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Mein Herz ist gebrochen...

Isarglueck01 meinte:
Liebe Jamie,

es ist das Besondere dieses Lebens, das es MENSCHEN gibt, die Einen nah werden und Verletzungen helfen vernarben zu lassen.Eine beginnende Liebe ist eine zarte Pflanze die bei sensibler Pflege, ganz bald wieder beständig in aller Pracht wieder blühen wird....schön das Du diesen Menschen gefunden hast.Wir Beide, die den Bergen so Nahe sind, wissen ja, das jeden Tag ein kleines Edelweiss den Bergboden durchbrechen kann.. und die Sonne ein Lächeln herab in unser Leben schickt, für uns und den Menschen die uns Nahe sind.

In diesem Sinne,
liebe Grüsse an Dich+Anhang
Pfürti
Florian

danke für den schönen eintrag...

ich wünsch euch alles glück der welt...

jamie
 
A

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Re: Mein Herz ist gebrochen...
Liebe Jamie

Ich blicke in dieses Forum und sehe einen Menschen, der ein ähnliches Problem hat wie ich. Und anhand der vielen Antworten - auch wenn ich sie noch nicht alle gelesen habe - sehe ich, wie viele Menschen das auch kennen. Ich werde sie noch durchsehen.

Ich habe die Zaubermaus verloren. Wahrscheinlich für immer. Das ist ein halbes Jahr her. Ich bin 43 Jahre alt und habe mich in meinem Leben zum 2. Mal wirklich verliebt.

Was ich Dir geben wollte: Hast Du zu Weihnachten den Film "Notting Hill" gesehen? Eine amerikanisches Märchen, ok. Sorry. Wie Pretty Woman, sogar mit derselben Schauspielerin.

Trotzdem fand ich den Film in zweierlei Weise beeindruckend. Da hat sich ein Buchhändler in eine berühmte Schauspielerin verliebt und war dabei, sich zu verlieren.

Zum Einen hat er Freunde gehabt. Ein chaotischer Haufen von Versagern. Normale Menschen eben. Ich habe meine Freunde sehr vernachlässigt und sogar schlecht behandelt, um den Kontakt zum Schnuff aufrecht erhalten zu können. Die meisten sind geblieben.

Zum Anderen hat dieser Mensch im Film es geschafft, sie abzuweisen, nachdem sie ihn zweimal hängen ließ. Mit Worten, wie man es schöner nicht ausdrücken kann. Wenn er sich noch einmal - ein halbes Jahr war vergangen - auf sie einlassen würde, und sie würde wieder gehen, würde sein Herz daran zerbrechen. Er hat sie abgewiesen. Ich fand das tief beeindruckend.

Mein Herz ist zerbrochen. Offenbar passiert das manchmal. Ich hatte nicht damit gerechnet. Ein oder zwei Jahre werde ich noch brauchen, vielleicht auch länger. Manchmal kostet es sehr viel Zeit. Ich habe den Zeitpunkt gespürt, wo ich hätte gehen müssen. Ich hatte damals nicht die Kraft dazu. Heute sehe ich, dass ich es ihr lieber auf eine ähnliche Weise gesagt hätte. Aber es ist zu spät. Ich weiß, ich hätte gehen müssen. Ich habe die Bilder genau im Kopf. Ich wußte, es läuft schief.

Ich versuche, diesen Kontakt als schöne Erinnerung aufzubewahren. Ich befürchte, es gelingt mir nicht. Und die ganze Wut und den Schmerz. Man darf sie herausschreien. Ich glaube, man muss sie herausschreien. Irgendwo in einer einsamen Landschaft. Ohne dem Anderen zu schaden. Einfach nur schreien. Immer wieder. Warum nicht? Das zerbrochene Herz wird irgendwann verheilen. Es braucht viel Zeit, sehr viel Zeit und die muss man sich lassen.

Günter
 
hallo günter,,,

danke dir für dein posting.

magst ein wenig mehr erzählen warum es zur trennung kam? was passiert ist?

es ist so ein dermaßen schlimmes und schreckliches gefühl, wenn man verlassen wird obwohl man sie/ihn noch so unsagbar liebt.

hast du um sie gekämpft oder kämpfst du immer noch? habt ihr vielleicht noch eine chance? ist noch hoffnung da? huch.. tausend fragen ....
vielleicht magst du sie uns ja beantworten?!

ganz lieben gruß
jamie
 
@ günter

Vielleicht machst du doch einen eigenen Thread auf, damit wir uns alle beteiligen können, hätte auch einiges zu sagen dazu. Bis dahin: Kopf hoch, du schaffst das!

Liebe Grüsse
Jolante
 
ich muß heute mal wieder bissi jammern.. *seufz*

mich hat eine saftige erkältung niedergeworfen. fieber, halsweh, kopfschmerzen, husten und alles, aber wirklich alles vom kleinen zeh bis zur letzten haarspitze tut mir weh... *jammer*

jetzt ernähr ich mich von erkältungstee und so n zeuchs *schüttel*

so, jetzt kuschel ich mich wieder aufs sofa unter 3 wolldecken *frier* und hoffe auf eine baldige genesung!! *blickrichtunghimmel*

ich wünsch euch einen schönen tag
jamie *hust*

http://www.ihre-heilpraktiker.de/wHeilpraktiker/img/Schnupfen.jpg
 
Hi Jamie,

ich wünsch Dir gute Besserung !!
Ich nehme in solchen Fällen immer reichlich Vitamin C und es hilft mir eigentlich relativ schnell.
Ich "beam" Dir noch ein paar meiner "Abwehrkräfte" rüber !

Alles Gute !!
LG
Gadget
 
Hi Jamie,


Heisse Milch mitt Honig,Erkältungsbad,und ab auf die Couch,heizung an ,Socken an ,und sich schöne Gedanken machen....


Gute besserung LG Marion
 
Hallo

Es ist bei mir eine zu lange und komplizierte Geschichte. Daraus würde ein Buch werden. Vielleicht ein paar Punkte.

Es war nie eine Partnerschaft. Ich konnte ein Jahr körperlich auf sie zugehen. Sie ging nach zwei Jahren auf mich zu. Da konnte ich nicht mehr. Ich hatte Angst vor ihr bekommen. Es war auch keine Freundschaft. Die Zeiten, die wir miteinander verbracht haben, haben wir fast jeden Tag zusammen verbracht. Wir wußten alles übereinander, absolut alles. Das begann schon am ersten Tag. Aber ich habe ihre Wohnung nie betreten und sie die meine nicht. Ein ungewöhnliches Verhältnis.

Das Problem bei uns war unsere unterschiedliche Vergangenheit. Sie hatte eine 6jährige Beziehung mit einem Drogenabhängigen. Im gleichen Alter, ich bin 9 Jahre älter, hatte ich eine 6jährige Beziehung mit einer Phykstudentin und Feministin. Das sind beim Rollenverhalten vollkommen entgegengesetzte Welten. Ich wußte nicht, welche Probleme das geben könnte. Ich kannte vorher keine Frau wie sie und sie wohl auch keinen Mann wie mich.

Jedenfalls begann sie mich mehr und mehr wie einen Freier zu behandeln und ich konnte mich nicht wehren. Sie lebte auf meine Kosten und machte Schulden, die sie nie zurückzahlen wollte. Aber ohne mich verletzen zu wollen. Für sie war es normal. Für mich nicht.

Nach über einem Jahr begann ich gelegentlich wütend zu werden. Wir haben uns zweimal in der Öffentlichkeit mindestens eine Stunde gestritten. Und weil sie das gar nicht mochte, hat sie immer für ein paar Wochen den Kontakt abgebrochen. Und ich bekam Angst vor ihr. Und noch ein Jahr später wurde ich manchmal aggressiv. Beides habe ich erst in den zwei Jahren danach begriffen. Ich kannte so etwas noch nicht. Es mußte geschehen, weil ich eine Wunde in mir hatte, die immer größer wurde. Sie mußte da nur dranpacken und ich konnte ausrasten. Wir hatten immer wieder Kontaktabbrüche von beiden Seiten. Und haben uns immer wieder gefunden.

Inzwischen hat sie schrittweise ihr Leben verändert. Sie hatte einen Nervenzusammenbruch, macht seit drei Jahren eine Therapie, hat nach und nach ganz mit dem Milieu gebrochen, ihre Freunde aufgegeben und neue Freunde kennengelernt. Aber es reicht nicht. Unsere Vergangenheit muss so verschieden sein, dass wir immer wieder aneinandergeraten wären.

Vielleicht hat uns unsere Verschiedenheit auch immer wieder zusammengeführt. Jeder schien das auszuleben, was der andere nicht ausleben konnte.

Ich liebe sie noch, wie keinen andernen Menschen. Und sie ist eine tolle Frau. Sie hat eine andere Seite in sich. Sie kommt aus gutem Hause. Sie hat ein total feines Benehmen. Und sie hat ein gutes Herz.

Und ich habe den Zeitpunkt gespürt, wo mir die Situation entglitt. Das war nach wenigen Monaten. Ich begann, wie für eine Partnerin zu empfinden. Und ich wußte zum gleichen Zeitpunkt, was geschehen würde. Mir fiel aus dem Nichts ein Film ein. Der blaue Engel mit Marlene Dietrich. Ich achte auf solchen Zufälle und wußte sofort, dass ich uns gesehen habe. Und das ist den Jahren danach auch geschehen.

Deshalb fiel mir der Film Notting Hill auch so auf. Er zeigte meine Situation, und wie ich sie vor vier Jahren hätte lösen können.

Und meine Gefühle sind gespalten. Ich hatte noch nie soviel Angst vor einem Menschen. In den vergangenen sechs Monaten, nach dem letzten Bruch, ist es mir schon dreimal passiert, dass ich plötzlich in eine totale Aggression gegen sie verfalle. Vermutlich wegen Kleinigkeiten, die mich erinnert haben und die Wunde wieder aufgerissen haben. Ich jeweils viele Tage gebraucht, mich wieder zu fangen und keine Fehler zu machen. Ich darf ihr nicht schaden, aber ich darf schreien.

Ich traue mich kaum in die Stadt, ich möchte ihr gerne begegnen, aber ich habe große Angst davor. Sie wird mich irgendwie ablehnen und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen sollte. Ausserdem reisst mich das wieder tagelang herunter. Und wenn ich zuhause sitze, grüble ich nur. Ich hänge halt ziemlich durch.

Und das mit dem Vergessen wird mich sehr viel Zeit kosten. Ich habe noch nie einen Menschen so geliebt. Und wenn es jetzt noch nicht kaputt ist, es wird nicht funktionieren können. Jetzt muss mein Gefühl das noch verstehen.

Ich wollte kein eigenes Thema öffnen. Das hat eine so komplizierte Geschichte. Ich habe mich jetzt sehr kurz gefasst.

Günter
 
Günter meinte:
Hallo

Es ist bei mir eine zu lange und komplizierte Geschichte. Daraus würde ein Buch werden. Vielleicht ein paar Punkte.

1.)Es war nie eine Partnerschaft. Ich konnte ein Jahr körperlich auf sie zugehen. Sie ging nach zwei Jahren auf mich zu. Da konnte ich nicht mehr. Ich hatte Angst vor ihr bekommen. Es war auch keine Freundschaft. Die Zeiten, die wir miteinander verbracht haben, haben wir fast jeden Tag zusammen verbracht. Wir wußten alles übereinander, absolut alles. Das begann schon am ersten Tag. Aber ich habe ihre Wohnung nie betreten und sie die meine nicht. Ein ungewöhnliches Verhältnis.

2.)Das Problem bei uns war unsere unterschiedliche Vergangenheit. Sie hatte eine 6jährige Beziehung mit einem Drogenabhängigen. Im gleichen Alter, ich bin 9 Jahre älter, hatte ich eine 6jährige Beziehung mit einer Phykstudentin und Feministin. Das sind beim Rollenverhalten vollkommen entgegengesetzte Welten. Ich wußte nicht, welche Probleme das geben könnte. Ich kannte vorher keine Frau wie sie und sie wohl auch keinen Mann wie mich.

3.)Jedenfalls begann sie mich mehr und mehr wie einen Freier zu behandeln und ich konnte mich nicht wehren. Sie lebte auf meine Kosten und machte Schulden, die sie nie zurückzahlen wollte. Aber ohne mich verletzen zu wollen. Für sie war es normal. Für mich nicht.

4.)Nach über einem Jahr begann ich gelegentlich wütend zu werden. Wir haben uns zweimal in der Öffentlichkeit mindestens eine Stunde gestritten. Und weil sie das gar nicht mochte, hat sie immer für ein paar Wochen den Kontakt abgebrochen. Und ich bekam Angst vor ihr. Und noch ein Jahr später wurde ich manchmal aggressiv. Beides habe ich erst in den zwei Jahren danach begriffen. Ich kannte so etwas noch nicht. Es mußte geschehen, weil ich eine Wunde in mir hatte, die immer größer wurde. Sie mußte da nur dranpacken und ich konnte ausrasten. Wir hatten immer wieder Kontaktabbrüche von beiden Seiten. Und haben uns immer wieder gefunden.

5.)Inzwischen hat sie schrittweise ihr Leben verändert. Sie hatte einen Nervenzusammenbruch, macht seit drei Jahren eine Therapie, hat nach und nach ganz mit dem Milieu gebrochen, ihre Freunde aufgegeben und neue Freunde kennengelernt. Aber es reicht nicht. Unsere Vergangenheit muss so verschieden sein, dass wir immer wieder aneinandergeraten wären.

Vielleicht hat uns unsere Verschiedenheit auch immer wieder zusammengeführt. Jeder schien das auszuleben, was der andere nicht ausleben konnte.

Ich liebe sie noch, wie keinen andernen Menschen. Und sie ist eine tolle Frau. Sie hat eine andere Seite in sich. Sie kommt aus gutem Hause. Sie hat ein total feines Benehmen. Und sie hat ein gutes Herz.

Und ich habe den Zeitpunkt gespürt, wo mir die Situation entglitt. Das war nach wenigen Monaten. Ich begann, wie für eine Partnerin zu empfinden. Und ich wußte zum gleichen Zeitpunkt, was geschehen würde. Mir fiel aus dem Nichts ein Film ein. Der blaue Engel mit Marlene Dietrich. Ich achte auf solchen Zufälle und wußte sofort, dass ich uns gesehen habe. Und das ist den Jahren danach auch geschehen.

Deshalb fiel mir der Film Notting Hill auch so auf. Er zeigte meine Situation, und wie ich sie vor vier Jahren hätte lösen können.

6.)Und meine Gefühle sind gespalten. Ich hatte noch nie soviel Angst vor einem Menschen. In den vergangenen sechs Monaten, nach dem letzten Bruch, ist es mir schon dreimal passiert, dass ich plötzlich in eine totale Aggression gegen sie verfalle. Vermutlich wegen Kleinigkeiten, die mich erinnert haben und die Wunde wieder aufgerissen haben. Ich jeweils viele Tage gebraucht, mich wieder zu fangen und keine Fehler zu machen. Ich darf ihr nicht schaden, aber ich darf schreien.

Ich traue mich kaum in die Stadt, ich möchte ihr gerne begegnen, aber ich habe große Angst davor. Sie wird mich irgendwie ablehnen und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen sollte. Ausserdem reisst mich das wieder tagelang herunter. Und wenn ich zuhause sitze, grüble ich nur. Ich hänge halt ziemlich durch.

/.)Und das mit dem Vergessen wird mich sehr viel Zeit kosten. Ich habe noch nie einen Menschen so geliebt. Und wenn es jetzt noch nicht kaputt ist, es wird nicht funktionieren können. Jetzt muss mein Gefühl das noch verstehen.

Ich wollte kein eigenes Thema öffnen. Das hat eine so komplizierte Geschichte. Ich habe mich jetzt sehr kurz gefasst.

Günter


hallo günter,,,,

1.)hm, nicht in deiner wohnung, nicht in ihrer wohnung... seid ihr ins hotel oder wo und wie konntet ihr euch dann körperlich nahe kommen???

2.)wenn sich aber jeder einwenig auf den anderen eingestellt hätte, wäre das doch auch kein problem gewesen - oder?.. scheint mir eine einseitige sache zu sein..... :-(

3.)nicht das ich da was falsch verstehe... meinst du damit, sie hat sich jedesmal nach dem sex geld geben lassen oder geschenke kaufen lassen ????

4.) ging die wut so weit, dass du sie geschlagen hast? oder wurdest du verbal ausfallend??

5.) das mit der therapie hört sich doch gar nicht schlecht an. und wenn man sich liebt, dann kann man so vieles erreichen!!!! nicht von vornherein schon aufgeben!!!!

6.) erkläre mir mal die angst die du vor ihr hast genauer....ich verstehe es nicht wirklich ( kann aber daran liegen dass ich voll die grippe hab und mein kopf brummt ;-) )

7.) wenn du sie wirklich so sehr liebst... dann gib nicht auf - ja?? du redest dir ja regelrecht ein, dass es nicht funktionieren kann!!!!

lieben gruß
jamie
 
Ich hatte ja gesagt, ich wollte mich knapp fassen.

1) Es gab keinen Sex. Ich dachte, das sei klar gewesen. Ein Jahr lang wollte ich, ich will auch heute noch. Nach zwei Jahren wollte sie. Ich habe mir das tagelang überlegt und musste sie abweisen. Ich konnte sie nicht mehr so nahe an mich heran lassen. Ohne zu wissen, warum.

2) Wir haben uns tatsächlich im Laufe der Jahre aufeinander zubewegt. Sie hat ihre Welt ein Stück verlassen, ist ihr aber noch nahe. Ich habe meine Welt ein Stück verlassen, aber wir sind immer noch weit voneinander entfernt und so gut wir einander kennen, zwischen uns entstehen immer wieder Missverständnisse, die sich nicht klären lassen.

Kennst Du My fair Lady? (Ich weiß, immer Filme) Ich glaube so hiess er. Die obere Gesellschaft sucht sich eine Frau aus der unteren Gesellschaft, um ihr als Experiment eine korrekte Aussprache beizubringen. Nach Gelingen wird sie wieder in ihre Welt entlassen und dort nicht mehr akzeptiert. Es gibt Milieus, die so weit voneinander entfernt liegen, dass sie sich nie wirklich verstehen können.

3) Sie hat ein unglaubliches Geschick, Menschen, die von ihr fasziniert sind, etwas abzuschwatzen. Es fing ganz klein an, dann kamen Einladungen dazu, kleine Geschenke. Alles wurde ganz langsam grösser.

Irgendwann hat sie beschlossen, noch einmal Freitags in der Bar zu arbeiten. Für mich ein Grauen. Ich habe sie geliebt. Aber nicht nur das. Jeden Donnerstag beschwatzte sie mich, am Freitag in die Bar zu kommen. Das war Horror für mich. Ich musste ablehnen. Sie hörte auch nicht auf, nachdem ich ihr das Versprechen abgenommen hatte. Sie konnte es nicht verstehen. Für sie war es das normale Spiel mit Männern. Und das Rollenverständnis. Der Mann bezahlt, die Frau läßt sich kaufen. Sie wollte mir sogar etwas Gutes tun! Für mich war es für beide Seiten würdelos.

Das war mir zuviel. Dann habe ich von schenken auf leihen umgestellt, in der Annahme, sie würde es irgendwann zurückzahlen.
Du weisst nicht, wieviele Verletzungen damals zustande kamen, von denen ich sie nicht abhalten konnte. Aber ich habe sie geliebt. Und ich konnte keine böse Absicht spüren. Sie hat es lieb gemeint.

4) Ich wurde verbal und in Briefen ausfallend. Ich bin nicht gewalttätig. Aber ich kann solche Menschen heute verstehen. Viele werden überhaupt nicht wissen, warum sie das machen konnten. Ganz liebe Menschen, und auch ohne Alkohol. Einen davon habe ich im Fernsehen gesehen. Er hat sich nicht verstanden. Ich hätte es ihm inzwischen erklären können. Ich konnte seine Geschichte gut nachvollziehen. Ich habe zwei Jahre gebraucht, um das zu verstehen.

5) Sie ist einen Schritt aus der Prostitution heraus. Und ich einen Schritt vom Feminismus weg. Aber wir werden uns nie in der Mitte treffen können. Als ich sie das letzte Mal traf, liess sie sich regelmässig von einem 70jährigen Millionär einladen. Und sie war richtig stolz darauf, dass sie sich nicht automatisch von ihm dafür küssen liess. Er meinte, ob sie wohl eine Emanze sei. Für sie ein großer Schritt. Für mich ist es immer noch der Prostitution nahe.

6) Da waren bei mir so viele Verletzungen, die sie nicht sehen konnte, weil sie sie nicht verstehen konnte, dass ich eine immer größere Wunde in mir hatte. Ich habe die Angst zuerst nicht wahrgenommen. Nach einem Jahr wurde sie mir langsam bewußt. Erst heute kann ich sie als normal akzeptieren. Die Wunde wurde immer größer. Kleinigkeiten konnten mich verletzen. Dann wurde ich aggressiv. Selbst Kleinigkeiten können bei mir die Aggression auslösen. Sie konnte tagelang anhalten, bis ich mich wieder gefangen habe.

Zum Schluss hatte ich schon Angst, wenn das Telefon klingelt. Und mich gleichzeitig gefreut, weil sie es sein könnte. Das habe ich immer noch. Oder habe heute Angst, ihr zu schreiben. Ich weiß, sie reagiert nicht. Das wird mich wieder verletzen.

Hast Du keine Angst, Deinem Freund zu begegnen? Vielleicht mit einer anderen Frau? Die Trennung hat eine grosse Wunde hinterlassen. Jetzt bist Du sehr verletzbar.

Ich kannte so etwas vorher nicht. Und ich glaube, man kann es nur wirklich verstehen, wenn man es selbst erlebt hat. Aber ich glaube, das findet in vielen Beziehungen statt. Auch in vielen Beziehungen mit Gewalt. Oft soll die Gewalt nur davor schützen, selbst noch einmal verletzt zu werden. Wie ein gequälter Hund, der beisst.

7) Das sollte ich besser vergessen. Mit jedem Mal wird es für beide schlimmer. Es tut eben einfach weh. Und es kostet sehr viel Zeit.

Günter
 

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