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mein Papa ist gestern gestorben

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Will dir hier eine kleine Geschichte erzählen

Meine Schwester war 6 beziehungsweise 8 Jahre alt als unsere Eltern gestorben sind.
sie kam 50km weiter weg alleine zu Pflegeeltern.
Sie heiratete dann und sie bekamen einen gemeinsamen Sohn.

am 4. Juli 1999
Fuhren die 3 anlässlich zum 14.Geburtstages ihres Sohnes am Attersee.
Mein Schwager war Hobbytaucher und es war geplant das er am späten Nachmittag mit einer dort ansässigen Taucherschule zu zweit einen Tauchgang macht.
Die 3 hatten einen wunderschönen strahlenden sonnigen Familientag.
Dann kam der Abend ca 18 Uhr.
Meine Schwester und der Sohn setzten sich unter einen Baum und sahen zu wie Papa und Mann mit dem Tauchpartner ins Wasser gingen. Ungefähr 40 Minuten später sahen sie die Beiden auftauchen aber einer hielt den anderen sie meinten Papa hat dem anderem geholfen der Sohn schwamm ihnen entgegen
aber es war sein Papa der leblos war.
Sein Papa hatte in 30 Meter Tiefe einen Lungeninfarkt erlitten und war zu diesem Zeitpunkt als sie auftauchten schon Tod.
Herbei geeilte Helfer legten ihn Tod vor ihnen hin.
Stefan war am 05.07.1999 , 14 Jahre alt
Das Begräbnis war am 07.07.1999 an diesem Tag hatte die Pflegmutter meiner Schwester ihren Geburtstag.
Geplant war wie jedes Jahr eine gemeinsame Geburtstagsfeier zu machen.


Unvorhergesehen Dinge treffen uns alle..

da stellt es mir die Haare auf.. bekomm ich grad ne Gänsehaut..

aber danke.. ich weiss was du damit mir sagen willst..

danke..

drückdichmalganzdolle.. :wein:
 
Liebe Tine,

ich habe mir gerade alles durchgelesen und mir kullern die Tränen unaufhörlich übers Gesicht. Ich kann jedes einzelne Wort nachfühlen, so sehr.
Auch ich habe 2002 meinen über alles geliebten Papa verloren und ich kenne dieses Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht so so gut. Ich habe schon damals gesagt, ich werde nie darüber wegkommen - aber ich möchte einen Weg finden, damit zu leben, um irgendwann wieder glücklich sein zu können, auf eine andere Art und Weise halt... aber es geht, es funktioniert. Obwohl es viele viele Stunden gibt, wo ich es heute noch immer nicht begreifen und fassen kann.
Er war der liebste Mensch für mich, der liebste Freund den ich hatte, und so wie Du Deinen Papa beschreibst... oh mann ich weine schon wieder... das trifft bei mir auch alles genau so zu.

Wir haben in einem kleinen Restaurant den Hochzeitstag meiner Eltern gefeiert, mein Papa war gerade 57. Es war ein super schöner Abend, wir haben gegessen und viel Spaß gehabt - er war ein sehr lustiger Mensch und so liebevoll und herzlich in seiner ganzen Art. Wir sind dann nach Hause gegangen, mein damaliger Freund und ich haben uns verabschiedet, und mein Papa stand wie immer an der Straße und hat so lange gewunken, bis wir um die Ecke waren.
Das war das letzte mal, dass ich Ihn sah!

2 Tage später bin ich mit meinem Freund an die Ostsee gefahren, wir wollten 2 Wochen Urlaub machen, alles war schön, toller Strand, super Wetter. Ich habe abends Lachsbrötchen gemacht und gerade als ich, es war so gegen 23 Uhr, eine Flasche Sekt aufmachen wollte, klingelte mein Handy. "Papi ist tot".
Ich habe die Stimme meiner Mutter kaum erkannt. Ich habe geschrien war ab dem Zeitpunkt komplett gefühllos - unter Schock. Wir sind sofort losgefahren, und alles was ich auf der Fahrt nach Hause sagte war "das stimmt nicht... das stimmt nicht... ich geh da nicht rein.."
Als wir dann bei meiner Mutter waren, meine Verwandten waren auch da, diese Stimmung kann ich nicht beschreiben, es war so still so endgültig, so unfassbar und leer und eigentlich gibt es dafür gar keine Worte.
Mein Vater hatte auf der Autobahn einen Herzinfarkt und ist wohl sofort tot gewesen.. einfach so, ohne jegliche Vorwarnung. Er war gerade mal 57.

Die Nacht und auch die Tage danach bin ich als mein eigener schwarzer Schatten durch die Welt gegangen und Du hast recht, Tine... man sieht alles plötzlich anders, alles sieht anders aus, Dinge die man nie wahr genommen hat kommen ganz dicht an einen heran, Sachen die einem wichtig waren verschwinden. Ich war gar nicht mehr da, und doch existierte ich und musste das alles aushalten und ich hatte die selben Fragen wie Du, WARUM... WO... WIE... wie gehts ihm jetzt, wo ist er, wie ist das mit so einer lieben Seele, kann er mich sehen, sollte er mich so sehen..., kann er meinen unsagbar tiefen Schmerz spüren, wo ist er bloß und warum gerade ER!!!!!!
Und ich habe mich gefragt, wie soll das weitergehen, wie kann man sowas überhaupt aushalten, wie kann man so weiterleben ohne sich komplett zu verlieren.
Als dann nach einiger Zeit dieser Schockzustand vorbei war, kam die tiefe Trauer - das wird jeder Mensch anders verarbeiten. Ich kann nur sagen, ich habe vieles in mich hineingefressen, ich wollte stark sein, stark für meine Mutter (habe keine Geschwister und mein Freund hatte mich daraufhin verlassen - da ich ihm zu traurig war!!) Ich habe versucht ALLES für meine Mutter zu tun und ich hatte jeden Tag Angst um Sie. So habe ich mich wohl völlig aufgegeben und dann bin ich irgendwann richtig krank geworden.

Inzwischen habe ich einen sehr sehr lieben Partner, er hat mich quasi gerettet, er hat viel Gefühl und Verständnis. Aber es ist hart, es ist so wahnsinnig hart und es gibt kein Tabletten dafür, kein Rezept und keinen Idealplan. Ich weiß nur, dass man die tiefe Trauer zwar ausleben, aber sie dann unbedingt auch wieder nach und nach loslassen muss, sonst macht man sich selbst kaputt. Und eines ist sicher - DAS hätten unsere geliebten Väter niemals gewollt!
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft - die Zeit hilft wirklich, auch wenn ich das damals nie für Möglich gehalten hätte. Ich habe mir bis heute kein Foto anschauen können von ihm, ich bin noch immer noch nicht drüber weg, aber ich habe meinen Weg gefunden um damit umzugehen, auch wenn es nicht immer leicht ist.

Alles Liebe,
Lilly
 
Danke Lilly,

deine Worte rühren mich zu Tränen,
Heute ist ein schöner Tag, am Morgen hat es geregnet.. wo ich in Arbeit bin.. jetzt bin ich grad heimgekommen.. mein Tisch ist gekommen.. im antiken Still.. den hätte meinen Paps auch gefallen.. der hatte auch so einen Geschmack.. wie ich.. Er liebte alte Sachen.. nachgemachte.. Sachen.. Mein Papa hat früher Landschaften gemalt.. mit Öl.. ER war sonst..auch ein sehr begabter Mensch.. hat sein eigenens Haus gebaut..mit allem was er sich vorgestellt hat.. viel Holz.. Damals wo ich noch zuhause Wohnte..da war über der Garage eine kleine Wohnung mit offenen Kamin.. da hat er mir von dem Unteren Teil der garage..ein Schlafzimmer vom Schreiner und ein Badezimmer reinmachen lassen.. mit ganz viel Liebe..
Und Abends wenn ich dann das Haus verlassen habe..um ihn mein Reich zu gehen.. da hat er sich solange an die Tür gestellt und gewartet bis ich meine Tür schliesste und wir haben uns dann über Funk noch unterhalten.. hatte so ein Babyfon.. damit ich mich irgendwie sicher fühlen konnte..

Er hat alles gemacht das es einen gut ging.. alles.. und schon wieder rollen Tränen über mein Gesicht.. zur Zeit..ist es so schwer..dieser Schmerz.. ich sehne mich nach im.. mein Gott was würde ich tun.. dafür tun..um ihm noch ein einziges mal in den Arm zu nehmen...

Ich glaube.. das es in deinem Fall.. noch schwerer ist..weil man es ja nicht hat kommen sehen.. man hat nicht damit gerechnet.. Weisst.. mein Papa war totkrank.. er hatte Krebs.. meine Mum.. meine Schwestern ,,mein Bruder , meine Schwängerin.. wir haben ihn noch gepflegt.. jedes auf und ab.. mit im zusammen erlebt..bevor er ging.. am Montag.. da haben wir noch über alles geredet.. und ich hab ihm gesagt: Papa ich liebe dich.. und er meinte..warum sagst du mir das.. ich liebe dich doch auch.. ich hab gesagt.. ich wollte es nur mal gesagt.. haben.. ich hab seinen gebrochenen Körper ..ganz fest gehalten.. und ich wusste tief in meinen Inneren..das er sterben wird.. ich war jeden tag bei ihm.. Am Donnerstag kurz bevor er starb... waren meine schwester , meine Zwillingsschwester und ich da.. ich hab ihn gestreichelt.. er sagte immer und immer wieder..: ich kann nimmer.. wie oft haben wir diese Worte gehört.. wie oft haben wir sie vor uns her geschoben... wir versuchten in durch unser dasein..zu beruhigen.. ich bin dann gegen 13.30 Uhr losgefahren..hab im noch einen Kuss gegeben und hab gesagt: Papa ich komm morgen ganz früh nach Arbeit zu dir..ok..
Als ich gefahren bin.. dachte ich obwohl es im sehr schlecht ging..niemals.. das es das letztemal sein wird.. wo ich in gehalten habe.. :wein:

Als ich daheim war.. brach ich erstmal zusammen..versuchte mich zu sammeln.. und dann klingelt das Handy.. meine Zwillingsschwester war dran.. sie sprach mit einer total gebrochenen Stimme.: Papa ist jetzt eingeschlafen.. 🙁

ich konnte es nicht glauben.. wir fuhren sofort hin.. alles war genauso.. bevor ich gegangen bin.. ausser.. diese wahnsinnige Stille.. ich kam in das Zimmer rein.. er sass in seinen Rollstuhl.. ich hab im nochmal umarmt.. hab geschrien.. warum.. ich konnte es nicht glauben.. ich kann es jetzt nicht mal glauben..obwohl ich es im Moment genau so erlebe.. wie ich es beschreibe.. es tut weh.. mehr kann ich nicht sagen.. es tut weh.. macht einen unsicher.. , beschäftigt einen , macht einen hilflos..

Er fehlt einfach.. und auch wenn es das beste war.. weil er hat jetzt keine Schmerzen mehr.. er hatte grosse Schmerzen und er hat viel aushalten müssen.. ist sein Platz hier leer..

Schulterzuck.. ich kann es nicht beschreiben.. was für eine Leere.. das ist.. ich kann es nicht.. ausser.. das ich mit mir kämpfe.. 🙁
 
...ach Tine, ich kann es so sehr nachfühlen, jedes Wort kann ich in genau dieses Gefühl umwandeln, leider... es sind so unsagbar große Schmerzen und man hat nicht die geringste Ahnung wie man da wieder rauskommt, und man kann sich nicht vorstellen, dass es überhaupt geht, so ohne Paps weiterzuleben. Mein Vater hat mich auch so sehr beschützt und behütet, so wie Du es geschrieben hast. Er hat uns auch ein schönes Haus gebaut und alles immer schön gemacht, immer an andere gedacht und ganz zum Schluss an sich. Er hat mal gesagt, ich bin immer für dich da...
Dieser Satz verfolgt mich heute noch.
Es tut weh, auch heute noch.
Deshalb bin ich ja so sehr am Überlegen, ob ich ein Baby bekommen soll, ich könnte es jetzt verhindern, dass sich ein Kind mal so fühlt und solche Schmerzen hat. Sicher ist das ein blöder Gedanke... aber ein bißchen verstehen kannst Du das bestimmt.
Sei glücklich darüber, dass Du so viele Geschwister hast. Das ist sehr viel wert. Ich war damals ganz allein, hatte nur noch meine Mum, um die ich mir tagtäglich Sorgen machte.
Versuche Dir einen schönen Tag zu machen...
Sicher hast Du schon einen schicken Platz für Deinen neuen Tisch gefunden...

LG lilly
 
...ach Tine, ich kann es so sehr nachfühlen, jedes Wort kann ich in genau dieses Gefühl umwandeln, leider... es sind so unsagbar große Schmerzen und man hat nicht die geringste Ahnung wie man da wieder rauskommt, und man kann sich nicht vorstellen, dass es überhaupt geht, so ohne Paps weiterzuleben. Mein Vater hat mich auch so sehr beschützt und behütet, so wie Du es geschrieben hast. Er hat uns auch ein schönes Haus gebaut und alles immer schön gemacht, immer an andere gedacht und ganz zum Schluss an sich. Er hat mal gesagt, ich bin immer für dich da...
Dieser Satz verfolgt mich heute noch.
Es tut weh, auch heute noch.
Deshalb bin ich ja so sehr am Überlegen, ob ich ein Baby bekommen soll, ich könnte es jetzt verhindern, dass sich ein Kind mal so fühlt und solche Schmerzen hat. Sicher ist das ein blöder Gedanke... aber ein bißchen verstehen kannst Du das bestimmt.
Sei glücklich darüber, dass Du so viele Geschwister hast. Das ist sehr viel wert. Ich war damals ganz allein, hatte nur noch meine Mum, um die ich mir tagtäglich Sorgen machte.
Versuche Dir einen schönen Tag zu machen...
Sicher hast Du schon einen schicken Platz für Deinen neuen Tisch gefunden...

LG lilly



ja, das werd ich versuchen.. mir einen schönen Tag zu machen.. muss nimmer in die arbeit.. gott sei dank..

jipp.. ich hab einen Platz für meinen Tisch.. auf dem Balkon..

ich danke dir.. Lilly.. danke.. jetzt höre ich noch Musik..und dann gehts auf dem Balkon..

wünsch dir noch einen schönen tAg und vielen Dank für deine aufmunteren Worte.. von Herzen DANKE

lg tine
 
Ich möchte dir einmal sagen, dass ich ganz doll weiß wie es ist seinen Papa zu verlieren und ich mit dir Trauer

Er ist nicht ganz weg, nur so weit, dass er nicht mehr erreichbar scheint.
Liebe ist so unendlich stark, dass sie wehtut, aber auch so stark, dass sie einem Wege zeigt damit klar zukommen und einen Weg zum Vater findet. Wir Kinder sind das Fleisch und Blut unserer Eltern, sie werden immer da sein. In uns, bei uns.. mit uns.
Ich kenne das Gefühl so.. so gut.
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und alles Liebe
 
Guten Morgen Tine, wie gehts dir denn heute so?

Guten Morgen Lilly,

es geht so.. ich lebe noch..Heute ist es einbissle leichter.. und bei so vielen Mutzusprechungen.. das hilft schon irgendwie.. man weiss..das man mit diesen schmerz nicht alleine ist.. Viele trauern.. oder haben es selbst erlebt.. sie können einen so gut verstehen..fühlen genau mit.. denen kann man nix vormachen.. sie wissen es... und komischerweise.. ist es bei jeden.. identisch.. nur jeder trauert anders... jeder geht mit den schmerz anders um..
Ich versuche zu schreiben.., versuche darüber zu reden.. andere machen dicht.. erwähnen es niewieder.. naja..

Hab heute Spätschicht.. und Samstag ist ja frei.. Feiertag.. ja, in Bayern ist es da noch ein Feiertag.. da fahre ich mit meinen Kids..ins PLaymobil-Land.. da freuen sie sich schon so...
Vorher möchte ich noch die Kamera abholen.. die hat mir mein Dad geschenkt.. wo er noch gelebt hat.. ist zwar keine Digitale..so ein altes Teil halt.. mit Filme.. aber mir egal... ich werde sie ihn Ehren halten..

so jetzt muss ich mal eine rauchen...

wünsch dir noch eine schöne Woche..und einen stressfreien tag...und vielen Dank.. für alles..

glg tine😉
 
Hallo tine, du musst mir nicht danken... ich weiß ja auch, dass es gut tut, wenn man merkt dass es anderen ähnlich oder genau so geht. Die Tage sind manchmal so schwer, man fühlt sich so schwer und die ganzen schönen Dinge die man tagtäglich so sieht, machen einen noch trauriger. Mir ging es jedenfall so. Als damals immer die Sonne schien, wollte ich das nicht, ich wollte am liebsten immer Regen und eine trübe Stimmung, vielleicht weil ich bei Sonne immer dachte, so was schönes kann mein Paps nun nie wieder sehen... ich habe noch immer viele traurige Momente und richtig fassen kann ich es noch immer nicht. Es ist so ungerecht, er war ein so wahnsinnig toller und lieber Mensch, so großartig und herzlich... das ist einfach alles anders jetzt. Er fehlt mir, jeden Tag. Und wenn ich darüber nachdenke und mich in einige Gedanken vers´tricke, dann merke ich, dass ich da überhaupt noch nicht drüber weg bin. Aber dann sag ich mir immer, WIE auch!! Er ist nunmal weg!!!
Ach tine, ich kann dich so verstehen...

Liebe Grüße und bis bald,
lilly
 

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