ich auch, dazwischen glänzen ein paar hellere Strähnchen, ein ganz frischer Look und ich fühle mich zumindest äußerlich schon wieder als ganz neuer Mensch. Gut gelaunt komme ich gegen Abend wieder ins Regenbogenland. Jennifer ist bereits gebadet und zudem bester Laune. Ich strahle mit ihr um die Wette. Allerdings gibt es ein kleines Problem. Jennifers Brille ist kaputtgegangen, eine Kleinigkeit für einen Optiker, aber mit dem Bus um die Uhrzeit einen solchen anzufahren ein etwas aufwändigeres Unterfangen. Franzi bietet sich sofort an und fährt mich nach kurzer Rücksprache auch umgehend dorthin und auch wieder zurück. Nach 15 Minuten sind wir wieder im Haus. Es ist wirklich toll. Hier stehen die Familien und die Kinder uneingeschränkt an erster Stelle. Ich bin mehr als beeindruckt. Nach dem Abendessen schnappe ich mir meine Kleine und zusammen verbringen wir den restlichen Abend in der Elternetage. Kuschelzeit mit Mama ist angesagt.

Gegen 20.00 Uhr meldet sich Mark von Kids-Ambulance noch einmal mit super Nachrichten. Am Freitag ist der Ausflug mit Jenny geplant und Olli und die anderen haben sich große Mühe gegeben, es zu einem unvergesslichen Ausflug werden zu lassen. Für Jenny wird es eine Überraschung werden und Mark gibt mir vorab schon mal zwei Vorschläge per Telefon durch, von denen sich einer besser als der andere anhört. Ich bin mir sicher, egal für welche der zwei angebotenen Möglichkeiten wir uns letztendlich entscheiden werden, für meine Kleine wird dies das Non plus Ultra geben.

Der dritte Tag unseres Urlaubs ist angebrochen. Wir schlafen länger als ursprünglich geplant und nach einem ausgiebigem Frühstück ziehe ich mich zurück. Fiona übernimmt meine Tochter. Jennifer kennt sie mittlerweile schon etwas besser und hat keinerlei Trennungsprobleme. Vergnügt verabschiedet sie sich mit einem „Tüss Mama“ und winkt mir zum Abschied noch mal zu. Immer mal wieder sehe ich die beiden, mal im Kinderzimmer zusammen puzzeln, beim Malen oder die Kleine vorneweg und Viona hinterher hechtend. Ich muss mehr als einmal grinsen.

Ich bin mit Melanie und mit dem Trauerbegleiter Herr Strauß verabredet. Wir unterhalten uns, klären nächst administrative Formalitäten, sprechen über meine Wünsche, meine Beweggründe hier ins Regenbogenland zu kommen und wie ich für mich am besten Kraft tanken kann. Doch ich werde auch gefragt, ob ich mir schon Gedanken darüber gemacht habe, wie es für mich sein wird, wenn Jennifer nicht mehr da sein wird. Ich möchte antworten, finde aber keine Worte. Meine Kehle ist wie zugeschnürt. Es folgt eine kurze Zeit des Schweigens, und eine sich langsam und unangenehm ausbreitende Leere nimmt von meinem ganzen Körper Besitz. Ich bin noch nicht soweit, um so konkret darüber zu sprechen. Alles in mir wehrt sich. Die beiden bemerken es und dringen auch nicht tiefer in das sensible Thema ein, überlassen mir die Option darüber zu reden, wann immer ich es für geeignet halte. Theoretisch ist vieles einfacher zu begreifen, doch ich habe schon mit der realen Vorstellung Probleme, mein Kind nicht mehr bei mir zu haben. Schnell verfliegt die noch vorher so sauber zurechtgelegte Denkweise. Mein Kopf kann nicht begreifen, das mit einem mal alles vorbei sein soll. Es mein Kind nicht mehr geben wird. Doch selbst wenn der Verstand das vielleicht noch realisiert, kann und will es mein Herz wie auch meine Seele nicht begreifen. Sobald das Gespräch auf den Tod von Jennifer kommt, was danach sein kann - und wird - werde ich zu einem extrem wortkargen Gesprächspartner. Die Unterhaltung erstreckt sich über viele Bereiche und einige Antworten bekräftigen sich durch intensiven Blickkontakt, die den mitunter wenigen Worten die nötige Ausdruckskraft hinzufügen. Auf die Frage was ich mir am meisten wünsche, gibt es für mich nur eine Antwort. ZEIT.

Melanie tauscht vielsagende Blicke mit Herrn Rainer Strauß aus und grinst mich an. „Ich habe da etwas... aber ich muss erst noch kurz telefonieren. Außerdem planen wir für den nächsten Aufenthalt schon einige Ausflüge, die Jennifer mit Sicherheit gefallen werden. Ihre Spontanität gefällt mir. Sie hat so eine herzlich frische, aber auch beruhigende Art an sich. Ich finde sie mehr als sympathisch, und ich freue mich jetzt schon auf das, was mich erwartet.
Nachmittags lasse ich mich mit sanften Klängen berieseln und ab und zu fallen mir sogar die Augen zu. Melanie kommt gegen Abend und gibt mir ein fragmentarisches Herz aus Holz, welches in 5 unterschiedlich große Stücke unterteilt ist, und zusammengesetzt und bemalt ein vollkommenes Bildnis ergeben soll. Meine Aufgabe ist es, diesem noch entseeltem Herz, mithilfe meiner Kreativität und mithilfe von mir ausgesuchter Farben, Leben zu verleihen und etwas zu erschaffen, dass meinen Vorstellungen entsprechend die bedeutungsvollsten Brücken, im Hinblick auf meine Tochter, charakterisiert. Mit Hingabe beginne ich wenig später mein Werk, um es noch in der gleichen Nacht fertig zu stellen.

Noch bevor Jennifer am nächsten Morgen erwacht, habe ich mir einen Kaffee zubereitet und mich frisch gemacht. Die anschließende Weck-Zeremonie dauert eine weitere halbe Stunde, ehe wir uns zum Frühstück zwei Etagen tiefer blicken lassen. Danach übergebe ich sie Viona und verabschiede mich für die nächsten Stunden. Den Vormittag verbringe ich mit Lesen und faul sein, zwischendurch arbeite ich an meinem Manuskript, bevor ich wieder in den Kinderbereich hinunter gehe, um nach meiner Kleinen zu sehen. Mit Melanie habe ich ausgemacht, das wir uns nach dem Essen hier unten treffen und zusammen einen kleinen Einkaufsbummel im nahegelegenen Stadtviertel unternehmen. Die Zeit verfliegt viel zu schnell und ehe ich mich versehe ist es schon dunkel.

Die Nacht verläuft heute nicht ganz so entspannend. Jennifer hat Ohrenschmerzen und wälzt sich die halbe Nacht hin und her. Hält sich die Ohren und klagt über Schmerzen. Um 5.00 Uhr morgens rufe ich die Schwester, die mir ein Schmerzmittel für die Kleine gibt. Danach geht es etwas besser und gegen 6.00 Uhr schläft Jennifer in dieser Nacht das erste Mal richtig. Um 7.30 Uhr klingelt mein Handy. Um 9.00 Uhr stehen Marc und ein weiterer Fahrer von Kids-Ambulance vor der Tür um mit uns zum Duisburger Zoo zu fahren. Die halbe Stunde fahrt geht schnell vorüber und wir dürfen direkt bis vor das Gehege fahren, wo wir die Mischung aus Koala und Hund besuchen dürfen. Als wir reingehen interessiert sich Jennifer allerdings mehr für die Pfützen als für das Tier, und so schwenkt die Zoo-Mitarbeiterin schnell um und bietet uns an ins Terrarium zu den Barthagarmen zu gehen. Auch hier ist der Sand für Jennifer anfangs interessanter als die Eidechsen, aber nach einer gewissen Zeit gelingt es uns doch, meine Tochter für die kleinen Reptilien zu begeistern. Eine kurze Fotosession beginnt, und ein paar wunderschöne Erinnerungen können wir so mit nach Hause nehmen.

Nach einem ausgiebigem Mittagsschlaf, den Jennifer unten und ich oben halte, haben wir Malstunde. Wir haben viel Spaß und Jennifer, die ihre Kreativität über die Blätter hinaus zum Ausdruck gebracht hat, sieht demgemäß aus wie Salvatore Dali nach einem vollendeten Meisterwerk.

Das Wochenende verbringe ich mit lesen, schreiben und schlafen. All die Dinge, für die ich zu Hause weder Zeit noch Muße habe. Während ich mich in dieser Zeit an meiner neu gewonnenen Freizeit erfreue, genießt Jennifer die Fürsorge der Schwestern. Eigentlich müssten wir Montag zurück fahren, doch hier ist es so schön und erholsam, dass ich beschließe, unseren Aufenthalt um zwei Tage zu verlängern. Nach kurzen Rücksprachen mit der Klinikleitung und auch mit „Wichtel“ von Kids-Ambulance, kann ich mich auf zwei weitere Tage der Erholung hier im Regenbogenland freuen.

Der Abschied von allen Mitarbeitern des Regenbogenlandes fällt mir unsagbar schwer. Alle sind so unglaublich nett und ich freue mich schon heute auf unseren nächsten Aufenthalt, den ich mit Jennifer für die Vorweihnachtswoche geplant habe. Als wir es endlich bis zur Türe geschafft haben, kommen Melanie van Dijk, Frau Kluth, Herr Strauß und Iyabo noch mit nach draußen. Es dauert endlos bis die Tür des Rettungswagens ins Schloss fällt. Ich habe mir viele Gedanken gemacht und bin mir ganz sicher. Hier kommen wir immer wieder gerne her.


Zum Leben wie auch zum Sterben.​

Sybille Wunderlich
 
Ich verstehe Dich sehr gut, habe meinen Schwiegervater der schwer erkrankt war bis zu seinem letzten Atemzug begleitet und mein Sohn der schwer krank ist und um den wir schon sehr oft ganz doll bangen mussten wird auch von mir umsorgt.

Es ist schwer einen geliebten Mensche gehen zu lassen und man findet in nichts den rechten Trost. Es ist bei Dir auch nich alles sehr frisch und braucht Zeiut um verarbeitet zu werden. Die Zeit musst Du zulassen, denn die Zeit des trauerns ist eine sehr wichtige. Lass die Trauer zu, aber frage Dich auch mal, was Dein Papa Dir alles gewünscht hätte. Er würde Dir die Phase der Trauer zugestehen weil er wüsste wie wichtig sie ist, aber er würde auch seinen Mädchen sagen, daß sie nach vorne gucken muss, ihr Leben leben und geniessen soll und nicht krank werden soll vor lauter Trauer.

Es gibt im Netz auch das Forum verwaiste Kinder, diese Selbsthilfegruppe gibt es auch in fast jeder Stadt. Vielleicht ist das etwas für Dich. Hier kannst Du dich auch jederzeit austauschen und es wird immer jemand da sein, der für Dich ein offenes Ohr haben wird.

Ich wünsche Dir von Herzebn alles Gute, viel Kraft und auch Hoffnung

Shelti
 
Hallo ihr lieben, heute ist wieder so ein Tag. Ein Tag voller Trauer und Tränen.
Ich habe schon die letzten Nächte ganz schlecht geschlafen und meine Stunden bevor ich endlich mit Medis eingeschlafen bin, waren erfüllt von endloser Taurigkeit. Ich denke zur Zeit viel über den Sinn des Lebens nach. Meinen Sinn und irgendwie befinde ich mich gerade in einer ziemlich miesen Sprirale. Ich seh einfach kein Licht, bin niedergeschlagen und denke viel über meinen Papa nach. Ich bekomme die Bilder der letzten Stunden einfach nicht aus meinem Gedächtnis und wenn ich an meinen papa denke, dann voller Trauer und Ungewissheit. Ich weiß einfach nicht was ich machen soll.
 
╬.Mit stillemGruß.╬
....()...zünde
...▐...ich eine
Kerze an....╬..
Ich hab dich lieb,Papa!
Und ich werde dich nie vergessen.

Heute sind es 9 Wochen her, seit du
deine Reise zu den Sternen angetreten hast,
doch mir kommt es so vor - als sei es gestern erst gewesen,
als ich dir das letzte Mal in deine Augen geblickt habe.
Das letzte Mal deine Stimme gehört
und dich das letzte Mal gestreichelt habe
und dir ein allerletztes mal gesagt habe,
dass ich dich liebe.

Manchmal muss ich einfach an dein Grab gehen
und mich nochmal davon überzeugen
dass es kein Traum ist, sondern bittere Realität.

Und in Stunden - wo mich meine Trauer zu überwältigen droht.
bin ich bei dir - und grabe meine Hände tief in den Sand,
weil nur so ich nur wirklich be-greifen kann,
dass du nie mehr zu uns kommst.

Ich lege Blumen an dein Grab und kniee
nieder - und stelle mir vor,
wie du nun auf Wolken und Rosenblüten gehst,
denn du hattest es in der letzten Zeit so unsagbar schwer.

Ich wünsche und hoffe, dass du jetzt
viele Engel an deiner Seite hast,
die dich nun ansteller meiner,
an die Hand nehmen.
Die dich beschützen -
so wie du uns beschützen wirst.

Und ich wünsche es mir so sehr,
dass du es bist,
der mich abholt,
wenn ich meine letzte Reise
in die Ewigkeit antrete -

In Liebe Sybille
 
Liebe Sybille,

ich habe gerade Deine Geschichte gelesen und da sind mir die Tränen nur so gekullert.

Mein Papa ist auch kürzlich gestorben, im Februar. Er war mehrere Monate sehr krank und auch wir waren dabei, als er gestorben ist. Mir geht es wie Dir, die Bilder der letzten Stunden gehen mir nicht aus dem Kopf.

Ich kann alles nachfühlen, was Du geschrieben hast. Die Gedanken, ob er noch alles hörte, was man sagte, oder ob er noch mitbekam, was man kurz nach dem Sterben sagte.
Die Träume, die Sehnsucht, und das Wanken zwischen Verstehen und Nichtverstehen, dass er tot ist.

Das Leben wie in Trance, und dass man kaum noch weiss, was man am Vortag gemacht hat.

Es tut verdammt weh, und der einzige Weg ist wohl, durch diese Zeit durchzugehen, mit allen Gefühlen, die dabei hochkommen.

Alles Liebe
 
Glaube mir ich kann dich so gut verstehen. Ich bin durch das Tal der Trauer und der Tränen gegangen und gehe sie seit dem immer noch. Ich habe viel geschrieben, geweint, geschrien und gebetet. All das hat mir in der besonderen schweren Zeit geholfen. Mittlerweile ist es mir ein großer Trost, wenn ich an sein Grab gehen kann und wenigsten seine letzte Ruhestätte pflegen kann. Ich versuche es so bunt wie möglich zu halten. Den das Leben ansich ist traurig genug. Am Montag fliege ich mit Mama für ein paar Tage in die Sonne. Ich habe damals am Sterbebett meines Papas versprochen mich um Mama zu kümmern und ich sehe wie sehr sie die letzten Wochen und Monate abgebaut hat. Ich möchte ihr zeigen, dass Papa auf sie warten, doch Zeit in seiner Welt nun keine Rolle mehr spielt. Die Zeit die sie nun noch hat hier auf Erden, soll sie so schön wie möglich haben. Ich versuche ihr dabei ein wenig zu helfen und ihr die Sonnenseiten des Lebens schmackhaft zu machen. Es tut ihr gut. So wie es auch uns gut tut etwas anderes zu sehen. Ich möchte dir etwas mut machen. Es wird nicht leichter werden - nein sicher nicht - doch du wirst lernen mit dem Schmerz zu leben. Ich habe meinen Glauben wieder gefunden. Bete sehr viel. Zu Gott - zu den Engeln und hoffe und wünsche mir - dass ich am Ende MEINES Lebens ihn treffen werde, damit er mich abholt in eine bessere und schönere Welt.
Von herzen alles Liebe und viel Kraft
Sybille
 

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