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Mein Mann akzeptiert nicht dass unser Sohn schwul ist...

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
Ja, da sehe ich ehrlich gesagt auch schwarz, dass da irgendwie eine Einsicht kommt und der Vater eine Basis schaffen wird, auf der man das ganze wieder hinbiegen kann...
 
Dass Väter schwuler Söhne so reagieren, finde ich so ungewöhnlich nicht. Und ich vermute, dass ihre Reaktion weniger mit den Söhnen zu tun hat als mit sich selbst.
Wenn es stimmt, dass Kinder ihre Rolle im späteren Leben nicht zuletzt auch dadurch finden, dass sie sich mit der Rolle der Mutter, des Vaters identifizieren, sie zum Leitbild für ihr eigenes Leben nehmen, dann erleben Väter den Weg des Sohnes in die Homosexualität als eigenes Versagen.
Das entschuldigt nichts, erklärt aber.

Burbacher
Das er-klärt nur, dass der Vater homophob ist und Schwulsein generell als eine grausame Abartigkeit empfindet und für ihn nicht in die Lebens-Tüte seines Sohnes kommt. Mit Prügel und Hausverbannung erreicht man auch keine Klärung, die für alle Seiten der Familie akzeptabel sein können.

Ich kenne einen Vater, der vor ein paar Wochen von der Homosexualität seines 18 jährigen Sohnes erfuhr. Er reagierte ganz gelassen und meinte: "Na und, dann ist er halt schwul." Auch das gibt es und gab es schon immer, wie es auch die Homosexualität schon immer gab und geben wird.

Mich würde interessieren, wie so mancher Mann hier im Forum auf die Nachricht "Papa, ich bin schwul" seinem Sohn gegenüber reagiert. Vielleicht wären die "väterlichen" Reaktionen für die TE eine weitere Handlungshilfe, neben den "mütterlichen" Beiträgen.
 
Kraeiouss,

damit wir uns verstehen, ich entschuldige das Verhalten des Vaters nicht. Gar nicht. Es war nur der Versuch, zu erklären. Im Übrigen: Ich habe selbst zwei erwachsene Söhne. Einer ist verheiratet und Vater. Der Zweite sucht noch.
Wenn es anders gekommen wäre, hätte ich nicht nur damit umgehen können, sondern es auch akzeptiert.
Ich selbst habe nach Trennung und Scheidung zudem zwei Beziehungen zu Männern gehabt. Leider aber hat es nicht gepasst.

Burbacher
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo ,

Dein Mann solte dringend Therapeutisch behandelt werden - es muss so schrecklich für Dein Sohn sein weil er Schwul ist von seinen eigenen Vater deshalb geschlagen zu werden- so demütigend.

Genauso sollte es nicht sein.

Man muß wirklich auch hinterfragen was das Problem Deines Mannes ist.

Ich stelle es mir schon schwer - immer noch als Vater damit in öffentlichkeit umzugehen.

Leider hat er auch noch zugesehen , wie Dein Sohn intim wurde.

Ich denke das brauch Zeit.

Ihr solltest euch vorerst räuhmlich trennen, damit Dein Mann sich im klaren wird - was er getan hat.

Je nach dem wird man sehen wie Ihr damit umgehem werdet.
 
Ich persönlich denke, dass wenn man so heftig reagiert wie der Vater, diese Homophobie und Ablehnung ganz tief drin sitzt. Und das wahrscheinlich auf eigene Prägung und Erziehung begründet ist, die der Vater wiederum von den Großeltern erfahren hat.

Das kann man nicht "einfach so" mit ein paar Gesprächen regeln. Wer seinen Sohn verstößt und verprügelt, nur weil er schwul ist, hat einen heftigen Knacks weg.

Es kann schon sein, dass man oft unaufgeklärt ist, was Homosexualität genau bedeutet. Und ja, leider werden dann oft Pädophilie, Zoophilie und alles mögliche damit in Verbindung gebracht. ABER das gibt niemanden das Recht, zuzuschlagen und jemanden zu verstoßen oder so durchzudrehen. Man könnte da ja auch anders handeln: z. B. sich denken "Mein Sohn ist doch ein liebenswürdiger, vernünftiger Mensch" und ins Nachdenken kommen und sich deswegen genauer über Homosexualität informieren. Und dann sieht man doch ziemlich schnell, dass das etwas ganz normales ist, wo niemand zu schaden kommt und leiden muss.

Wenn überhaupt, muss da auch nicht nur der Vater - alleine weil er seine Aggressionen nicht im Griff hat - in eine Therapie, sondern eine Familientherapie wäre angesagt. Um das zu verarbeiten, was er getan hat.

Unabhängig davon fände ich es für den Sohn sehr wichtig, wenn er die Gewalt, die ihm angetan wurde, selbst verarbeiten kann. Nicht, dass er das alles verdrängt oder schlimmstenfalls denkt, er ist schuld an dem Ausbruch seines Vaters und als Sohn nicht gut genug ... Das kann tiefe Verletzungen hinterlassen und wenn sowas nicht bearbeitet wird, kommt das manchmal später nochmal hoch, oft heftiger.

Vielleicht wäre da auch eine Anlaufstelle für homosexuelle Männer eine gute Idee. Da könnte auch die TE als Mutter womöglich Hilfe und Unterstützung finden.

Da gibt es wirklich für jede Stadt eine Beratungsstelle. Einfach mal googeln. Oder hier, die bieten sogar eine Onlineberatung an:

http://www.schwulenberatung24.de/

Ich denke, es ist jetzt ganz wichtig, dass man sich auch Hilfe von außen holt. Von Leuten, die erfahren mit solchen Themen sind und die wissen, wie man damit umgeht und wie man helfen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde das ist alles doof gelaufen, aber mit noch mehr Druck auf den Vater (insbesondere werden ihn blöde Therapievorschläge erst recht nerven) wird es nicht besser.

Er muss von sich aus einen Schritt auf den Sohn machen (wird er machen wenn er seinen Sohn liebt).

Eine quäkende Ehefrau und Therapie Vorschläge werden nichts bringen, eher noch mehr verhärten.

Einfach mal paar Tage das Thema liegen lassen. Der Junge ist eigentlich schon ein Mann mit 22 Jahren. Bisschen auf sich gestellt sein wird ihn nicht umbringen, vor allem sitzt er ja nicht auf der Strasse.

Das es mittlerweile 3 Wochen sind hat sicherlich etwas damit zu tun, dass die Ehefrau täglich ihn damit nervt. Vielleicht wäre die Einsicht beim Vater schon lange da, aber jemanden Recht geben ist für manchen Menschen sehr schwer, insbesondere wenn man täglich damit konfrontiert wird.

Wenn er seinen Sohn liebt, dann wird er schon einen Schritt machen und wenn nicht, dann ist die Therapie sowieso umsonst (halte eh nichts davon).
 
Ich finde analog’s Statement wirklich gut.
Natürlich ist die Reaktion des Vaters unangemessen, natürlich kann man hier mit Therapie, Trennung etc. jetzt auf ihn einhacken – ändert das etwas? Erstmal nein. Das war und ist eine extrem emotionale Sache bei dem Vater – dem wird man nicht mit sachlichen Argumenten entgegen treten können und ändern wird man dadurch erst recht nichts.
Fände es auch gut, wenn man das Thema mal „ruhen“ lässt und zu einem späteren Zeitpunkt ein Gespräch mit ihm führt – und damit meine ich nicht Ehefrau, Kinder und Vater, sondern ein Gespräch unter 4 Augen zwischen Ehefrau und Ehemann.
Ich denke auch, wenn der Vater seinen Sohn liebt, dann wird er es auch irgendwann akzeptieren bzw. tolerieren. Es braucht halt auch etwas Zeit.
Eine Freundin von mir – alleinstehend mit 2 Kindern, eine Tochter stark behindert (wird niemals allein leben können) und einen Sohn. Auf diesen Sohn wurde somit die komplette weitere Familienplanung projiziert. D.h. da wurde dem Sohn bereits mit Anfang 20 mitgeteilt, dass er sich langsam mal eine Freundin suchen könnte und der Hoffnung baldiger Enkelkinder Ausdruck verliehen. Tja und dann kommt der Sohn mit Mitte 20 und teilt mit, er ist schwul und wird kommende Woche mit diesem Mann zusammenziehen. Da war auch Polen offen – obwohl diese Mutter extrem offen und sozial engagiert ist und sich niemals gegen Schwule geäußert hat und auch niemals würde. Trotzdem hat sie Wochen gebraucht, um das zu akzeptieren (mal abgesehen davon, dass auch der Sohn nicht gerade einfühlsam vorgegangen ist – ähnlich wie in diesem Fall hier: statt offen das Thema anzusprechen, lässt man sich halt beim Küssen „überraschen“ – na super). Gerade weil bei ihr das Thema Enkelkinder somit komplett gestorben ist – für jemanden, der alles, aber auch wirklich alles für seine Kinder gibt und gegeben hat (meiner Meinung nach zu viel, da sie vor lauter Stress auch oft und teils sehr krank war). Damit klar zu kommen ist nicht einfach.
Bei dem hier genannten Vater gibt es vermutlich andere Gründe, weshalb er so reagiert hat. Und ich will hier auch nicht entschuldigen, dass er seinen Sohn geschlagen hat. Aber es ist auch immer sehr einfach, andere zu verurteilen, wenn man selbst nicht in deren Haut steckt.
Ich verstehe, Dich, TE, dass Du darüber nachdenkst, ob Du weiterhin mit diesem Mann zusammenleben kannst. Allerdings wäre auch eine sofortige Trennung m.E. nur ein Schnellschuss – bitte versuche Deinen Mann erstmal in Ruhe zu lassen und nicht ständig mit diesem Thema zu kommen. Sprich mit ihm, in 2 oder 3 Wochen mal unter 4 Augen. Frage ihn doch mal, ob er selbst weiß, weshalb er so extrem reagiert hat und auch weiterhin reagiert. Und lass ihn da „aus“, in dem er sich auf Allgemeinplätze herausredet, sondern geht hier ans Eingemachte. Das geht aber nur, wenn Du mal alle Schuldzuweisungen etc. außen vor lässt. Vielleicht erfährst Du etwas über Deinen Mann, dass Dich ihm näher bringt als weiter weg.
Alles Gute.
 
Nein, das sehe ich anders: Ich wäre als Ehefrau nicht in der Lage meinem Mann zu vergeben, wenn nicht WIRKLICH eine große Bereitschaft zur Versöhnung von ihm kommen würde. Und einfach nur eine Entschuldigung wäre mir da zu wenig: Da müsste schon mehr her- eben zB eine Therapie und wirklich erkennbare Einsicht. Einfach nur die Sache ruhen lassen und warten, ob er sich beruhigt oder nicht, das würde bedeuten, sein Verhalten zu tolerieren (da ja keine direkten Konsequenzen folgen). Das mindeste wäre es aus meiner Sicht, dass der Vater ne Weile auszieht und darüber nachdenkt, was er da angestellt hat.
Einfach nur so zu tun als wäre nichts und zum Alltag übergehen würde ich als Verrat am Kind empfinden. Man darf nicht vergessen: Er hat seinen eigenen Sohn zutiefst verletzt (vielleicht dauerhafte Wunden zugefügt) er hat ihn körperlich angegangen und er hat die Familie aufs Spiel gesetzt. Wenn sich ein Mensch so gegen seine Familie stellt, kann man nicht zur Tagesordnung übergehen und abwarten. Wäre das nicht eine verkehrte Welt: Der Sohn, der nicht getan hat muss ausziehen und abwarten, ob er wieder in die Familie aufgenommen wird und der Vater, der es verbockt hat, bekommt eine Schonfrist, in der er weiter im Schoß der Familie bleiben darf, als sei nichts gewesen. Nein, das wäre definitiv das falsche Signal.
Nicht die Familie soll warten, ob sich der Vater einkriegt, sondern der Vater soll hoffen, dass die Familie ihm verzeiht und dafür soll er auch was tun!
Wie gesagt: Zumindest eine räumliche Trennung wäre angebracht.

An der Stelle des Sohnes könnte ich auch nicht abwarten, ob er sich beruhigt oder nicht. Ich käme mir verraten vor, wenn meine Familie sich jetzt nicht klar hinter mich stellen würde.

Nein, jetzt ist der Vater am Zug: Entweder er strengt sich immens an und versucht zu retten, was zu retten ist und das möglichs sofort, oder er muss mit den Folgen leben. Und die Folgen können nunmal sein, dass er seine Familie verliert. Er ist ein erwachsener Mann und das muss ihm klar sein.
Man kann sich ncht aufführen wie die Axt im Wald und dann Nachsicht erwarten.
Selbst wenn er sich vielleicht nach ein paar Wochen beruhigen würde: Was geschehen ist, ist geschehen und er hat nunmal keine Garantie und erstrecht kein Recht darauf, dass man ihm dann vergibt.
 

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