Kerstin, ich lese hier schon eine Weile mit. Auch in deinem anderen threads.
Ich teile den Eindruck, den hier viele haben, daß du sehr ichbezogen bist. Ich meine das nicht wertend, sondern einfach nur als Rückmeldung. Ich glaube, daß Du das anders wahrnimmst als Dir das von außen gespiegelt wird. Aber vielleicht versuchst Du trotzdem mal, das nicht immer direkt abzuweisen, sondern mal zu schauen, wie es zu diesem Eindruck kommt und ob doch etwas dran sein könnte
Ich lese in Deinen Beiträgen viel Mißtrauen anderen Menschen gegenüber.
Auch Mißtrauen in die Zukunft. Z.B. Deine Sorge, daß Deine Stelle wegen Kritik an nicht rechtzeitig beantworteten mails nicht entfristet werden könnte oder daß die Sekretärin Deine Entfristung verhindern könnte. Normalerweise sind solche Kinkerlitzchen keine Gründe für unternehmerische Entscheidungen. Es ist auch auffällig, wie sehr Dich die Frage der Entfristung Deiner Stelle hemmt. Und fast schon depressiv macht. Ich verstehe, daß das eine wichtige Frage ist, aber Du hast doch eine gute Ausbildung. Studiert. Du kannst was.
Wie ist das denn mit Deinem Vertrauen in Deine Zukunft? Hast Du ein tiefes Gefühl in Dir beschützt und behütet zu sein? Und das sich schon alles irgendwie zum Guten wenden wird? Hast Du das Vertrauen, daß Dein Leben eher schön sein wird und Du überwiegend zufrieden leben kannst?
Und wie ist das mit dem Vertrauen in Deinen Mann? Vertraust Du in seine tiefe Liebe? Daß er immer an Deiner Seite sein wird? Daß er Dich so mag wie Du bist?
Deine Sorge, daß Dein Mann Ausgaben für Schwangerschaftskleidung mißbilligen könnte und Du in häßlichen alten Sachen rumlaufen mußt, finde ich zumindest ungewöhnlich. Ich habe noch nie eine Frau erlebt, die sich bei der Frage Kinder ja oder nein mit diesem Aspekt auseinandersetzt und dahingehend Befürchtungen hat.
Auch Deine Konzentration auf Dein Aussehen, Deine Figur... Du bist viel damit beschäftigt, Sport zu machen, um Deine Figur zu erhalten. Erkennst Du da auch viel Konzentration auf Dich und wenig auf Deine Lebensgemeinschaft? Mir kommt das so vor, als ob ihr nebeneinander lebt. Eher vereinzelt. Du gehst gern allein ins Kino. Jeder hat sein Geld. Für jeden ist seine Karriere wichtig. Jeder sieht seine Argumente. Ich lese wenig sich in den anderen hineinversetzen. Wenig seinen Blickwinkel einnehmen. Wenig liebevolles Verständnis füreinander.
Du hast auch wenig Freundschaften, glaube ich gelesen zu haben. Das hat oft auch was damit zu tun, ob man sich öffnen kann. Und damit wieder mit Vertrauen.
Du gehst gemeinschaftlichen Unternehmungen aus dem Weg. Ziehst Dich lieber zurück. Das ist ja auch völlig ok.
Aber Du hast von vornherein eher negative Erwartungen an den gemeinschaftlichen Ausflug. Du könntest ja auch voller Vorfreude sein und darauf vertrauen, daß Du von den Menschen um Dich herum liebevoll aufgefangen und getragen wirst, wenn es Dir nicht so gut geht. Stattdessen vermutest Du eher, angemault zu werden und auf wenig Verständnis zu treffen.
Dann der Gedanke, Deine Eltern bei einem Umzug mitnehmen zu wollen. Gleichzeitig meine ich aber auch gelesen zu haben, daß Deine Eltern hohe Erwartungen an Dich haben und Dich auch leicht kritisieren.
Oft haben ja die ersten Erfahrungen im Elternhaus damit zu tun, wenn später das Zutrauen in sich selbst und das Vertrauen ins Leben fehlen. Wie war das denn bei Dir? War da viel Gemeinsamkeit? Innigkeit? Vertrauen? Bedingungslose Liebe und Akzeptanz ohne Bewertung? Viel Mut machen? Annahme so wie Du bist?