Ich persönlich denke, dass wenn man so heftig reagiert wie der Vater, diese Homophobie und Ablehnung ganz tief drin sitzt. Und das wahrscheinlich auf eigene Prägung und Erziehung begründet ist, die der Vater wiederum von den Großeltern erfahren hat.
Das kann man nicht "einfach so" mit ein paar Gesprächen regeln. Wer seinen Sohn verstößt und verprügelt, nur weil er schwul ist, hat einen heftigen Knacks weg.
Es kann schon sein, dass man oft unaufgeklärt ist, was Homosexualität genau bedeutet. Und ja, leider werden dann oft Pädophilie, Zoophilie und alles mögliche damit in Verbindung gebracht. ABER das gibt niemanden das Recht, zuzuschlagen und jemanden zu verstoßen oder so durchzudrehen. Man könnte da ja auch anders handeln: z. B. sich denken "Mein Sohn ist doch ein liebenswürdiger, vernünftiger Mensch" und ins Nachdenken kommen und sich deswegen genauer über Homosexualität informieren. Und dann sieht man doch ziemlich schnell, dass das etwas ganz normales ist, wo niemand zu schaden kommt und leiden muss.
Wenn überhaupt, muss da auch nicht nur der Vater - alleine weil er seine Aggressionen nicht im Griff hat - in eine Therapie, sondern eine Familientherapie wäre angesagt. Um das zu verarbeiten, was er getan hat.
Unabhängig davon fände ich es für den Sohn sehr wichtig, wenn er die Gewalt, die ihm angetan wurde, selbst verarbeiten kann. Nicht, dass er das alles verdrängt oder schlimmstenfalls denkt, er ist schuld an dem Ausbruch seines Vaters und als Sohn nicht gut genug ... Das kann tiefe Verletzungen hinterlassen und wenn sowas nicht bearbeitet wird, kommt das manchmal später nochmal hoch, oft heftiger.
Vielleicht wäre da auch eine Anlaufstelle für homosexuelle Männer eine gute Idee. Da könnte auch die TE als Mutter womöglich Hilfe und Unterstützung finden.
Da gibt es wirklich für jede Stadt eine Beratungsstelle. Einfach mal googeln. Oder hier, die bieten sogar eine Onlineberatung an:
http://www.schwulenberatung24.de/
Ich denke, es ist jetzt ganz wichtig, dass man sich auch Hilfe von außen holt. Von Leuten, die erfahren mit solchen Themen sind und die wissen, wie man damit umgeht und wie man helfen kann.