Mein Papa ist tot

SensiBert92

Mitglied
Am vergangenem Freitag starb mein Papa ganz plötzlich nach zwei Wochen KH-Aufenthalt.
Ich kam am Freitag abend nach Hause, meine Mutter war da....ich spürte, dass irgendetwas nicht stimmt.....sie nahm mich an der Kellertür in den Arm und sprach...."Der Papa ist gestorben"....meine Kniee fingen an zu zittern, mir wurde schwach, mein Herz raste....ich lief wie in Trance durch den Garten....ich kann es nicht fassen...bis jetzt nicht......
Und ich habe ihm noch gesagt wie dolle Spaß mir meine Ausbildung macht, die ich am 24. August angefangenen habe.......wie soll es jetzt nur weiter gehen......ich konnte mich nicht richtig verabschieden...am 16. Oktober ist die Trauerfeier.....es geht alles so schnell.......
Mein Mum ist jetzt ganz allein zu Huase, wie soll ich in Berlin meiner Ausbildung nach gehen, wenn meine Mama so alleine ist......gibt es eine Möglichkeit mit dem Ausbildungsbetrieb eine Vereinbarung zu machen, dass ich vier Tage in der Woche 10 Stunden arbeite und am Freitag frei habe und am Monatg früh dann zur Arberit bzw. Schule fahre?
Mein Gedanken sind wirr....wir haben ein Kreuz aus Holz gebastelt.
Ich will für sie da sein aber auch die AB für meinen Papa zu Ende machen....Warum passiert das alles jetzt?
 

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Burbacher

Aktives Mitglied
Hallo Bert,

ich sage dir mein Mitgefühl und meine Anteilnahme.

Man merkt, wie dich der Tod deines Vaters trifft. Mein Vater war schon hochbetagt, als er starb, und dennoch traf mich sein plötzlicher und unerwarteter Tod damals schwer.
In solchen Momenten wird uns bewusst, welchen Menschen wir da verloren haben und was sie uns bedeuten.

Ich habe damals intensiv Abschied genommen von meinem Vater, dem ich so ähnlich bin. Und es gibt auch nach den vielen Jahren kaum ein Tag, an dem ich nicht an ihn denke.

Im Gegensatz zu den ersten Monaten nach seinem Tod aber ist meine Erinnerung heute leicht. Ich erinnere mich seines Lächelns, seiner oft stillen Ironie und seines versteckten Humors.

Dann muss ich lächeln, und die Erinnerung ist leicht. Irgendwie ist Vater dann in meinen Gedanken und Erinnerungen lebendig, ja mir gegenwärtig. Das ist schön.

Vielleicht, und damit möchte ich einen Rat verbinden, würde sich dein Vater freuen, wenn Du deine Ausbildung beendest, und Du kannst für deine Mutter noch eine andere Lösung finden.

Für das, was jetzt vor dir liegt, wünsche ich dir Kraft!

Burbacher
 

Ostergesetz

Aktives Mitglied
Das tut mir ganz doll leid!
Wenn in deinem Nick dein Geburtsjahr ist, dann sind wir gleich alt. Mein Vater ist auch dieses Jahr gestorben.
Wenn du möchtest, kannst du mir gern schreiben.
Du bist stark, du schaffst das. Gib dir Raum zu trauern, aber hör nicht auf nach vorne zu gehen. Das zumindest hat mir geholfen.
 

PsychoSeele

Urgestein
Hallo SensiBert,

mein aufrichtiges Beileid.

Warum das alles jetzt passiert ist, kann ich dir leider nicht beantworten. Ich kann dir auch nicht deinen Schmerz nehmen.
Aber ich bin der Meinung, dass du deine Ausbildung weiter machen solltest. Du kannst dich trotzdem um deine Mutter kümmern.
Dein Vater hätte das bestimmt auch so gewollt.

Ich wünsche euch viel Kraft für die nächste Zeit.

Liebe grüße
SchwarzeSeele
 

Smilla74

Aktives Mitglied
Lieber TE,

habe gerade Deinen Thread gelesen und es tut mir sehr, sehr leid, was passiert ist, auch weil ich selbst weiß, wie hart es einen trifft.

Mein Vater starb damals ganz plötzlich (ohne Vorerkrankung), wachte eines morgens einfach nicht mehr auf und seine damalige Partnerin rief mich morgens an, als ich gerade zur Arbeit wollte. Noch am selben Tag musste ich mich völlig unvorbereitet mit meinem Bruder um die Bestattungsvorbereitungen kümmern, das war echt schlimm.

Natürlich ist jetzt erst einmal alles zu viel, Du stehst sicher noch unter Schock und das ist völlig normal.
Doch auch, wenn Du im Moment noch gar nicht an Deine Ausbildung denken magst, beginne sie trotzdem. Die Arbeit dort könnte dich ablenken und Dir helfen, ein Stück darüber hinweg zu kommen und Dein Vater hätte sich das sicher auch für Dich gewünscht. Denk daran, was Du ihm gesagt hast.

Deinen neuen Arbeitgeber solltest Du darüber in Kenntnis setzen, so dass er weiß, dass Du gerade eine schwere Zeit vor Dir hast.

Es hört sich blöd und auch wenig tröstlich an, aber nur die Zeit wird die helfen... die Lücke wird immer bleiben, aber irgendwann tut es nicht mehr so weh.

Noch heute vergeht kein Tag, an dem ich nicht an meinen Vater denke und es ist bereits 14 Jahre her, seit er nicht mehr da ist. Manchmal rede ich sogar mit ihm und stelle mir vor, dass er mich von oben sieht... und irgendwann, sehe ich ihn wieder...

Ich wünsche Dir viel Kraft & Menschen, die jetzt für Dich da sind.

LG
Smilla74
 

SensiBert92

Mitglied
Vielen Lieben Dank für eure Anteilnahme!

Fühle mich wie ein eiskaltes und gefühlsloses Monster, empfinde momentan rein gar nichts.....heute war die Todesanzeige in der Zeitung, habe sie mir angeschaut, nichts. Als ob es mich gar nicht betrifft.
Was ist los mit mir, habe ich Ihn gar nicht geliebt, ich hätte mehr Zeit mit Ihm im Krankenhaus verbringen sollen, Ihm viel mehr sagen, was wer für ein toller Papa er ist.

 
W

Windlicht

Gast
Ich denke nicht, dass du kalt und gefühllos bist. Das ist eine Art Selbstschutz und auch das Gefühl der "Unfassbarkeit".
Wenn der Schmerz kommt, lass ihn zu, rede drüber, es wird dauern, bis du damit umgehen kannst. Ein Prozess, der notwendig ist, um zu verarbeiten.
Irgendwann verwandeln sich diese Gefühle in Wehmut, in Dankbarkeit, in ein Lächeln, während du dich erinnerst.
 

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