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Mein Mann wird sterben

H

Helg

Gast
Mein Mann hat Knochenkrebs. Wurde immer schwächer, hat nicht mehr gegessen und kam nun wegen Blutarmut und entsprechenden Infusionen ins Krankenhaus. Ich habe gedacht, nach den Infusionen geht es ihm besser. Heute hat der Arzt mit mir gesprochen und mir gesagt, dass der Krebs auf alle Organe über gegriffen hätte, dass er "aus therapiert" wäre, sterben müßte und am Besten in ein Hospitz käme. Ich kann das nicht fassen und nicht verarbeiten. Wir sind erst vier Jahre verheiratet und hatten noch soviel vor. Ich fühle mich so hilflos und fassungslos. Und werde nur noch von Weinkrämpfen geschüttelt. Wie schaffe ich die nächste Zeit? Kann mir Jemand helfen?
 

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Harle

Aktives Mitglied
Hi,
holt ruhig noch eine 2. Meinung ein, und nehmt alle Hilfe in Anspruch die es gibt auch die Krankenhaus interne Seelsorge etc. Macht noch kleine schöne Dinge zu denen ihr beide in der Lage seit und regelt , was geregelt werden muss. Sei soviel bei ihm wie du verkraften kannst. Ich wünsche euch beiden ganz viel Kraft.
 

Adria78

Aktives Mitglied
Das ist furchtbar. Wirklich furchtbar. Ich denke auch nicht, das wir Dir unbedingt helfen können. Selbst mit den nettesten und wohlmeinesten Worten. Ich rate Dir bei der deutschen Krebshilfe anzurufen. Die beraten. Was für Dich das Beste ist. Eine Selbsthilfegruppe, wo du darüber reden kannst? Fachleute, die Dir Deine Fragen zur Krankheit beantworten? Ein Sterbebegleiter, damit Du und Dein Mann nicht alleine bist in der Situation?

Diese ganzen Sachen machen Sinn, aber nicht alle gleichzeitig. Ich denke, das persönliche Gespräch ist einfach unglaublich wichtig. Von daher würde ich mir an Deiner Stelle diese Hilfe holen und überlegen, was Du jetzt brauchst.

Ich wünsche Dir viel Kraft.

Habe Dir mal die Nummer/Internetseite rausgesucht:
http://www.krebshilfe.de/wir-helfen/krebsberatung.html
Die geben einen weitere Adressen oder man spricht sich einfach ersteinmal aus.

Es tut mir wirklich leid, dass ich nicht mehr für Dich tun kann.
 
G

Gast-bekk

Gast
Verschwende bitte nicht die so kostbare kurze noch verbleibende Zeit, um deinen Mann zu einer Zweitmeinung zu schleppen. Wenn ein Arzt bei dieser Diagnose sagt, man sei austherapiert, so wuerde er es nicht sagen, wenn es auch noch nur die leisteste Hoffnung geben wuerde. Lass deinen Mann zur Ruhe kommen, geniesst noch so intensiv wie moeglich die verbleibende Zeit. Im Hospiz bekommt nicht nur dein Mann Hilfe, sondern auch du wirst dort bestmoeglich aufgefangen. Wenn Krebskranke gehen duerfen, ist es meistens fuer sie eine Erloesung von langen Qualen und Schmerzen. Auch wenn es noch so schwer faellt, du wirst lernen muessen, ihn gehen zu lassen. Versuch bitte nicht zu klammern, denn das macht es dem Gehenden schwerer als wenn du ihn in Liebe gehen lassen kannst.

Die geinsamen 4 Jahre waren sehr kurz, aber sich von Liebe und Zuneigung gepraegt. Diese Zeit und deine Erinnerungen an gemeinsame Jahre kann dir niemand nehmen. Nimm dir die Zeit zu trauern. Du hast alles Recht der Welt, verzweifelt zu sein und dir auch aussenstehende Hilfe zu suchen. Die Traenen werden mit der Zeit trocknen, die Erinnerungen bleiben. Ich wuensche dir ganz viel Kraft, die kommende Zeit zu meistern.
 

Pechvögelchen

Mitglied
Das tut mir ja so unendlich leid! Was für ein furchtbares Schicksal!

Sei für deinen Mann da, zeige ihm deine Liebe und auch Zuversicht. Auch wenn es hoffnungslos scheint, so sollte man nie die Hoffnunf aufgeben. Sei stark für ihn aber lass deine Trauer und Wut auch raus. Schreie, tobe, verfluche die Welt und weine so oft dir danach ist. Das hilft deiner Seele.

Ich wünsche dir und deinen Mann ganz viel Kraft und Stärke und drücke dich ganz fest.
 

Burbacher

Aktives Mitglied
Liebe Helg,

angesichts deines Problems reduzieren sich viele Dinge, die wir hier lesen, zu Lappalien.
Es tut mir sehr leid für Euch, und ich wünsche Euch, dass Ihr noch Gelegenheit habt, in Liebe und in Ruhe voneinander Abschied zu nehmen und dass Ihr beide in dieser Situation nicht alleine seid.

Was Ihr miteinander geteilt, miteinander erlebt habt, wird bleiben.

Ich denke an Euch und wünsche Euch Kraft und dass Eure Liebe Euch auch in dieser schweren Phase Euch begleitet und Ihr darin auch ein wenig Trost findet.

Burbacher
 
G

GastHansi

Gast
Liebe Helg,

das tut mir seid leid für dich. Ich war vor 5 Jahren in der gleichen Situation. Meine Frau (damals 41) bekam die Diagnose Leukämie. Die Kinder waren damals 2 und 4 Jahre alt. Da wir ein Haus gekauft hatten, musste ich auch arbeiten, bekam aber Halt und Hilfe von meinen Eltern und der Schwiegermutter, die natürlich auch erst mit der Diagnose klar kommen musste und ihr Mann auch an Krebs gestorben war. Ich versuchte so viel wie möglich mit ihr Zeit zu verbringen (nach der Arbeit ins Krankenhaus, die Urlaubstage mit ihr verbracht, sie in Kur besucht usw. und ihr auch ab und zu den Freiraum zu lassen, den Sie brauchte. Ich war auch beim Psychologen im Krankenhaus (was mir aber nicht so viel brachte, bin eher ein verschlossener Typ). Die Kinder waren in Kunsttherapie. Es war eine wirklich harte Zeit für uns (vor allem weil der Kleine [damals 2] kurz nach seiner Geburt fast gestorben wäre - ihm musste ein Niere entfernt werden). Mir half es mich mit Freunden (und in solchen Zeiten erkennt man die wahren Freunde) zu reden, mich ab und zu abzulenken (sich ständig auf des Partners Schicksal zu konzentrieren, sich vorzustellen wie es weitergehen soll zog mich runter). Ich habe oft geweint und mir hat es gut getan - warum soll man keine Gefühle zeigen (gut, vor den Kindern habe ich das nicht oft gemacht, sondern eher abends, wenn ich alleine im Bett war). Deine Gefühle, Ängste, Sorgen sind völlig normal.

Im Januar 2012 starb meine geliebte Frau dann. Ich habe aufgehört mir die Frage nach dem "Warum" zu stellen, denn für mich bringt das nicht. Ich versuche so gut wie möglich für meine Kinder da zu sein, danke meinen Eltern/meiner Schwiegermutter sehr, dass sie mir ab und zu "Freizeit" gönnen und mich unterstützen wo sie es können und danke auch meinem Arbeitgeber, der mich 3 Tage von zu Hause arbeiten lässt.

Wie man mit so einer Situation umgeht, hängt natürlich von einem selber ab und es ist schwierig dir irgendwelche Tips/Ratschläge zu geben, deshalb konnte ich "nur" beschreiben wie ich damit umgegangen bin bzw. es mir erging.

Ich kann nicht einschätzen wie gut es die Kinder verkraften, ob ich offen genug bin (oder vieles verdränge [wie gesagt ich versuche nach vorne zu schauen, mit den Kindern ab und zu über den Tod der Mutter zu reden]) aber meine Eltern sagen, dass ich es richtig mache (und ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern und glaube ihnen das auch so - sehe es nicht als "Beruhigungspille"). Ich hasse es eigentlich mich (habe keine Partnerin) mit anderen Familien zu vergleichen (Mein Kind kann schon dies und jenes usw. - aber ich schaue auf oft auf andere Familien und sehe, dass die gleichen Problem trotz "Vorhandsein" beider Elternteile bestehen - das beruhigt mich dann).

Ich weiss jetzt nicht wie alt du bzw. denn Mann ist und ob ihr auch Kinder habt, aber ich wünsche dir Kraft und Ruhe (gönne dir ab und zu eine Auszeit, sonst geht dir die Kraft sicherlich aus). Frag nicht nach dem "Warum" und versuch so gut wie möglich für ihn da zu sein und ihm Wünsche zu erfüllen (wenn möglich).

GastHansi
 
G

Gast

Gast
Mein Beileid! Ich wünsche Euch beiden ganz viel Kraft für die kommende Zeit.

Ich habe ein Hospiz als einen sehr guten und wertvollen Ort kennengelernt. Dort geht es um den Menschen, die Gäste werden dort ganz anders versorgt als in einem Krankenhaus. Und auch für die Angehörigen gibt es dort Hilfe und offene Ohren. Ich wünsche mir persönlich für jeden, der mir nahesteht, daß er an so einem Ort von der Welt gehen darf. Wenn Dein Mann die Chance hat, dann kann ich nur dazu raten, daß Ihr Euch dazu entschließt, ihm einen Platz in einem Hospiz zu suchen.
 

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