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Mein kleiner Bruder macht uns Angst...

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Gast

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Hallo alle miteinander!

Ich habe nun seit einiger Zeit mit einem Problem zu kämpfen, wofür ich keine Lösung zu finden scheine, sodass ich mir jetzt erhoffe, jemand anders kann mir eine Gedankenstütze oder einen Antrieb geben.

Mein jüngerer Bruder ist 15 Jahre alt und von der Statur her wirkt er 10 Jahre älter. Er ist nicht nur groß, sondern auch extrem breit und hat aufgrund seines Übergewichts schon das ein oder andere Programm mitgemacht, ist im Fitness Studio angemeldet und bekommt von allen Ratschläge und Unterstützung, schafft es aber dennoch einfach nicht, alles richtig durch zuziehen. Ich, als seine ältere Schwester, kann mir nur vorstellen, wie er sich fühlt, war aber nie in seiner Situation und deshalb kann ich nicht viel dazu sagen. Auch wenn mich das oft nicht davon abhält den ein oder anderen Spruch rauszulassen, die ihn momentan mehr zu stören scheinen, als sonst, als habe ich es sein gelassen. Das ist aber gar nicht das Problem, sondern vielleicht nur der Ursprung der Sache.

Seit einiger Zeit ist er total verändert. Aggressiv ohne Ende. Der kleinste Kommentar, jegliche Bemerkungen, selbst wenn man ihn mal nicht ausreden lässt oder nur was sagt, bewirkt einen massiven Ausraster. Sein ganzer Körper spannt sich vor Wut an, bis er explodiert und Dinge tritt, schreit und Sachen kaputt macht. Er schlägt mit der Zimmertür, bis die hin ist. Hat ein Loch in die Haustür getreten und macht Dekogegenstände und gerahmte Bilder kaputt. Er beleidigt und schimpft uns aus (meine Mutter und mich) und zeigt dabei keine Rückhalte. Eine Zeit lang war er auch handgreiflich und hat mich das ein oder andere mal schon sehr übel erwischt, dann schoss er Gegenstände mit voller Wucht gegen meinen Schädel oder haute einfach zu, bis ich heulend nach Luft schnappte. Das ist aber seit einer Weile nicht mehr passiert, er hatte sich in den Griff bekommen. Momentan habe ich die Befürchtung, dass das bald wieder kommen könnte und dies mal noch extremer.

Früher hat er mir alles erzählt und der kleine Altersunterschied zwischen uns (2 Jahre) hat dafür gesorgt, dass man einander verstehen konnte und ähnliches durchgemacht hat, aber nun redet er kaum noch mit mir, es sei denn es geht um oberflächliche Dinge, die er im Internet gelesen hat oder so. Er kommt nicht mehr zu mir, Probleme erzählt er mir gar nicht mehr und ich weiß einfach von nichts.
Für die Schule hat er wenig übrig und schlängelt sich so durch, obwohl er, wie ich, auf dem Gymnasium ist und wirklich sehr intelligent und gebildet, aber wenn ihn etwas nicht interessiert, dann schert er sich nicht darum. Momentan ist er oft nur am zocken, was mir Angst macht, da er dort scheinbar nur weiter seine Aggressionen ausbaut.

Meine Mutter hat ihn immer nur verhätschelt und verwöhnt, er war immer der Liebling von allen, immer der nettere von uns beiden, weil er bewusst Körpernähe suchte und ich da schon immer etwas kühler war. Und sie hat bis jetzt gebraucht, zu realisieren, dass er sich verändert hat. Er bringt sie ständig zum Weinen und sagt so schreckliche Dinge, dass ich am liebsten auf ihn losgehen würde. Nach dem ganzen Geschrei und den Beleidigungen kommt er eiskalt auf sie zu und verlangt Geld, was sie ihm einfach so gibt, um ihn nicht noch weiter zu verärgern. Man darf ihn bloß nicht noch wütender machen, ist ihre Philosophie. Ich, hingegen, sehe darin einen großen Fehler, weil er dadurch nur in seinem Verhalten bestätigt wird, schließlich genießt er ein Leben ohne Konsequenzen.

Ich weiß nicht weiter, weiß nicht, an wen ich mich wenden soll. Er macht unsere so schon intakte Familie nur noch weiter kaputt und reißt uns auseinander. Meine Mutter hat ohnehin schon so viel Stress und hinzu noch gesundheitliche Probleme und ich mache mir tierische Sorgen. Das kann nicht so weiter gehen. Aber sie will nichts hören, sie denkt, das lege sich bald wieder und dass das nur eine Phase ist. Ich bin da anderer Meinung.

Hat irgendjemand einen Rat oder einen Vorschlag, was ich tun kann? Ich bin mit den Nerven am Ende und ich will, dass das aufhört. Ich wäre jedem dankbar, der mir weiterhilft.
 

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Gast

Gast
Du solltest tatsächlich damit aufhören, ihm "Sprüche reinzudrücken", denn die kriegt er sicher in der Schule schon zu hören.
Es ist unprickelnd, dick und unattraktiv zu sein, wenn ringsherum alles anfängt, S ex zu haben.
Lass ihn bissi in Ruhe.
Deine Ma soll mal behutsam nachforschen, ob er über die Muckibude Anabolika & Co. bekommt. Das macht recht aggressiv. Einfach mit Ausrede Blutbild machen lassen.
Du kannst ihm eher nicht helfen, denke ich.
Man spürt deinen Neid auf die vergangenen Jahre, in denen er deiner Mutter näher stand als du, noch sehr deutlich.
Übrigens macht er ja auch nicht EUCH, sondern lediglich DIR Angst - deine Mutter hält es ja für eine Phase, die man abwarten soll.
Wenn es gar nicht mehr geht mit deiner Angst: Du bist die Ältere und bald volljährig. Dann musst du ja nicht mehr mit ihm unter einem Dach wohnen.
 
G

Gast

Gast
Deine Mutter verharmlost seine Gewalttätigkeit. Egal was da nun im einzelnen hintersteckt, möchte ich dir vor allem eines dazu sagen: Du bist auf dem besten Weg, ihre Fehler zu übernehmen, da Du Dich bereits (frauentypisch) fragst, was Du denn nur tun kannst um sein Verhalten zu ändern. Die Antwort: gar nichts. Man kann andere nicht retten oder ändern. Allerhöchstens sein eigenes Leben damit verschwenden, sich auf Leute mit Verhaltensproblemen zu konzentrieren.

Das heißt nicht dass es Dir nicht leid tun darf dass Dein Bruder so ein A-lo geworden ist. Aber Du wirst am meisten verändern wenn Du die Muster Deiner Familie verweigerst und Dich selbst an die erste Stelle Deiner Aufmerksamkeit setzt. Ihn meidest, Schule und Freundschaften pflegst, Deine Zukunftspläne in die Wege leitest, und Dich vor allem auch öffnest, Deine Erlebnisse Freundinnen oder Vertrauensleuten erzählst und das Verhalten von Bruder und Mutter NICHT deckst.

Wenn es gar nicht anders geht dann geh zum Jugendamt, in schwierigen Fällen kann Schülerbafög für einen frühen Auszug (WG) gewährt werden.

Sieh es mal so, den Großteil Deines Lebens wirst Du mit einem Beruf und ohne Deine Familie leben, daher solltest Du diese zwei Dinge gut auf den Weg bringen. Es wird besser!
 
G

gesger

Gast
Guten Abend Gast,

du könntest dich zusammen mit deiner Mutter an das zuständige Jugendamt wenden. Deren Aufgabe ist u.a. die sozialpädagogische Betreuung bei Familieninternen Problemen. Wenn deine Mutter das nicht will, kannst du aber auch alleine zu denen hingehen und dir Hilfe holen.

Eine Alternative wäre beim nächsten Angriff eine Strafanzeige wegen Körperverletzung bei der Polizei, aber das wäre in diesem Fall vermutlich nicht besonders hilfreich.

VG,
gesger
 
G

Gast

Gast
Du solltest tatsächlich damit aufhören, ihm "Sprüche reinzudrücken", denn die kriegt er sicher in der Schule schon zu hören.
Es ist unprickelnd, dick und unattraktiv zu sein, wenn ringsherum alles anfängt, S ex zu haben.
Lass ihn bissi in Ruhe.
Deine Ma soll mal behutsam nachforschen, ob er über die Muckibude Anabolika & Co. bekommt. Das macht recht aggressiv. Einfach mit Ausrede Blutbild machen lassen.
Du kannst ihm eher nicht helfen, denke ich.
Man spürt deinen Neid auf die vergangenen Jahre, in denen er deiner Mutter näher stand als du, noch sehr deutlich.
Übrigens macht er ja auch nicht EUCH, sondern lediglich DIR Angst - deine Mutter hält es ja für eine Phase, die man abwarten soll.
Wenn es gar nicht mehr geht mit deiner Angst: Du bist die Ältere und bald volljährig. Dann musst du ja nicht mehr mit ihm unter einem Dach wohnen.
Das komische daran ist ja, dass er zu den beliebtesten Leuten an der Schule gehört. Sogar die aus meinem Jahrgang feiern ihn. Er ist attraktiv, das kann man nicht bestreiten. Selbst sein Übergewicht ändert nichts daran, dass er mit diversen Mädchen anbandelt. Aber gerade das verstehe ich halt nicht. Mit der Außenwelt versteht er sich gut. Es ist nur die Familie, bei der er sich so verhält.
 
G

Gast

Gast
Deine Mutter verharmlost seine Gewalttätigkeit. Egal was da nun im einzelnen hintersteckt, möchte ich dir vor allem eines dazu sagen: Du bist auf dem besten Weg, ihre Fehler zu übernehmen, da Du Dich bereits (frauentypisch) fragst, was Du denn nur tun kannst um sein Verhalten zu ändern. Die Antwort: gar nichts. Man kann andere nicht retten oder ändern. Allerhöchstens sein eigenes Leben damit verschwenden, sich auf Leute mit Verhaltensproblemen zu konzentrieren.

Das heißt nicht dass es Dir nicht leid tun darf dass Dein Bruder so ein A-lo geworden ist. Aber Du wirst am meisten verändern wenn Du die Muster Deiner Familie verweigerst und Dich selbst an die erste Stelle Deiner Aufmerksamkeit setzt. Ihn meidest, Schule und Freundschaften pflegst, Deine Zukunftspläne in die Wege leitest, und Dich vor allem auch öffnest, Deine Erlebnisse Freundinnen oder Vertrauensleuten erzählst und das Verhalten von Bruder und Mutter NICHT deckst.

Wenn es gar nicht anders geht dann geh zum Jugendamt, in schwierigen Fällen kann Schülerbafög für einen frühen Auszug (WG) gewährt werden.

Sieh es mal so, den Großteil Deines Lebens wirst Du mit einem Beruf und ohne Deine Familie leben, daher solltest Du diese zwei Dinge gut auf den Weg bringen. Es wird besser!
Dankeschön, das hat mich gerade wirklich aufgemuntert. Ich werde das weiter beobachten, und dann mal abwägen, ob es mir den Stress Wert ist, zum Jugendamt zu gehen, oder ob ich einfach noch etwas durchhalte, bis ich in einem Jahr das Abi in der Tasche habe und weit weg ziehe. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt.
 

Kaim Argonar

Mitglied
Hi Gast, was du da beschreibst ist der klassische fall von ADHS, ich war selber so im alter von 12-15 jahren, danach hat sich das schrittweise bei mir gelegt bis ich mich mit 18 zum ruhigen und introvertierm Träumer verwandelt habe. Leider ist dein Bruder die sorte ADHS Kind die sich nicht dahin ändern wird, er ist mehr der typ Choleriker (lese ich an der art gegen wenn er seine aggresionen richtet heraus) der andere für seinen jetzigen zustand verantwortlich macht. Das hängt meistens mit dem sozialen umfeld, mangelnder erziehung und den Hormonen in der pubertät zusammen, negative erfahrungen in frühster kindheit begünstigen solche faktoren noch zusätzlich. Ich geh mal davon aus das die fehlende Vater-Figur ein wichtiger faktor bei ihm sein wird, kann auch sein das er auf der Schule wegen seines erscheines und seiner art sozial ausgegrenzt wird. Reden wird nicht viel helfen, erst recht nicht mit der eigenen Familie, jetzt kann man nur noch die Notbremse ziehen und dafür sorgen das er in ein anderes umfeld gelangt. Am besten schickt ihr ihn auf ein Internat für ADHS Kinder und beschränkt den kontakt auf ein absolutes minimum, andernfalls macht ihr alles nur noch schlimmer. Und behandelt ihn wie einen erwachsenen und nicht wie ein kleines aufmüpfiges kind sonst kehrt er schnell wieder in alte verhaltensmuster zurück. Macht ihm klar das er nachdem Internat auf eigenen Beinen stehen muss, raus aus der Wohnung , nur so könnt ihr die wogen wieder gläten. Irgendwann kommt auch die einsicht und er wird sich euch auch wieder anvertrauen, aber verlangt nicht das unmögliche von ihm. Solte es mal wieder ganz schlimm werden ruft die Polizei an, dafür sind die da.
 

Burbacher

Aktives Mitglied
Hallo,

zunächst: Den Hinweis auf ADS oder ADHS solltest Du schnell wieder vergessen, würde sich der junge Mann nämlich dann auch in der Schule und gegenüber anderen daneben benehmen.
Ich vermute ganz schlicht, er ist in die Rolle des jungen Herrn im Hause geschlüpft, und ihr, vor allem eure Mutter, habt ihm den Weg dazu geebnet.
Er ist der "Kleine", und die Kleinen werden ja tendenziell schon mehr gehätschelt, von den Großen umsorgt und bemuttert. Wenn ich richtig verstanden habe, seid ihr ohne Vater, und da bietet es sich für den jungen Mann an, mit wachsendem Selbstbewusstsein auch in diese Rolle zu steigen.
So besetzt er schlicht das Terrain, das sich ihm bietet, vor allem aber, das ihr ihm überlasst. Da gibt es nur eins:
Ihr müsst ihm Grenzen setzen, euch weder von ihm drangsalieren lassen, noch ihn verhätscheln.
Ob das Jugendamt da eine Lösung anbietet, weiß ich nicht, evtl. gibt es eine Jugendwohngruppe, in die er vielleicht für eine Zeit wechseln könnte. Dort wird er lernen, die Grenzen anderer zu achten, und ihr könnt ihm auf diese Weise zeigen, dass ihr nicht alles mit euch machen lasst.
In der Auseinandersetzung mit den Erziehern und den anderen Gleichaltrigen macht er dann mit Sicherheit die "Grenzerfahrungen", die ihm bei dir und deiner Mutter fehlen. Diese Jugendwohngruppen sind gerade für solche "Fälle" ein Angebot der Jugendhilfe.
Ich wünsch dir, dass der junge Mann wieder Tritt fasst und Du deine Fassung wiedergewinnst.

Alles Gute!

Burbacher
 
Zuletzt bearbeitet:
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Gast

Gast
...und vor allem ist es nicht die Verantwortung von Kindern, ihre Geschwister in Internate, Wohngruppen oder Therapien zu bringen oder Diagnosen zu suchen. Das ist Eltern- und Profisache. Er ist massiv gewalttätig, also zählt für die TE ab jetzt nur noch die eigene Unversehrtheit und die eigenen Interessen und Zukunftspläne.

NICHTS anderes. Mach Dein eigenes Ding, so konsequent wie möglich. Du kannst gerne mitfühlen, aber nicht mit.leiden. Für Leid ist Dein Leben zu schade. Zieh Dich da raus.
 

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