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Mein Papa ist zu den Engeln gegangen

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
liebe sybille,

das kenne ich gut. meine oma(mama) ist auch leider nicht mehr bei mir. ich bin immer noch unendlich traurig darüber, obwohl es schon so lange her ist. ich denke trotzdem fast jeden tag und wenn nur kurz an ihr.
sie war mein mittelpunkt. ich weiss wie du dich fühlst.
leider geht das leben ohne ihr weiter. leider. das leben kennt keine gnade und kein STOPP. es geht gnadenlos weiter wie gewohnt.

du musst versuchen damit umzugehen. irgendwie. das findet man für sich alleine. genaue beschreibung gibt es nicht dafür.

dein papa ist deinen erinnerung und in deinem herzen.

trauer einfach das ist sinnvoll nur denke daran das das leben seinen gewohnten gang weiter geht ohne ihn. das ist sehr schwer. aber es bleibt uns doch keine andere möglichkeit.

ich wünsche dir ganz viel kraft und liebe
heidefee
 
Aber kann mir jemand meine Frage beantworten?

Ich weiß das Leben geht weiter und auch meine Tochter braucht mich, aber ich befinde mich in einem Zustand erschöpfender Extreme.

Das Wissen die Traurigkeit und die unbeantwortet Fragen. Meine Gedanken kreisen ständig und ich befinde mich irgendwie zwischen Verständnis und Unverständnis.
 
hallo sybille,

mein papa ist auch gestorben! ist aber schon etwas länger her!
ich kann dir dennoch sehr gut nachfühlen!
so eine zeit vergisst man nicht....

was für fragen hast du denn?

lg, kena
 
Auch war damals vor 13 Jahren dabei als mein Vater starb und vor kurzem,als mein Mann starb.
Beide Tode habe ich völlig anders erlebt.
Bei meinem Vater hatte ich den Tod nicht akzeptiert, hatte ihn nicht gehenlassen. Ich war dabei, wußte das er jetzt tod ist, aber ich dachte die ganze Zeit: " er ist es nicht und ich bin die Einzige die es weiß. Laß die mal alle machen, er kann doch garnicht tod sein. Nicht mein Vater. "
Irgendwann, nach Wochen wurde es mir erst bewußt. Aber ich habe immer ganz viel von ihm geträumt. Auch richtig reale Träume. Deswegen ist er auch nicht für immer weg. Irgendwann kam die Zeit, da konnte ich auch an ihn denken, ohne das es weh tat, sondern es war eigentlich nur schön.
Habe mich auch später lange Zeit nach seinem Tod, für einiges bei ihm entschuldigt und bin mir sicher es ist angekommen bei ihm.
Meine Mutter sagt oft: Du wirst Deinem Vater immer ähnlicher (vom Wesen). Ich bin dann immer total stolz darauf. Es ist soviel von ihm in mir drin.
"Zu den Engeln gegangen" ist für mich auch keine Floskel. Ich weiß das er da noch irgendwo ist. Ich kann ihn zu mir holen, wenn ich an ihn denke. Hatte ihn auch oft gedanklich um Hilfe gebeten.
Das hat mir geholfen.
 
Ich spreche auch mit meinem Papa. Es ist alles noch so frisch und vielleicht mögen mich einige für verrückt halten. Aber es hilft mir. Heute Nacht hat er mich gerufen und ich habe laut JA gesagt, bin aber dann aufgewacht.

Habe mir eine schöne Kerze machen lassen. Ich werde sie hier in mein virtuelles Album stellen. Ich denke sie ist sehr schön geworden. Ich habe zuhause jetzt immer eine Kerze brennen, direkt neben seinem Bild und eben war ich noch am Grab.

Es ist für mich sehr wichtig, viel von ihm zu erzählen, darüber wie er war, wie es war und wie die letzten Stunden waren, wenn ich Probleme hatte oder mit mir nicht im Reinen bin, hat es mir immer geholfen - zu reden auch wenn ich mich oft wiederhole.

Auch Fragen stelle ich immer und immer wieder. Ich weiß ich kann nicht immer Antworten erwarten, aber es hilft mir auch schon sehr oft die Fragen einfach nur zu stellen.

Wenn es Frühling wird, werde ich das Grab pflegen. Es schön machen. Auch das wird mir glaube ich sehr helfen.
 
mir fehlt der geistige austausch und´gemeinsamkeiten mit meinem papa,sein witz, sein humor, seine unermüdlich nie ruhenden hände... ich heule jeden tag, jeden...
 
Zuletzt bearbeitet:
Wisst ihr, mein Papa war nie ein Mensch der großen Worte. Wir haben nie darüber gesprochen ob wir uns lieb haben.

Und deswegen mach ich mir Gedanken ob er noch bewusst erlebt hat und gespürt hat, wie sehr ich ihn liebe. Durch die Gesten gerade in den letzten Stunden denke ich aber, dass es es wusste. Die Fragen quälen mich heute. Was denkt ihr?. Als ich die Angst in seinen Augen gesehen habe, hatte ich zu ihm gesagt: "Papa gib mir deine Hand, ich bin da" und da hat er sie mir gegeben."

Lg Sybille
 
Hallo,

Ich würde mich gerne mit dir austauschen und Euch begleiten durch die Trauer. Da es mein Alltag ist menschen in den Tod zu begleiten und den Angehörigen beizustehen. Ich weis auch selbst aus Erfahrung wie schwer das loslassen ist. Ich verlor 3 meiner Geschwister. Deswegen auch meine Arbeit. Du kannst mir jede Frage oder alles was dir einfällt ob Wut Trauer oder Angst mir mitteilen ich werde immer für dich da sein. Dein Papa ist nur Körperlich gegangen. Seelisch ist er bei euch und weis um euer Leid davon bin ich überzeugt. Ich habe für meine Geschwister einen kleinen Altar aufgestellt mit Bild und zünde jeden Tag eine Kerze an. So bleiben sie mir immer in Errinnerung. Trotzdem wünsche ich dir noch viel Kraft auch wenn die Lücke imMoment sehr Groß ist.

Libe Grüße Francesca
 
Hallo Sybillejenifer

Ich kann dir deine Frage beantworten. Die Menschen die gehen sehen meist ein Lich und folgen auch diesen. Es Gibt auch Menschen die erst gehen können wenn sie alles erledigt haben auf dieser Welt. Nätürlich stibt nicht jeder Gleich aber das was du geschielderst erleben viele Menschen die gehen. Es holt sie jemand ab und begleitet sie ins nächste universum. Ich habe täglich mit dieser Arbeit zu tun. Menschen zu begleiten und Angehörige zu begleiten in Ihrer Trauer. Ich habe es mir vor langer Zeit zur Lebensaufgabe gemacht.

Ich denke an dich Liebe Grüße Francesca
 
Liebe Francesca,

ich danke dir für deine Zeilen. Und ja ich würde dich gerne das ein oder andere fragen, in der Hoffnung dass du mir eine Antwort darauf geben kannst.

Ich habe das Gefühl die Traurigkeit wird nie vergehen. Mich überrascht sie immer und immer wieder, meist in den unpassendsten Momenten. Wenn ich einkaufen bin und ich an ihn denken muss. Beim Autofahren laufen mir plötzlich die Tränen oder beim Einschlafen wenn ich an ihn denke. Die ersten Tage nach dem tod bin ich immer weinend aufgewacht. Es ist keine schöne Zeit und wenn ich was schönes sehe, schaue ich immer zum Himmel und sage oder denke, schau mal Papa, findest du es nicht auch schön. Ich rede viel und es hilft. Oft in Gedanken, manchmal auch laut. Durch meine Tochter werde ich viel abgelenkt, wenn ich weine, kommt sie oft und drückt mich und gibt mir ein Bussi, dass ist schön.
Ich vermisse ihn. Hätte nie gedacht, dass dieses Gefühl so intensiv ist.
 

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