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Mein Kind ist ausgezogen und meldet sich nicht mehr bei mir.

Hallo,

meine Tochter ist mit 15 ausgezogen, zu der Frau die mich zur Welt gebracht hat.
Ich hatte alles gegeben, um ihr als "alleinerziehende Mutter" ein Leben zu ermöglichen, wie es Kinder haben, für die beide Elternteile da sind, materiell wie emmotional. Ich denke, dass eine Beurteilung nur denen möglich ist, wenn überhaupt, die ähnliches mitgefühlt/-erlebt haben. Ein Herz kann auf verschiedene Arten brechen, und das ist eine davon, wenn man ein Kind "verliert". Wenn man Vorwürfe gemacht bekommt für die größtmögliche Mühe, Entbehrung, Verzicht...Es ist jetzt 3 Jahre her, und ja nach eineinhalb Jahren kamen erste Worte der Dankbarkeit und für mich Hoffnung auf ein Heimkommen....Ich konnte die Demütigungen schwer ertragen und auch die Undankbarkeit. 16 Jahre meines Lebens wurden jetzt auf gleich "in Frage" gestellt. Ich weiß ich muss darüber hinwegkommen, aber es ist verdammt hart für mich. Und dann noch eine Rachsüchtige "Herkunftsfamilie" im Hintergrund....
 
hallo,

ich sitze gerade hier und heule. ich bin 29 und von meiner familie konnte ich nie was erwarten. ich wär gern so behütet aufgewachsen. vielleicht habt ihr es unbewusst übertrieben aber ich denke auch das sie irgendwie neidisch sind weill es beruflich nicht weiter geht. ich würd deiner tochter gern mal meine geschichte erzählen. sie würde sich bei dir melden. weil eltern die einen lieben sind mit das wichtigste im leben.
sie wird sich wieder melden, gib ihr ein bisschen zeit. ist sie ein einzelkind?

liebe grüße mirabelle
 
Liebe Mirabelle, nicht weinen, es ist halt wirklich wie verflixt im Leben, was die einen haben, das wollen sie nicht, was die anderne nicht haben, hätten sie gerne ... und man steht sowohl als Kinder als auch als Eltern immer irgendwie zwischen Baum und Borke ...

Tröstende Grüße an Dich
lg Eisherz
 
Ja, mein Kind ist ein Einzelkind. Behütet und umsorgt von vorn bis hinten.
Ich muss erst mal lernen auf mich selber zu achten. Aber ich lerne. Das erste Mal in meinem Leben habe ich mir eine Putzfrau geleistet. Ich bin soooo erleichtert. Wir passen prima zusammen. Wir sind beide froh und ich kann meine Schwächer werdenden Kräfte bündeln. Jetzt ist auch noch ein lieber Mensch gekommen und hat mir bei der (schweren) Gartenarbeit geholfen, an der ich fast gescheitert wäre. Das Leben kann schön sein...
Und mein Kind: Ein Anruf nach Monaten! Sie sei so überlastet...
Ja, denn. Ich habe jeder Versuchung widerstanden auch nur den Hauch eines Vorwurfes zu machen. Keine Klage, kein böses Wort. Nur liebe Stimme und das Gesprächsangebot.Und weiter abwarten....
 
Liebe AngelikaKlein,

heute ist nun der 20.07.2010 und ich hoffe, es geht dir gut. Erst einmal möchte ich dir ein Kompliment machen. Deine Art zu schreiben gefällt mir außerordentlich gut. Ich musste fast weinen, aber auch irgendwie über uns schmunzeln. Mal daran gedacht, mehr daraus zu machen?

Vieles spricht mir so sehr aus dem Herzen. Auch ich und mein Mann haben alles für unser Mädchen (20) getan. Sie ist vor ca. 4 Wochen mehr oder weniger ausgezogen. Ihren neuen Freund kennt sie noch nicht sehr lange und sie ist im dritten Lehrjahr zur Krankenschwester. Ich bin ehrlich, wir mögen den neuen Freund nicht. Er hat in der Zeit nur in ihrem Zimmer rumgelegen, kaum ein Wort gesprochen, hat sich von ihr bedienen lassen usw. So eine richtige Schnarchnase; Wir haben weder Häuser noch viel Geld, keine Erbe in Sicht und auch keine Abiturientin. Und dennoch eint uns das Eine – Die Liebe zu unserem Kind.

Ich weiß, mein Kind meint es eigentlich nicht böse, aber es tut eben doch so weh. Die beiden haben auch heimlich immer mal was rausgeschleppt. Er hat eine 1Raum-Wohnung bekommen. „Nein, Mama, da zieh ich doch nicht mit ein“. Nein?! Na, Gott sei Dank! Aber kann ich vielleicht meinen Fernseher mitnehmen, er kann sich doch noch keinen kaufen……Ja, ok. Dann fehlte hier was und da was, mhm, sah die eine Ecke in ihrem Zimmer nicht irgendwie anders aus? Ja, stimmt – da stand ja so ein kleiner Schrank, weg. Naja, eben auch irgendwie auf diese Art und doch wieder ganz anders. Aber dennoch - plötzlich war sie weg. Funkstille. Meine Freundin sagt zwar immer: „Wenn sie sich nicht meldet, dann geht’s ihr gut“. Aber ist das auch so? Sie ist oft noch so unreif und naiv.

Eigentlich denke ich ständig an sie. Ich bin traurig. Traurig, dass sie weg ist und das nun alles so gekommen ist. Traurig über die Art und Weise, wie sie sich so heimlich rausgeschlichen hat. Und Sorgen mache ich mir. Geht’s ihr wirklich gut, ist der Typ auch gut zu ihr oder lässt sie sich schlecht behandeln? Bringt sie ordentlich ihre Lehre zu ende. Ich will mir gar nicht ausmalen, wenn nicht. Ist ihr Konto bald überzogen (sie konnte noch nie mit Geld umgehen..) usw.usw.

Deine Reaktion auf ihren Anruf war jedenfalls richtig. Wir sind ja so lernfähig. Unsere Kinder müssen sich abnabeln auf welchem Wege auch immer, wie sollen sie denn sonst auf eigenen Füßen stehen lernen?! Ich bin mir sicher, ihr werdet euch wieder annähern, egal wie lange es dauert. Ihr Anruf war der erste Schritt dazu. Alles Liebe.
 
Hallo, ich verstehe dich sehr gut. Oft stehen wir da wie das Huhn vor der Schlange und denken was wird das jetzt. Hinterher fragen wir und welche Antwort/Weg sollen wir jetzt verfolgen? Sollen wir uns verletzt geben oder es für sorglich übergehen? Können sich die Kinder vorstellen was in uns vorgeht, wollen sie es überhaupt! Ich finde es gut dass du und dein Mann sehr ruhig geblieben seit. Alles Gute für Euch alle! Evy
 
Hallo Angelika,

ich bin auch eine betroffene Mutter. Ich kann dich sehr gut verstehen.
Mein Sohn ist 20 Jahre - hatte es nie leicht im Leben und ist jetzt nachdem er eine Ausbildung hatte, eine eigene Wohnung hat abgetaucht. Er hat alles hingeschmissen - ich bin entäuscht, traurig und hilflos. Aber vorallem, weil er sich nicht mehr meldet - er geht auch nicht ans Telefon. Weihnachten ohne ihm - es war schrecklich! Es gibt noch 2 Geschwister - die ganze Familie hängt in den Seilen.
Wie hast du es mittlerweile geschafft - damit umzugehen?
Viele Grüße
 
Liebe Angelika,

leider bin ich erst jetzt nach Jahren über diesen Thread gestolpert ...gibt es dich noch? Bewegt sich dein Leben wieder in geregelten Bahnen, sprich Kontakt mit deiner Tochter und ihrem Freud? Oder herrscht nach wie vor Funkstille?

Ich wollte hier nur nochmals anmerken, dass ich deinen ersten Beitrag super fand und so vieles nachvollziehen konnte - einige der gut gemeinten Antworten weniger. Ich glaube nicht, dass ihr euer "Kind" in ein Klischee gezwängt habt, wie sie sich entwickeln und welchen Weg sie einschlagen soll. Vielmehr: Dass ihr sie mit Liebe erzogen und in die richtigen Bahnen gelenkt habt. Ihr Verhalten euch gegenüber finde ich einfach nur zum Ko.... Warum kann man nicht über das reden, was man machen möchte, wenn man in der aktuellen Situation nicht mehr glücklich ist????

Ich kann so gut nachvollziehen, wie du dich fühlst. Bin in einer ähnlichen Situation. Meine älteste Tochter ist nach dem Abitur weit weg gezogen zum Studieren. Wir haben uns sämtliche Beine für sie ausgrissen, ihr bei der Wohnungssuche geholfen, sie finanziell unterstützt, unlösbare Dinge für sie übernommen. Ohne Hintergedanken, ohne Forderungen. Wir wollten nur, dass es ihr gut geht - und hofften, dass sie uns dafür ein wenig an ihrem Leben teilhaben lässt bzw. ihr auch wichtig ist, zu erfahren, wie es uns geht. Weit gefehlt. Ein Anruf zum Geburtstag und ein Besuch an Weihnachten - das wars. Ansonsten lebt sie ihr eigenes Leben - und da gehören die Eltern nicht mehr dazu (außer, es passiert etwas und sie braucht wirklich Hilfe). Es ist verständlich, dass sich Kinder abnabeln wollen und ihre eigenen Erfahrungen machen müssen - aber es tut verdammt weh. Mit diesem Verhalten stirbt ein Teil von dir!

Ich wünsche dir - und allen anderen in der gleichen Situation - viel Kraft. Irgendwann werden die Nächte, in denen man sich in den Schlaf weint und die Kinderzeit zurückwünscht weniger und man hat wieder die Energie, sich an seinem eigenen Leben zu erfreuen.

Uschi
 
Abnabeln ist das Eine, sich komplett von den Eltern abkanzeln das Andere.

Es gibt ziemlich egoistische Menschen, die sich immer nur dann melden, wenn sie selbst Hilfe brauchen.

Natürlich ist es schmerzhaft zu erfahren, wenn das eigene Kind zur dieser Kategorie gehört. Man will es nicht wahrhaben. Hinzu kommt, dass deine Tochter wohl unter dem Einfluss ihres Freundes steht. Da kannst du dir die Appelle sparen. Du wirst nicht durchdringen.

Tut euch einen Gefallen und lebt euer eigenes Leben weiter, und werdet glücklich. Macht euch nicht abhängig von Egoisten, selbst wenn es eure eigene Tochter ist.
 

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